Neue Gasheizung kaufen: Worauf ist zu achten? 

Aktualisiert am 1.9.2026

Lesedauer: 6 Minuten

Gasheizungen galten lange als bewährte Lösung für Immobilien: Sie sind vergleichsweise günstig, platzsparend und einfach in Betrieb zu nehmen. Durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist ihr Einbau wieder einfacher geworden. Allerdings steigen die Gaspreise und die CO₂-Abgabe. Und neu kommt die Biotreppe hinzu. Lohnt sich der Kauf einer neuen Gasheizung 2026 noch?

Wie funktioniert eine Gasheizung?

Gasheizungen erzeugen Wärme, indem in einem Heizungskessel Gas (Erdgas, Flüssiggas oder Biogas) verbrannt wird. Die dabei entstehende Wärme wird auf das Heizwasser übertragen, das dann über Heizkörper oder Fußbodenheizung in die Räume gelangt. Moderne Geräte liefern dabei meist auch das Warmwasser für Küche und Bad. Derzeit sind Gasheizungen noch die häufigste Heizlösung in Deutschland: Jedes zweite Gebäude mit Wohnraum wird mit Erdgas beheizt (Stand Mikrozensus 2025).

Welche Gasheizungen gibt es?

Grundsätzlich lassen sich drei Gasheizungstypen unterscheiden:

Gastherme:

Eine Gastherme ist ein kompaktes Gerät, das in einzelnen Wohnungen oder kleinen Häusern zum Einsatz kommt. Sie besitzt meistens keinen integrierten Warmwasserspeicher, sondern erhitzt Wasser im Durchlaufprinzip. Dadurch ist sie vergleichsweise leicht und kann an der Wand – zum Beispiel in der Küche – befestigt werden. Der Nachteil: Da das Warmwasser erst bei Bedarf erhitzt wird, steht es nicht unbegrenzt und nicht an mehreren Zapfstellen gleichzeitig zur Verfügung.

Gas-Kompaktgerät:

Ein Gas-Kompaktgerät eignet sich vor allem für Einfamilienhäuser. Es verfügt in der Regel über einen integrierten Warmwasserspeicher, sodass es zuverlässig und in größeren Mengen warmes Wasser bereitstellt. In der Praxis bedeutet das: Während eine Person duscht, kann eine andere gleichzeitig Warmwasser in der Küche nutzen. Aufgrund ihres Gewichts sind Gas-Kompaktgeräte bodenstehend und werden meist im Heizungsraum oder Keller aufgestellt.

Gaskessel:

Ein Gaskessel, auch Gaszentralheizung genannt, ist darauf ausgelegt, mehrere Wohnungen gleichzeitig mit Heizwärme und Warmwasser zu versorgen.

Je nach Größe und verfügbarer Leistung eignen sich Gaskessel also für größere Gebäude wie Mehrfamilienhäuser, Wohnanlagen oder Gewerbeimmobilien. Die Warmwasserversorgung erfolgt in der Regel über einen zentralen Warmwasserspeicher, der ausreichend Warmwasser für mehrere Haushalte bereithält. Gaskessel sind aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts bodenstehend.

Gaskessel unterscheiden sich in der Technik und Effizienz:

Die sogenannte Gasbrennwerttechnik ist die modernste und effizienteste Form und gilt in Deutschland als Standard. Sie nutzt nicht nur die Wärme aus der Verbrennung, sondern auch die Kondensationswärme der Abgase zur Erwärmung des Heizwassers. Dadurch erhöht sich ihre Effizienz und sie spart Gas und CO₂-Emissionen ein.

Niedertemperaturkessel

Niedrigtemperaturkessel können bei niedrigeren Temperaturen (bis weit unter 70 Grad Celsius) betrieben werden. Allerdings nutzen sie die Kondensationswärme der Abgase nicht und sind daher weniger effizient. Konstanttemperaturkessel arbeiten dauerhaft bei hohen Temperaturen (70 bis 90 Grad Celsius). Die Technik ist heute veraltet, weil sie hohe Wärmeverluste und einen geringen Wirkungsgrad hat. Beide Typen werden nicht mehr hergestellt, sind in Bestandsgebäuden jedoch teilweise noch im Einsatz.

Was kostet eine Gasheizung?

Die Kosten für eine Gasheizung setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen. Neben den einmaligen Kosten für Anschaffung und Einbau sind auch spätere Betriebs- und Wartungskosten zu berücksichtigen.

Anschaffung und Einbau

Die Kosten einer Gasheizung hängen unter anderem von der Gebäudegröße, der benötigten Leistung sowie dem gewählten Hersteller ab. Für reine Gas-Brennwertgeräte ohne Montage und Zubehör können folgende Richtwerte angesetzt werden:

Gastherme: 3.500 bis 6.000 Euro

Gas-Kompaktgerät: 5.100 bis 7.200 Euro

Gaskessel: 5.200 bis 7.800 Euro

Neue Gasheizung einbauen: Für die Installation einer neuen Gasheizung fallen zusätzlich Kosten für Montage, Inbetriebnahme und gegebenenfalls Anpassungen an der Heizungsanlage an. Je nach Aufwand können hierfür typischerweise etwa 2.500 bis 5.000 € kalkuliert werden.

Gasheizung erneuern: Verbraucher:innen, die ihre alte Gasheizung austauschen wollen, müssen darüber hinaus mit zusätzlichen Kosten für den Rückbau der alten Heizung, den Umbau der alten Anschlüsse (Wasser, Abgas und Elektrik) sowie den Einbau der neuen Gasbrennwertheizung rechnen. Als Orientierungswert lässt sich eine Kostenverteilung von rund zwei Dritteln Materialkosten zu einem Drittel Einbaukosten ansetzen.

Betriebs- und Wartungskosten

Neben den Anschaffungs- und Einbaukosten müssen die laufenden Betriebskosten bedacht werden. Gas unterliegt Preisschwankungen und ist abhängig von politischen Entwicklungen, wie die Gaskrise 2022 deutlich gemacht hat. Die Betriebskosten für ein Einfamilienhaus, je nach Gaspreis und individuellem Verbrauch, liegen aktuell zwischen 1.500 und 3.000 Euro pro Jahr. Hinzu kommen jährliche Wartungskosten von etwa 250 bis 300 Euro.

CO2-Preis als zusätzlicher Kostenfaktor

Ein weiterer kritischer Faktor für die Wirtschaftlichkeit von Gasheizungen sind die steigenden CO₂-Abgaben. Gas ist ein fossiler Brennstoff und jede Gasheizung stößt CO₂ aus.

Um Emissionen zu reduzieren, erhebt der deutsche Staat seit 2021 eine stetig steigende Abgabe auf die ausgestoßene CO₂-Menge fossiler Brennstoffe. 2026 liegt der CO₂-Preis zwischen 55 und 65 Euro. Dass es hier keinen konkreten Wert mehr gibt, liegt daran, dass die begrenzt verfügbaren CO₂-Zertifikate seitdem im Auktionshandel an der Börse in einem gesetzlich geregelten Preiskorridor von wenigstens 55 und höchstens 65 Euro versteigert werden. Auch 2027 wird es einen gesetzlich geregelten Preiskorridor geben. Ab 2028 führen alle EU-Mitgliedstaaten einen europaweiten Brennstoffemissionshandel ein, bei dem die Zertifikate frei versteigert werden. Dadurch erhöhen sich die Betriebskosten für Gasheizungen kontinuierlich, was sich in höheren Heizkosten niederschlägt. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus bedeutet das, dass auf die jährlichen Heizrechnung alleine durch den CO2-Preis 2026 zwischen 260 und 310 Euro aufgeschlagen werden – Tendenz steigend.

Was das Gebäudemodernisierungsgesetz für Gasheizungen bedeutet

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) hat im Juli 2026 das Gebäudeenergiegesetz (GEG) abgelöst. Ziel des Gesetzes ist es, die Wärmewende voranzubringen und den Einsatz fossiler Brennstoffe schrittweise zugunsten erneuerbarer Energien zu reduzieren. Mit dem GModG gilt wieder die freie Heizungswahl. Eine funktionierende Gasheizung darf weiter betrieben werden. Einen gesetzlichen Zwang zum Austausch gibt es nicht. Ist eine Gasheizung defekt, kann sie repariert werden. Ist eine Reparatur technisch oder wirtschaftlich nicht mehr möglich, darf eine neue Gasheizung eingebaut werden.

Wichtig: Wer eine neue Gasheizung bei sich einbauen lässt, muss künftig die sogenannte Biotreppe beachten, die an die Stelle der 65-%-Regel für Erneuerbare Energien tritt. Sie schreibt für neue Gasheizungen ab 2029 schrittweise steigende Mindestanteile erneuerbarer Gase vor:
 

  • Ab 2029: mindestens 10 Prozent

  • Ab 2030: mindestens 15 Prozent

  • Ab 2035: mindestens 30 Prozent

  • Ab 2040: mindestens 60 Prozent


Da Biogas in der Herstellung teurer ist, als Erdgas in der Förderung, werden hierdurch die Gaspreise aller Wahrscheinlichkeit nach steigen.

Lohnt es sich noch, eine neue Gasheizung zu kaufen?

Wer eine neue Heizung anschafft, trifft eine Entscheidung für Jahrzehnte. Vor dem Hintergrund veränderter gesetzlicher Vorgaben stellt sich die Frage: Lohnt es sich, eine neue Gasheizung einzubauen? 

Der Kauf einer Gasheizung scheint im Vergleich zu anderen Heizsystemen zunächst günstiger. Zum Vergleich: Eine Wärmepumpe kostet inklusive Installation zwischen 22.000 und 40.000 Euro. Die tatsächlichen Kosten hängen unter anderem von der Gebäudesituation, der gewählten Wärmepumpentechnologie sowie erforderlichen Anpassungen am Heizsystem ab. Eine Gasheizung kostet dagegen grob gerechnet 8.000 – 15.000 Euro.

Gleichzeitig können Wärmepumpen je nach individueller Situation und Fördervoraussetzungen mit Zuschüssen von bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten gefördert werden. Die Förderhöhe nimmt jedoch schrittweise ab, sodass eine frühzeitige Antragstellung vorteilhaft sein kann. Die förderfähigen Kosten sind auf anfangs auf 28.000 Euro begrenzt und sinken halbjährlich. Maximal sind derzeit 22.400 Euro Zuschuss möglich. Gefördert werden weiterhin ausschließlich Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien, wie Wärmepumpen. Für Gasheizungen gibt es keine Förderung.

Was genau sich durch das neue Heizungsgesetz ändert, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Durch den Förderzuschuss für Wärmepumpen lassen sich die Anschaffungskosten einer Wärmepumpe deutlich senken.

Im laufenden Betrieb ist das Heizen mit Gas heute schon teurer als mit einer Wärmepumpe: Zu den Gründen dafür zählen schwankende und bisweilen ziemlich hohe Gaspreise, steigende CO₂-Abgaben und steigende Netzentgelte. Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien sind von diesen Kostenfaktoren unabhängig und können sich durch geringere Betriebskosten und eine höhere Effizienz bereits nach einigen Jahren rechnen.

Welche Heizlösung am sinnvollsten ist, hängt auch stark vom Gebäude ab. Faktoren wie Dämmstandard, Wärmebedarf und vorhandene Anschlüsse spielen eine zentrale Rolle. Während Neubauten in der Regel gut gedämmt sind und sich besonders eignen für Heizsysteme, die Strom aus erneuerbaren Quellen oder Umweltwärme nutzen, erfordern Altbauten häufig individuelle Lösungen oder Übergangstechnologien wie Hybridheizungen. Eine Energieberatung hilft bei der Entscheidung und wird staatlich gefördert.

Mit Blick auf die kommenden Jahre zeigt sich ein klarer Trend: Heizsysteme wie Wärmepumpen sind nicht direkt von steigenden CO₂-Abgaben auf fossile Brennstoffe betroffen. Durch ihre Effizienz können sie je nach Gebäude, Wärmebedarf, Strompreis und möglicher Förderung zu geringeren Betriebskosten führen.

Reine Gasheizungen werden dagegen zunehmend teurer im Betrieb – und ab 2045 dürfen Gebäude nur noch mit erneuerbaren Energien beheizt werden.

„Welche Rolle spielt Gas künftig beim Heizen?”

Eine neue Gasheizung wirkt auf den ersten Blick günstiger – langfristig ist jedoch mit steigenden Gaspreisen und CO2-Abgaben zu rechnen.

Wärmepumpen können auch über 2029 hinaus mehr Planungssicherheit bieten, da sie nicht von den Vorgaben der Biotreppe für neue Gasheizungen betroffen sind.

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Gasheizungen sind weiterhin zulässig, sofern sie die Vorgaben der Biotreppe erfüllen. Die frühere Vorgabe, dass neu eingebaute Heizungen mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen müssen, ist mit dem GModG entfallen – ebenso die Pflicht zur Beratung vor dem Einbau einer neuen Gasheizung.

Hybridgasheizung als mögliche Alternative

Um den Gasverbrauch zu reduzieren, kann eine Hybridgasheizung eine sinnvolle Lösung sein. Sie kombiniert die bestehende Gasheizung mit einer erneuerbaren Technologie wie Solarthermie oder Wärmepumpe. Diese kann in Übergangszeiten einen Teil des Wärmebedarfs übernehmen und dadurch den Gasverbrauch senken. Je nach eingesetzter Technologie, Betriebsweise und Strom- bzw. Energiequelle können sich auch die laufenden Kosten und CO₂-Emissionen reduzieren. Die Gasheizung bleibt für sehr kalte Tage als Reserve in Bereitschaft. Wie genau die Technologie funktioniert und in welchen Fällen sie sich lohnt, lesen Sie in unserem Beitrag über Hybridgasheizungen.

Fazit: Ist der Kauf einer neuen Gasheizung noch sinnvoll?

Rechtlich ist der Einbau einer neuen Gasheizung mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz wieder unkomplizierter geworden. Wirtschaftlich verliert die Technologie jedoch an Attraktivität. Die Anschaffungskosten sind zwar weiterhin günstig, doch steigende Gaspreise, wachsende CO₂-Abgaben, die Biotreppe und die fehlende Förderung erhöhen die langfristigen Kosten deutlich. Wer heute eine neue Heizung anschafft, ist mit hybriden Heizlösungen oder Heizsystemen auf Basis erneuerbarer Energien wie Wärmepumpen meist besser beraten: Sie bieten niedrigere laufende Kosten, mehr Planungssicherheit dank weniger Preisschwankungen im Energiemarkt und eine Lösung, die besser zu den regulatorischen Anforderungen und möglichen Kostenentwicklungen passen kann.

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