Infowelt Energie

Ständig unter Strom: So viel verbraucht das Internet

Immer online: Das Surfen im Internet gehört zum Alltag. Weltweit werden rund um die Uhr riesige Datenmengen verarbeitet. Das kostet viel Energie. Doch wie viel eigentlich genau? Und wie viel Strom verbraucht das Surfen am Tag?

Noch schnell ein paar E-Mails lesen

Beim Kaffeetrinken Siri nach dem Wetter fragen und Online-Banking per App erledigen, auf dem Weg zur Arbeit Musik von Spotify streamen, dabei auf Spiegel Online die neuesten Nachrichten lesen, im Büro mal Facebook checken und per WhatsApp zum Feierabendbier verabreden: Das Internet ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch haben Sie sich schon einmal überlegt, wie hoch der Energieverbrauch ist, wenn die ganze Welt täglich online ist? Mittlerweile nutzen über vier Milliarden Menschen das Internet fast täglich – Tendenz steigend. Unternehmen unterhalten riesige IT-Abteilungen, Milliarden Menschen sind tagtäglich in sozialen Netzwerken. Entsprechend beträgt der Energieverbrauch viele Milliarden Kilowattstunden im Jahr.

Hungriges Internet

Jeder Mausklick lässt so den weltweiten Stromverbrauch ein Stückchen in die Höhe steigen. Ein paar Beispiele:

Wann läuft die nächste Staffel von „Game of Thrones“ an? Eine Suchmaschinenanfrage verbraucht circa 0,3 Watt-Stunden. Allein bei Google prasseln 6 Millionen Anfragen in der Minute auf das Rechenzentrum ein.[1]

Verbraucher:innen, die täglich ein bis zwei Stunden über ihr TV-Gerät streamen, benötigen dafür im Schnitt rund 50 Kilowattstunden pro Jahr. Bei Netflix werden in der Minute durchschnittlich mehr als 28.000 unterschiedliche Filme gestreamt.[2]

Egal ob Amazons Alexa oder Google Home – Sprachassistenten liegen voll im Trend und finden sich in immer mehr Haushalten wieder. Die Lautsprecher verbrauchen im Standby-Modus etwas mehr als zwei Watt. Umgerechnet auf ein Jahr und ausschließlich im Standby-Modus genutzt, entspricht das einem Stromverbrauch von rund 20 kWh.[3]

In einer Studie des Smartphone-Software-Anbieters AVG landete die Facebook-App auf Platz eins der Stromfresser bei Android-Geräten. Auf den Plätzen zwei und drei folgten der Musik-Streaming-Dienst Spotify und die Foto-Plattform Instagram. Bei Instagram werden demnach pro Minute etwa 695.000 Stories geteilt.

Alle Bürger verursachen im Laufe des Jahres erhebliche Mengen CO2-Emissionen – durch Konsum, Reisen, Autofahrten und nicht zuletzt die Nutzung von Smartphone und Co. Schätzungen zufolge beläuft sich die Höhe der Emissionen auf etwa 12 Tonnen pro Jahr. Digitale Prozesse, wie beispielsweise Suchanfragen, Streamingdienste, Posts und E-Mailverkehr schlagen pro Person mit fast einer Tonne CO2 Äquivalent zu Buche.

Vattenfall Tipp

Der CO2-Fußabdruck von Nutzer:innen durch Aktionen im Internet vergrößert sich enorm. Schon allein deshalb lohnt es sich, das Smartphone und andere technische Geräte auch einmal zur Seite zu legen. Das reduziert den Energieverbrauch und vermeidet so CO2-Emissionen.

Stromfresser Rechenzentren

Nicht nur Computer, Notebooks oder Mobiltelefone verbrauchen beim Surfen Strom. Vor allem die Rechenzentren, auf denen die Daten liegen, sind echte Stromfresser. Viele haben den Energieverbrauch einer ganzen Stadt. Hinzu kommt das Kühlen der Server, die rund um die Uhr auf Hochtouren laufen, was wiederum eine Menge Strom verbraucht. Und der Boom des Internets mit immer neuen Technologien treibt den Energiebedarf weiter in die Höhe. Effiziente und kosteneinsparende Lösungen sind gefragter denn je. Mit dem Green-IT-Ansatz verfolgen IT-Unternehmen das Ziel, ihre Rechenzentren nicht nur effizienter zu betreiben, sondern den Strombedarf mit regenerativen Energiequellen abzudecken, indem sie Wind- oder Solarparks errichten.

Tastatur


Das Rechenzentrum der GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt dagegen fährt eine andere Strategie: Es heizt das nahegelegene Bürogebäude durch seine Abwärme im Winter und sorgt im Sommer für Kühlung.

Rechenzentrum

Stromverbrauch deutscher Rechenzentren bis 2025

Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie hat der Datenverkehr in den letzten Jahren stetig zugenommen. Dennoch gehen Prognosen von einer weiteren Steigerung der IT-Leistung von 30 Prozent bis zum Jahr 2025 aus. Das hätte einen erhöhten Stromverbrauch zur Folge. Dieser belief sich schon im Jahr 2020 auf 16 Milliarden Kilowattstunden – allein in deutschen Rechenzentren. Getrieben wird das Wachstum vor allem vom Cloud-Computing: Die dezentralen Rechenzentren konnten ihren Anteil an den Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland in den Jahren 2016 bis 2021 um mehr als 13 Prozent ausbauen. Bis 2025 soll das Cloud-Computing sogar das dominierende Bereitstellungsmodell in Deutschland sein.

Der Stromverbrauch beim Surfen

Und wie sieht es mit Ihrem direkten Stromverbrauch in Sachen Internet aus? Wir haben ein paar Fakten zusammengetragen:
 

  • 149 Minuten ist jeder Deutsche am Tag online, mehr als die Hälfte davon mobil mit Smartphone oder Tablet.[4][5]

  • Surfen am PC oder am Laptop benötigt jährlich etwa 15 bis 55 Kilowattstunden – macht bei 37 Cent/Kilowattstunde maximal 20,35 Euro.

  • Tägliches Smartphone-Aufladen benötigt jährlich knapp vier Kilowattstunden – macht bei 37 Cent/Kilowattstunde gerade einmal 1,58 Euro.

Stromverbrauch internetfähiger Geräte

Also ist es für uns am günstigsten, mit dem Mobiltelefon im Internet surfen und das obwohl moderne Smartphones mit ihren großen Oberflächen und vielseitigen Funktionen fast täglich an den Ladestecker müssen. Mehr Leistung als für einen Tag geben die standardmäßig verbauten Akkus meist nicht her. Trotzdem schneiden sie im Vergleich zu Computer oder Laptop viel besser ab.

Wussten Sie schon ...?

In der Diskussion um die Senkung von CO2-Emissionen kehren einige Themen immer wieder: Tempolimits, Fleischverzicht und Flugreduktion sind die Klassiker. Was dabei oft vergessen wird, sind Datenströme im Internet. Die globale Nutzung von Social Media, Google, Streaming und Co. verursacht Studien zufolge bereits genauso viel CO2, wie der gesamte weltweite Flugverkehr.

Kryptowährungen

Bitcoin ist ein dezentrales, zensurresistentes Netzwerk, das einen Werteaustausch auf Basis der Blockchaintechnologie ermöglicht. Für die Validierung von Transaktionen im Bitcoin-Netzwerk ist das Mining (Schürfen) – ein sogenannter Proof of Work-Mechanismus – erforderlich. Diese technische Notwendigkeit komplexer Rechenprozesse erfordert viel Energie – macht das Netzwerk der ältesten Kryptowährung aber gleichzeitig so sicher und resistent gegen äußere Versuche, es anzugreifen. Miner bringen Energie (in Form von Rechenleistung) zur Validierung der Blöcke auf, und erhalten im Gegenzug Bitcoins.

Nicht alle Kryptowährungen arbeiten mit Blockchain-Technologie oder verwenden proof of work als Konsensalgorithmus ihres Netzwerkes. Im Gegensatz dazu gilt proof of stake als ressourcensparende Alternative  – verliert dafür jedoch auch an Sicherheit und Dezentralität.

Analyse des Kryptowährung-Marktes

Der Stromverbrauch des Bitcoin-Netzwerks beläuft sich Schätzungen zufolge auf etwa 115 TWh pro Jahr, das entspricht etwa 0,55 Prozent der weltweiten Energieproduktion. Pro Transaktion fallen Berechnungen zufolge etwa 2258 kWh an, wobei angemerkt werden muss, dass es sich um Schätzungen handelt, die sich nur schwer genau validieren lassen. Zudem stammen schon jetzt etwa 40 Prozent der Energie im Bitcoin-Netzwerk aus erneuerbaren Quellen, was seine Umweltbilanz deutlich verbessert.

Wie lässt sich der Stromverbrauch im Netz reduzieren und der Alltag klimaneutraler gestalten?

Durch den enormen Stromverbrauch des Internets und die damit einhergehenden Emissionen ist es wichtig, die eigene Internet-Nutzung zu hinterfragen. Wir haben ein paar Tipps für eine nachhaltigere Nutzung zusammengestellt:

Geräte nachts ausschalten

Da jedes Gerät und Ladekabel im Standby-Modus weiter Strom verbraucht, sollten Sie diese je nach Möglichkeit komplett von der Stromzufuhr trennen – besonders nachts, wenn sie nicht verwendet werden.

Verwendung grüner Suchmaschinen

Grüne Suchmaschinen gibt es als Alternative zu Google und Co. mittlerweile mehr als genug. Einige verwenden Ökostrom, andere neutralisieren CO2 mit Zertifikaten.

Verringerung der Bildauflösung

Eine Reduktion der Bildauflösung verringert die Datenmenge und damit auch den Stromverbrauch pro Stream erheblich.

Verzicht auf mobiles Streaming

Filme, Musik und Podcasts verursachen bei jedem einzelnen Abruf einen hohen Ressourcenverbrauch. Deshalb ist es sinnvoll, auf mobiles Streaming zu verzichten und die entsprechenden Medien bereits vorher herunterzuladen.

Umstieg auf Ökostrom

Der Umstieg auf Ökostrom ist auf individueller Ebene ein großer Einflussfaktor, der für einen klimaneutraleren Alltag sorgt. Ökostrom stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien wie Wasserkraft, Windkraft oder Photovoltaik.

Vattenfall Tipp

Das DSL-Modem, das Sie zu Hause zum Surfen am Computer benötigen, verbraucht auch im Stand-by-Modus Energie. Auch wenn Ihnen das nicht so viel vorkommt: Die Gesamtmenge an Energie in Deutschland, die dadurch im Jahr verloren geht, ist sehr hoch. Für ein gutes Gewissen also besser das Modem und auch andere Geräte, die nicht gebraucht werden, ausschalten. Dazu eignen sich besonders gut schaltbare Steckdosenleisten, die es im Vattenfall-Shop gibt.

Vattenfall Fazit

Der weltweite Verbrauch von Energie und der damit verbundene CO2-Ausstoß durch das Internet ist immens. Die steigende Nutzung und das Cloud-Computing, also das Auslagern der Daten auf global verteilte Rechenzentren, wird den Strombedarf weiter in die Höhe treiben. Die Kosten für Strom, die für Sie beim Surfen anfallen, sind jedoch überschaubar.

Unsere nachhaltigen Tarife

Der Klimawandel ist eine unserer größten Herausforderungen. Auch Sie können Ihren persönlichen Beitrag für eine fossilfreie Zukunft leisten. Lassen Sie uns gemeinsam durch kleine Schritte im Alltag dazu beitragen. Erfahren Sie mehr über unsere nachhaltigen Tarife.

Naturtarif Naturgas Ökostrom

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[1]https://blog.wiwo.de/look-at-it/2018/03/12/jede-minute-im-internet-2018-38-milllionen-google-suchen-800-000-dropbox-dateien/, [2]https://blog.wiwo.de/look-at-it/2018/03/12/jede-minute-im-internet-2018-38-milllionen-google-suchen-800-000-dropbox-dateien/, [3]https://www.presseportal.de/pm/109984/3924576, [4]http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/files/2018/ARD-ZDF-Onlinestudie-Infografik.jpg, [5]https://www.bvdw.org/fileadmin/user_upload/BVDW_Marktforschung_Digitale_Nutzung_in_Deutschland_2018.pdf

Fotos: AlphaTradeZone / Pexels, baranozdemir / Getty Images Signature