Neue Gasheizung kaufen: Worauf ist zu achten?
Erstellt am 27.2.2026
Lesedauer: 6 Minuten
Gasheizungen galten lange als bewährte Lösung für Immobilien: Sie sind vergleichsweise günstig, platzsparend und einfach in Betrieb zu nehmen. Doch angesichts neuer gesetzlicher Vorgaben und steigender Energiepreise stellt sich die Frage: Lohnt sich der Kauf einer neuen Gasheizung im Jahr 2026 noch?
Wie funktioniert eine Gasheizung?
Gasheizungen erzeugen Wärme, indem in einem Heizungskessel Gas (Erdgas, Flüssiggas oder Biogas) verbrannt wird. Die dabei entstehende Wärme wird auf das Heizwasser übertragen, das dann über Heizkörper oder Fußbodenheizung in die Räume gelangt. Moderne Geräte liefern dabei meist auch das Warmwasser für Küche und Bad. Derzeit sind Gasheizungen noch die häufigste Heizlösung in Deutschland: Jedes zweite Gebäude mit Wohnraum wird mit Erdgas beheizt (Stand Zensus 2025).
Gastherme:
Eine Gastherme ist ein kompaktes Gerät, das in einzelnen Wohnungen oder kleinen Häusern zum Einsatz kommt. Sie besitzt meistens keinen integrierten Warmwasserspeicher, sondern erhitzt Wasser im Durchlaufprinzip. Dadurch ist sie vergleichsweise leicht und kann an der Wand – zum Beispiel in der Küche – befestigt werden. Der Nachteil: Da das Warmwasser erst bei Bedarf erhitzt wird, steht es nicht unbegrenzt und nicht an mehreren Zapfstellen gleichzeitig zur Verfügung.
Gas-Kompaktgerät:
Ein Gas-Kompaktgerät eignet sich vor allem für Einfamilienhäuser. Es verfügt in der Regel über einen integrierten Warmwasserspeicher, sodass es zuverlässig und in größeren Mengen warmes Wasser bereitstellt. In der Praxis bedeutet das: Während eine Person duscht, kann eine andere gleichzeitig Warmwasser in der Küche nutzen. Aufgrund ihres Gewichts sind Gas-Kompaktgeräte bodenstehend und werden meist im Heizungsraum oder Keller aufgestellt.
Gaskessel:
Ein Gaskessel, auch Gaszentralheizung genannt, ist darauf ausgelegt, mehrere Wohnungen gleichzeitig mit Heizwärme und Warmwasser zu versorgen.
Je nach Größe und verfügbarer Leistung eignen sich Gaskessel also für größere Gebäude wie Mehrfamilienhäuser, Wohnanlagen oder Gewerbeimmobilien. Die Warmwasserversorgung erfolgt in der Regel über einen zentralen Warmwasserspeicher, der ausreichend Warmwasser für mehrere Haushalte bereithält. Gaskessel sind aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts bodenstehend.
Gaskessel unterscheiden sich in der Technik und Effizienz:
Die sogenannte Gasbrennwerttechnik ist die modernste und effizienteste Form und gilt in Deutschland als Standard. Sie nutzt nicht nur die Wärme aus der Verbrennung, sondern auch die Kondensationswärme der Abgase zur Erwärmung des Heizwassers. Dadurch erhöht sich ihre Effizienz und sie spart Gas und CO₂-Emissionen ein.

Niedertemperaturkessel
können bei niedrigeren Temperaturen (bis weit unter 70 Grad Celsius) betrieben werden. Allerdings nutzen sie die Kondensationswärme der Abgase nicht und sind daher weniger effizient. Konstanttemperaturkessel arbeiten dauerhaft bei hohen Temperaturen (70 bis 90 Grad Celsius). Die Technik ist heute veraltet, weil sie hohe Wärmeverluste und einen geringen Wirkungsgrad hat. Beide Typen werden nicht mehr hergestellt, sind in Bestandsgebäuden jedoch teilweise noch im Einsatz.
Anschaffung und Einbau
Die Preise für eine Gasheizung hängen unter anderem von der Gebäudegröße und dem Hersteller ab. Für reine Heizgeräte mit Brennwerttechnik – ohne Zubehör und Einbau – ergeben sich folgende Richtwerte:
Gastherme: 3.500 bis 6.000 Euro
Gas-Kompaktgerät: 5.100 bis 7.200 Euro
Gaskessel: 5.200 bis 7.800 Euro
Neue Gasheizung einbauen: Für den Einbau einer neuen Gasheizung sollten Verbraucher:innen mit Kosten von ca. 2.500 Euro rechnen.
Gasheizung erneuern: Verbraucher:innen, die ihre alte Gasheizung austauschen wollen, müssen mit zusätzlichen Kosten für den Rückbau der alten Heizung, den Umbau der alten Anschlüsse (Wasser, Abgas und Elektrik) sowie den Einbau der neuen Gasbrennwertheizung rechnen. Als Orientierungswert lässt sich eine Kostenverteilung von rund zwei Dritteln Materialkosten zu einem Drittel Einbaukosten ansetzen.
Betriebs- und Wartungskosten
Neben den Anschaffungs- und Einbaukosten müssen die laufenden Betriebskosten bedacht werden. Gas unterliegt Preisschwankungen und ist abhängig von politischen Entwicklungen, wie die Gaskrise 2022 deutlich gemacht hat. Die Betriebskosten für ein Einfamilienhaus, je nach Gaspreis und individuellem Verbrauch, liegen aktuell zwischen 1.500 und 3.000 Euro pro Jahr. Hinzu kommen jährliche Wartungskosten von etwa 250 bis 300 Euro.
CO2-Preis als zusätzlicher Kostenfaktor
Ein weiterer kritischer Faktor für die Wirtschaftlichkeit von Gasheizungen sind die steigenden CO₂-Abgaben. Gas ist ein fossiler Brennstoff und jede Gasheizung stößt CO₂ aus.

Um Emissionen zu reduzieren, erhebt der deutsche Staat seit 2021 eine stetig steigende Abgabe auf die ausgestoßene CO₂-Menge fossiler Brennstoffe. 2026 liegt der CO₂-Preis zwischen 55 und 65 Euro. Dass es hier keinen konkreten Wert mehr gibt, liegt daran, dass die begrenzt verfügbaren CO₂-Zertifikate seitdem im Auktionshandel an der Börse in einem gesetzlich geregelten Preiskorridor von wenigstens 55 und höchstens 65 Euro versteigert werden. Das gleiche gilt für 2027, wobei hier noch kein Preiskorridor feststeht. Ab 2028 führen alle EU-Mitgliedstaaten einen europaweiten Brennstoffemissionshandel ein, bei dem die Zertifikate frei versteigert werden. Dadurch erhöhen sich die Betriebskosten für Gasheizungen kontinuierlich, was sich in höheren Heizkosten niederschlägt. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus kann das bedeuten, dass die jährlichen Heizkosten um 30 bis 50 Euro pro Jahr nach oben gehen – Tendenz steigend.
Lohnt es sich noch, eine neue Gasheizung zu kaufen?
Wer eine neue Heizung anschafft, trifft eine Entscheidung für Jahrzehnte. Vor dem Hintergrund verschärfter gesetzlicher Vorgaben stellt sich daher die Frage: Lohnt es sich noch, eine neue Gasheizung einzubauen?
Der Kauf einer Gasheizung scheint im Vergleich zu anderen Heizsystemen zunächst günstiger. Zum Vergleich: Eine Wärmepumpe kostet inklusive Installation zwischen 27.000 und 40.000 Euro. Im laufenden Betrieb ist das Heizen mit Gas jedoch meist teurer: Den niedrigeren Anschaffungskosten stehen schwankende Gaspreise und steigende CO₂-Abgaben gegenüber. Erneuerbare Heizsysteme sind von diesen Kostenfaktoren weitgehend unabhängig und können sich durch geringere Betriebskosten und eine höhere Effizienz bereits nach wenigen Jahren rechnen.
Hinzu kommt, dass Wärmepumpen laut GEG derzeit noch mit bis zu 70 Prozent staatlich gefördert werden. Gasheizungen dagegen werden seit 2022 nicht mehr staatlich gefördert. Nach Abzug der Förderung sind Wärmepumpen teilweise bereits für 9.000 Euro zu haben. Damit sind sie nicht mehr teurer als eine Gasheizung.
Welche Heizlösung am sinnvollsten ist, hängt auch stark vom Gebäude ab. Faktoren wie Dämmstandard, Wärmebedarf und vorhandene Anschlüsse spielen eine zentrale Rolle. Während Neubauten in der Regel gut gedämmt sind und sich besonders für erneuerbare Heizsysteme eignen, erfordern Altbauten häufig individuelle Lösungen oder Übergangstechnologien wie Hybridheizungen. Eine Energieberatung hilft bei der Entscheidung und wird staatlich gefördert.
Mit Blick auf die kommenden Jahre zeigt sich ein klarer Trend: Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien oder Hybridlösungen bieten langfristig mehr Planungssicherheit. Reine Gasheizungen werden dagegen zunehmend teurer im Betrieb – bis sie ab 2045 schließlich ganz verboten werden.

Rechtliche Vorgaben erhöhen die Kosten
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG), auch bekannt als Heizungsgesetz, legt fest, welche Kriterien neue und bestehende Heizsysteme in Deutschland erfüllen müssen. Ziel des Gesetzes ist es, die Wärmewende voranzubringen und den Einsatz fossiler Brennstoffe schrittweise zugunsten erneuerbarer Energien zu reduzieren.
Laut GEG ist der Betrieb von Heizungen mit fossilen Brennstoffen noch bis zum 31. Dezember 2044 gestattet. Wer eine intakte Gasheizung hat, die unter 30 Jahre alt ist, darf diese also bis auf Weiteres nutzen. Ab 2045 müssen Gebäude jedoch ausschließlich mit erneuerbaren Energien beheizt werden.
Sollte eine vorhandene Gasheizung kaputtgehen und nicht mehr repariert werden können, gilt eine Austauschfrist von fünf Jahren. Innerhalb dieser Frist ist der Einbau von Systemen, die nicht mit 65 Prozent erneuerbarer Energie arbeiten, noch möglich. Eigentümer:innen sind jedoch verpflichtet, den Anteil regenerativer Energien durch hybride Lösungen oder ergänzende Technologien schrittweise zu erhöhen:
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Ab 2029: mindestens 15 Prozent
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Ab 2035: mindestens 30 Prozent
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Ab 2040: mindestens 60 Prozent
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Ab 2045: 100 Prozent
Für neue Heizungen gilt seit Januar 2024, dass sie mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen müssen. Diese Regelung gilt allerdings vorerst nur für Neubauten in Neubaugebieten. Ab dem 1. Juli 2026 dürfen in Großstädten keine neuen reinen Gas- oder Ölheizungen mehr verbaut werden. Übergangsregelungen gibt es nur für Gebäude mit Nah-/Fernwärmeanschluss oder Biogas.
Ab 2028 sollen schließlich alle neuen Heizungen mit 65 Prozent erneuerbaren Energien laufen – unabhängig von Gebäudetyp und Standort.
Hybridgasheizung als mögliche Alternative
Um den Gasverbrauch zu reduzieren, kann eine Hybridgasheizung eine sinnvolle Lösung sein. Sie kombiniert die bestehende Gasheizung mit einer erneuerbaren Technologie wie Solarthermie oder Wärmepumpe. Diese liefert fossilfreie Wärme in der Übergangszeit und senkt dadurch Gasverbrauch, Betriebskosten und CO₂-Emissionen. Da dieser Teil ohne Verbrennung arbeitet, entstehen weder Feinstaub noch anderer klimaschädlicher Schadstoffausstoß. Die Gasheizung bleibt für sehr kalte Tage als Reserve in Bereitschaft. Wie genau die Technologie funktioniert und in welchen Fällen sie sich lohnt, lesen Sie in unserem Beitrag über Hybridgasheizungen.
Fazit: Ist der Kauf einer neuen Gasheizung noch sinnvoll?
Die reinen Anschaffungskosten für Gasheizungen sind weiterhin günstig, doch die Technologie verliert an Attraktivität. Steigende Gaspreise, wachsende CO₂-Abgaben und fehlende Förderung erhöhen die langfristigen Kosten deutlich. Gesetzgeber in Deutschland und der EU treiben die Wärmewende voran und setzen auf erneuerbare Energien. Wer heute eine neue Heizung anschafft, ist mit hybriden Heizlösungen oder Heizsystemen auf Basis erneuerbarer Energien wie Wärmepumpen meist besser beraten: Sie bieten niedrigere laufende Kosten, mehr Planungssicherheit und eine zukunftsfähige Lösung.
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