Glossar  Energie Wissen

Was ist die CO2-Steuer?

Im Januar 2021 sind in Deutschland die von der Bundesregierung im Klimaschutz-Programm beschlossenen Richtlinien zur CO2-Bepreisung von Emissionen in Kraft getreten. Es handelt sich dabei um die sogenannte CO2-Steuer, eine Umweltsteuer auf Emissionen, die durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie Benzin, Diesel, Heizöl und Gas entstehen. Diese neue Steuer gilt als Preislösung konträr zum EU-Emissionshandel, der eine Mengenlösung darstellt.

Was ist CO2 und warum ist es problematisch?

Chemisch betrachtet, ist Kohlenstoffdioxid – oder CO2 – die gasförmige Verbindung von zwei Sauerstoffatomen und einem Kohlenstoffatom. Es kommt zu einem sehr kleinen Anteil natürlich in der Lufthülle der Erde vor. Die Lebensweise des Menschen verursacht allerdings einen eklatanten Anstieg der CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre, was dazu führt, dass der Wärmeaustausch von Erde und Atmosphäre gestört wird, denn CO2 wirkt wie ein Reflektor für Sonnenstrahlen. Normalerweise werden diese von der Erdoberfläche durch die Atmosphäre hindurch zurückreflektiert, das Kohlenstoffdioxid allerdings reflektiert es erneut auf die Erdoberfläche, die sich dadurch immer weiter erhitzt. Dieser Vorgang wird als Treibhauseffekt bezeichnet – der Motor des globalen Klimawandels.

Warum gibt es den CO2-Preis?

Im Kern dient die CO2-Bepreisung als Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Es ist simpel: Es muss weniger, bestenfalls darf gar kein CO2 mehr durch die Verbrennung fossiler Energieträger in die Atmosphäre abgegeben werden. Warum? Weil die Folgen für den Planeten verheerend werden: globale Erwärmung, Versauerung der Meere, massives Artensterben, Klimakatastrophen wie Überschwemmungen, Dürren oder Waldbrände haben katastrophale Auswirkungen auf den Menschen und die Umwelt.

Biogasanlage mit Photovoltaikanlage

Der CO2-Preis und die daran geknüpfte Steuer fungieren als Werkzeuge, um die erforderlichen Reduzierungsziele der Bundesregierung bis zum Jahr 2025 und darüber hinaus in mehreren Schritten zu erreichen und die Energiewende mithilfe von erneuerbaren Energien wie Solarstrom, Windkraft etc. zu finanzieren. Es unterstützt damit das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das Erzeugern feste Einspeisevergütungen garantiert. Die Herangehensweise ist einleuchtend: durch den CO2-Preis auf Emissionen werden diese sanktioniert und saubere Technologien indirekt gefördert. Weniger Autofahren, heizen oder gar der komplette Umstieg auf Elektromobilität beziehungsweise die Umrüstung auf nachhaltigere Lösungen sind einige der angestrebten Ziele.

Wie werden CO2-Preis und CO2-Steuer berechnet?

Die Grundannahme für die Ansetzung von CO2-Preis und CO2-Abgabe ist die Verbrennung fossiler Energieträger unter Ausstoß von Kohlenstoffdioxid. Laut Dokumentation der Wissenschaftliche Dienste des Bundestages entsteht bei der vollständigen Verbrennung eines Liters Benzin ein CO2-Ausstoß von 2,37 Gramm CO2. Die Höhe der CO2-Steuer 2021 wird anhand einer CO2-Bepreisung für den Ausstoß von einer Tonne des Gases festgesetzt – dieser beläuft sich derzeit auf 25 Euro, steigt in den kommenden Jahren jedoch bis auf 55 Euro an.

Beispiel: 

Für einen PKW mit einem Verbrauch von 6 Litern Benzin je 100 Kilometer bedeutet das also einen Ausstoß von 6 x 2,37 Gramm CO2 = 14,22 Gramm CO2. In 2021, also bei einem CO2-Preis von 25 Euro pro ausgestoßener Tonne, errechnet sich die Höhe der Steuer wie folgt:

1 Tonne CO2 = 25 Euro

1 Liter = 2.370 Gramm CO2

100 km = 6 Liter Benzinverbrauch

6 Liter x 2,37 Gramm CO2 = 14,22 Gramm (0,00001422 Tonnen)

0,00001422 Tonnen x 25 Euro = 0,0003555 Euro 

→ 0,03555 Cent pro 100 km

Für eine Fahrt von 100 Kilometern bei einem Verbrauch von 6 Litern kommen also derzeit etwa 0,036 Cent zusätzlich auf den Verbraucher zu.

Zahlen

Wer zahlt diese Umweltsteuer?

Direkt mussten bisher nur Konzerne, Unternehmen aus der Energiewirtschaft und Fluggesellschaften die CO2-Steuer zahlen, doch seit dem 1. Januar 2021 zahlen alle Anbieter von Waren und Hersteller einen Festpreis für Kohlenstoffdioxidemissionen pro Tonne. Unternehmen können CO2-Zertifikate erwerben, die ihnen das Recht geben, eine gewisse Menge an Treibhausgasen zu emittieren. Diese werden über den nationalen Emissionshandel erworben.

Wird dieser CO2-Preis in den späteren Kaufpreis einkalkuliert und somit an den Endverbraucher weitergegeben, sind steigende Preise von Konsumgütern, deren Herstellung klimaschädliche Emissionen verursachen, die Folge für Verbraucher.

Welche Folgen haben CO2-Abgaben für den Endverbraucher?

Grundsätzlich werden die Preise für Benzin, Diesel, Heizöl oder Erdgas von 2021 bis ins Jahr 2025 und darüber hinaus ansteigen. Das hat zur Folge, dass wenig nachhaltige Lebensweisen oder Gewohnheiten wie das Autofahren oder Heizen kostspieliger für den Endverbraucher werden – sofern sie sich nicht nachhaltiger Energieträger bedienen. Ab Januar 2021 wurde von der Bundesregierung der CO2-Preis für eine Tonne CO2 auf 25 Euro festgelegt. Bis 2025 soll dieser schrittweise auf 55 Euro angehoben werden. Folglich müssen Verbraucher für Heizöl, Gas und Benzin tiefer in die Taschen greifen.

In Zahlen ausgedrückt, steigt:

Benzin

+ 7 Cent/Liter

Diesel

+ 7,9 Cent/Liter

Heizöl

+ 7,9 Cent/Liter

Erdgas

+ 0,6 Cent/kWh

Anzumerken ist jedoch, dass der Begriff CO2-Steuer irreführend ist, denn hier entsteht der Eindruck, es handle sich um eine bloße staatliche Einnahmequelle. Das ist jedoch nicht der Fall. In anderen Ländern, wie auch in Deutschland, wird ein erheblicher Teil der Einnahmen an die Unternehmen und Bürger zurückgeführt. Es geht also nicht um eine neue Einnahmequelle, sondern darum, den Verbrauch klimaschädlicher Energieträger zu verringern und damit die Energiewende voranzutreiben. Deshalb wird meist auch der wesentlich treffendere Begriff CO2-Abgabe verwendet.

Die Einnahmen, die so zwischen 2021-2023 generiert werden, fließen zu 75 Prozent in Klimaschutzprojekte, wie beispielsweise die Erweiterung des öffentlichen Personennahverkehrs sowie der Bahn-Infrastruktur. Die restlichen 25 Prozent werden über die EEG-Umlage oder die Anhebung der Pendlerpauschale auf die ein- oder andere Weise an Einzelpersonen und Unternehmen zurückgeführt.

Tanken

Auf welche Produkte fällt die CO2-Steuer an?

Grundsätzlich auf all jene, die mit der Verbrennung fossiler Energieträger einhergehen. Dies betrifft die fossilen Heizstoffe und Kraftstoffe Benzin, Diesel, Flugbenzin, Heizöl, Erdgas, Flüssiggas, Fernwärme sowie ab 2023 Kohle. Darüber hinaus jedoch auch alle Dienstleistungen und Güter, die bei ihrer Verwertung erhöhte CO2-Emissionen verursachen. Dazu zählt auch Abfall, der in Heizkraftwerken verbrannt wird, beziehungsweise Biodiesel und Biogas – sofern sie zum Heizen oder als Treibstoff verwendet werden. Bis 2023 sind diese allerdings noch von der CO2-Steuer befreit. Holzbrennstoffe (zum Beispiel Pellets, Torf und Holzkohle) unterliegen derzeit nicht der CO2-Steuer, da sie nicht dem Brennstoffemissionshandelsgesetz unterliegen.

Alternativ finden Sie hier weitere Informationen zu CO2 neutralen Produkten, Ökostrom, Solarstrom von Vattenfall.

  Ökogas Ökostrom Solarstrom    

Wie können Sie bei der CO2-Steuer sparen?

Für Verbraucher gibt es mehrere Optionen, um bei der CO2-Steuer langfristig nicht zu tief in die Tasche greifen zu müssen – und damit noch etwas Sinnvolles für den Klimaschutz zu tun. Sehen Sie die neue CO2-Steuer als Möglichkeit, Ihren Anteil zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen zu leisten! Vielleicht helfen Ihnen ein paar Denkanstöße:

  • Heizen Sie mit Gas oder Heizöl ziehen Sie in Erwägung, auf eine klimafreundlichere Alternative umzusteigen (Holzbrennstoffe, Wärmepumpe, Solaranlage)
  • Prüfen Sie den Wärembadarf Ihres Hauses und ziehen gegebenenfalls einen Wechsel der Dämmung in Betracht

  • Holen Sie Informationen zu Förderprogrammen ein, denn der Staat unterstützt Modernisierungen aus Einnahmen der CO2-Steuer

  • Die stetige Erhöhung der Kraftstoffpreise in den nächsten Jahren macht eventuell einen Umstieg auf E-Mobilität interessant für Sie

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