So funktioniert eine Gasetagenheizung

Zuletzt aktualisiert am 25.8.2026

Lesedauer: 7 Minuten

Wer eine neue Wohnung sucht, wirft oft auch einen Blick auf die Art der Heizung. Fragen wirft vor allem die Gasetagenheizung auf – denn die Kosten sind in der Miete nicht enthalten, und die Heizung lässt sich gleich mit mehreren Thermostaten regeln. 

Überblick zur Gasetagenheizung

Die Gasetagenheizung: Sie läuft das ganze Jahr hindurch, mit ihr lässt sich die Temperatur exakt einstellen, und in ihrer Nähe kann oft auch gleich ein Gasherd angeschlossen werden, der die Herzen passionierter Hobbyköch:innen höher schlagen lässt. Trotzdem sind sich viele Wohnungssuchende unsicher, wo die Vor- und Nachteile liegen und wie die Kosten einzuschätzen sind. Wir beantworten die wichtigsten Fragen. 

Wie funktioniert eine Gasetagenheizung?

Eine Etagenheizung sorgt für heißes Wasser und Heizungswärme in einem Stockwerk eines Mehrfamilienhauses oder in einer einzelnen Wohnung. Eine solche Kombi-Therme für Heizung und Warmwasser wird meist in Küche oder Bad aufgehängt. Die Anlage funktioniert nach dem Durchlaufprinzip: Das Gas wird verbrannt und die Energie genutzt, um das Heizungswasser zu erhitzen. Eine Umwälzpumpe befördert das heiße Wasser durch Rohrleitungen zu den Heizkörpern. Warmes Wasser wird nach dem gleichen Muster aufbereitet – und zwar mit erster Priorität: So können Sie sichergehen, dass Sie nicht bibbernd unter der Dusche stehen.

Brennwertkessel Funktionsweise Grafik

Welche Modelle sind am effizientesten?

Es gibt im Wesentlichen drei Technologien für Gas-Kombithermen. Bis in die späten 1980er-Jahre waren so genannte Konstanttemperaturkessel üblich, deren Wassertemperatur im Betrieb konstant zwischen 70 und 90 Grad lag. Der Schwachpunkt dieser alten Standardkessel: Sie verlieren sehr viel Wärme über die Abgase und durch Abstrahlung. Entsprechend liegt der Wirkungsgrad nur bei etwa 70 Prozent. Der Einbau der Technik ist heute in Neubauten nicht mehr üblich. Zwar lässt das seit Juli 2026 geltende Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) Eigentümer:innen freie Wahl bei der Wahl ihrer Heizungstechnologie. Theoretisch könnte daher auch ein Konstanttemperaturkessel eingebaut werden – praktisch ist die Technik überholt und wird von kaum einem Unternehmen noch angeboten. Funktionstüchtige Anlagen dürfen weiterbetrieben werden; eine Austauschpflicht für Konstanttemperaturkessel gibt es nicht mehr, auch nicht für Anlagen, die älter als 30 Jahre sind. Die großen Wärmeverluste können jedoch zu höheren Heizkosten und Emissionen beitragen, weshalb ein Austausch der fossilen Heizung empfehlenswert ist. 

Niedrigtemperaturkessel Funktionsweise Grafik

Mit einem Wirkungsgrad von durchschnittlich 85 bis 94 Prozent schneiden Niedertemperaturkessel im Vergleich zu Konstanttemperaturkesseln besser ab. Bei der Weiterentwicklung des Konstanttemperaturkessels sorgt ein Regler dafür, dass die Wassertemperatur im Kessel je nach Außentemperatur auf 35 Grad abgesenkt oder bis zu 70 Grad hochgefahren wird. Das verhindert unnötige Wärmeverluste und kann dabei helfen, Heizkosten zu sparen. Ein Niedertemperaturkessel erzeugt jeweils nur so viel Wärme, wie zum Heizen und für die Warmwasserbereitung nötig ist. Der Einbau eines Niedertemperaturkessels ist nach dem GModG grundsätzlich erlaubt. Ab 2029 gilt jedoch die sogenannte Biotreppe: Der Anteil an Biogas muss schrittweise steigen – von 10 Prozent (2029) bis 60 Prozent (2040). Gefördert wird der Kauf eines solchen Kessels nicht, da staatliche Förderungen sich auf den Umstieg auf Heizungen mit erneuerbaren Energien konzentrieren. Unsere Biogas-Tarife enthalten je nach Produkt/Tarif einen Biogasanteil von 5 %, 15 % oder 65 %. Der verbleibende Anteil besteht aus Erdgas. 

Gas-Brennwerttechnik ist im Vergleich zu älteren Gasheizungstechnologien effizienter als die genannten Heizsysteme. Sie nutzt den Umstand, dass bei der Gasverbrennung Wasserdampf entsteht. Die Therme kühlt diesen Dampf herunter und setzt so Kondensationswärme frei, die zusätzlich zum Heizen genutzt wird. Auf diese Weise kann ein Wirkungsgrad von 90 - 98 Prozent erreicht werden. Auch der Einbau einer Gas-Brennwertheizung ist nach dem GModG weiterhin erlaubt, wird aber als Gasheizung ebenfalls nicht staatlich gefördert. Auch hier greift künftig die Biotreppe. 

Wie regelt man die Temperatur?

Vorlaufzeit

Das ist die Temperatur, mit der das heiße Wasser dem System zugeführt wird. Je geringer sie ist, umso mehr Energiekosten können Sie sparen. Allerdings darf sie nicht zu niedrig sein, da sonst die gewünschte Heiztemperatur nicht erreicht wird. Die benötigte Vorlaufzeit ist von der Umgebungstemperatur abhängig: Im Winter muss also meist eine höhere Stufe eingestellt werden als im Frühling. Die Vorlaufzeit wird an der Therme eingestellt. 

Raumthermostat

Der Raumthermostat befindet sich meist im wärmsten Raum der Wohnung oder des Hauses, zum Beispiel im Wohnzimmer. Dort misst er die Wärme und kann Ihren Bedürfnissen entsprechend auf eine Temperatur eingestellt werden. Drehen Sie daher die Heizkörperthermostate in diesem Zimmer voll auf. In den anderen Räumen können Sie die Temperatur mit den Thermostatventilen kälter regeln. In vielen Fällen ist ein Zeitsteuerungsprogramm im Raumthermostat integriert. Damit lässt sich zum Beispiel zwischen 22 Uhr und 7 Uhr Ihre Wohlfühl-Schlaftemperatur einstellen. Wenn Sie das Haus verlassen, dürfen Sie die Temperatur ruhig um fünf Grad herunterregeln. Das spart Heizenergie und senkt Ihre Heizkosten. 

Frau am Thermostat

Wie hoch sind die Kosten einer Gasetagenheizung?

Die Kosten einer Etagenheizung sind von vielen Faktoren abhängig:

  • Gaspreis (einschließlich CO2-Steuer, die künftig steigen kann, und unter Berücksichtigung der Biotreppe)  

  • Wie und wo das Gas genutzt wird: zum Heizen, für Warmwasser 

  • Anzahl der Bewohner:innen 

  • Dämmung des Gebäudes

  • Kälteempfinden der Bewohner:innen

  • Außentemperaturen: sibirische Winterkälte oder milde Tage?

 

Daher ist ein durchschnittlicher Gasverbrauch schwer zu benennen und nur eine grobe Orientierung möglich.  

Anbieter geben den Gasverbrauch in der Regel in Kubikmetern (m3) an. Er lässt sich aber ganz einfach in Kilowattstunden umrechnen. Dazu den Gasverbrauch in Kubikmetern mit dem Brennwert und der Zustandszahl (z-Zahl) multiplizieren. Die Zustandszahl finden Sie auf Ihrer Gasrechnung.

Vorteile einer Gasetagenheizung

  1. Individuelle Steuerung

  2. Genaue Temperaturregelung in der ganzen Wohnung

  3. Bequeme Nutzung außerhalb der Heizperiode

  4. Abrechnung direkt mit dem Energieanbieter

  5. Alle Gaskun:innen können zum Energieanbieter ihres Vertrauens wechseln

Nachteile einer Gasetagenheizung

  1. Gas ist ein fossiler Energieträger, der bei der Verbrennung in der Nutzungsphase CO₂-Emissionen freisetzt.

  2. Der CO₂-Preis verteuert das Heizen mit Gas und wird künftig voraussichtlich weiter steigen. 

  3. Ab 2029 gilt die sogenannte Biotreppe: Der vorgeschriebene Anteil biogener Gase im eingesetzten Gas steigt schrittweise, was den Gaspreis voraussichtlich erhöhen wird. 

  4. Die Netzentgelte werden in Zukunft steigen, da sich die Netzkosten auf immer weniger Gaskund:innen verteilen.

  5. Der Einbau einer neuen Gasheizung wird staatlich nicht gefördert. 

Fazit

Gasetagenheizungen können weiterhin betrieben und nach dem aktuellen Gebäudemodernisierungsgesetz auch neu eingebaut werden. Dennoch spricht einiges dafür, langfristig auf Heizsysteme umzusteigen, die Umweltwärme oder Strom aus erneuerbaren Quellen nutzen: Gas verursacht in der Nutzungsphase CO₂-Emissionen, der CO₂-Preis kann die Heizkosten künftig erhöhen und ab 2029 steigt mit der Biotreppe schrittweise der vorgeschriebene Anteil biogener Gase und damit der Preis. Wer eine neue Heizung plant, dem sei empfohlen, daher auch Alternativen wie Wärmepumpen zu prüfen und die jeweiligen Kosten, Fördermöglichkeiten und gesetzlichen Rahmenbedingungen miteinander zu vergleichen. 

Unsere Biogas-Tarife

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