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Warum Sie eine PV-Anlage nicht selbst installieren sollten

Eine eigene Solaranlage sorgt unter anderem für mehr Unabhängigkeit bei der Stromerzeugung. Was ist bei der PV-Installation zu beachten und können Sie die Solarmodule evtl. auch selbst montieren?

31.05.2024
Lesedauer: 3 Minuten

Worauf es bei der Installation einer PV-Anlage ankommt

Sie haben sich für Photovoltaik entschieden und fragen sich nun, wie Sie die Solaranlage planen, installieren und in Betrieb nehmen können? Bei der Planung der Umsetzung Ihres Projektes ist es wichtig, sich einen Überblick über die erforderlichen Arbeiten zu verschaffen und sich darüber bewusst zu sein, welche von Fachleuten ausgeführt werden müssen.

Prinzipiell ist es ratsam, die Planung und Installation komplett in die Hände von Expert:innen (Solateure) zu legen, um einen sicheren und reibungslosen Betrieb der Anlage zu gewährleisten. Planungsfehler können den Ertrag der Anlage negativ beeinflussen. Die Solarfachkräfte übernehmen auch die Wartung und gegebenenfalls die Störungsbeseitigung oder eine Reparatur. Durch die Zusammenarbeit mit Expert:innen sind Sie nicht nur in puncto Garantie abgesichert, sondern profitieren auch von deren Unterstützung bei der Anmeldung beim Netzbetreiber.

Modul-Montage und Elektro-Installation

Die Installation einer Photovoltaik-Anlage besteht in der Regel aus zwei Schritten:

Modul-Montage: Unter Montage versteht man das Anbringen von Solarmodulen, Wechselrichtern und anderen Komponenten auf dem Dach oder an einem anderen geeigneten Ort. Wichtig ist, dass die Module sicher und korrekt am Dach befestigt werden.

Elektro-Installation: Für die elektrische Installation sind die richtige Verkabelung und der Anschluss der PV-Module an einen Wechselrichter nötig, der den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt. Möchten Sie einen Stromspeicher integrieren, sollte dieser kompatibel mit dem Wechselrichter sein. Um Ihren Energiefluss effizient zu steuern und einen Überblick zu haben, macht die zusätzliche Installation eines Energiemanagementsystems Sinn. Die Arbeiten auf der Wechselstromseite der Anlage (nach dem Wechselrichter) müssen von Elektrofachkräften durchgeführt werden, um die Sicherheit und den ordnungsgemäßen Betrieb zu gewährleisten. Die Abnahme der Anlage und der Anschluss an das Stromnetz muss ebenfalls von einem zugelassenen Elektrofachbetrieb erfolgen.

Gut zu wissen: Wer bei der Montage der PV-Module Geld sparen möchte, kann diese prinzipiell auch in Eigenarbeit übernehmen. Sie benötigen allerdings sehr gute handwerkliche Fähigkeiten, qualifizierte Helfer:innen und vor allem ein fundiertes Wissen der Elektrotechnik, um elektrische Unfälle zu verhindern. Wird die Installation nicht korrekt ausgeführt, erhöht sich die Brandgefahr. Eine fehlende Dokumentation bei einer Eigeninstallation erschwert zudem die Fehlersuche bei Ausfällen oder einem nicht zufriedenstellenden Ertrag der Anlage. Es kann sein, dass Sie keine Fachkraft finden, die die Reparatur durchführt, weil diese die Verantwortung für das von Ihnen installierte System übernehmen müsste. Wenn Sie die Anlage selbst installieren, kann das auch Einfluss auf den Versicherungsschutz haben.

Ehepaar am Schreibtisch

Versicherungsschutz

Eine PV-Anlage ist in der Regel nicht automatisch durch die Wohngebäudeversicherung abgedeckt. Eine neu installierte PV-Anlage wirkt sich auf den Wert Ihrer Immobilie aus und muss daher beim Versicherer angegeben werden. In der Regel sind dann in der Wohngebäudeversicherung Sachschäden an der Anlage durch verschiedene Ursachen wie Hagel, Brand, Elementar- und Überspannungsschäden versichert.  
Eine spezielle PV-Versicherung bietet einen noch umfassenderen Schutz, auch bei Bedienungsfehlern und grober Fahrlässigkeit wie unsachgemäße Handhabung, Missachtung von Sicherheitsrichtlinien oder das Ignorieren von Warnhinweisen.

Einige Versicherungen bieten auch Schutz für selbst montierte Anlagen, wenn sie von einer Fachfirma abgenommen wurden. Bei Selbstmontage sollten Sie zusätzlich eine Montageversicherung in Betracht ziehen, um sich gegen Schäden während der Montagezeit abzusichern.

Anmeldung

Um von staatlichen Förderungen – wie z. B. der Einspeisevergütung – profitieren zu können, muss die Photovoltaikanlage ordnungsgemäß angemeldet werden. Die Anmeldung bei der Bundesnetzagentur erfolgt über das Marktstammdatenregister (MaStR). Spätestens einen Monat nach Inbetriebnahme müssen Angaben zur Art der PV-Anlage, zur Leistung und zum Standort gemacht werden. 

Wichtig: Bereits vor der Installation muss die Genehmigung des Netzbetreibers eingeholt werden. Dieser Schritt ist wichtig, um sicherzustellen, dass alle technischen Anforderungen erfüllt sind, damit Ihre Anlage ordnungsgemäß ans Stromnetz angeschlossen werden kann. Der Netzbetreiber prüft vorab die technischen Details Ihrer Solaranlage, um sicherzustellen, dass die Einspeisung das Stromnetz nicht überlastet.

Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

Die Kosten für die fachgerechte Montage und Installation einer eigenen PV-Anlage durch eine:n Elektriker:in variieren je nach Region, Anlagengröße und individuellen Anforderungen. Die Installationskosten machen in der Regel etwa 30 bis 40 % der Gesamtkosten aus. Sind zusätzliche Arbeiten wie Dachverstärkungen notwendig, können sich die Kosten entsprechend erhöhen.

Auch die Arbeiten am Zählerschrank verursachen Kosten. Mit Installation einer PV-Anlage muss der Zählerschrank den Anforderungen der Anwendungsregel VDE-AR-N 4101 sowie den Technischen Anschlussbedingungen (TAB) des jeweiligen Netzbetreibers entsprechen. Eventuell kann der vorhandene Schrank angepasst werden, es kann aber auch sein, dass er ausgetauscht werden muss.

Was genau zur Modul-Montage gehört

Die Montage Ihrer Solaranlage umfasst mehrere grundlegende Schritte. Zunächst erfolgt die Vorbereitung. Hierzu gehört Ihrerseits auch die vorherige Abklärung einer möglicherweise nötigen Genehmigung oder das Freiräumen Ihres Grundstücks für einen freien Zugang zum Dach zum vereinbarten Termin. Als allererstes werden in der Regel die Maße des Dachs genommen. Hier besteht die Möglichkeit, dass Sie die Daten online übermitteln oder ein Beratungsgespräch inkl. Ausmessung vor Ort vereinbaren. Danach erfolgt die Planung und Dimensionierung der Anlage und schließlich die Angebotserstellung. Nach Annahme des Angebots werden die genauen Positionen der Solarmodule und die Anbringung der Dachhaken sowie des Wechselrichters basierend auf der Planung durch den von Ihnen beauftragten Fachbetrieb festgelegt. Danach werden die Materialien bestellt und die Netzverträglichkeitsprüfung beim Netzbetreiber durchgeführt, bevor die eigentliche Montage starten kann.

Installation einer PV-Anlage

Alle Komponenten wie Solarmodule, Wechselrichter, Solarkabel und Befestigungsmaterial werden angeliefert. Tipp: Kontrollieren Sie bei Speditionslieferungen alles auf Beschädigungen.

Ist alles einwandfrei geliefert worden, kann mit der Montage der Unterkonstruktion begonnen werden. Hat Ihr Haus ein Schrägdach, geht es mit der Befestigung der Dachhaken auf den Dachsparren und die passenden Solarschienen weiter. Die Schienen werden entweder parallel oder kreuzweise verlegt, bevor die Solarmodule in die Schienen geklemmt oder gesteckt werden.

Die elektrische Installation umfasst die Verlegung des Solarkabels durch das Dach bis zum Wechselrichter und die Verbindung der Module untereinander. Auch der Anschluss des Wechselrichters, die Hausnetzeinspeisung sowie der Anschluss ans öffentliche Stromnetz gehören dazu. In der Regel dauert die Durchführung durch einen Fachbetrieb einen bis zwei Tage, abhängig von Anlagengröße, Anzahl der Monteur:innen und den örtlichen Gegebenheiten. Jahreszeit und Wetter spielen ebenfalls eine Rolle, daher ist trockenes Wetter ideal.

Gut zu wissen: Bei der Montage und Installation durch eine Fachfirma ist es ratsam, vor Ort zu sein. So haben Sie die Möglichkeit, die Arbeit zu überwachen und Fragen direkt zu besprechen. Außerdem erleichtert Ihre Anwesenheit den Zugang zum Haus sowie zum Zählerschrank und ist wichtig für die Dokumentation und Abnahme der Anlage.

Diese Montagesysteme gibt es

Die Wahl des geeigneten Montagesystems hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem vom Dachtyp, den architektonischen Gegebenheiten und natürlich auch von den ästhetischen Vorlieben. In der Regel gibt es 3 Systeme, die infrage kommen:

Aufdach-Montage

Geeignete Dächer für die Aufdach-Montage sind Ziegeldächer, Trapezblechdächer, Wellplatten und Schieferdächer. Die Systeme werden auf dem bestehenden Dach installiert, wobei Dachhaken an den Sparren befestigt werden, um die Schienen zu tragen. Die Schienen dienen als Unterkonstruktion, auf der die Solarmodule befestigt werden. Sie werden entweder eingeklemmt oder eingesteckt. Mittelklemmen halten die Module sicher auf den Schienen, Kabelmanagementsysteme sorgen für eine geordnete Kabelführung.

Solaranlage auf Dach

Indach-Montage 

Indach-Systeme ersetzen teilweise oder vollständig die Dachziegel, indem die PV-Module direkt auf der Dachkonstruktion befestigt werden. Dadurch entsteht eine optisch ansprechende und widerstandsfähige Oberfläche, weshalb Indach-Systeme auch als gebäudeintegrierte Photovoltaik bekannt sind.

Solarpanele auf Holzhaus

Flachdach-Montage 

Für Flachdächer gibt es spezielle Aufständerungssysteme, bei denen Beschwerungen wie Betonplatten zur Befestigung der Module verwendet werden. Die Neigung und Ausrichtung der Module kann angepasst werden, um die Sonneneinstrahlung und damit die Energieerzeugung zu optimieren. Auch hier ist ein effizientes Kabelmanagement wichtig, um für eine saubere Kabelführung zu sorgen.

Checkliste von der Planung bis zur Inbetriebnahme

Die Installation einer Photovoltaikanlage beinhaltet eine feste Reihenfolge an Arbeitsschritten. Wir haben sie zur Orientierung zusammengefasst.

1. Planung und Genehmigung

  • Bestimmung des besten Standortes für Ihre PV-Anlage auf Ihrem Dach oder Grundstück

  • Berücksichtigung von Sonneneinstrahlung und mögliche Verschattungen

  • Prüfung örtlicher Vorschriften und Einholen von erforderlichen Genehmigungen (Netzverträglichkeitsprüfung, in Einzelfällen – wie auf denkmalgeschützten Gebäuden – ist auch eine Baugenehmigung erforderlich)

2. Komponenten beschaffen

  • Auswahl von qualitativ hochwertigen Solarmodulen – Leistung (in Watt) und Wirkungsgrad berücksichtigen

  • Wechselrichter

  • Geeignetes Montagesystem

  • Sicherstellen, dass die Verkabelung und die Absicherung den Normen entsprechen

3. Montage und Installation

  • Montage der Solarmodule laut Anweisungen des Herstellers

  • Verbinden der Solarmodule mit dem Wechselrichter und dem Stromnetz durch Fachelektriker:in

  • Installation des Wechselrichters an einem geeigneten Ort durch Fachelektriker:in

  • Anschluss der PV-Anlage an das Stromnetz und Abnahme der Anlage durch Fachelektriker:in

  • Montage der Solarmodule laut Anweisungen des Herstellers

  • Verbinden der Solarmodule mit dem Wechselrichter und dem Stromnetz durch Fachelektriker:in

  • Installation des Wechselrichters an einem geeigneten Ort durch Fachelektriker:in

  • Anschluss der PV-Anlage an das Stromnetz und Abnahme der Anlage durch Fachelektriker:in

4. Inbetriebnahme

5. Versicherung

  • Prüfen der Versicherungsoptionen

  • Wohngebäudeversicherung: In der Regel mitversichert, deckt Schäden durch Sturm, Hagel, Feuer und Überspannung ab

  • PV-Versicherung: Deckt Schäden durch Unwetter, Diebstahl oder Tierbiss. Kann separat oder als Bestandteil der Wohngebäudeversicherung abgeschlossen werden

  • Montageversicherung: Deckt Schäden während der Montage durch Feuer oder Diebstahl ab

Reinigung und Wartung einer PV-Anlage

Die Reinigung und Wartung einer Photovoltaikanlage ist entscheidend für die Verlängerung ihrer Lebensdauer und die Maximierung des Stromertrags. Der Selbstreinigungseffekt von PV-Anlagen auf Schrägdächern ist in der Regel ausreichend, da Regen und Schnee den Großteil des Schmutzes wegspülen. Auch Anlagen auf Flachdächern profitieren von einem günstigen Neigungswinkel, da sie auf Ständern montiert werden. Dennoch können je nach Standort unterschiedliche Verschmutzungsarten auftreten.

Verschmutzungen wie Vogelkot, Laub, Roststaub, Blätter und Baumnadeln können die Leistung der PV-Anlage beeinträchtigen. Bei leichten Verschmutzungen können Sie die Anlage mit klarem Wasser und einer weichen Glasbürste selbst vom Schmutz befreien – vorausgesetzt, Sie sind je nach Dachart ausreichend abgesichert. Für eine gründliche Reinigung empfiehlt sich ein auf Photovoltaik spezialisierter Fachbetrieb, gerade wenn der Aufwand höher ist oder Sie Schäden befürchten. Hier kann es aus Kostengründen sinnvoll sein, die Reinigung direkt mit der Wartung der Anlage zu verbinden. Während der Reinigung kann die Anlage gleich auf technische Mängel und Defekte überprüft und gegebenenfalls repariert werden.

Gut zu wissen: Steht Ihr Haus in der Nähe von landwirtschaftlichen Betrieben, sind häufigere Kontrollen nötig. Ein Dach-Neigungswinkel von mindestens 15 Grad ist außerdem optimal, damit das Wasser gut abfließen kann.

Vattenfall Fazit

Mit der Installation einer Photovoltaikanlage tragen Sie zu einer nachhaltigen Energieversorgung bei. Eine gründliche Vorbereitung, die Kenntnis der technischen und rechtlichen Anforderungen sowie die Berücksichtigung von Versicherungs- und Garantiebedingungen sind entscheidend für den Erfolg Ihres Projekts. Der sicherste Weg ist es, bei der Installation einer PV-Anlage auf die Expertise von Fachkräften zu vertrauen.

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