Infowelt Energie

Förderung für Ihre neue Gasheizung

BAFA, BEG, KfW – viele Abkürzungen, die das Thema Förderung beim energetisch effizienten Bauen kompliziert erscheinen lassen. Wir werfen für Sie einen Blick auf die Fördermöglichkeiten, insbesondere mit Fokus auf Gasheizungen.

Gasheizung finanzieren ohne hohe Investition

Gas ist leicht zu beziehen und mit erneuerbaren Energien kombinierbar. Das macht Gasheizungen neben den umweltfreundlicheren Wärmepumpen zu gefragten Heizsystemen. Angesichts der verhältnismäßig hohen Anschaffungskosten kommen jedoch häufig Zweifel auf, ob und wann sich der Umstieg auf eine neue Heizung lohnt. Mit der Einführung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ist die Höhe der Zuschüsse zuletzt noch einmal gestiegen – es lohnt sich also, sich mit der staatlichen Förderung genauer zu befassen.

Was ist die BEG?

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) setzt die energetische Gebäudeförderung des Bundes neu auf. Diese wurde mit dem Neustart am 1. Januar 2021 in Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 neu aufgestellt und weiterentwickelt. Die BEG bietet stärkere Anreize für Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien im Gebäudesektor. Seit 1. Juli 2021 gibt es auch für Neubauten und Komplettsanierungen noch einmal mehr Fördermittel für den Einsatz erneuerbarer Energien in Form von Zuschuss- und Kreditförderungen, da die BAFA-Förderung um verschiedene KfW-Förderungen ergänzt wird.​

Frau am Heizkörper

Welche Kosten können beim Umstieg auf Gasheizungen entstehen?

Grundsätzlich kommt beim Umstieg auf eine Gasheizung beziehungsweise Gas-Hybridheizung einiges an Material- und Montagekosten auf Verbraucher zu. Im Schnitt liegen die Anschaffungskosten für eine Gasheizung (inklusive Montage) in Deutschland 2020 zwischen 6.000 und 10.000 Euro. Elektroheizungen, Etagenheizungen, Infrarotheizungen und Solarthermieanlagen sind in der Regel zwar etwas günstiger in der Anschaffung, allerdings nur bedingt förderbar und amortisieren sich meist langsamer. Es kann sich jedoch lohnen, die Förderungen für Wärmepumpen genauer unter die Lupe zu nehmen. Diese Heizsysteme sind effizient, nachhaltig und amortisieren sich verhältnismäßig schnell.

Bei Neubau schreibt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) zudem vor, dass eine Gas-Brennwertheizung mit einer Heizung auf Basis erneuerbarer Energien kombiniert werden muss – was die Kosten schnell in Bereiche bis zu 20.000 Euro erhöhen kann. Hinzu kommen Kosten von durchschnittlich 2.000 Euro für einen Gasanschluss, sollte dieser noch nicht vorhanden sein.

Je nach Bauvorhaben entstehen so immense Kosten. Aus diesem Grund gibt es zwei wichtige staatliche Förderungen im Rahmen der BEG, die BAFA-Förderung und die KfW-Förderung, um den Umstieg finanziell zu unterstützen.

Förderungen für Gasheizungen im Detail

BAFA-Förderung

Das BAFA ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Es fördert Modernisierungen von Gasheizungen als Einzelmaßnahme nur im Rahmen von Sanierungen und als Hybridheizung. Fördermittel für Hybridheizungen, die durch das BAFA bereitgestellt werden, müssen nicht zurückgezahlt werden, da es sich hier nicht um Kredite handelt. Bis Mitte 2021 war das BAFA die einzige Möglichkeit, Förderungen zur Sanierung von Gasheizungen zu bekommen. Das hat sich seit 1. Juli 2021 im Rahmen der BEG EM (EM steht hier für Einzelmaßnahmen) mit verschiedenen KfW-Krediten allerdings geändert. Förderungen des BAFA für Gas-Hybridheizungen sind zudem nur für Bestandsbauten vorgesehen – bei Neubauten gibt es deshalb die Möglichkeit, auf KfW-Kredite zurückzugreifen und einen anteiligen Zuschuss zu erhalten.

Heizung

Diese Anlagen sind sowohl mit Förderungen des BAFA, als auch der KfW förderbar:

  • Gas-Brennwertheizung („Renewable Ready“)
  • Gas-Hybridheizung
  • Solarthermie-Anlage

Das BAFA fördert zudem ein breiteres Spektrum von Anlagen, als die KfW. Es ermöglicht auch Zuschüsse zu folgenden Sanierungen und Services:

  • Biomasseheizung
  • Heizungsoptimierung
  • Wärmepumpe
  • Anlagentechnik
  • Energieberatung

KfW-Förderung

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) bietet verschiedene Kreditarten zur anteiligen Deckung der Gesamtkosten einer neuen Gasheizung an. Diese Kredite eignen sich vor allem bei Gasheizungen für Neubauten oder Vollsanierungen und haben das Ziel, bestimmte Effizienzhaus-Standards zu erfüllen. Dabei kann im Förderprogramm KfW 262 ein Kredit bis maximal 60.000 Euro mit anteiligem Tilgungszuschuss von bis zu 30.000 Euro aufgenommen werden, um die hohen Initialkosten zu tilgen. Einzelmaßnahmen zur Installation von Gas-Hybridheizungen werden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau demnach mit 20 bis 50 Prozent der maximalen Kreditsumme gefördert.

Wichtig ist jedoch, dass förderfähige Gas-Hybridheizungen immer eine Komponente aus erneuerbaren Energien enthalten müssen, um förderfähig zu sein. Die KfW bietet darüber hinaus weitere Zuschussprogramme an, mit denen eine neue Heizung gefördert werden kann: KfW 461 und KfW 261. So kann damit im Zuge von Sanierungen zum Effizienzhaus nach den Richtlinien der BEG WG (Wohngebäude) gefördert werden. Das gilt auch für Neubauten, die dem Effizienzhaus-Standard entsprechen.

Die Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau erfolgt nur anteilig an den Gesamtsanierungskosten beziehungsweise der Kreditsumme. Durch die Einführung neuer Effizienzhaus-Klassen und Nachhaltigkeitszertifikate ist jedoch seit 1. Juli 2021 auch die Förderhöhe nochmals stark gestiegen – was Sanierungen zum Effizienzhaus abermals attraktiver macht.

Gas-Hybridheizung

Achtung: Es gilt in jedem Fall zu beachten, dass sowohl für eine BAFA-Förderung als auch für eine KfW-Förderung Anträge ausschließlich vor Beginn der Sanierungsmaßnahmen gestellt werden müssen, da nachträgliche Förderungen ausgeschlossen sind. Außerdem ist es ratsam, einen Energieberater von Anfang an mit in das Sanierungsvorhaben einzubeziehen, um Qualitätsstandards zu gewährleisten und Bauarbeiten zu überwachen.

Vattenfall Tipp 

Sollten Sie es versäumt haben, Förderungen des BAFA oder der KfW rechtzeitig zu beantragen, können Sie keine förderfähigen Kosten rückwirkend erstatten lassen. In diesem Fall  ist es jedoch möglich, über den Umweg von Steuererstattungen Sanierungskosten über drei Jahre von der Einkommenssteuer abzusetzen.

BAFA oder KfW-Förderung?

Der Unterschied zwischen den beiden Förderprogrammen ist, dass das BAFA mit einem Zuschuss fördert, der nicht zurückgezahlt werden muss. Für die Umsetzung einer Gas-Brennwertheizung als Einzelmaßnahme in einem bestehenden Gebäude ist es die richtige Wahl. Die Kreditvariante dieser Förderung ist seit Mitte 2021 auch über die Kreditanstalt für Wiederaufbau möglich.

Frau am Thermostat

Die KfW fördert mit Krediten inklusive Tilgungszuschuss. Die Höhe der bereitgestellten Fördermittel zur Deckung der förderfähigen Kosten für eine neue Heizung ergeben sich dabei anteilig aus den Gesamtkosten der Sanierung. Sollen Sanierungen zum Effizienzhaus durchgeführt werden, stehen dafür im Rahmen der BEG WG verschiedene Zuschussprogramme zur Verfügung. Je höher die angestrebte Effizienzhaus-Klasse ist, desto höher fällt die Förderung aus. Auch Neubauten nach Effizienzhaus-Standard sind dadurch förderfähig.

Generell gilt: Ein Kredit mit Tilgungszuschuss ist sinnvoll, wenn Sie eine Finanzierung für Ihre Baumaßnahme benötigen. Ein Zuschuss hingegen empfiehlt sich, wenn Sie genug Eigenkapital besitzen und nicht auf eine Finanzierung angewiesen sind.

Wann sind Gasheizungen „Renewable Ready“?

Als „Renewable Ready“ werden Gasheizungen bezeichnet, die bereits Komponenten zur erneuerbaren Wärmeerzeugung besitzen und zukünftig als Hybridheizungen genutzt werden können. Sie kombinieren also Gasheizungen mit erneuerbaren Energien wie beispielsweise Solarthermie oder Biomasseheizung und bekommen Förderungen, wenn sie maximal zwei Jahre nach Inbetriebnahme der Gasheizung auch in Betrieb genommen werden. Die Basisförderung des BAFA liegt hier bei 20 Prozent der förderfähigen Kosten.

Welche Förderungen gibt es für Neubauten?

Auch Förderungen von Gasheizungen in Neubauten sind mit der KfW möglich, da durch die BEG seit Mitte 2021 zusätzliche Effizienzhausklassen eingeführt wurden. Entsprechen sie den Vorschriften des GEG sowie den Förderrichtlinien der KfW, ist es möglich, über den Förderkredit KfW 261 Gasheizungen in Neubauten zu bezuschussen. Außerdem kann über den Kredit KfW 461 alternativ dazu auch ein einmaliger Zuschuss der KfW beantragt werden. Dieser orientiert sich an den maximalen Investitionskosten von 120.000 beziehungsweise 150.000 Euro und liegt somit zwischen 24.000 und 37.500 Euro je Wohneinheit.

Neubauten

Effizienzhäuser

Seit Mitte 2021 werden Effizienzhäuser, auch Passivhäuser oder Niedrigenergiehäuser genannt, im Rahmen der BEG WG in höherem Maße gefördert. Das wird möglich durch die Einführung neuer Effizienzhaus-Klassen. Der Förderhöchstsatz kann, je nach Sanierungsmaßnahme (inklusive aller Boni), dadurch bis zu 50 Prozent betragen. Da neben den Anschaffungskosten auch Zusatzarbeiten und Umbauten erforderlich sind (Gasanschluss, hydraulischer Abgleich et cetera), sind auch diese über die jeweiligen Zuschussprogramme förderfähig.

Welche weiteren Zuschüsse gibt es?

Wenn eine Gas-Brennwertheizung ohne Übergangsfrist sofort umgebaut wird, beträgt die Höhe der Förderung 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Wird eine alte Ölheizung gegen eine Gas-Hybridheizung getauscht, steigt im Zuge der „Öl-Austauschprämie“ der Zuschuss des BAFA erneut auf 40 Prozent. Weitere 5 Prozent sind möglich, wenn die Installation einer Gas-Hybridheizung in einem individuellen Sanierungsfahrplan im Vorfeld angeraten wurde. Somit können je nach Sanierungsvorhaben insgesamt bis zu 45 Prozent der entstehenden Kosten für eine Umrüstung gefördert werden.

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Fotos: Andy Tan / Vattenfall, Jimmy Eriksson / Vattenfall, Elisabeth Toll / Vattenfall, Andreas Lind / Vattenfall