Infowelt Energie

Förderungen für Solaranlagen – ein Überblick

Bis 2030 sollen 80 % des deutschen Stroms aus erneuerbaren Energien stammen. Dabei spielt Photovoltaik natürlich eine große Rolle. Aber welche Förderungen gibt es eigentlich noch für private Photovoltaikanlagen auf dem eigenen Hausdach? Und was verändert sich durch das EEG 2023?

Zuletzt aktualisiert am 15.02.2024
Lesedauer: 4 Minuten

Solarstrom legt weiterhin zu

Immer mehr Immobilienbesitzer setzen auf erneuerbare Energien: 2023 wurden laut Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) 3,7 Mio. Photovoltaikanlagen auf deutschen Dächern und Grundstücken installiert. Dadurch konnten rund 62 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt werden, die etwa 12 % des gesamten deutschen Stromverbrauchs abdeckten. Bis zum Jahr 2030 will die Bundesregierung den Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch insgesamt auf 80 % steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde in einigen Bundesländern bereits eine Solarpflicht für Neubauten oder Sanierungen erlassen.

Photovoltaik-Förderung über staatliche Zuschüsse

Aktuell wird Photovoltaik staatlich über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert. Die jüngste Version – das EEG 2023 – entstand aus dem sogenannten Osterpaket. Die Novelle gilt seit Juli 2022 und beinhaltet unter anderem erstmals wieder eine Anhebung der Einspeisevergütung.

Das EEG wurde 2000 mit dem „100.000-Dächer-Programm“ ins Leben gerufen und im Laufe der letzten 20 Jahre weiterentwickelt. Die erste Photovoltaik-Förderung gab es schon vor mehr als 30 Jahren: Zwischen 1990 und 1992 hat die Bundesregierung mit dem „1000-Dächer-Programm“ die Anschaffung von Photovoltaikanlagen für Ein- und Zweifamilienhäuser gefördert. Seit September 2023 gab es zudem eine neue Förderung der KfW, die aber 2024 nicht fortgesetzt wurde.

Höhere Einspeisevergütung für mehr Solarstrom

Eine wichtige staatliche Förderung von Photovoltaikanlagen ist die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Wer den Strom der eigenen Solaranlage ins öffentliche Netz weiterleitet, wird vom Netzbetreiber mit einer staatlich festgelegten Entlohnung pro Kilowattstunde gefördert. Diese Einspeisevergütung wird über einen Zeitraum von 20 Jahren garantiert. Nach einem kontinuierlichen Absenken der Sätze galten seit 2022 erstmals wieder höhere Einspeisevergütungen. Seit 1. Februar 2024 sinken die Sätze wieder.

Einspeisevergütung Februar bis August 2024

Anlagengröße bis 10 Kilowattpeak bis 40 Kilowattpeak
Überschusseinspeisung 8,11 Cent/Kilowattstunde 7,03 Cent/Kilowattstunde
Volleinspeisung 12,87 Cent/Kilowattstunde 10,79 Cent/Kilowattstunde

Quelle: Bundesnetzagentur

Weitere Änderungen des EEG 2023: 

  • Die einst monatliche Absenkung (Degression) wurde bis Anfang 2024 ausgesetzt. Seitdem sinkt die Vergütung nur noch halbjährlich um ein Prozent. 
  • Anlagenbetreiber können jährlich neu zwischen Volleinspeisung und Überschusseinspeisung wählen.
  • Kleine Anlagen sind von Umsatz-, Einkommens- und Gewerbesteuer befreit. Als klein gilt eine Anlage bis 30 Kilowattpeak auf Einfamilienhäusern und bis 15 Kilowattpeak auf Wohneinheiten.

Lösungen nach Ende der Einspeisevergütung

Bei einigen Solaranlagenpionieren ist die staatliche Förderung bereits erloschen. Wenn die Photovoltaikanlage 20 Jahre alt ist, bekommen die Besitzer keine Einspeisevergütung mehr für die gebrauchte Anlage. 

Einfache Anschlussregelung nutzen

Bis Ende 2027 können Solaranlagenbetreiber, bei denen die EEG-Förderung ausgelaufen ist, die einfache Anschlussregelung nutzen. Der Netzbetreiber muss weiterhin den Strom aus der Anlage abnehmen und eine Vergütung zahlen. Dieser „Marktwert Solar“ orientiert sich am Börsenstrompreis. Davon ziehen die Netzbetreiber noch die Kosten für die Vermarktung des Solarstroms ab.

Voraussetzung: Sie dürfen nichts an Ihrer Photovoltaikanlage verändern. Allerdings sind die meisten Photovoltaikanlagen bis 2008 mit dem Konzept der Volleinspeisung ans Netz gegangen, sodass Sie keine Chance auf einen Eigenverbrauch haben. Diese Variante wird angesichts der Betriebskosten der PV-Anlage und der steigenden Stromkosten immer unattraktiver. 

Zuschüsse zu Photovoltaik-Anlagen auf Länderebene

Neben der Photovoltaik-Förderung auf Bundesebene kann auch jedes Bundesland selbst entscheiden, ob es eine Photovoltaik-Förderung auflegt. In den meisten Bundesländern sind die Förderungen in letzter Zeit ausgelaufen.

Infografik: Installierte Leistung der Photovoltaikanlagen in Deutschland

Schleswig-Holstein hat eine erneute Förderung für Batteriespeicher geplant. Diese wurde aufgrund eines Urteils vom Bundesverfassungsgerichts erst einmal gestoppt. Ob und wann sie wieder aufgenommen wird, ist aktuell unklar.

NRW fördert über progres.nrw Beratungsleistungen zum Photovoltaikausbau sowie Carport-Photovoltaikdachanlagen und Fassaden-Photovoltaikanlagen.

Fördervoraussetzungen

Anträge auf eine Photovoltaik-Förderung müssen vor Beginn der Arbeiten gestellt werden.
Informationen zu allen aktuellen Programmen (z. B. Ansprechpartner:innen und Voraussetzungen) finden Sie in unserer Fördermitteldatenbank.

Photovoltaik-Förderung auf kommunaler Ebene

Auch Kommunen haben verschiedene Förderprogramme für Photovoltaik. So unterstützen zum Beispiel viele Kommunen in Niedersachsen Steckersolargeräte mit Zuschüssen von bis zu 400 €. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel über die Förderung von Balkonkraftwerken.

Solaranlage auf dem Dach

Photovoltaik-Förderung über Kredite

Die KfW unterstützt die Anschaffung von Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern mit zinsgünstigen Finanzierungen (Programm Erneuerbare Energien – Standard (KfW 270)).  Nicht nur die Anschaffung, auch die Kosten für Planung und Installation der Anlage werden gefördert. Die Förderkredite haben Laufzeiten zwischen 5 und 30 Jahren und werden über die Hausbank abgeschlossen. Das erste Jahr ist tilgungsfrei.

Gut zu wissen: Spezielle Umwelt- und Ökobanken bieten ähnliche Konditionen wie die KfW an. Dazu zählen die UmweltBank, die GLS-Bank, die SWK Bank und die Ethikbank. Aber auch ganz normale Banken finanzieren PV-Anlagen.

Vattenfall Fazit

Auch wenn viele staatliche Förderungen inzwischen ausgelaufen sind, gibt es noch Wege, die Kosten einer neuen Photovoltaik-Anlage zu finanzieren. Der wichtigste ist die Einspeisevergütung, die nach der Novelle des EEG 2023 langsamer sinkt. Aber auch günstige Kredite können eine Option sein. Bei der Finanzplanung sollten auch regionale Förderungen in Betracht gezogen werden. So wird die eigene Photovoltaikanlage zu einer bezahlbaren Investition in erneuerbare Energien.

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