Infowelt Energie

Gasverbrauch umrechnen

Gas wird auf dem Zähler in Kubikmeter (m3) angezeigt. Erst auf der Rechnung stellt sich heraus, wie viel Energie in Kilowattstunden (kWh) verbraucht wurde. Wie also lassen sich m3 vor Erhalt der Abrechnung in kWh umrechnen?

Gasverbrauch kontrollieren und Gas in Kilowatt umrechnen 

Um von der Maßeinheit Kubikmeter in Kilowatt umzurechnen, gibt es eine Formel. Hierzu werden der Verbrauch in Kubikmetern, der Brennwert des Gases und die Zustandszahl benötigt. Der Kubikmeter-Gasverbrauch lässt sich ganz einfach am Gaszähler ablesen, indem man von dem aktuellen Zählerstand den Zählerstand der letzten Ablesung abzieht. Der Brennwert und die Zustandszahl stehen auf der letzten Gasrechnung. Wer keine Rechnung vorliegen hat, kann die Kennziffern auch beim Energieversorger erfragen.

Verbrauch in m3 x Brennwert x Zustandszahl = kWh
 

Ein Beispiel: Der durchschnittliche jährliche Gasverbrauch eines Einfamilienhauses in Deutschland liegt bei etwa 16 m3 Gas pro m2 für Heizung und Wasser. In unserem Beispiel gehen wir von einer Fläche von 120 m2 aus. Damit liegt der Verbrauch in Kubikmetern bei 1920 m3. Die Zustandszahl für Gas beträgt in unserem Beispiel 0,95 und der Brennwert des Gases 10 kWh/m3.

1920 m3 x 10 x 0,95 = 18.240 kWh

Mann schaut ins Smartphone

Das Ergebnis muss man nun mit dem Preis pro Kilowattstunde multiplizieren und erhält so die jährlichen Verbrauchskosten. Im ersten Halbjahr 2023 kostet die Kilowattstunde Erdgas laut Statistischem Bundesamt im Durchschnitt 12,26 Cent. In unserem Beispiel liegen die Kosten für das Einfamilienhaus dann ungefähr bei 2.236,23 Euro, was einem monatlichen Abschlag von circa 186,36 Euro entspricht.

Wer regelmäßig die Zählerstände notiert, kann beispielsweise auch den Gasverbrauch pro Monat erfassen und mithilfe unserer Beispielrechnung die tatsächlich anfallenden Gaskosten pro Monat berechnen.

Das bedeutet Brennwert

Der Brennwert liefert Hinweise zur Qualität des Gases und gibt an, wie viele Kilowattstunden Energie pro Kubikmeter Gas enthalten sind. Denn ein Kubikmeter Gas liefert nicht 100 Prozent nutzbare Energie, sondern ungefähr zwischen 8 und 12 Kilowattstunden. In Deutschland wird zwischen H-Gas (h=high) und L-Gas (l=low) unterschieden. H-Gas hat einen Brennwert zwischen 10 bis 12 kWh pro m3, L-Gas ungefähr 8 bis 10 kWh/m3. Für Gaskundinnen und Gaskunden ist es aber nicht entscheidend, ob sie H-Gas oder L-Gas beziehen, da nicht der Kubikmeter abgerechnet wird, sondern nur die enthaltene Energie in kWh.

Topf steht auf einem Gasherd

Heizungen neben einer Fensterfront

Das ist die Zustandszahl

Das Gasvolumen ist von verschiedenen Variablen abhängig. Dazu gehört beispielsweise der Luftdruck. Der Zustand bei Abgabe im Haushalt wird Betriebszustand genannt. Er unterscheidet sich in der Regel vom sogenannten Normzustand. Der Normzustand ist fest definiert und basiert auf einem Druck von 1 bar sowie einer Umgebungstemperatur von 0 Grad Celsius. Die Abweichung von der Norm wird mit der Zustandszahl, auch z-Zahl, angegeben. Sie gibt das Verhältnis zwischen Betriebs- und Normzustand an.

Dank der z-Zahl ist die Abrechnung des Energieversorgers sowohl im Winter als auch im Sommer, sowohl im Süden Deutschlands als auch in kühleren Gefilden und unabhängig von der Höhenlage, immer fair und vergleichbar.

Kilowatt in m3 umrechnen

Mit der oben genannten Formel kann der Verbrauch von Gas in Kubikmetern in die Energieeinheit Kilowattstunde berechnet werden. Mithilfe des aktuellen Gaspreises lassen sich dann die jährlichen oder monatlichen Kosten bestimmen. Um nun beispielsweise zu ermitteln, welcher Verbrauch in m3 im kommenden Jahr aus Kostengründen nicht überschritten werden sollte, können die Kilowattstunden auf der Rechnung natürlich auch in die Einheit Kubikmeter zurückgerechnet werden. So lernen Verbrauchende, die Angaben auf dem Gaszähler besser einzuschätzen und können gegebenenfalls Sparmaßnahmen ergreifen.

Liegt der jährliche Verbrauch in Kilowattstunden, wie im Beispiel oben, bei 18.240, wird er zunächst durch die Zustandszahl und durch den Brennwert dividiert. Das Ergebnis zeigt den jährlichen Verbrauch an. Um den ungefähren Verbrauch im Monat zu erfahren, muss diese Zahl nun nur noch durch 12 geteilt werden:

Kilowattstunden / 0,95 / 10 / 12 = monatlicher Verbrauch in m3

Vattenfall Tipp

Ihren Gasverbrauch in kWh können Sie auch ganz einfach überschlagen: Dazu multiplizieren Sie Ihren Gasverbrauch in Kubikmeter mit dem Faktor 10. Der Schätzwert kommt dem tatsächlichen Gasverbrauch recht nah – ganz ohne Brennwert und andere Angaben.

So lesen Sie Ihren Gasverbrauch ab

Einmal im Jahr müssen Verbraucher:innen ihren Gasverbrauch an das versorgende Energieunternehmen melden. Um zu vermeiden, dass der Versorger den Verbrauch zum Nachteil der Kundinnen und Kunden schätzt, ist es ratsam, der Bitte Folge zu leisten und den Verbrauch korrekt abzulesen und zu übermitteln. Wo Sie den Zähler finden und was es sonst noch zu beachten gilt, erfahren Sie in unserem Artikel „Gaszähler ablesen“.

Gaszähler ablesen

Warum Gas in Kilowattstunden berechnet wird

Der Gaszähler misst nicht die gelieferte Energie, sondern das Gasvolumen, das im Haushalt ankommt. Erdgas ist ein Naturprodukt, dessen Brennwert je nach Quelle und Qualität variieren kann. Da die in einem Kubikmeter Gas enthaltene Energie nicht immer gleich ist, das reine Gasvolumen also keinen korrekten Aufschluss über die enthaltene Energie liefert, wird in Kubikmetern gemessen und später in Kilowattstunden abgerechnet.

Vattenfall Fazit

Auch wenn es zunächst kompliziert aussieht: Es geht einfach und schnell, den eigenen Gasverbrauch und damit die Kosten zu berechnen. Wer den Gaszähler im Blick behält, schont damit nicht nur die Haushaltskasse, sondern auch die Umwelt.

Frau mit einem Becher

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