Infowelt Energie

Förderungen für Photovoltaikanlagen – ein Überblick

Auch 2024 gibt es noch Förderungen für Photovoltaik vom Staat –  zum Beispiel durch KfW-Kredite und die Einspeisevergütung.

Zuletzt aktualisiert am 08.05.2024
Lesedauer: 4 Minuten

Lohnt es sich jetzt, in eine Solaranlage zu investieren?

Eine Investition in Photovoltaik ist 2024 absolut sinnvoll. Sie tragen damit nicht nur zum Umstieg auf erneuerbare Energien bei. Je früher Sie sich für eine Photovoltaikanlage entscheiden, desto höher fällt auch die staatlich garantierte Einspeisevergütung pro Kilowattstunde für die ersten 20 Betriebsjahre aus.

Während die Preise für Photovoltaikanlagen sinken, steigt gleichzeitig in vielen Haushalten der Strombedarf – zum Beispiel durch den Wechsel auf eine Wärmepumpe oder die Anschaffung von Elektroautos. Wer den dafür benötigten Strom mit einer eigenen PV-Anlage herstellen kann, spart mit jeder Kilowattstunde bares Geld.

Viele Förderprogramme für Photovoltaik wurden in den vergangenen Monaten gestoppt. Dazu zählen Zuschüsse auf Länderebene, aber auch der KfW-Zuschuss 442 für die kombinierte Anschaffung von Photovoltaikanlage, Energiespeicher und Wallbox. Trotzdem zahlt sich die Investition in Photovoltaik auch 2024 noch aus. Für die Finanzierung gibt es unter anderem einen speziellen KfW-Kredit mit Sonderkonditionen (Programm 270). Diese finanziellen Vorteile sollten Sie kennen:

Photovoltaik-Förderung über staatliche Zuschüsse

Aktuell wird Photovoltaik staatlich über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert. Die jüngste Version – das EEG 2023 – entstand aus dem sogenannten Osterpaket. Die Novelle gilt seit Juli 2022 und beinhaltet unter anderem erstmals wieder eine Anhebung der Einspeisevergütung.

Das EEG wurde 2000 mit dem „100.000-Dächer-Programm“ ins Leben gerufen und im Laufe der letzten 20 Jahre weiterentwickelt. Die erste Photovoltaik-Förderung gab es schon vor mehr als 30 Jahren: Zwischen 1990 und 1992 hat die Bundesregierung mit dem „1000-Dächer-Programm“ die Anschaffung von Photovoltaikanlagen für Ein- und Zweifamilienhäuser gefördert. Seit September 2023 gab es zudem eine neue Förderung der KfW, die aber 2024 nicht fortgesetzt wurde.

Höhere Einspeisevergütung für mehr Solarstrom

Eine wichtige staatliche Förderung von Photovoltaikanlagen ist die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Wer den Strom der eigenen Solaranlage ins öffentliche Netz weiterleitet, wird vom Netzbetreiber mit einer staatlich festgelegten Entlohnung pro Kilowattstunde gefördert. Diese Einspeisevergütung wird über einen Zeitraum von 20 Jahren garantiert. Nach einem kontinuierlichen Absenken der Sätze galten seit 2022 erstmals wieder höhere Einspeisevergütungen. Seit 1. Februar 2024 sinken die Sätze wieder.

Einspeisevergütung Februar bis August 2024

Anlagengröße bis 10 Kilowattpeak bis 40 Kilowattpeak
Überschusseinspeisung 8,11 Cent/Kilowattstunde 7,03 Cent/Kilowattstunde
Volleinspeisung 12,87 Cent/Kilowattstunde 10,79 Cent/Kilowattstunde

Quelle: Bundesnetzagentur

Weitere Änderungen des EEG 2023: 

  • Die einst monatliche Absenkung (Degression) wurde bis Anfang 2024 ausgesetzt. Seitdem sinkt die Vergütung nur noch halbjährlich um ein Prozent. 
  • Anlagenbetreiber können jährlich neu zwischen Volleinspeisung und Überschusseinspeisung wählen.
  • Kleine Anlagen sind von Umsatz-, Einkommens- und Gewerbesteuer befreit. Als klein gilt eine Anlage bis 30 Kilowattpeak auf Einfamilienhäusern und bis 15 Kilowattpeak auf Wohneinheiten.

Lösungen nach Ende der Einspeisevergütung

Bei einigen Solaranlagenpionieren ist die staatliche Förderung bereits erloschen. Wenn die Photovoltaikanlage 20 Jahre alt ist, bekommen die Besitzer keine Einspeisevergütung mehr für die gebrauchte Anlage. 

Einfache Anschlussregelung nutzen

Bis Ende 2027 können Solaranlagenbetreiber, bei denen die EEG-Förderung ausgelaufen ist, die einfache Anschlussregelung nutzen. Der Netzbetreiber muss weiterhin den Strom aus der Anlage abnehmen und eine Vergütung zahlen. Dieser „Marktwert Solar“ orientiert sich am Börsenstrompreis. Davon ziehen die Netzbetreiber noch die Kosten für die Vermarktung des Solarstroms ab.

Voraussetzung: Sie dürfen nichts an Ihrer Photovoltaikanlage verändern. Allerdings sind die meisten Photovoltaikanlagen bis 2008 mit dem Konzept der Volleinspeisung ans Netz gegangen, sodass Sie keine Chance auf einen Eigenverbrauch haben. Diese Variante wird angesichts der Betriebskosten der PV-Anlage und der steigenden Stromkosten immer unattraktiver. 

Zuschüsse zu Photovoltaik-Anlagen auf Länderebene

Neben der Photovoltaik-Förderung auf Bundesebene kann auch jedes Bundesland selbst entscheiden, ob es eine Photovoltaik-Förderung auflegt. In den meisten Bundesländern sind die Förderungen in letzter Zeit ausgelaufen.

Infografik: Installierte Leistung der Photovoltaikanlagen in Deutschland

Berlin fördert noch bis Jahresende 2024 im Rahmen des Programmes SolarPLUS unter anderem den Kauf von Stromspeichern und die Mehrkosten von denkmalgerechten Anlagen sowie Fassaden- und Gründach-PV. Auch Dachgutachten und Steuerberatungen werden unterstützt.

NRW unterstützt über progres.NRW zum Beispiel Carports mit PV-Dach oder die Installation von Fassaden-PV.

Fördervoraussetzungen

Anträge auf eine Photovoltaik-Förderung müssen vor Beginn der Arbeiten gestellt werden.
Informationen zu allen aktuellen Programmen (z. B. Ansprechpartner:innen und Voraussetzungen) finden Sie in unserer Fördermitteldatenbank.

Photovoltaik-Förderung auf kommunaler Ebene

Darüber hinaus gibt es regionale Förderprogramme für Photovoltaik. So unterstützen zum Beispiel viele Kommunen in Niedersachsen Steckersolargeräte mit Zuschüssen von bis zu 400 €. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel über die Förderung von Balkonkraftwerken.

Solaranlage auf dem Dach

Photovoltaik-Förderung über Kredite

Die KfW unterstützt die Anschaffung von Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern mit zinsgünstigen Finanzierungen (Programm Erneuerbare Energien – Standard (KfW 270)).  Nicht nur die Anschaffung, auch die Kosten für Planung und Installation der Anlage werden gefördert. Die Förderkredite haben Laufzeiten zwischen 5 und 30 Jahren und werden über die Hausbank abgeschlossen. Das erste Jahr ist tilgungsfrei.

Der Zinssatz startet bei 5 % und richtet sich nach dem Ergebnis der Bonitätsprüfung. Die Mindestlaufzeit beträgt 2 Jahre. Bis zu 100 % der Investitionskosten können über den Kredit abgedeckt werden. Praktisch: Der KfW-Kredit ist unabhängig von der Einspeisevergütung. Sie können also beide Formen der staatlichen Förderung gleichzeitig nutzen.

So funktioniert die Antragstellung:

  1. Mit dem KfW-Förderassistenten können Sie den Antrag optimal vorbereiten.
  2. Die Antragstellung läuft über eine Bank oder einen Finanzierungspartner Ihrer Wahl.
  3. Nach Prüfung der Unterlagen durch die KfW können Sie den Kreditvertrag mit Ihrer Bank/Ihrem Finanzierungspartner abschließen und mit der Installation beginnen.

Gut zu wissen: Spezielle Umwelt- und Ökobanken bieten ähnliche Konditionen wie die KfW an. Dazu zählen die UmweltBank, die GLS-Bank, die SWK Bank und die Ethikbank. Aber auch ganz normale Banken finanzieren PV-Anlagen.

Vattenfall Fazit

Auch wenn viele staatliche Förderungen inzwischen ausgelaufen sind, gibt es noch Wege, die Kosten einer neuen Photovoltaik-Anlage zu finanzieren. Der wichtigste ist die Einspeisevergütung, die nach der Novelle des EEG 2023 langsamer sinkt. Aber auch günstige Kredite können eine Option sein. Bei der Finanzplanung sollten auch regionale Förderungen in Betracht gezogen werden. So wird die eigene Photovoltaikanlage zu einer bezahlbaren Investition in erneuerbare Energien.

Mann vor Haus mit Solaranlage
  • PV-Anlage im Komplettpaket mit oder ohne Stromspeicher
  • Optional mit Wallbox zum Laden des E-Autos
  • Inklusive individueller Beratung, Planung und Installation
  • Große Auswahl an Finanzierungslösungen über Partnerangebote
     

Zum Komplettangebot für PV-Anlagen

Unsere nachhaltigen Lösungen

Solarlösungen

Mit einer eigenen Photovoltaikanlage können Sie Ihr Zuhause mit selbst erzeugtem Solarstrom versorgen. Gemeinsam finden wir die passende Solarlösung für Ihr Zuhause.

Zu den Solarlösungen

Ökostrom

Unser Ökostrom besteht zu 100 % aus erneuerbaren Energien. Wir fördern zu fairen Preisen den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen – mit Ihrer Hilfe.

Zum Ökostrom-Tarif

Wärmepumpenstrom

Effizient und umweltfreundlich heizen mit erneuerbarer Energie: Mit einer Wärmepumpe starten Sie in eine nachhaltige Zukunft – und sparen langfristig Energiekosten.

Zum Wärmepumpen-Tarif

Das könnte Sie auch interessieren 

Älterer Mann schaut auf Smartphone

Die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage ist eine Investition. Für die Finanzierung gibt es verschiedene Optionen, die sich auch kombinieren lassen: Eigenkapital, Kredite und Darlehen sowie Förderungen.

Solaranlage auf Dach

Seit Januar 2023 gelten neue Regeln für die steuerliche Behandlung von Photovoltaikanlagen. Die meisten privaten Solaranlagen bis 30 kWp sind nun im allgemeinen Sprachgebrauch steuerfrei.