Austausch der alten Heizung richtig angehen

Zuletzt aktualisiert am 30.7.2026
Lesedauer: 12 Minuten

Rund drei Viertel des Energieverbrauchs eines Hauses entfallen auf das Heizen. Gleichzeitig sind viele Heizungsanlagen in Deutschland veraltet. Eine Modernisierung kann dabei helfen, Energieverbrauch und Betriebskosten zu reduzieren. Erfahren Sie hier, wann sich ein Austausch lohnt, welche Heizsysteme infrage kommen und welche Förderungen aktuell möglich sind.

Aktueller gesetzlicher Rahmen 

Ob eine Heizungsanlage modernisiert werden sollte, hängt vor allem vom Alter, Zustand und Energieträger der Anlage ab. Mit Inkrafttreten des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) im Juli 2026 entscheiden Eigentümer:innen grundsätzlich selbst, welche Heizung sie einbauen möchten. Die bisherige Vorgabe des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), dass neue Heizungen zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, entfällt.

Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz schafft mehr Wahlfreiheit bei der Heiztechnik. Neben Wärmepumpen, Fernwärme, Biomasse oder Hybridlösungen können weiterhin auch Gas- und Ölheizungen eingebaut werden. Dabei gelten jedoch neue Anforderungen an fossile Heizsysteme: Für neu installierte Gas- und Ölheizungen steigt ab 2029 schrittweise der vorgeschriebene Anteil an Biogas beziehungsweise Bioöl.

Die sogenannte Biotreppe sieht für neu eingebaute Gas- und Ölheizungen folgende Mindestanteile vor:

  • ab 2029: 10 % Biogas beziehungsweise Bioöl

  • ab 2030: 15 %

  • ab 2035: 30 %

  • ab 2040: 60 %

 

Biogas ist in der Beschaffung teurer als fossiles Erdgas. Dadurch können die Betriebskosten einer neuen Gasheizung perspektivisch steigen.

Die Vorteile einer neuen Heizung

Eine moderne Heizungsanlage kann dabei helfen, Energieverbrauch und Betriebskosten zu reduzieren. Neue Heizsysteme arbeiten häufig effizienter als ältere Anlagen und benötigen weniger Energie, um die gleiche Wärmeleistung bereitzustellen. Besonders der Umstieg auf Heizsysteme wie Wärmepumpen kann langfristig zu niedrigeren Betriebskosten beitragen. Für den Austausch einer alten Heizung gegen eine förderfähige Anlage stehen weiterhin staatliche Förderungen zur Verfügung.

Etwa drei Viertel des Energieverbrauchs in einem Wohnhaus entfallen auf das Heizen. Wer seinen Energieverbrauch senken möchte, hat hier besonders großes Einsparpotenzial. Ein weiterer Vorteil einer modernen Heizungsanlage ist mehr Sicherheit, da Störungen oder gar ein Komplettausfall unwahrscheinlicher werden, genauso wie mehr Komfort. Eine moderne Heizungsanlage kann digital gesteuert und in die Smart-Home-Umgebung integriert werden. So lässt sie sich bequem von jedem Ort der Welt aus per App steuern. Mit smarter Technik ist eine noch effizientere Nutzung nach den individuellen Bedürfnissen möglich. Wärme wird nur dann erzeugt, wenn sie wirklich gebraucht wird.

10 Anzeichen, dass Sie Ihre Heizung modernisieren sollten

  • Hohe Heizkosten
  • Alter der Heizung: mehr als 15-20 Jahre
  • Grenzwertige Abgaswerte (werden jährlich vom Schornsteinfeger gemessen)  
  • Häufige Reparaturen
  • Hohe Abgaswärmeverluste
  • Hoher Energieverbrauch oder hohe Betriebskosten

Vattenfall Tipp

Die Frage, ob Ihre bestehende Heizung modernisiert werden sollte oder welche Heiztechnik zu Ihrem Gebäude passt, können Schornsteinfeger:innen und Energieeffizienz-Expert:innen beantworten.

Mann steht mit der Fernbedienung an der Wärmepumpe

Das kostet eine neue Heizung

Mit welchen Kosten man bei der Anschaffung einer neuen Heizung rechnen sollte, hängt davon ab, wie groß der Umfang der Arbeiten ist und für welches Heizsystem man sich entscheidet. Neben einer neuen Heizung mit dem bestehenden Energieträger kann es im Zuge einer Modernisierung auch sinnvoll sein, das komplette Heizsystem zu wechseln. Wird die Wärme beispielsweise über eine Kohleheizung oder einen Strom-Nachtspeicherofen erzeugt, ist ein Systemwechsel meist unausweichlich.

Die Umrüstung auf moderne Heizsysteme wie beispielsweise eine Wärmepumpe lohnt sich längerfristig aber auch bei Gasheizungen – insbesondere bei älteren Anlagen. Die langfristigen Betriebskosten hängen vom Heizsystem, dem Gebäude und den Energiepreisen ab. Wer eine förderfähige Heizung auf Basis erneuerbarer Energien einbauen lässt, kann aktuell von hohen staatlichen Zuschüssen profitieren.

Vattenfall Tipp

Eine energetische Sanierung mit einem Austausch der Heizanlage kann kosten- und zeitintensiv sein. Auch wenn eine umfassende Heizungsmodernisierung für Sie zurzeit nicht in Frage kommt, können kleinere Maßnahmen dazu beitragen, die Energiebilanz eines Hauses zu verbessern. Allein der Austausch von alten Umwälzpumpen oder der Einbau von smarten Thermostaten kann Energie sparen und ist mit wenig Aufwand umsetzbar. Auch ein hydraulischer Abgleich kann sich lohnen. 

Diese Förderungen gibt es

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt weiterhin den Austausch alter Heizungen gegen förderfähige Heizsysteme. Die Heizungsförderung für Privatpersonen läuft über die KfW. Gefördert werden unter anderem Wärmepumpen, wenn bestimmte technische Anforderungen erfüllt sind.

Gut zu wissen: Aktuell können Eigentümer:innen für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe bei Einreichung des Förderantrags bis zum 31. Januar 2027 bis zu 80 % staatliche Förderung erhalten. Für die erste Wohneinheit werden dabei maximal 28.000 € als förderfähige Kosten berücksichtigt. Das entspricht einer maximalen Förderung von bis zu 22.400 €.

Mutter hört Musik und schaut mit Sohn auf ein Tablet, beide sitzen auf dem Sofa

Die Förderung setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen:

  • Die Grundförderung beträgt aktuell 30 % der förderfähigen Kosten.

  • Zusätzlich kann ein Klimageschwindigkeitsbonus von bis zu 16 % hinzukommen, wenn bestimmte alte Heizungen ausgetauscht werden.

  • Für Haushalte mit niedrigem Einkommen oder minderjährigen Kindern können weitere Boni möglich sein.

 

Die Förderbedingungen werden schrittweise angepasst: So werden die förderfähigen Kosten und der Klimageschwindigkeitsbonus ab dem 1. Februar 2027 regelmäßig gesenkt. Eine frühzeitige Planung ist also Geld wert und sichert die aktuell höchsten Fördervorteile.

Keine Förderungen mehr für Öl- und Gasheizungen

Neue Gas- und Ölheizungen werden grundsätzlich nicht über die Heizungsförderung der KfW bezuschusst. Förderungen gibt es weiterhin vor allem für Heizsysteme, die erneuerbare Energien nutzen und die Anforderungen der jeweiligen Förderprogramme erfüllen. Sind bei Hybridheizungen Gas und Wärmepumpe kombiniert, erhält der Teil mit fossilen Energieträgern keine Heizungsförderung, der Teil, der auf erneuerbaren Energien basiert, ist dagegen förderfähig.

Erst energetisch sanieren, dann Heizungstausch?

Eine energetische Sanierung kann sich insbesondere bei älteren Häusern lohnen. Bereits kleinere Modernisierungsmaßnahmen tragen spürbar zur Senkung der Heizkosten bei. Dazu zählen etwa die Dämmung der Fassade, der Einbau von Wärmeschutzfenstern, die Modernisierung der Heizungsanlage oder der Umstieg auf digitale Thermostate.

Fachkundige Energieeffizienz-Expert:innen nehmen den energetischen Zustand Ihres Gebäudes und Ihrer Heizung unter die Lupe, schlagen geeignete Maßnahmen vor und schätzen die Kosten ab. Für umfassendere Sanierungen kann ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) sinnvoll sein, der den Weg zu mehr Energieeffizienz in mehreren Schritten aufzeigt. Für die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) können Eigentümer:innen eine Förderung erhalten. Bei bestimmten energetischen Einzelmaßnahmen kann ein vorhandener iSFP zusätzliche Fördervorteile bringen.

Frau kniet vor Wärmepumpe

Kind auf der Leiter bringt mit Vater Lampe an

Diese Kosten für Modernisierungen sind auf Mieter:innen umlegbar

Bei einer Heizungsmodernisierung können Vermieter:innen unter bestimmten Voraussetzungen einen Teil der Kosten für energetische Maßnahmen über die Modernisierungsumlage auf Mieter:innen umlegen. Erhaltene Fördermittel müssen dann aber von den Kosten abgezogen werden. Perspektivisch dürften die Gesamtkosten für Mieter:innen trotzdem sinken, da die Kaltmiete zwar steigt, die Warmmiete aber durch effizientere Heiztechnik meist geringer ausfällt.

Gleichzeitig gelten beim Einbau neuer Öl- und Gasheizungen künftig zusätzliche Regelungen zur Kostenverteilung: Kostenrisiken durch CO₂-Preis, Netzentgelte sowie künftig höhere Kosten für Biogas beziehungsweise Bioöl werden zwischen Vermieter:innen und Mieter:innen geteilt.

So planen Sie eine Heizungsmodernisierung

Eine Heizungsmodernisierung sollte gut vorbereitet werden, um Investitionskosten zu optimieren, Fördermöglichkeiten auszuschöpfen und eine Anlage zu wählen, die langfristig zum Gebäude passt. Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme: Alter und Zustand der Heizung, Abgaswerte und Wärmeverluste werden durch den Schornsteinfeger oder eine Energieberaterin geprüft. Auch eine mögliche gesetzliche Austauschpflicht spielt eine Rolle. Anschließend lohnt es sich, den energetischen Zustand des Hauses zu analysieren. Eine gute Dämmung und moderne Fenster reduzieren den Heizbedarf und ermöglichen oft eine kleinere, günstigere Anlage.

 

Auf dieser Basis wird entschieden, welches Heizsystem am besten geeignet ist: von Wärmepumpen über Biomasse- und Pelletheizungen bis hin zu Fernwärme oder förderfähigen Hybridlösungen. Förderanträge müssen vor Beginn der Maßnahme nach den Vorgaben des jeweiligen Förderprogramms gestellt werden. Bei der KfW-Heizungsförderung ist der Zeitpunkt der Antragstellung entscheidend, da die Förderhöhe einzelner Bausteine – wie der Klimageschwindigkeitsbonus und die förderfähigen Kosten – ab dem 2. Halbjahr 2027 halbjährlich sinkt. Parallel sollte das Budget festgelegt und mehrere Angebote von Fachbetrieben eingeholt werden, idealerweise von Unternehmen mit Erfahrung im Einbau erneuerbarer Heiztechnik. Nach der Installation sorgen ein hydraulischer Abgleich, die richtige Einstellung und regelmäßige Wartung für optimalen Betrieb und Komfort. Wer strukturiert vorgeht, kann Fördermöglichkeiten besser nutzen und stellt sicher, dass die neue Heizung langfristig zum Gebäude und zum eigenen Bedarf passt.

Checkliste: Heizungsmodernisierung im Einfamilienhaus

  • Dringlichkeit: Besteht eine Austauschpflicht / Ist die Anlage defekt?

  • Wie hoch ist das Budget (unter Berücksichtigung der Fördermöglichkeiten)?

  • Komplette Heizungsmodernisierung oder nur Austausch von Komponenten?

  • Welche zusätzlichen energetischen Maßnahmen sind erforderlich?

  • Können erneuerbare Energien in das Heizkonzept integriert werden?

  • Besteht die Möglichkeit, sich an bestehende lokale Wärmenetze anzuschließen (etwa Fernwärme)?

  • Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

  • Welche Heizleistung wird benötigt?

  • Wie wird die Wärme im Haus verteilt? Wie soll sie zukünftig verteilt werden?

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Die Auswahl der richtigen Heizungsanlage

Das Angebot an Heizsystemen ist vielfältig. Moderne Wärmepumpen nutzen Umweltenergie aus Luft, Erde oder Wasser, um Räume zu beheizen und Warmwasser zu erzeugen. Sie gehören, da sie auf erneuerbaren Energien basieren, zu den besonders geförderten Heiztechniken und sind bei geeigneten Voraussetzungen eine effiziente Alternative zu fossilen Heizsystemen.

Auch Hybridheizungen sind möglich. Sie kombinieren mehrere Technologien. Bei der Kombination aus Wärmepumpe und Gasheizung wird jedoch nur der Teil der Heizung mit erneuerbaren Energien gefördert.

Eine weitere Möglichkeit ist die Solarthermie. Dabei wird Sonnenenergie genutzt, um Warmwasser zu erzeugen oder die Heizung zu unterstützen.

Junge Frau steht vor Fenster und schaut auf das Handy

Gasheizung modernisieren

Mit Inkrafttreten des Gebäudemodernisierungsgesetzes können Eigentümer:innen wieder frei entscheiden, welche Heiztechnik sie einbauen möchten. Eine neue Gasheizung ist damit grundsätzlich weiterhin möglich.

Allerdings gelten für neu installierte Gasheizungen steigende Anforderungen an den Einsatz von Biogas und anderen klimaneutralen Brennstoffen. Die sogenannte Biotreppe sieht vor, dass ab 2029 ein Anteil von 10 % Biogas eingesetzt werden muss. Dieser Anteil steigt, bis dann ab 2045 Brennstoffe vollständig klimaneutral sein müssen.

Für Hausbesitzer:innen bedeutet das: Auch wenn eine neue Gasheizung eingebaut werden darf, sollten die langfristig steigenden Brennstoffkosten eingeplant werden. Biogas ist in der Beschaffung aktuell teurer als fossiles Erdgas und erhöht dadurch die laufenden Heizkosten. Eine Wärmepumpe ist daher langfristig eine wirtschaftliche Alternative, insbesondere, wenn ohnehin eine Modernisierung der Heizungsanlage ansteht.

Ölheizung ersetzen

Alte Ölheizungen sind häufig ineffizient und verursachen hohe Betriebskosten. Ein Austausch kann daher wirtschaftlich sinnvoll sein und dazu beitragen, den Energieverbrauch zu reduzieren. Bei einer Umstellung auf Heiztechniken aus erneuerbaren Energien werden aktuell bis zu 80 % der Kosten im Rahmen des BEG übernommen.

Mehrere Manometer an Rohren

Wärmepumpe als neue Heizung – eine gute Option

Zwei Füße gehen Barfuß über Mamorfliesen

Wärmepumpen nutzen Umweltenergie aus der Luft, dem Erdreich oder dem Wasser, um Räume zu beheizen und Warmwasser zu erzeugen. Besonders effizient arbeiten sie, wenn das Gebäude einen niedrigen Wärmebedarf hat und die Wärme mit niedrigen Vorlauftemperaturen verteilt werden kann.

Eine Wärmepumpe kann auch in vielen Bestandsgebäuden eingesetzt werden. Nicht immer ist eine umfassende Sanierung erforderlich. Entscheidend sind unter anderem der energetische Zustand des Gebäudes, die benötigte Heizleistung und die vorhandene Wärmeverteilung.

Staatliche Förderung kann den Einbau einer Wärmepumpe finanziell unterstützen.

Die Förderung setzt voraus, dass bestimmte technische Anforderungen erfüllt werden. Dazu gehören unter anderem eine ausreichende Effizienz der Wärmepumpe, die Nutzung erneuerbarer Wärmequellen sowie die Einhaltung der Vorgaben der KfW-Förderung.

Besonders gut geeignet sind Flächenheizungen wie Fußbodenheizungen, Wand- oder Deckenheizungen, da sie mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten. Aber auch größere Heizkörper können in vielen Gebäuden mit einer Wärmepumpe genutzt werden.


Fazit

Heizungsmodernisierung frühzeitig planen

Wer seine Heizung rechtzeitig modernisiert, kann Energieverbrauch und Heizkosten dauerhaft senken und gleichzeitig von höchstmöglichen Förderungen profitieren. Moderne Heizsysteme mit erneuerbaren Energien wie eine Wärmepumpe bieten eine zukunftssichere Alternative zu fossilen Heizungen.

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