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Staatliche Förderung für die energetische Sanierung Ihres Hauses

Die energetische Sanierung Ihres Eigenheimes lohnt sich gleich mehrfach. Zum einen sparen Sie laufende Kosten und zum anderen gibt es für den Umbau Ihrer Immobilie staatliche Fördermittel und Zuschüsse für die Sanierung. 

Weshalb lohnt sich eine Sanierung?

Bringen Sie Ihr Gebäude auf den neuesten technischen Stand und sparen Sie so Energie und Wasser. Das hilft nicht nur der Umwelt, sondern auf lange Sicht auch Ihrem Kontostand. Tatsächlich ist Sparen eine der stärksten Motivationen für energetische Sanierungen: Laut einer Umfrage der Deutschen Energie-Agentur wollen 63 Prozent der Sanierenden in erster Linie Energiekosten senken. Allerdings will auch fast ein Drittel einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Welche energetischen Maßnahmen bringen am meisten?

Wohnblock

  • Der Einbau neuer Fenster und Türen mit Wärmeschutz und Dreifachverglasung ist die häufigste Maßnahme. Fenster haben ein Energieeinsparpotenzial von 5 bis 10 Prozent
  • Über ein Drittel der Eigentümer führen eine Sanierung des Daches durch. Hier liegt die potenzielle Energieeinsparung bei 30 Prozent. Diese Sanierung ist aber auch etwas kostenintensiver. 
  • Eine neue Heizung wollen laut Umfrage rund 35 Prozent der Eigentümer einbauen. Ein neuer Heizkessel hat ein Einsparpotenzial von 20 bis 30 Prozent.
  • Die Sanierung der Fassade mit guter Wärmedämmung kann bis zu 24 Prozent der Energiekosten einsparen. 

Unterstützen Sie diese Maßnahmen mit dem Einbau von erneuerbaren Energien wie Photovoltaik oder Solarthermie, senken Sie den Energieverbrauch im besten Fall bis zu 15 Prozent beim Strom und bis zu 7 Prozent beim Warmwasser.

Wo bekommen Sie weitere Informationen?

  • Die meisten Bauherren informieren sich über die energetische Sanierung in Gesprächen mit Handwerkern oder im Austausch mit Freunden und Bekannten beziehungsweise Kollegen. 
  • Ziehen Sie unbedingt auch einen Energieberater oder eine Energieberaterin in Betracht, die Ihre Situation genau analysiert und Sie fundiert über mögliche Sanierungsmaßnahmen berät. 
  • Für Fördermittel wenden Sie sich am besten an die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Hier finden Sie den richtigen Ansprechpartner. Übrigens beantragen nur 26 Prozent der Sanierenden eine Förderung viele Fördermittel bleiben also ungenutzt. Ihre Chancen gefördert zu werden, sind also groß.

Welche Kosten kommen auf Sie zu?

  • Eine Fassadensanierung ist die teuerste Teilmaßnahme. Bei einem Einfamilienhaus schlägt sie in etwa mit 18.000 Euro zu Buche.
  • Ein neues Dach kostet durchschnittlich 16.000 Euro.
  • Das Einsparpotenzial neuer Fenster ist nicht ganz so groß, kann aber bis zu 13.000 Euro kosten.
  • Eine neue Heizung spart Geld und Energie ein und das für nur etwa 8.000 Euro. Denken Sie zum Beispiel über eine Gas-Brennwertheizung oder einer Gas-Hybridheizung nach.
  • Auch Photovoltaikanlagen sind mit durchschnittlich 12.000 Euro nicht ganz günstig, sparen aber einen guten Teil der Stromkosten ein.
  • Günstiger ist die Solarthermie-Anlage mit etwa 5.000 Euro.

Frau am Rechner

Was wird gefördert?

Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie können verschiedene Einzelmaßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung gefördert werden.
Dazu zählen:

  • die Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen oder Geschossdecken
  • die Erneuerung der Heizungsanlage oder von Fenstern, Türen
  • Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage
  • der Einbau digitaler Systeme zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung.

Zu den förderfähigen Kosten gehört auch die Fachplanung und energetische Baubegleitung. 

Welche Förderungen gibt es?

20 Prozent der Aufwendungen aus Einzelmaßnahmen zur energetischen Sanierung können verteilt über drei Jahre von der Steuer abgesetzt werden, maximal jedoch 40.000 Euro pro Wohnobjekt. Kosten für Baubegleitung und Fachplanung sind sogar zu 50 Prozent über die Steuern absetzbar. Der Abzug erfolgt dabei von Ihrer Steuerschuld.

Voraussetzungen für die Förderung

Alle Besitzer und Besitzerinnen von Eigenheimen können die steuerliche Förderung für selbst genutztes Wohneigentum in Anspruch nehmen. Diese steuerliche Förderung gilt bereits für die Einkommenssteuererklärung 2020 im Jahr 2021. Sie brauchen dafür keinen gesonderten Antrag ausfüllen, benötigen aber eine Bescheinigung des Fachunternehmens oder der Energieberatung über die durchgeführten Maßnahmen.

Ablauf des Verfahrens

Im Rahmen Ihrer Steuererklärung müssen Sie lediglich die Bestätigung über das jeweilige Sanierungsvorhaben mit den Steuerunterlagen einreichen und entsprechende Angaben machen. Die Bescheinigung für diese Art der Förderung muss nach amtlichem Muster erfolgen. Als förderfähige Kosten gelten nur die Abrechnungen von Handwerksmeisterbetrieben oder gleichwertigen Betrieben der verschiedenen Gewerke. Ein Betrieb darf auch nur zum Gewerk passende Maßnahmen durchführen. Andere in der Abrechnung auftauchende Dienstleistungen sind nicht förderfähig. 

Welche weiteren Möglichkeiten zur Förderung gibt es?

Neben der steuerlichen Förderung kann auch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) genutzt werden. Hier gibt es vor allem zwei Fördermaßnahmen:
 

  1. Die erste Maßnahme sind zinsverbilligte Förderdarlehen über die KfW. Diese können für ganze Wohngebäude oder Einzelmaßnahmen beantragt werden.
  2. Die zweite Maßnahme sind Investitionszuschüsse der BAFA im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude. Bei der BAFA-Förderung ist darauf zu achten, dass eine Kumulierung der steuerlichen Förderungen mit anderen Fördermöglichkeiten des Bundes nicht möglich ist.

Mädchen am Heizkörper

In diesem Zusammenhang lohnt es sich auch für Sie, sich mit dem KfW-Effizienzhaus zu beschäftigen. Dieses ist ein Standard der KfW, bei dem verschiedene Stufen für die Energieeffizienz einer Wohnimmobilie erreicht werden können. Je höher die Energieeffizienz ist, umso höher fällt die KfW-Förderung aus. Der Zuschuss beträgt bis zu 75.000 Euro je sanierter Wohneinheit. Weiterhin gibt es einen zinsgünstigen KfW-Kredit von bis zu 150.000 Euro für eine komplette Sanierung nach dem KfW-Effizienzhaus-Standard. Die KfW-Förderung kann sich also richtig lohnen, gerade in Zeiten niedriger Zinsen und steigender Inflation. Überprüfen Sie auch, ob es eine regionale Förderung für Ihre Sanierung gibt. Oftmals haben Kommunen, Landkreise oder die einzelnen Bundesländer eigenständige Unterstützungsprogramme.

Welche Vorteile bringt ein KfW-Kredit?

Durch die Förderung der KfW können Sie einen Kredit erhalten, der je nach Laufzeit für die ersten ein bis fünf Jahre tilgungsfrei ist. Außerdem verfügt dieser meist über günstigere Zinsen als normale zinsgünstige Kredite Ihrer Hausbank. Zudem kann ein Teil des Betrages in Abhängigkeit der KfW-Effizienzhaus-Stufe als Zuschuss gewährt werden. Möchten Sie nur einen Zuschuss zur Sanierung, aber nicht in Abhängigkeit von einem KfW-Kredit, können Sie einen ebenbürtigen Zuschuss der BAFA-Förderung in gleicher Höhe in Anspruch nehmen.

Effizienzhaus

Wie sieht ein ideales KfW-Effizienzhaus aus?

Der Effizienzhaus-Standard weist einem standardmäßigen Neubau einen Wert von 100 zu. Darunter gibt es verschiedene Stufen bei 85, 70, 55 und 40 Prozent für ein KfW-Effizienzhaus. Die Stufen beziehen sich darauf, wie viel Primärenergie Ihr Haus durch eine Sanierung im Verhältnis zu einem Referenzgebäude laut Gebäudeenergiegesetz (GEG) verbraucht.

Die Stufe 70 können Sie in vielen Fällen schon durch die Sanierung der Gebäudehülle, insbesondere der Dämmung, den Austausch alter Fenster und dem Einbau einer neuen effizienten Heizung auf Basis erneuerbarer Energien erreichen. 

Mit einem Niedrigenergiehaus liegen Sie unter 50 Prozent Primärenergiebedarf, mit einem Passivhaus sogar bei unter 10 Prozent, das entspricht zum Beispiel einem Heizölbedarf pro Jahr von nur noch 200 bis 300 Litern, während derzeit für einen Neubau ein Zielwert nach der Bauvorschrift 2008 von 1.500 bis 2.500 Litern gilt.

Wenn es bei der Errichtung Ihres Hauses noch kein energieeffizientes Bauen gab, so können Sie diese Standards immer noch durch Sanierungsmaßnahmen erreichen.

Was tun, wenn Sie nicht so viel investieren können oder möchten?

Minimieren Sie Ihren Energieverbrauch mit diesen einfachen Schritten:

  1. Lesen Sie zum Beispiel regelmäßig den Stromverbrauch ab und messen Sie den Energiebedarf einzelner Verbraucher. So erhalten Sie einen besseren Überblick, was Ihre Stromfresser sind und wo Sie energetische Maßnahmen einleiten können.
  2. Durch den Einbau von smarten Thermostaten können Sie Ihren Energieverbrauch effektiv reduzieren. 
  3. Sparen Sie Strom mit Energiesparlampen und verwenden Sie statt herkömmlicher Leuchtstofflampen oder Halogen-Glühbirnen lieber LED-Lichter.
  4. Mithilfe einer Thermografie machen Sie visuell sichtbar, an welchen Stellen Ihr Gebäude Wärme verliert. Das ist eine gute Grundlage, um Wärmebrücken an Ihrem Gebäude mit gezielten Maßnahmen zu beheben.

Wussten Sie schon?

Bei fossilen Rohstoffen bieten Blockheizkraftwerke eine bessere Ausnutzung der gespeicherten Energie, weil elektrische Energie und Wärme gleichzeitig gewonnen werden. Es gibt kleine Geräte für das Eigenheim, die mit Diesel, Heizöl oder Gas, Biodiesel oder Biogas und sogar mit Holzpellets betrieben werden. Somit sind Sie in Energiefragen fast autark, da Sie Ihre eigene Wärme und Elektrizität herstellen. Außerdem schonen Sie die Umwelt, da Sie den Brennstoff effektiver nutzen als mit Ihrer alten Heizung. Auch gibt es keinen Transportverlust bei der Energie. 

Warum lohnt sich der Umstieg auf grüne Energie?

Seit 2020 werden Ölheizungen nicht mehr gefördert. Dafür gibt es eine Austauschprämie der KfW für den Kauf eines neuen, effizienteren Heizsystems, zum Beispiel eine Erdgas-Hybridheizung, eine Wärmepumpe oder eine Biomasse-Anlage. Die Förderung umfasst bis zu 45 Prozent der Anschaffungskosten. Auch Solarkollektoranlagen werden mit 30 Prozent der förderfähigen Kosten unterstützt. Sogar eine Ergänzung der Ölheizung mit erneuerbaren Wärmeerzeugern kann bezuschusst werden.

Windkraftanlage - Grüne Energie

Wie fangen Sie am besten an?

Sie sind inspiriert und wollen energieeffizient sanieren? Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme und informieren sich über die verschiedenen Förderprogramme und die förderfähigen Kosten. Eine Energieberatung ist hier als erster Schritt durchaus sinnvoll. So erhalten Sie ein individuelles energetisches Sanierungskonzept für Ihr Eigenheim. Dabei wird auch Ihre familiäre und finanzielle Situation berücksichtigt. Mit staatlichen Förderungen können Sie sich bis bis zu 80 Prozent der energetischen Beratungsleistungen sparen. Wenden Sie sich einfach an qualifizierte Energieberater in Ihrer Region. Diese kümmern sich um den Zuschuss und stellen Ihnen in der Folge gleich eine entsprechend geminderte Rechnung. Außerdem wissen Energieberater im besten Fall auch alles zur BAFA-Förderung, zur KfW-Förderung und zu den weiteren Fördermitteln.

Tun Sie sich und der Umwelt etwas Gutes: Investieren Sie in die Zukunft Ihres Eigenheimes und erhalten Sie dafür staatliche Unterstützung. So sparen Sie in den kommenden Jahren laufende Betriebskosten und werden unabhängiger durch die Verwendung erneuerbarer Energien. Außerdem verbessern Sie Ihre Ökobilanz und nutzen Energie mit gutem Gewissen. 

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Fotos: Jorrit Lousberg / Vattenfall, Stock footage / Vattenfall, Andy Tan / Vattenfall, Tony Lindqvist / Vattenfall