Infowelt Energie

Update für die Heizung – Modernisierung rechtzeitig planen

Allein das Heizen macht 75 Prozent des gesamten Energiebedarfs eines Hauses aus. Und über die Hälfte aller Heizungen in Deutschland verbrauchen mehr Energie als nötig. Das Optimierungs- und Sparpotenzial ist also riesig. Erfahren Sie hier, wann und wie Sie Ihre Heizung intelligent modernisieren.

Heizungsanlage modernisieren

Ob eine Heizungsanlage modernisiert werden sollte, hängt vom Alter der Anlage und den verwendeten Energieträgern ab. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) setzt die Leitplanken auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft. Es stuft die genutzten Energien danach ein, wie umweltverträglich sie sind.

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) setzt hier die Leitplanken. Es stuft die genutzten Energien danach ein, wie umweltverträglich sie sind. Dazu ordnet es jedem Energieträger sogenannte Primärenergiefaktoren zu. Nach diesem System wird die energetische Qualität eines Gebäudes bewertet. In die Bewertung fließt beispielsweise auch ein, ob die verwendete Energie erst zum Wohnhaus befördert werden muss oder direkt vor Ort erzeugt wird – wie etwa über Photovoltaik-Anlagen auf dem Gebäudedach.

Das GEG gibt zudem vor, wie hoch der Anteil von nicht erneuerbaren Energien nach der Modernisierung sein darf. Außerdem legt es fest, welche Heiztechniken eingesetzt werden dürfen und welche nicht.

Frau steht vor einem Heizkörper und hält eine Kaffeetasse

Installateur steht an einer Ölheizung

Wie alt darf eine Heizung sein? 

Ab einem Heizungsalter von 15 Jahren kann über die Anschaffung einer neuen Heizung nachgedacht werden. Nach 20 Jahren ist der Austausch meist geboten, da die Technik der Heizanlage nicht mehr zeitgemäß ist.

Ist die Heizung mehr als 30 Jahre in Betrieb, ist der Austausch gesetzlich vorgeschrieben. Ausgenommen von dieser Pflicht sind Brennwert- und Niedrigtemperaturkessel, da diese Heizgeräte so optimiert wurden, dass sie mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten. 

Vattenfall Tipp

Die Frage, ab wann Ihre Heizung nicht mehr betrieben werden darf, kann Ihr Schornsteinfeger beantworten. Auch Energieeffizienz-Berater stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Deshalb lohnt sich eine klimafreundliche Heizung 

Eine modernere Heizung bietet Vorteile auf allen Ebenen. Die Energieeffizienz steigt um bis zu 30 Prozent. Gleichzeitig reduzieren sich die CO₂-Emissionen deutlich. Am Ende des Jahres zahlt sich die neue Heizung durch merklich geringere Heizkosten aus. Und obendrauf gibt es noch staatliche Förderungen im großen Stil. Umweltfreundliche Heizungs-Alternativen sind seit dem Klimapaket so wichtig wie noch nie. 

Allein das Heizen macht 75 Prozent des gesamten Energiebedarfs eines Hauses aus. Wer seinen Energieverbrauch senken möchte, kann hier weitaus mehr einsparen als beim Strom. Es gibt einige Anzeichen, bei denen dringend über eine Heizungs-Sanierung oder - Modernisierung nachgedacht werden sollte. 

Höhere Verlässlichkeit und mehr Komfort 

Weitere Vorteile einer modernen Heizungsanlage sind mehr Sicherheit, da Störungen oder gar ein Komplettausfall unwahrscheinlicher werden, genauso wie mehr Komfort. Eine moderne Heizungsanlage kann digital gesteuert werden und in die Smart Home Umgebung integriert werden, was bedeutet, sie kann bequem von jedem Ort der Welt aus per App gesteuert werden. So ist eine noch effizientere Nutzung nach den individuellen Bedürfnissen möglich. Wärme wird nur dann erzeugt, wenn sie wirklich gebraucht wird.

Mann steht mit der Fernbedienung an der Wärmepumpe

10 Anzeichen, dass Sie Ihre Heizung modernisieren sollten

  • hohe Heizkosten  

  • Alter der Heizung > 15 Jahre 

  • grenzwertige Abgaswerte (werden jährlich vom Schornsteinfeger gemessen) 

  • häufige Reparaturen 

  • hohe Abgaswärmeverluste  

  • hoher CO₂-Ausstoß

Das kostet eine moderne Heizung

Mit welchen Kosten man für die Anschaffung einer neuen Heizung rechnen sollte, hängt davon ab, wie groß der Umfang der Arbeiten ist und für welches Heizsystem man sich entscheidet. Neben einer neuen Heizung mit dem bestehenden Energieträger kann es im Zuge einer Modernisierung auch sinnvoll sein, das komplette Heizsystem zu wechseln. Wird die Wärme beispielsweise über eine Kohleheizung oder einen Strom-Nachtspeicherofen erzeugt, ist ein Systemwechsel meist unausweichlich.

Frau kniet vor Wärmepumpe

Wer bereits mit Gas heizt, dem bietet sich die Möglichkeit, auf moderne Gasbrennwerttechnik umzustellen. Für eine neue Gasbrennwert-Heizung sollte mit Kosten von etwa 5.000 bis 10.000 Euro kalkuliert werden. In ähnlichem Rahmen bewegen sich die Kosten beim Umstieg von einem Öl-Konstanttemperatur-Kessel auf eine Öl-Brennwert-Heizung.

Die Umrüstung der Heizanlage auf effizientere und klimafreundlichere Alternativen, wie Brennwertkessel oder Wärmepumpe oder die Kombination der alten Anlage mit erneuerbaren Energien (Hybridheizung), lohnen sich besonders. Wird ein neues Heizsystem mit umweltfreundlichen Energieträgern installiert, kann mit Anschaffungs- und Installationskosten zwischen 8.000 und etwa 15.000 Euro für beispielsweise eine Solarthermie-Anlage oder Wärmepumpe gerechnet werden. Der Vorteil dieser Heizlösungen ist, dass mehr Fördermöglichkeiten ausgeschöpft werden können und die Heizkosten langfristig noch stärker sinken.

Vattenfall Tipp

Eine energetische Sanierung mit einem Austausch der Heizanlage kann kosten- und zeitintensiv sein. Auch wenn eine umfassende Heizungsmodernisierung für Sie zurzeit nicht in Frage kommt, können kleinere Maßnahmen dazu beitragen, die Energiebilanz eines Hauses zu verbessern. Allein der Austausch von alten Umwälzpumpen oder der Einbau von smarten Thermostaten können Energie sparen und sind mit wenig Aufwand umsetzbar.  

Diese Fördermittel gibt es 

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt Sanierungsmaßnahmen, durch die Bestandsgebäude dauerhaft Energiekosten einsparen. Dazu zählt auch der Heizungstausch. Die Voraussetzung für eine Förderung ist ein Mindestanteil an erneuerbaren Energien im Heizungssystem.

Wichtig: Bereits vor Beginn der Modernisierungsarbeiten muss ein Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden. Außerdem gibt es noch Förderprogramme auf Landes- und kommunaler Ebene. Durch eine geschickte Kombination können bis zu 60 Prozent der Kosten über öffentliche Mittel abgedeckt werden.

Mutter hört Musik und schaut mit Sohn auf ein Tablet, beide sitzen auf dem Sofa

Keine Förderungen mehr für reine Öl- und Gasheizungen 

Für alle Heizungen, die ausschließlich Öl oder Gas als Energieträger nutzen, gibt es keine staatlichen Gelder mehr – unabhängig davon, ob das Gebäude eine hohe oder sehr hohe Effizienzklasse hat. Wird die alte Gas-Heizung aber mit erneuerbaren Energien kombiniert, also zu einer Hybridheizung umgebaut, kann eine hohe Fördersumme abgerufen werden. Wird hier eine Ölheizung umgerüstet, wird dies mit bis zu 45 Prozent gefördert. Ist die alte Anlage eine Gas-Heizung, können bis zu 35 Prozent der Kosten gefördert werden.

Kind auf der Leiter bringt mit Vater Lampe an

Diese Kosten für Modernisierungen sind auf Mieter umlegbar

Vermieter dürfen aktuell bis zu 8 Prozent der Kosten für Modernisierungen auf die Mieter umlegen. Im Rahmen dieser Modernisierungsumlage können Mieter an den Kosten für alle Maßnahmen zur Verbesserung beteiligt werden, also an energetischen Modernisierungen mit dem Ziel, Endenergie einzusparen, und an solchen, die die Wohnverhältnisse verbessern. 

Wird bei einer Modernisierung zu einem höheren Heizungstandard gewechselt, ist die teilweise Umlage der Kosten auf die Mieter rechtlich zulässig, da Endenergie eingespart wird. Beispielsweise beim Einbau einer Wärmepumpe oder einer modernen Hybridheizung. Wird eine Heizung für 20.000 Euro getauscht, dürfen maximal 1.600 Euro pro Jahr, also 8 Prozent, auf die Mieter umgelegt werden. 

Wer als Vermieter dagegen eine alte Heizungsanlage durch eine gleichwertige ersetzt, muss für die Kosten zu 100 Prozent selbst aufkommen, da in diesem Fall nur instandgesetzt, nicht aber modernisiert wird.

Das richtige Heizsystem für Sie

Das Angebot an Heizsystemen ist vielfältig: Moderne Wärmepumpen nutzen vorhandene Umweltenergie, um Räume und Wasser aufzuheizen. Eine Gas-Brennwert-Anlage verwertet zusätzlich die Wärme aus den Abgasen, die bei der Wärmeerzeugung entstehen. 

Bei Hybridheizungen wiederum kommen innerhalb einer Heizungsanlage mehrere Energieträger zum Einsatz, wie beispielsweise ein Gas-Brennwert-Gerät und eine Wärmepumpenheizung.

Eine weitere Möglichkeit zur Gewinnung von umweltfreundlicher Heizenergie ist die Solarthermie, wobei das Warmwasser und das Wasser für den Heizungskreislauf durch Sonnenenergie erwärmt werden.

Junge Frau steht vor Fenster und schaut auf das Handy

Gasheizung modernisieren

Eine gute Möglichkeit, eine Gasheizung zu modernisieren, ist die Umstellung auf einen hochwertigen Gas-Brennwert-Kessel. Durch mehr Effizienz lassen sich Heizkosten um bis zu 30 Prozent verringern. Allerdings gibt es für einen reinen Kesseltausch keine staatliche Förderung. Wer sich jedoch für eine umweltfreundliche Hybridheizung entscheidet, bekommt bis zu 35 Prozent der Kosten durch die BEG erstattet.

Ölheizung ersetzen

Alte Ölheizungen sollten zügig modernisiert werden oder besser gleich durch andere Energieträger ersetzt werden. Förderungen für neue Ölheizungen gibt es nicht mehr und ab 2026 ist der Einbau neuer Ölkessel ohnehin nicht mehr erlaubt, da diese einen besonders hohen CO₂-Ausstoß erzeugen. 

Bei einer Umstellung auf Heiztechniken aus erneuerbaren Energien, werden bis zu 45 Prozent der Kosten durch die BEG übernommen. 

Mehrere Manometer an Rohren

Wärmepumpe als neue Heizung – eine gute Option

Zwei Füße gehen Barfuß über Mamorfliesen

Wärmepumpen gewinnen aus der Wärme der Umgebungsluft, der Erde oder dem Wasser Energie, um Räume zu heizen und Warmwasser zu erzeugen. Klarer Vorteil sind die geringen Heizkosten, allerdings sollte das Gebäude wegen der niedrigen Vorlauftemperatur bereits eine gute Energieeffizienz haben.

Die Umstellung auf eine Wärmepumpe funktioniert besonders gut, wenn Flächenheizsysteme verwendet werden. Diese Wärme aus Wand-, Decken- oder Fußbodenheizungen wird oft auch als besonders angenehm empfunden. 

Renovierung, Sanierung oder Modernisierung? 

Grundsätzlich wird bei den Bestandsimmobilien zwischen Renovieren, Sanieren und Modernisieren unterschieden.

Wer sein Haus oder seine Wohnung renoviert, führt Verschönerungsmaßnahmen durch. Zum Beispiel durch einen neuen Fassadenanstrich, neue Bodenbeläge oder einen frischen Anstrich der Heizkörper.

Beim Sanieren werden größere Schäden beseitigt und repariert. Konkret könnte dies die Ausbesserung eines undichten Daches sein oder die Entfernung von Schimmel. Meist wird bei umfassenden Sanierungsmaßnahmen auch die Heizungsanlage erneuert oder es werden einzelne Komponenten des Heizsystems ausgewechselt. 

Modernisieren wiederum ist das Verbessern des aktuellen Gebäudezustands, sozusagen das Auf-den-neuesten-Stand-bringen. Dazu gehört, die Fassade gegen Wärmeverlust zu dämmen, Wärmeschutzfenster einzubauen oder eben die Heizungsanlage gegen eine effizientere und umweltfreundlichere auszutauschen. Eine Modernisierung kann aber auch in kleinen Schritten angegangen werden. Der Umstieg auf digitale Thermostate beispielsweise ist einfach umzusetzen und macht sich direkt bei den Heizkosten bemerkbar. 

Lohnt sich die Modernisierung der Heizung im Altbau überhaupt?

Definitiv. Gleichzeitig sollten jedoch auch Maßnahmen zur Wärmedämmung erwogen werden, um Heizkosten zu senken. Speziell ausgebildete Energieeffizienz-Experten machen eine Bestandsaufnahme des energetischen Zustands Ihrer Immobilie und Ihrer Heizungsanlage. Auf dieser Basis erarbeiten sie Vorschläge für Maßnahmen und schätzen die damit verbundenen Kosten ab. 

Dies kann auch in Form eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) erfolgen, bei dem der Weg zum Effizienzhaus über mehrere Jahre in mehreren Schritten aufgezeigt wird. Die Einhaltung eines iSFPs wird von der BEG mit einem Zusatzbonus von fünf Prozent der Kosten belohnt.

Checkliste: Heizungsmodernisierung im Einfamilienhaus

  • Dringlichkeit: Besteht eine Austauschpflicht / Ist die Anlage defekt? 
  • Wie hoch ist das Budget (unter Berücksichtigung der Fördermöglichkeiten)? 
  • Komplette Heizungsmodernisierung oder nur Austausch von Komponenten? 
  • Welche zusätzlichen energetischen Maßnahmen sind erforderlich? 
  • Können erneuerbare Energien in das Heizkonzept integriert werden? 
  • Gibt es die Möglichkeit, sich an bestehende lokale Wärmenetze anzuschließen (zum Beispiel Fernwärme)?
  • Welche Fördermöglichkeiten gibt es? 
  • Welche Heizleistung wird benötigt?  
  • Wie wird die Wärme im Haus verteilt? Wie soll sie zukünftig verteilt werden?

Vattenfall Fazit 

Wer sich frühzeitig mit moderner Heiztechnik beschäftigt, profitiert von den Fördermöglichkeiten der Bundesregierung und von den technischen Möglichkeiten nachhaltiger Energiegewinnung. Herkömmliche Heizungssysteme lassen sich zu klimafreundlichen Anlagen umrüsten und schonen dadurch nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.

Moderne Heizungsanlagen bieten nicht nur mehr Sicherheit, da Störungen oder gar ein Komplettausfall unwahrscheinlicher werden. Sie werden auch von intelligenter Technik gesteuert und können in die Smart-Home-Umgebung integriert werden. So ist eine noch effizientere Nutzung nach den individuellen Bedürfnissen möglich. Wärme wird nur dann erzeugt, wenn sie wirklich gebraucht wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Eine Infrarotheizung sorgt für ein angenehmes Raumklima und ist ein optischer Blickfang. Erfahren Sie mehr über Vorteile, Verbrauch und Kosten einer Infrarotheizung.

Gastherme

Egal, ob Sie mit Gas nur heizen, Ihr Wasser erwärmen, mit einer Kombitherme Räume und Wasser temperieren oder Ihre Gasheizung mit erneuerbarer Energie zu einer Hybrid-Heizung kombinieren wollen, es gibt für jeden Bedarf das passende Gerät.