Infowelt Energie

Förderungen für Solaranlagen – ein Überblick

Bis 2030 sollen 80 Prozent des deutschen Stroms aus erneuerbaren Energien stammen. Dabei spielt Photovoltaik natürlich eine große Rolle. Aber welche Förderungen gibt es eigentlich noch für private Photovoltaikanlagen auf dem eigenen Hausdach? Und was verändert sich durch das EEG 2023?

Solarstrom legt weiterhin zu

Immer mehr Immobilienbesitzer setzen auf erneuerbare Energien: 2020 hatten laut Statistischem Bundesamt 1,4 Millionen oder 3,6 Prozent aller privaten Haushalte Einnahmen aus der Einspeisung von Solarstrom ins Netz. Das sind fast 30 Prozent mehr als 2014, dem ersten Jahr der Erhebung dieser Angabe. Bis zum Jahr 2050 will die Bundesregierung den Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch insgesamt auf 80 Prozent steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde in einigen Bundesländern bereits eine Solarpflicht für Neubauten oder Sanierungen erlassen.

Photovoltaik-Förderung über staatliche Zuschüsse

Aktuell wird Photovoltaik staatlich über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert. Die jüngste Version – das EEG 2023 – entstand aus dem sogenannten Osterpaket. Die Novelle gilt seit Juli 2022 und beinhaltet unter anderem erstmals wieder eine Anhebung der Einspeisevergütung.

Das EEG wurde 2000 mit dem „100.000-Dächer-Programm“ ins Leben gerufen und im Laufe der letzten 20 Jahre weiterentwickelt. Die erste Photovoltaik-Förderung gab es schon vor mehr als 30 Jahren: Zwischen 1990 und 1992 hat die Bundesregierung mit dem „1000-Dächer-Programm“ die Anschaffung von Photovoltaikanlagen für Ein- und Zweifamilienhäuser gefördert.

Höhere Einspeisevergütung für mehr Solarstrom

Die wichtigste aktuelle staatliche Förderung von Photovoltaikanlagen ist die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Wer den Strom der eigenen Solaranlage ins öffentliche Netz weiterleitet, wird vom Netzbetreiber mit einer staatlich festgelegten Entlohnung pro Kilowattstunde gefördert. Diese Einspeisevergütung wird über einen Zeitraum von 20 Jahren garantiert. Nach einem kontinuierlichen Absenken der Sätze gelten seit Juli 2022 erstmals wieder höhere Einspeisevergütungen.

 

Anlagengröße bis 10 Kilowattpeak bis 40 Kilowattpeak
Überschusseinspeisung 8,6 Cent/Kilowattstunde 7,5 Cent/Kilowattstunde
Volleinspeisung 13,4 Cent/Kilowattstunde 11,3 Cent/Kilowattstunde

Weitere Änderungen des EEG 2023: 

  • Die einst monatliche Absenkung (Degression) wurde bis Anfang 2024 ausgesetzt. Danach soll die Vergütung nur noch halbjährlich um ein Prozent sinken. 
  • Anlagenbetreiber können jährlich neu zwischen Volleinspeisung und Überschusseinspeisung wählen.
  • Kleine Anlagen sind künftig von Umsatz-, Einkommens- und Gewerbesteuer befreit. Als klein gilt eine Anlage bis 30 Kilowattpeak auf Einfamilienhäusern und bis 15 Kilowattpeak auf Wohneinheiten.

Lösungen nach Ende der Einspeisevergütung

Bei einigen Solaranlagenpionieren ist die staatliche Förderung bereits erloschen. Wenn die Photovoltaikanlage 20 Jahre alt ist, bekommen die Besitzer keine Einspeisevergütung mehr für die gebrauchte Anlage. Sie haben die Wahl zwischen zwei Optionen:

1. Einfache Anschlussregelung nutzen

Bis Ende 2027 können Solaranlagenbetreiber, bei denen die EEG-Förderung ausgelaufen ist, die einfache Anschlussregelung nutzen. Der Netzbetreiber muss weiterhin den Strom aus der Anlage abnehmen und eine Vergütung zahlen. Dieser „Marktwert Solar“ orientiert sich am Börsenstrompreis. Davon ziehen die Netzbetreiber noch die Kosten für die Vermarktung des Solarstroms ab.

 

Voraussetzung: Sie dürfen nichts an Ihrer Photovoltaikanlage verändern. Allerdings sind die meisten Photovoltaikanlagen bis 2008 mit dem Konzept der Volleinspeisung ans Netz gegangen, sodass Sie keine Chance auf einen Eigenverbrauch haben. Diese Variante wird angesichts der Betriebskosten der PV-Anlage und der steigenden Stromkosten immer unattraktiver. 

2. Auf Eigenverbrauch umstellen

Wenn Sie Ihre Photovoltaik-Anlage auf Eigenverbrauch umstellen, fallen dafür natürlich Kosten an. Hierfür gibt es teilweise regionale Förderprogramme, einen Überblick erhalten Sie in unserer Fördermitteldatenbank. Wer einen Teil des erzeugten Stroms selbst nutzt, spart hohe Stromkosten beim Netzbezug. Die nicht benötigte Energie kann weiterhin gegen eine Vergütung eingespeist werden.

Gut zu wissen: Auf den Eigenverbrauch einer Ü20-Anlage mit weniger als 30 kWp Leistung brauchen Sie keine EEG-Umlage zahlen. Und: Manche Stromversorger bieten eine höhere Vergütung für den Strom aus der alten Anlage als im Marktwert Solar vorgesehen.

Details und Rechenbeispiele finden Sie auf der Seite der Verbraucherzentrale.

Zuschüsse zu Photovoltaik-Anlagen auf Länderebene

Neben der Photovoltaik-Förderung auf Bundesebene kann auch jedes Bundesland selbst entscheiden, ob es eine Photovoltaik-Förderung auflegt. In den meisten Bundesländern sind die Förderungen in letzter Zeit ausgelaufen. Es folgt ein Überblick der aktuellen Angebote 2022.

Infografik: Installierte Leistung der Photovoltaikanlagen in Deutschland

In Berlin wird nach Verabschiedung des Haushalts bis Jahresende 2022 die Anschaffung von Stromspeichern mit einem Zuschuss in Höhe von 300 Euro/kWh installierter Leistung (maximal 15.000 Euro) gefördert. Wer einen Batteriespeicher mit prognosebasierter Betriebsstrategie anschafft, bekommt einen Bonus von weiteren 300 Euro. Der Antrag wird über ein elektronisches Antrags- und Verwaltungssystem eingereicht. Weitere Informationen gibt es beim IBB Business Team.

Nordrhein-Westfalen beschränkt sich bei der Förderung von Solaranlagen auf Solarthermie. Zuständig für die Anträge ist die Bezirksregierung Arnsberg. Alle Förderprogramme des Landes sehen Sie hier auf einen Blick.

Thüringen hat als einziges Bundesland noch ein Förderprogramm sowohl für neue Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichern als auch die reine Nachrüstung von Batteriespeichern. Aktuell gilt allerdings ein Antragsstopp bei „Solar Invest“. Sobald neue Mittel verfügbar sind, können bei der Thüringer Aufbaubank wieder Anträge auf Förderung gestellt werden.

Fördervoraussetzungen

Anträge auf eine Photovoltaik-Förderung müssen vor Beginn der Arbeiten gestellt werden.
Informationen zu allen aktuellen Programmen (z. B. Ansprechpartner:innen und Voraussetzungen) finden Sie in unserer Fördermitteldatenbank.

Photovoltaik-Förderung auf kommunaler Ebene

Auch Kommunen haben verschiedene Förderprogramme für Photovoltaik. So unterstützen zum Beispiel viele Kommunen in Niedersachsen Steckersolargeräte mit Zuschüssen von bis zu 400 Euro.

Solaranlage auf dem Dach

Photovoltaik-Förderung über Kredite

Eine KfW-Förderung über Zuschüsse gibt es nicht mehr. Die KfW unterstützt die Anschaffung von Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern aber mit zinsgünstigen Finanzierungen (Programm Erneuerbare Energien – Standard (KfW 270)).  Nicht nur die Anschaffung, auch die Kosten für Planung und Installation der Anlage werden gefördert. Die Förderkredite haben Laufzeiten zwischen 5 und 30 Jahren und werden über die Hausbank abgeschlossen. Das erste Jahr ist tilgungsfrei.

Gut zu wissen: Spezielle Umwelt- und Ökobanken bieten ähnliche Konditionen wie die KfW an. Dazu zählen die UmweltBank, die GLS-Bank, die SWK Bank und die Ethikbank. Aber auch ganz normale Banken finanzieren PV-Anlagen.

Vattenfall Fazit

Auch wenn viele staatliche Förderungen inzwischen ausgelaufen sind, gibt es noch Wege, die Kosten einer neuen Photovoltaik-Anlage zu finanzieren. Der wichtigste ist die Einspeisevergütung, die nach der Novelle des EEG 2023 wieder gestiegen ist. Aber auch günstige Kredite können eine Option sein. Bei der Finanzplanung sollten auch regionale Förderungen in Betracht gezogen werden. So wird die eigene Photovoltaikanlage zu einer bezahlbaren Investition in erneuerbare Energien.

Solaranlage auf Dach

Jetzt Ihre individualisierte Solarlösung sichern

  • PV-Anlage im Komplettpaket mit oder ohne Stromspeicher ​

  • Auf Wunsch mit eigener Wallbox zum zuhause Laden ​

  • Inklusive Beratung, Planung, Dimensionierung und Installation ​

  • Einfach und unkompliziert Angebot anfragen 

 

Zu den Solarlösungen

Das könnte Sie auch interessieren

Gewächshaus mit Solaranalge auf dem Dach

Die Einspeisevergütung für Solarstrom sinkt seit Jahren, der Strompreis steigt. Eigentlich scheint die Sachlage klar: Eigenverbrauch lohnt sich mehr als Einspeisung.

Haus mit Solaranlage auf dem Dach

Photovoltaik zählt zu den wichtigsten Standbeinen der Energiewende. Doch wie arbeitet eigentlich eine Solaranlage? Wie ist eine Solarzelle aufgebaut?