Wie viel kostet eine PV-Anlage 2026?

Erstellt am 26.5.2026

Lesedauer: 10 Minuten

Photovoltaikanlagen sind auch 2026 bei Hausbesitzer:innen gefragt. Doch was kosten solche Anlagen aktuell? Und wie setzen sich die Kosten zusammen? Wir geben Ihnen einen kompakten Überblick, und anhand von Beispielrechnungen können Sie nachvollziehen, wie sich die Anschaffung einer Solaranlage finanziell rechnet.

So viel kosten PV-Anlagen aktuell

Solaranlagen für Einfamilienhäuser kosten aktuell und je nach Konfiguration ungefähr zwischen 10.000 und 25.000 Euro. Sie haben meist eine Leistung zwischen 4 Kilowattpeak (kWp) und 15 kWp sowie Speicherkapazitäten zwischen 3 Kilowattstunden (kWh) und 13 kWh. Die große Spannbreite bei den Kosten rührt daher, dass diese von vielen Faktoren abhängen. In der Regel setzen sich Kosten für eine Anlage aus den Anschaffungskosten der Module und aller weiteren Komponenten der PV-Anlage sowie ihrer Montage durch einen Fachbetrieb zusammen.

Wichtige Faktoren für die Preise sind der konkrete Standort sowie individuelle Wünsche. So fallen etwa höhere Kosten an, wenn zunächst die Elektrik eines Wohnhauses auf den neuesten Stand gebracht werden muss, um die Anlage integrieren zu können, oder wenn bestimmte Kabelführungen gewünscht sind. Ebenso verursachen Montagen auf schwer zu erreichenden Dächern höhere Kosten. Daneben fällt bei allen Anlagen auch der regionale Standort ins Gewicht: Der Strom-Ertrag einer PV-Anlage ist im Süden Deutschlands etwas höher als im Norden. In nördlicheren Regionen benötigt man daher mehr Module, um dieselbe Leistung zu erzielen – und muss daher auch etwas mehr Geld dafür bezahlen. Ein weiterer Faktor ist die Anlagengröße. Größere Anlagen haben geringere Kosten pro kWp als kleinere Modelle, auch wenn der Gesamtpreis am Ende in der Regel höher ausfällt. Hinzu kommen laufende Kosten für zum Beispiel Wartung, eventuelle Reparaturen oder die Versicherung.

Beispielkosten für PV-Komplettanlagen

Leistung 

Speicherkapazität 

Durchschnittliche Kosten* 

Produktion pro Jahr 

Platzbedarf 

4,5 kWp 

ab 3,28 kWh​ 

ab ca. 12.000 € 

ca. 4.500 kWh​ 

ca. 20 m²​ 

8,55 kWp 

ab 4,8 kWh​ 

ab ca. 16.600 € 

ca. 8.550 kWh​ 

ca. 40 m² 

10,8 kWp 

ab 4,8 kWh​ 

ab ca. 17.800 € 

ca. 10.800 kWh​ 

ca. 50 m² 

15 kWp 

ab 4,8 kWh​ 

ab ca. 22.700 € 

ca. 15.000 kWh​ 

ca. 70 m² 

* Bei den angegebenen Kosten handelt es sich um Durchschnittswerte für schlüsselfertige PV-Anlagen der jeweiligen Größe mit kleinstmöglichem Speicher inklusive Material, Planung, Lieferung, Installation, Netzanschluss und Herstellen der technischen Betriebsbereitschaft. Die tatsächlichen Kosten können je nach Region und Einzelfall abweichen, insbesondere auch durch objektspezifische Mehrkosten für einen Zählerschrank, Potenzialausgleich oder für Gerüstkosten und Baustellenabsicherungen. Stand: März 2026.

Weitere Kosten

Neben den Anschaffungskosten entstehen bei einer Photovoltaikanlage weitere Ausgaben für Installation, Betrieb und optionale Erweiterungen. Diese fallen teils einmalig, teils regelmäßig über die Lebensdauer der Anlage an und sollten bei der Kostenplanung berücksichtigt werden.

Kosten für Montage und Installation

Die Preise für die Montage einer Solaranlage variieren. Sie hängen mit der Größe der Anlage, der Dachform und der vorhandenen Elektroinstallation zusammen. Im Durchschnitt kann für die Montage etwa ein Drittel der Gesamtsumme veranschlagt werden.

Kosten für den laufenden Betrieb

Die Betriebskosten einer Photovoltaikanlage sind überschaubar. Sie betragen 1 bis 2 Prozent der Anschaffungskosten. Für den Betrieb fallen unter anderem Reparatur- und Wartungskosten an – aber auch Rücklagen für Defekte und Versicherungskosten zählen dazu. Für den Betrieb einer PV-Anlage mit mehr als 7 kWp Leistung benötigen Sie in der Regel zudem ein intelligentes Messsystem. Die jährlichen Gebühren dafür sind für eine Anlage bis 15 kWp auf 50 Euro gedeckelt.

Stromkasten Installateur

Kosten für Versicherungen

Versicherungen sind ein wesentlicher Kostenfaktor beim laufenden Betrieb von PV-Anlagen. Für eine durchschnittliche Anlage kosten sie zwischen 50 und 150 Euro pro Jahr. Versicherungen sollten die wichtigsten Schadensfälle abdecken. Neben Umweltschäden durch Hagel, Blitzschlag oder Sturm sowie Kabelschäden durch Tierbisse und Schäden durch Diebstahl oder Vandalismus zählen dazu auch Brandschäden, die meist durch falsche Montage ausgelöst werden. Über eine Wohngebäudeversicherung lassen sich Solaranlagen häufig günstig mitversichern.

Kosten für den Austausch von Komponenten

Die Komponenten einer Photovoltaikanlage haben jeweils eine unterschiedliche Lebensdauer. Ein Wechselrichter beispielsweise muss je nach System ungefähr alle zehn Jahre ausgetauscht werden. Batteriespeicher halten zehn bis 15 Jahre, und Solarmodule sind normalerweise mindestens 20 Jahre lang leistungsfähig. Beim Austausch dieser Komponenten fallen unterschiedlich hohe Kosten an. Der Austausch des Batteriespeichers ist dabei zwar am kostenintensivsten. Allerdings kosten 1 kWh Speicherkapazität aktuell nur noch etwas mehr als 300 Euro – ein historischer Tiefstand. Ein neuer Wechselrichter liegt aktuell bei weniger als 200 Euro pro kWp.

Kosten für eine Speichernachrüstung

Rund 80 Prozent aller neu installierten PV-Anlagen werden heute mit einem Speicher installiert. Nutzer:innen von Anlagen ohne oder mit nur kleinem Speicher, die ihren Eigenverbrauch optimieren wollen, können Speicherkapazitäten nachrüsten. Bei einer Speichernachrüstung entsteht allerdings zusätzlicher Aufwand, da der Elektrofachbetrieb nach der Installation der Anlage zum zweiten Mal beauftragt werden muss. Die Kosten einer Speichernachrüstung hängen dann vom System und von der Größe des Speichers ab.

Kosten für Not- und Ersatzstrom

Immer mehr Haushalte interessieren sich für eine Not- oder Ersatzstromversorgung in Kombination mit einer PV-Anlage. Die Kosten hierfür hängen stark vom jeweiligen Konzept ab. Mit einer Notstromversorgung lassen sich über Solarstrom auch bei Stromausfall einzelne Geräte weiter versorgen. Das funktioniert über eine Notstromsteckdose in der Nähe des Hybridwechselrichters einer PV-Anlage. Diese Lösung ist mit rund 300 Euro vergleichsweise günstig.

Anders sieht es bei einer Ersatzstromversorgung aus. Sie sorgt bei einem Stromausfall dafür, dass weiterhin Strom aus der Photovoltaikanlage für das gesamte Haus bereitsteht. Auch der Speicher kann weiterhin geladen werden. Eine dreiphasige Lösung schlägt mit 1.000 bis 2.500 Euro zu Buche. Nicht alle PV-Anbieter von Solaranlagen bieten eine Not- oder Ersatzstromversorgung an – frühzeitiges Nachfragen lohnt sich daher.

Mögliche Aufpreise je nach Bauart eines Dachs

Die Bauart eines Dachs beeinflusst ebenfalls den Preis einer PV-Anlage:

  • Am günstigsten lässt sich eine Solaranlage auf einem mit Ziegeln gedeckten Schrägdach montieren.

  • Etwas teurer wird es auf einem Flachdach durch das notwendige Ständerwerk.

  • Die teuerste Alternative ist die Integration der PV-Anlage in das Dach. Die PV-Module ersetzen dann die Dacheindeckung und erzeugen nicht nur Strom, sondern schützen das Haus auch vor Witterungseinflüssen. Die integrierten Solarmodule, insbesondere Glas-Glas-Module, haben eine Lebensdauer von bis zu 30 Jahren und bieten zuverlässigen Schutz. Allerdings ist diese Form der Montage aufwändiger als die klassische Aufdach-Montage, vor allem bei der Abdichtung.

 

In welcher Höhe sparen Sie Stromkosten?

Pro kWh selbst erzeugten Solarstroms sparen Sie bei einer PV-Anlage ohne Batteriespeicher bis zu 34 Cent pro kWh. Ihre eigene Solaranlage erzeugt Strom zu den geringsten Kosten pro kWh beim Vergleich aller Energiequellen – und die Kosten sinken dabei sogar noch weiter. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme bezifferte schon 2024 die Kosten für Solarstrom ohne Batteriespeicher auf unter 10 Cent/kWh. In den kommenden 15 Jahren soll dieser Wert den Prognosen zufolge auf 3,6 bis 6,8 Cent pro kWh sinken. Mit Stromspeicher geht das Institut für das Jahr 2040 von 5 bis 12 Cent pro kWh aus. Im Vergleich dazu kostet Strom aus dem öffentlichen Netz aktuell durchschnittlich zwischen 35 und 40 Cent pro Kilowattstunde.

Vereinfachte Beispielrechnung zur Veranschaulichung:

(Keine Garantie oder Wirtschaftlichkeitsprognose)

  • Jährlicher Stromverbrauch des Haushalts: 4.000 kWh

  • Jährliche Stromerzeugung durch PV-Anlage mit Stromspeicher: 5.000 kWh

  • Eigenverbrauchsanteil: ca. 60 Prozent

  • Selbst genutzter Solarstrom: 3.000 kWh (60 Prozent von 5.000 kWh)

  • Strompreis aus dem Netz: 35 ct/kWh

  • Jährliche Ersparnis: ca. 1.050 Euro

Das Rechenbeispiel zeigt, dass der größte wirtschaftliche Vorteil einer Photovoltaikanlage im Eigenverbrauch liegt. Selbst genutzter Solarstrom ersetzt teuren Netzstrom, während eingespeister Strom aktuell nur mit 7,78 ct/kWh vergütet wird. Mit einem Stromspeicher lässt sich der Eigenverbrauch – je nach Haushaltsprofil – typischerweise auf 50 bis 70 Prozent erhöhen. Das tatsächliche Einsparpotenzial hängt unter anderem vom Stromverbrauch, dem Nutzungsverhalten, der Anlagengröße und der Entwicklung der Strompreise ab.

Welche Finanzierungsmöglichkeiten und Förderungen für Photovoltaik gibt es?

Als Alternative zur Finanzierung einer Photovoltaikanlage aus Eigenkapital bieten manche Banken und Sparkassen spezielle Kredite und Modelle zur Ratenzahlung an, die mit unterschiedlichen Laufzeiten und Zinsen verfügbar sind. Anlagen können aber auch über Leasing oder einen Bausparvertrag finanziert werden. Staatlicherseits wird die Investition in Photovoltaik auf unterschiedlichen Wegen gefördert. Dazu gehört die Einführung des Nullsteuersatzes, der private Käufer von Solaranlagen direkt beim Kauf entlastet. Zwar bezuschusst die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) den Kauf einer Photovoltaikanlage nicht mehr, die KfW-Bank ermöglicht aber eine zinsgünstige Finanzierung im Programm Erneuerbare Energien – Standard (KfW 270).

Darüber hinaus gibt es weitere Zuschüsse auf Länderebene. Welche Förderung für Photovoltaik in Ihrem individuellen Fall infrage kommt, erfahren Sie in unserer Fördermitteldatenbank.

Eine weitere wichtige Förderung für Photovoltaikanlagen ist die Einspeisevergütung. Sie liegt aktuell bei 7,78 Cent/kWh für die ersten 10 kW Leistung einer Solaranlage, deren Strom Sie auch selbst verbrauchen (Teileinspeisung). Der Wert sinkt halbjährlich um 1 Prozent. Sobald eine Solaranlage in Betrieb genommen wurde, wird eine gleichbleibende Einspeisevergütung für die nächsten 20 Jahre garantiert. Aktuell diskutiert die Politik allerdings, die Einspeisevergütung für neu installierte PV-Anlagen bis 25 kWp ab 2027 ersatzlos zu streichen.

Fazit: Die Kosten einer PV‑Anlage variieren – entscheidend ist das Gesamtkonzept

Die Kosten für eine PV-Anlage setzen sich neben den Anschaffungskosten unter anderem auch aus Kosten für den laufenden Betrieb, Versicherungen oder Austausch von Komponenten zusammen. Angesichts der zahlreichen Faktoren lassen sich Kosten lediglich in Spannbreiten angeben. Beim Umstieg auf Solarstrom sollte allerdings nicht einfach der niedrigste Preis zählen. Stattdessen bestimmen Planung, Qualität und Leistungsumfang die Wirtschaftlichkeit und den langfristigen Nutzen Ihrer PV‑Anlage.

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