Aktualisiert am 31.3.2026
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CO2-Steuer
Um den Kohlendioxid-Ausstoß zu senken, führte Deutschland im Januar 2021 einen CO2-Preis ein, der auch als CO2-Steuer bezeichnet wird. Es handelt sich dabei um eine Art Umweltsteuer auf Emissionen, die entstehen, wenn fossile Energieträger wie Benzin, Diesel, Heizöl und Gas verbrannt werden. Geplant ist, die CO2-Steuer noch bis 2027 Jahr für Jahr zu erhöhen, um Handlungsanreize zu schaffen, die eigene CO2-Bilanz zu senken. Doch wie hoch ist der CO2-Preis 2026? Wer zahlt ihn und wie kann man sich von den Preissteigerungen unabhängig machen?
Inhaltsverzeichnis
- Was ist CO2 und warum ist es problematisch?
- Was ist die CO2-Steuer einfach erklärt?
- Von der CO2-Abgabe betroffene Produkte
- Wer zahlt die CO2-Steuer?
- Wie wird der CO2-Preis / die CO2-Steuer berechnet?
- Welche Folgen haben CO2-Abgaben für die Verbraucher:innen?
- CO2-Preis mit Klimaprämie
- Wie können Sie bei der CO2-Steuer sparen?
Was ist CO2 und warum ist es problematisch?
Chemisch betrachtet, ist Kohlendioxid – oder CO2 – die gasförmige Verbindung von zwei Sauerstoffatomen und einem Kohlenstoffatom. Im Kohlenstoffkreislauf der Natur wird vergleichsweise viel Kohlendioxid ausgetauscht: zwischen Atmosphäre und Meeren sind es durchschnittlich 90 Milliarden Tonnen Kohlenstoff pro Jahr, zwischen Atmosphäre und Pflanzen rund 60 Milliarden Tonnen. Dagegen erscheint der Ausstoß des Menschen von derzeit rund 8 Milliarden Tonnen Kohlenstoff jährlich eher gering. Doch im natürlichen Kohlenstoffkreislauf steigt die Konzentration von Kohlendioxid nicht an:
Die Meere nehmen etwa so viel CO2 auf, wie sie in die Atmosphäre abgeben. Auch bei den Pflanzen ist die Bilanz am Ende etwa gleich Null. Im Unterschied dazu sorgt der CO2-Ausstoß des Menschen für einen dauerhaften Anstieg des Kohlendioxid-Gehalts in der Atmosphäre.
Durch diesen Anstieg wird der Wärmeaustausch von Erde und Atmosphäre gestört, denn CO2 wirkt wie ein Reflektor für Sonnenstrahlen. Es nimmt einen Teil der von der Erde abgestrahlten Wärme auf und strahlt ihn wieder zurück auf die Erdoberfläche. Die Erde wird folglich durch den CO2-Ausstoß des Menschen immer wärmer. Der Vorgang wird als Treibhauseffekt bezeichnet – ein Motor des globalen Klimawandels. Seine Folgen: Versauerung der Meere, Artensterben, Klimakatastrophen wie Überschwemmungen, Dürren und Waldbrände etc.
Die CO2-Abgabe, auch CO2-Steuer oder CO2-Preis genannt, dient als Schutz vor den Folgen des Klimawandels, indem sie die Nutzung klimaschädlicher Brennstoffe teurer macht. Die CO2-Steuer fungiert als Werkzeug, um die Reduzierungsziele der Bundesregierung zu erreichen und die Energiewende zu finanzieren, denn die Einnahmen aus der CO2-Steuer fließen in den sogenannten Klima- und Transformationsfonds (KTF). Anfangs wurden sie auch genutzt, um die EEG-Umlage auf Strom erst zu deckeln und dann im Juli 2022 ganz abzuschaffen.
Die Herangehensweise ist einleuchtend: Durch den CO2-Preis auf Emissionen werden diese sanktioniert und erneuerbare Energien indirekt gefördert. Zukunftsfähiges Heizen, etwa mit einer Wärmepumpe, oder der Umstieg auf Elektromobilität, sind einige der angestrebten Ziele.

Gut zu wissen: CO2-Steuer oder CO2-Abgabe – wie heißt es richtig?
Der CO2-Preis wird oft auch als CO2-Steuer bezeichnet. Genau genommen ist er aber eine öffentliche Abgabe, da die Einnahmen daraus zweckgebunden sind. Eine Steuer dagegen finanziert die vielfältigen Staatsausgaben. Da die Unterscheidung im allgemeinen Sprachgebrauch nicht üblich ist, verwenden auch wir die Begriffe synonym.
Von der CO2-Abgabe betroffene Produkte
Besteuert wird die Emission von Kohlendioxid. Das merkt man beispielsweise an der Tankstelle, denn betroffen sind alle fossilen Kraftstoffe, also Benzin, Diesel und Gas. Man spürt es aber auch beim Heizen: Heizöl, Erdgas, Flüssiggas und auch Fernwärme, wenn sie durch fossile Brennstoffe erzeugt wird, unterliegen der Besteuerung. Und seit 2023 fällt auch Kohle zum Heizen darunter, ebenso wie Biogas. Für reines Biogas, das aus Abfall oder aus Pflanzen von bestimmten Ackerflächen gewonnen wurde und nicht gestreckt ist, gilt eine Ausnahme. Holzbrennstoffe wie zum Beispiel Pellets, Torf und Holzkohle unterliegen momentan nicht der CO2-Steuer.

Wer zahlt die CO2-Steuer?
Genau genommen handelt es sich bei der CO2-Abgabe um einen Preis für Emissionszertifikate. Diese müssen all jene bei der Deutschen Emissionshandelsstelle kaufen, die fossile Energieträger wie Kohle, Erdgas, Heizöl oder Flüssiggas anbieten. Das sind Gasversorger, Heizöl- oder Kraftstoffhändler. Sie erwerben damit das Recht, eine gewisse Menge an Treibhausgasen an die Atmosphäre abzugeben. Diese Kosten werden an die Kund:innen weitergegeben, die so letztlich für die CO2-Steuer aufkommen.
2021 wurde die CO2-Steuer eingeführt. Damals lag sie bei 25 Euro für den Ausstoß von einer Tonne Kohlendioxid und steigt seitdem jährlich an.
2026 liegt der CO2-Preis zwischen 55 und 65 Euro. Dass es hier keinen konkreten Wert mehr gibt, liegt daran, dass die begrenzt verfügbaren CO2-Zertifikate mittlerweile im Auktionshandel an der Börse in einem gesetzlich geregelten Preiskorridor von wenigstens 55 und höchstens 65 Euro versteigert werden.
Wie viel CO2-Steuer genau anfällt, hängt davon ab, wie viel Kohlendioxid bei der Verbrennung des jeweiligen Stoffes entsteht. Bei Erdgas sind es 201 Gramm CO2 pro Kilowattstunde, bei leichtem Heizöl 266 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. Und was das Autofahren angeht: Bei der Verbrennung eines Liters Benzin entstehen 2.320 Gramm CO2 bei Diesel sind es 2.650 Gramm CO2.
CO₂-Preis für Heizen und Tanken
in Euro pro Tonne
Wie hoch ist die CO2-Steuer ab 2027?
Für 2027 wird – anders als ursprünglich geplant – ebenfalls ein gesetzlich geregelter Preiskorridor gelten. Ab 2028 werden die EU-Mitgliedstaaten aber voraussichtlich einen europaweiten Emissionshandel einführen, bei dem die Zertifikate an die Verkäufer:innen von Brennstoffen frei versteigert werden. Deutschlands nationales System wird dann abgelöst und der CO2-Preis bildet sich gemäß Angebot und Nachfrage auf dem europäischen Markt. Es lässt sich also vorab kein fester Preis nennen.
Heizen: Wie hoch ist die CO2-Steuer für Gasheizungen und andere?
Am tiefsten in die Tasche müssen die greifen, die noch mit Heizöl für Wärme in ihren vier Wänden sorgen. Denn dieses hat einen sehr hohen Kohlenstoffanteil von deutlich über 80 Prozent. Entsprechend hoch ist sein CO2-Ausstoß bei der Verwendung. Keine CO2-Steuer fällt dagegen bei einer Wärmepumpe an.
In Zahlen ausgedrückt, steigt in den Jahren 26/27:
Heizöl
bis zu + 20,7 Cent/Liter
Erdgas
bis zu + 1,55 Cent pro kWh
Quelle: Finanztip, BEHG
Wärmepumpe
+ 0 Cent pro kWh
Konkret bedeutet das: Bei einem wenig sanierten Einfamilienhaus mit einem Gasverbrauch von rund 20.000 Kilowattstunden im Jahr verursacht der CO2-Preis 2026 Mehrkosten von bis zu 311 Euro. Bei Heizöl sieht es ähnlich aus: In wenig sanierten Einfamilienhäusern mit einem Verbrauch von 2.000 Litern fallen 2026 CO2-Kosten von rund 412 Euro an.
Aufteilung der CO2-Kosten bei Miete
Seit 2023 wird die CO2-Steuer zwischen Vermietenden und Mieter:innen aufgeteilt. Dabei gilt die einfache Regel: Je höher der CO₂-Ausstoß des Gebäudes beim Heizen, desto höhere Kosten für die Vermieter:innen. Bei einem sehr schlechten Zustand (CO2-Ausstoß höher als 52 kg pro m²/Jahr) muss der Vermietende 95 Prozent der CO2-Kosten selbst tragen. Je geringer der CO2-Ausstoß, desto mehr Kosten entfallen auf die Mieter:innen. Bei einem CO2-Ausstoß pro m²/Jahr von weniger als 12 kg müssen die Mietenden die gesamte CO2-Steuer zahlen. Damit sollen die Hausbesitzer:innen zu energetischen Sanierungen angeregt werden.
Sie wollen mehr zu dem 10-Stufenmodell wissen? In unserem Artikel: So rechnen Vermieter:innen die CO2-Abgabe korrekt ab finden Sie alle wichtigen Details.
Sprit: Wie hoch ist die CO2-Steuer auf einen Liter Benzin?
Heizöl und Diesel sind in ihrer chemischen Zusammensetzung sehr ähnlich. Entsprechend gleicht sich auch der CO2-Preis. Bei Benzin fällt die Abgabe etwas geringer aus.
In Zahlen ausgedrückt, steigt in den Jahren 26/27:
Benzin
bis zu + 18,6 Cent / Liter
Diesel
bis zu + 20,5 Cent / Liter
Quelle: ADAC

CO2-Preis mit Klimaprämie
Der CO2-Preis steigt 2026 und wird wohl auch in Zukunft weiter steigen. Um hier ein Stück weit zu entlasten, hat die damalige Bundesregierung 2021 im Koalitionsvertrag eine Klimaprämie verankert. Damit sollten Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Verbraucher:innen zurückfließen. Gekommen ist diese Entlastung bis heute nicht. Auch wenn im Jahr 2025 noch an einem Mechanismus für eine Direktauszahlung gearbeitet wurde – die derzeitige Bundesregierung (2026) hat sich vom Klimageld verabschiedet. Sie will stattdessen die Stromsteuer senken.
So steht es um Ihren CO2-Fußabdruck
Ein paar einfache Fragen verraten Ihnen, wie viel CO2-Emissionen Sie im Alltag verursachen und wie Sie damit im Vergleich zum deutschen Durchschnitt liegen.
Jetzt CO2-Fußabdruck berechnen
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Wer mit Gas oder Heizöl heizt, kann sich überlegen, auf eine zukunftsfähigere Alternative umzusteigen (Wärmepumpe, Fernwärme).
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Holen Sie Informationen zu Förderprogrammen ein – der Staat unterstützt Modernisierungen aus Einnahmen der CO2-Steuer.
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Prüfen Sie den Wärmebedarf Ihres Hauses und ziehen Sie gegebenenfalls eine bessere Dämmung in Betracht.
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Die weitere Erhöhung der Kraftstoffpreise in den nächsten Jahren macht einen Umstieg auf E-Mobilität zusätzlich interessant.