Heizen mit erneuerbaren Energien

Zuletzt aktualisiert am 16.9.2026

Lesedauer: 6 Minuten

Mit erneuerbaren Energien – etwa aus Sonnenlicht oder Biomasse – lassen sich Strom und Wärme auch im eigenen Haus erzeugen. Wie Wärmepumpen, Solarthermie und Biomasseheizungen funktionieren, erfahren Sie hier. 

Warum erneuerbare Energieträger?

Die Vorteile erneuerbarer Energiequellen sind vielfältig: Sie verringern den Bedarf an fossilen Brennstoffen wie Erdöl oder Kohle und machen die Verbraucher:innen dadurch unabhängiger von deren Preisschwankungen. Zudem sind sie nahezu unerschöpflich.

Umgebungswärme, Wind, Sonne und Biogas tragen heute schon zur Gas- und Stromversorgung bei. Auch heizen lässt sich mit erneuerbaren Energien. Wie viel CO₂ dabei ausgestoßen wird, hängt vom Energieträger, vom Strommix und vom Gebäude ab.  

Besonders Wärmepumpen erweisen sich als effiziente Heizsysteme, deren Bedeutung stark zugenommen hat. Seit 2026 gelten mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) neue Rahmenbedingungen für das Heizen mit erneuerbaren Energien. Grundsätzlich können Eigentümer:innen ihre Heizungstechnologie frei wählen. Der Austausch alter Gas- und Ölheizungen ist nicht mehr verpflichtend. Auch die frühere Vorgabe, dass neu eingebaute Heizungen zu 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, gilt mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz nicht mehr. Stattdessen gilt künftig die Biotreppe: ein schrittweise steigender Anteil an Biobrennstoffen für neue Gas- und Ölheizungen ab 2029. Außerdem fördert der Bund den Austausch fossiler Heizungen mit Zuschüssen, deren Höhe vom Zeitpunkt der Antragstellung abhängt.  

Effiziente und innovative Heizsysteme

Wärmepumpe

Wärmepumpe

Wärmepumpen wandeln thermische Energie aus dem Boden oder der Umgebung in Nutzwärme um und übertragen diese auf ein Heizungssystem – etwa eine Raumheizung. Sie nutzen den umgekehrten Prozess der Umwandlung von Wärme zu Kraft. Dieses Prinzip wird auch zum Kühlen (beispielsweise beim Kühlschrank) verwendet. Der Begriff „Wärmepumpe“ bezieht sich dabei auf das Heizaggregat. 

 

Funktionsweise einer Wärmepumpe

Wärmepumpen nutzen Wärme aus Erde, Grundwasser oder der Luft. Erdwärme liegt schon wenige Meter unter der Erdoberfläche über das Jahr hinweg konstant bei etwa 10 Grad Celsius. Die Wärme wird über eine Erdsonde an die Wärmepumpe übertragen, dort gesammelt und an ein Heizmedium abgegeben. Besonders gut für die Nachrüstung und in bestehenden Gebäuden geeignet sind Luft-Wasser-Wärmepumpen, die mit der Wärme aus der Umgebungsluft heizen. Hier erfahren Sie mehr über die Funktionsweise von Wärmepumpen

Solarthermie

Solarthermie beschreibt die Umwandlung von solarer Energie in thermische Energie. Die Strahlungsleistung der Sonne stellt eine Energiemenge bereit, die zehntausendfach größer ist als der Gesamtenergiebedarf der Menschen. Das zeigt, welches Potenzial in der Solarenergie steckt. 

Wie funktionieren Solarthermieanlagen?

Solarkollektoren werden genauso wie Photovoltaikmodule auf Dächern oder anderen besonders sonnenbestrahlten Flächen montiert. Die Module enthalten ein flüssiges Wärmeträgermedium, das sich schnell erhitzt. Dieses gibt die Wärme an einen Warmwasserspeicher weiter und macht diese so bei Bedarf nutzbar. 

Anwendungsgebiete von Solarthermieanlagen:

  • Gebäudeheizung
  • Gebäudeklimatisierung
  • Warmwasserbereitung

Solarthermie

Solarthermieanlagen tragen einen Teil zur Heizung des Gebäudes bei, indem Sonnenstrahlung in Wärme gewandelt und für Warmwasser und Heizung zur Verfügung gestellt wird. Das kann den Energiebedarf und damit die laufenden Energiekosten senken. 

Biomasseheizung

Beim Heizen mit Biomasse werden regenerative und biogene Brennstoffe verbrannt – etwa Holz oder organische Bioabfallprodukte. 

Biomasse

Funktionsweise einer Biomasseheizung

Die mehrheitlich verwendeten Heizstoffe zum Betrieb einer Biomasseheizung sind pflanzlicher Natur und somit erneuerbar. Das können Pellets, Sägeholzreste, Holzrinde oder Ähnliches sein. Auch Energiepflanzen, Pflanzenöle oder Gülle können als Brennmaterial fungieren. Das Grundprinzip ist simpel: In der Brennkammer des Biomasseheizkessels wird die entsprechend verwendete Biomasse verbrannt. Durch die entstehende Wärme wird Wasser in der Heizung erhitzt, das nach dem Prinzip einer Zentralheizung die Heizkörper in den einzelnen Räumen versorgt. Warmwasserspeicher dienen dazu, möglichst viel der erzeugten Wärme für den nächsten Gebrauch zu speichern und damit den Wirkungsgrad zu erhöhen. 

Besonders Pelletheizungen sind weitverbreitet. Die Grafik zeigt, dass die Anzahl der Pelletheizungen in Deutschland in den Jahren 2015 bis 2025 kontinuierlich gestiegen ist – um über 90 %. Eine Pelletheizung verbrennt im Heizkessel gepresste Holzreste – sogenannte Pellets. Auch andere biogene Reststoffe wie Stroh, Torf oder Kokosnussschalen werden als Brennstoffe verwendet. 

Biomasseheizungen können im Vergleich zu Heizsystemen mit fossilen Brennstoffen eine Alternative darstellen. Die laufenden Heizkosten hängen unter anderem von den Brennstoffpreisen und dem Energiebedarf des Gebäudes ab. Allerdings sind die Anschaffungskosten verhältnismäßig hoch. Ob und wann sie sich amortisieren, hängt von Brennstoffpreisen, Verbrauch und Förderung ab.

Biologische Brennstoffe setzen bei der Verbrennung CO2 frei und verursachen weitere Emissionen; moderne Anlagen können jedoch einen hohen Wirkungsgrad erzielen. Außerdem ist Biomasse regional verfügbar und kann vor Ort beziehungsweise aus der näheren Umgebung bezogen werden. 

Hybridheizungen und Heizen mit nachwachsenden Rohstoffen

In Zeiten schwankender Preisentwicklungen bei Strom und Heizenergie gewinnt das Heizen mit nachwachsenden Rohstoffen, insbesondere Holz, wieder an Bedeutung. Alte Holzöfen werden wieder in Betrieb genommen und viele Immobilienbesitzer:innen denken über die Installation einer Hybridheizung nach. Nachwachsende Rohstoffe sind universell einsetzbar. Sie können direkt als Naturprodukte (beispielsweise als Faserstoffe) oder zur Energiegewinnung (Biogas, biogene Brennstoffe) genutzt werden. Die wichtigsten Formen der energetischen Nutzung sind jedoch die Herstellung von Strom und Wärme aus Biogas und die Verbrennung biogener Brennstoffe (Holz, Pellets etc.). 

Hybridheizungen kombinieren einige Vorteile verschiedener Heiztechniken miteinander. Meist wird eine Heizung auf Basis fossiler Brennstoffe wie Gas oder Öl mit einer erneuerbaren Heiztechnik wie Wärmepumpe oder Solarthermie ergänzt. Je nach Kombination, Energiepreisen und Nutzung kann das die Betriebskosten beeinflussen. Andererseits fallen höhere Installationskosten an und die vollständige Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen ist bei einer Kombination mit einer fossilen Heizung nicht gegeben. Ob sich eine Umrüstung wirtschaftlich und energetisch lohnt, hängt stark vom Einzelfall, dem Heizsystem und dem Dämmzustand der Immobilie ab.  

Welche Förderprogramme für erneuerbare Heizsysteme gibt es?

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) regelt die staatliche Förderung für energetische Sanierungen und den Einbau neuer Heizungen. Im Juli 2026 hat die Bundesregierung neue Eckpunkte für die BEG-Förderung beschlossen. Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien und Sanierungsmaßnahmen können demnach weiterhin staatlich gefördert werden, allerdings wurde die maximale Förderhöhe angepasst und für einige Boni gelten neue Kriterien.  

BAFA- und KfW-Förderung

Vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) werden Sanierungen für Einzelmaßnahmen bezuschusst. Dazu zählen Wärmedämmung, Sanierungen von Fenstern und Anlagentechnik (außer Heizung) sowie Baubegleitung. Die Förderung neuer Heizungen läuft über die KfW. Für den Wechsel von einer fossilen Heizung zu einer förderfähigen Heizung auf Basis erneuerbarer Energien gibt es eine Grundförderung von 30 %. Hinzu kommen können ein Klimageschwindigkeitsbonus von bis zu 16 %, der ab Februar 2027 schrittweise gesenkt wird, sowie ein gestaffelter Einkommensbonus für Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 50.000 Euro bzw. bis 60.000 Euro für Haushalte mit minderjährigem Kind. Die förderfähigen Kosten sind aktuell auf 28.000 Euro für die erste Wohneinheit begrenzt; dieser Betrag sinkt ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um 750 Euro. Wie sich die einzelnen Förderbestandteile zusammensetzen und welche Änderungen in den kommenden Jahren gelten, erfahren Sie hier

Gut zu wissen: Eine Kombination aus KfW- und BAFA-Förderung ist möglich, wenn damit unterschiedliche energetische Maßnahmen gefördert werden – etwa der Heizungstausch über die KfW und eine Dämmmaßnahme über das BAFA. Förderzuschüsse der BAFA- und KfW-Heizungsförderung müssen nicht zurückgezahlt werden. 

Förderungen von Bund, Ländern und Kommunen

Über Förderungen von BAFA und KfW-Kredite hinaus gibt es auch länderspezifische und kommunale Förderungen. Verbraucher:innen können sich dazu bei ihrer Gemeinde oder Stadt nach lokalen Fördermöglichkeiten erkundigen oder sich je nach Angebot direkt an den jeweiligen Energieversorger wenden. Häufig sind auch Kombinationen aus verschiedenen Zuschüssen möglich. 

KfW-Kredite

Im Rahmen der neuen Heizungsförderung stellt die KfW einen zinsgünstigen Ergänzungskredit von bis zu 120.000 € je Wohneinheit zur Verfügung. Für selbstnutzende Eigentümer mit einem Haushaltsjahreseinkommen von bis zu 90.000 Euro gibt es dabei einen zusätzlichen Zinsvorteil. Der Kredit kann nur in Verbindung mit einer bereits zugesagten Zuschussförderung für eine energetische Einzelmaßnahme beantragt werden. Er kann über die Hausbank beantragt werden und lässt sich mit den anderen Zuschüssen kombinieren. 

Für Neubauten und Komplettsanierungen, die eine Effizienzhausstufe erreichen, gibt es zudem verschiedene Förderkredite mit Tilgungszuschuss. 

Fazit: Neue Heizung – freiwillig, aber gefördert 

Der Austausch einer alten Gas- oder Ölheizung ist mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz nicht mehr grundsätzlich vorgeschrieben. Der Staat will den Umstieg auf Heizsysteme mit erneuerbaren Energien dennoch vorantreiben und fördert deshalb den Wechsel. Welche Förderung infrage kommt, hängt unter anderem vom Heizsystem, den förderfähigen Kosten und den persönlichen Voraussetzungen ab. Gleichzeitig reduziert, wer seine Heizung auf erneuerbare Energien umstellt, den Einsatz fossiler Energieträger und kann, je nach Heizsystem, Gebäude und Energiepreisen, auch seine laufenden Heizkosten senken. Wer vor der Entscheidung für ein neues Heizsystem steht, kann sich durch eine unabhängige Energieberatung einen Überblick über mögliche Heiztechnologien, Sanierungsmaßnahmen und Förderoptionen verschaffen. 

Ein Mann und eine Frau sitzen auf dem Fußboden und genießen Kaffee.

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