So sinnvoll sind Brennwertheizungen

Zuletzt aktualisiert am 20.8.2026

Lesedauer: 7 Minuten

Kaum ein Thema wurde in den vergangenen Jahren so intensiv diskutiert wie die Zukunft von Heizsystemen – und damit auch die Frage, welche Rolle Brennwertheizungen künftig noch spielen werden. Seit Inkrafttreten des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) können sich Eigentümer:innen wieder für den Einbau einer Gasbrennwertheizung entscheiden. Da sie mit Gas betrieben wird, gibt es für sie jedoch keine staatliche Förderung. Erfahren Sie, wie eine Gasbrennwertheizung funktioniert, welche gesetzlichen Regelungen gelten und für wen sie heute noch infrage kommt. 

So funktioniert eine Brennwertheizung

Ein Heizkessel mit Brennwerttechnik nutzt neben der Verbrennung auch die Wärme aus den Abgasen: Ein Wärmetauscher kühlt die Abgase so weit ab, dass der Wasserdampf kondensiert. Diese freigesetzte Wärme kann dann zum Heizen verwendet werden. Die Brennwerttechnik holt somit mehr Energie aus dem Brennstoff – mit einem Wirkungsgrad von 90 bis 99 Prozent. Zum Vergleich: Der Wirkungsgrad von herkömmlichen Gasheizungen liegt bei etwa 85 bis 93 Prozent.

Dabei gilt: Je niedriger die Rücklauftemperatur der Heizung, desto besser. Die Rücklauftemperatur entspricht der Temperatur des abgekühlten Heizungswassers, das zum Wärmeerzeuger zurückfließt.

Niedrige Rücklauftemperaturen erreichen Sie beispielsweise durch großflächige Heizkörper wie Fußbodenheizungen. Bei einem Gasbrennwertkessel darf die Temperatur des Rücklaufwassers die Grenze von 57 Grad Celsius nicht überschreiten, damit es zur Kondensation kommt. Bei einem Ölbrennwertkessel liegt die Grenze bei 47 Grad Celsius. Je kühler der Heizungsrücklauf ist, desto mehr Wasser kondensiert in der Brennwertheizung. Diese gewinnt mehr Wärme aus dem Abgas zurück und verbraucht dadurch umso weniger Brennstoff. Eine niedrige Temperatur im Heizungsrücklauf bringt also eine höhere Effizienz und zugleich niedrigere Heizkosten mit sich. Allerdings arbeitet eine Gasbrennwertheizung mit Erdgas und damit mit einem fossilen Brennstoff. Ihr Einbau nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) weiterhin erlaubt. Aber mit Auflagen: Statt der 65-%-Regel des Gebäudeenergiegesetzes gilt künftig die Biotreppe, ein ab 2029 schrittweise steigender Anteil an Biogas für ab Juli 2026 neu eingebaute Gas- und Ölheizungen. 

Kombination mit erneuerbaren Energien

Gasbrennwertheizungen können mit erneuerbaren Energien zu sogenannten Gas-Hybridheizungen verbaut werden: Dabei lassen sich Sonne, Umweltwärme (wie Luft- oder Erdwärme) oder Biomasse (etwa Holz) als zusätzliche Energiequellen nutzen, um den Verbrauch von Erdgas oder Flüssiggas zu reduzieren.  

Im Vergleich zu Gasbrennwertheizungen, die mit Gas ausschließlich einen fossilen Brennstoff zum Heizen nutzen, hat eine Hybrid-Lösung einige Vorteile: Indem sie primär die Erneuerbare-Energie-Komponente verbraucht und auf den fossilen Brennstoff erst zugreift, wenn diese ausgeschöpft ist, kann sie dazu beitragen, weniger Gas zu verbrauchen, und so Heizkosten zu sparen. Zudem kann der Heiz-Teil, der mit Sonne, Umweltwärme oder Biomasse arbeitet, ein Schritt in die Richtung sein, den CO2-Ausstoß zu verringern.  

Unterschied: Gasbrennwertheizung & konventionelle Gasheizung

Ein Gasbrennwertkessel greift auf den gesamten Brennwert des Gases zurück. Er setzt sich aus dem Heizwert und der Kondensationswärme zusammen, die im Abgas gebunden ist. Dasselbe Prinzip gilt auch für Ölbrennwertkessel. Heizanlagen mit Brennwerttechnik erreichen einen Nutzungsgrad von etwa 85 bis 99 Prozent.

Bei einer älteren konventionellen Gasheizung entweicht nach dem Verbrennungsprozess viel Wärme durch den Schornstein. Dabei wird nur der Heizwert des Gases genutzt. Die Effektivität hängt vom verwendeten Heizsystem ab. Niedertemperaturkessel setzen rund 87 Prozent des Energiegehalts im Brennstoff um. Bei älteren Konstanttemperaturkesseln kann der Nutzungsgrad sogar nur bei 68 Prozent liegen. 

Vor- und Nachteile der Brennwerttechnik

Vorteile

Ein Vorteil der Brennwerttechnik ist die optimale Ausnutzung des Brennstoff-Energiegehalts. Das System arbeitet effizienter und spart dadurch im Vergleich zu einer herkömmlichen Heizung Kosten. Brennwertthermen benötigen zudem nur wenig Platz und können flexibel im Haus platziert werden.  

Ihr größtes Potenzial entfaltet die Brennwertheizung heute in Kombination mit erneuerbaren Energien. Sogenannte Gas-Hybridheizungen können den Gasverbrauch, den CO2-Ausstoß und die Heizkosten während der Nutzungsphase anteilig senken, indem sie neben Gas auch Energie aus Sonne, Wind und Umweltwärme nutzen. Die Hybridheizungen machen Verbraucher:innen unabhängiger von den weiter steigenden Brennstoffpreisen und lassen sich flexibel erweitern, da sie modular aufgebaut sind. 

Nachteile

Der größte Nachteil der Brennwerttechnik bleibt die Umweltbelastung durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen. Zwar gilt Biogas im Kreislauf als weniger belastend für das Klima, da Pflanzen CO2 zuvor beim Wachsen aus der Luft aufgenommen haben, bei der Verbrennung im Keller entsteht jedoch weiterhin CO2. Zudem können die Heizkosten durch steigende CO2-Preise – eine Art Umweltsteuer – weiter zunehmen. Aktuell liegt der CO2-Preis für fossile Brennstoffe in einem Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne CO2. 2028 soll die Preisbindung der CO2-Steuer aufgehoben werden, wodurch die Kosten weiter steigen. 

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Zusätzlich können künftig steigende Anforderungen an den Einsatz von Biobrennstoffen die Betriebskosten beeinflussen. Die sogenannte Biotreppe verpflichtet Betreiber:innen neuer Gas- und Ölheizungen ab 2029 schrittweise zu einem höheren Anteil an Biogas. Auch bei Gas-Hybridheizungen kann dies den verbleibenden Gasverbrauch betreffen. 

Weitere Nachteile von Brennwertheizungen: Die Brennwertkessel selbst sind teurer, da sie aus korrosionsbeständigem Edelstahl hergestellt werden müssen. Der Grund: Das bei der Verbrennung entstehende Kondensat ist sauer und würde unedle Werkstoffe angreifen. Der Einbau ist zudem etwas komplizierter, da die Geräte einen Abwasseranschluss brauchen.

Kosten von Brennwerttechnik

Die Kosten einer Gasbrennwertheizung unterscheiden sich je nach Ausgangslage, Hersteller:innen und Verbraucher:innen-Wünschen – hier ein Überblick verschiedener Situationen: 

  • Die Anschaffungskosten für ein neues Gasbrennwertgerät liegen etwa zwischen 3.500 und 7.800 Euro. Wichtig: Nicht alle Geräte lassen sich mit erneuerbaren Energien betreiben. 

  • Die Installation kostet circa 2.000 Euro.

  • Eine Schornsteinsanierung für die Abgasführung kostet zwischen 1.000 und 2.000 Euro. 

  • Für den Austausch einer alten Gasheizung in einem Einfamilienhaus sollten Sie mit mindestens 8.000 Euro rechnen. 

  • Die Umrüstung eines Einfamilienhauses von Öl auf Gas kostet zwischen 10.000 und 15.000 Euro.

  • Im Neubau beginnen die Preise für eine Gas-Hybridheizung bei etwa 20.000 Euro.

  • Eine Kombination aus Gasbrennwertheizung und Solaranlage kostet zwischen 15.000 und 20.000 Euro.

  •  Für eine Gasbrennwertheizung mit integrierter Wärmepumpe sollten Sie mit Ausgaben von 20.000 bis 25.000 Euro rechnen.

  • Ein separater Warmwasserspeicher ist mit Kosten von 1.400 bis 6.000 Euro zu veranschlagen.

  • Die monatlichen Verbrauchskosten in einem Einfamilienhaus betragen rund 130 bis 140 Euro, was jährlich etwa 1.600 bis 1.700 Euro entspricht.

  • Wartung und Schornsteinfeger kosten jährlich circa 150 bis 250 Euro.

Wartung & Lebensdauer

Für einen effizienten und sicheren Betrieb sind regelmäßige Wartungen durch einen Fachbetrieb erforderlich. Dabei werden unter anderem Brenner, Wärmetauscher und die Kondensatführung überprüft. Zudem erfolgen gesetzlich vorgeschriebene Kontrollen, etwa durch eine:n Schornsteinfeger:in. Typische Verschleißteile sind Zündelektroden, Umwälzpumpe und Brennerdrüsen. Viele Hersteller schreiben eine jährliche Wartung vor, da sonst die Garantie erlischt.

Wird der Einbau einer Brennwertheizung gefördert?

Grundsätzlich sind laut Gebäudemodernisierungsgesetz(GModG) nur Heizsysteme förderfähig, die erneuerbare Energien, wie beispielsweise Umweltwärme, nutzen. Da klassische Gas- oder Ölbrennwertheizungen mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, erhalten sie keine staatliche Förderung.

Eine Teilausnahme bilden Gas-Hybridheizungen: Wird eine Brennwertheizung mit erneuerbaren Energien kombiniert – zum Beispiel mit Solarthermie oder einer Wärmepumpe –, ist die nicht-fossile Komponente förderfähig. Die Grundförderung der KfW beträgt 30 Prozent, der Klimageschwindigkeitsbonus liegt bei 16 Prozent bis Februar 2027 und fällt danach schrittweise. Haushalte mit einem Jahreseinkommen von weniger als 50.000 Euro profitieren zusätzlich von einem Einkommensbonus von 10 bis 40 Prozent. Zeit ist dabei ein wichtiger Faktor: Der Förderhöchstbetrag liegt aktuell bei 28.000 Euro und sinkt ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um 750 Euro. 

Mehr Informationen hierzu finden Sie bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Muss eine alte Gasheizung noch ausgetauscht werden?

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) schreibt keine Austauschpflicht mehr für funktionierende Gasheizungen vor. Die frühere Regelung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), nach der bestimmte alte Öl- und Gasheizkessel nach 30 Jahren Betrieb ausgewechselt werden mussten, entfällt.

Trotzdem kann es sinnvoll sein, eine in die Jahre gekommene Gasheizung auszutauschen. Moderne Heizsysteme arbeiten häufig effizienter, können die Betriebskosten senken und der Staat unterstützt den Wechsel zu Heizsystemen auf Basis erneuerbarer Energien wie Wärmepumpen mit Förderungen.

Ob sich ein Austausch lohnt, hängt unter anderem vom Alter, Zustand und der Effizienz der bestehenden Anlage ab. Informationen über Alter und Modell finden Sie auf der Bedienungsanleitung oder dem Typenschild am Gerät. Alternativ können Sie den Hersteller, Ihre:n Schornsteinfeger:in, oder den/die für die Wartung zuständige(n) Installateur:in fragen. 

Technische Voraussetzungen für eine Gasbrennwerttherme

Der Austausch älterer Heizanlagen ist meist unkompliziert, da Rohrleitungen und Heizkörper weitergenutzt werden können. Dennoch gibt es einige Punkte zu beachten. 

Handwerker dämmt Außenwand

Energetischer Gebäude-Check

Bevor eine neue Heizung eingebaut wird, sollte daher der Wärmebedarf genau errechnet werden. Zudem kann es sinnvoll sein, Dämmmaßnahmen durchzuführen. So kann eine Heizung mit weniger Leistung eingebaut werden, was weniger kostet.

Wie hoch der Wärmebedarf ist und welche energetischen Maßnahmen für Ihr Gebäude sinnvoll sind, zeigt eine Energieberatung durch Expert:innen. Wird dabei ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellt, bezuschusst der Staat die Beratung mit 50 Prozent der Kosten – bei Ein- und Zweifamilienhäusern bis maximal 650 Euro. Unsere unabhängige Energieberatung verhilft Ihnen zu mehr Entscheidungssicherheit, was energetische Modernisierungen angeht.

Heizkörperprüfung

Im Rahmen einer Energieberatung werden auch die Heizkörper überprüft. Optimal für den Einbau einer Brennwertheizung sind Heizkörper mit einer niedrigen Rücklauftemperatur. So kann mehr Energie gespart werden.

Schornsteinsanierung

Der Schornstein sollte so ausgekleidet werden, dass das säurebildende Kondenswasser ihm nichts anhaben kann. Im Zweifelsfall kann ein neues Rohr eingezogen werden.

Abwasseranschluss vorhanden?

Das Kondensat aus dem Wärmetauscher des Brennwertkessels wird über das Abwasser abgeführt. Die Heizung braucht also einen Abwasseranschluss. Hat der Brennwertkessel eine größere Leistungsklasse, muss eventuell eine Neutralisierungsanlage zwischengeschaltet werden, da das Kondensat leicht sauer ist.

Hydraulischen Abgleich einplanen

Ein hydraulischer Abgleich stellt sicher, dass jeder Heizkörper die richtige Wärmemenge erhält und die Heizpumpe optimal funktioniert. Diese Schritte garantieren, dass die Brennwertheizung effektiv arbeitet. Diese Maßnahme wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit einem Zuschuss von 15 Prozent der Kosten gefördert. Sie gilt allerdings nur für Brennwertheizungen, die nicht älter als zwanzig Jahre sind. Das förderfähige Mindestinvestitionsvolumen liegt bei 300 Euro brutto.

 

 

Gesetzliche Vorgaben und Kostenentwicklung

Die frühere 65-Prozent-Regel des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) ist mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) entfallen. Eigentümer können bei der Wahl ihres Heizsystems grundsätzlich wieder technologiefrei entscheiden. Allerdings wird der Einbau einer neuen Gasheizung nicht gefördert, im Gegensatz zu Heizungen, die auf Basis erneuerbarer Energien wärmen.

Für neu eingebaute Gasheizungen, also auch Gasbrennwertheizungen, gilt nach dem GModG ab 2029 verpflichtend eine sogenannte Biotreppe: Der Anteil an Biobrennstoffen wie Biomethan oder Biogas muss als Beimischung zum Erdgas schrittweise steigen – auf 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040. Da Biogas in der Herstellung teurer ist, als die Gewinnung von Erdgas, dürfte das die Gaspreise künftig erhöhen. Dazu kommen steigende CO2-Kosten im Rahmen des nationalen Emissionshandels, die fossile Brennstoffe verteuern sollen. Auch die Netzentgelte dürften künftig in die Höhe gehen, da sich immer weniger Gaskund:innen die Netzkosten teilen.  

Wer sich heute für eine Gasbrennwertheizung entscheidet, sollte daher nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch die Betriebskosten im Blick behalten. Bei letzteren schneidet beispielsweise eine Wärmepumpe, die auf Umgebungswärme basiert, schon heute besser ab. 

Für Bestandsgebäude galt bisher: Wann Eigentümer beim Heizungstausch die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes erfüllen mussten, hing davon ab, ob die Kommune bereits eine Wärmeplanung vorgelegt hatte. Diese Regelung ist mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) entfallen. Die kommunale Wärmeplanung bleibt aber weiterhin eine wichtige Orientierung, welche Wärmeversorgung vor Ort künftig möglich ist. 

Gut zu wissen: Heizsysteme auf Basis fossiler Energieträger durften nach dem alten Gebäudeenergiegesetz nur nach einer Beratung durch Energieberatende, Schornsteinfeger:innen, Heizungsinstallateur:innen oder Elektrotechniker:innen eingebaut werden. Diese Pflicht gilt seit Juli 2026 nicht mehr. Eine Energieberatung lohnt sich dennoch: Sie zeigt, welche Heizlösung zum Gebäude passt und welche energetischen Maßnahmen sinnvoll sind. Wird dabei ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellt, bezuschusst der Staat die Beratung über das BAFA mit 50 Prozent der Kosten – bei Ein- und Zweifamilienhäusern bis maximal 650 Euro. 

Neue Brennwert­heizung mit Öl

In den meisten Fällen lohnt sich der Kauf eines neuen Öl-Brennwertkessels nicht. Natürlich senkt er die Heizkosten im Vergleich zu einer veralteten Ölheizung. Doch die Preise für Heizöl werden sich in den kommenden Jahren voraussichtlich auf einem hohen Niveau bewegen, unter anderem bedingt durch Produktionskürzungen. Auch der CO2-Preis – die Umweltabgabe auf die Nutzung von Heizöl – steigt immer weiter.

Neue Brennwert­heizung mit Gas

Die Anschaffungskosten sind zwar geringer als bei einer Wärmepumpe. Aber die Betriebskosten unterliegen Preisschwankungen, auch abhängig von politischen Entwicklungen, wie die Gaskrise 2022 deutlich gemacht hat. Ein weiterer kritischer Faktor für die Wirtschaftlichkeit von Gasheizungen sind die steigenden CO₂-Abgaben. Darüber hinaus werden die Netzentgelte voraussichtlich in die Höhe gehen, da sich die Kosten für das Gasnetz künftig auf immer weniger Gaskund:innen verteilen werden. Und nicht zuletzt könnte auch die Biotreppe für höhere Gaspreise sorgen, da der darin geforderte Biogasanteil teurer ist als Erdgas.

Die Agora-Studie „Durchbruch für die Wärmepumpe“ belegt, dass das Heizen mit einer Wärmepumpe selbst im unsanierten Altbau nach wenigen Jahren günstiger ist als die Kosten einer Gasheizung. Details erfahren Sie in unserem Artikel „Wärmepumpen amortisieren sich innerhalb weniger Jahre“.

Welche Heizkombinationen eignen sich?

Mit der neuen Gesetzeslage gewinnt die Frage nach der passenden Kombination für eine Hybridheizung an Bedeutung. Sie verbindet erneuerbare und fossile Energiequellen, etwa Solarenergie und Erdgas. Je nach Voreinstellung wählt sie automatisch die kostengünstigere oder schadstoffärmere Heizungsart aus. 

Anschaffungskosten

Eine hohe Energieersparnis erreicht die Brennwerttechnik zum Beispiel in Kombination mit Solarthermie. Im Sommer kann mit einer solchen Hybridlösung und einem Warmwasserspeicher in der Regel die Warmwassererzeugung über Sonnenenergie abgedeckt werden, sodass die Brennwertheizung nicht gebraucht wird. Die Anschaffungskosten für eine solche Anlage sind zwar deutlich höher – bei Pelletheizungen mit Solarthermie liegen sie bei circa 26.000 bis 36.000 Euro –, verringern die laufenden Energiekosten aber noch einmal. 

Auch eine Kombination aus einem Gas-Brennwertkessel und einer Wärmepumpe ist denkbar. Die Anschaffungskosten dafür liegen etwa zwischen 17.000 bis 35.000 Euro. 

Gut zu wissen: Die Komponente der Hybridheizung, die auf erneuerbaren Energien wie Solarthermie oder Wärmepumpe basiert, wird von der KfW bezuschusst. Die detaillierten Konditionen für die Förderung von Wärmepumpen finden Sie hier.

Speicher, Steuerung, Wartung

Verpflichtend bei einer Hybridheizung ist ein sogenannter Pufferspeicher, der zwischen 500 bis 1.500 Euro kostet. Die Steuerungseinheit entscheidet, welcher Wärmeerzeuger wann aktiv ist, und kostet circa 1.000 bis 2.000 Euro. Für die jährliche Wartung sollten Sie zwischen 100 bis 300 Euro einplanen. Pellet- und Gasheizungen müssen häufiger gewartet werden als beispielsweise Wärmepumpen.

Laufende Energiekosten

Durch die Kombination aus erneuerbaren Energien mit fossilen Brennstoffen können Hybridheizungen den Verbrauch fossiler Energie reduzieren. Die erneuerbare Komponente übernimmt den größtmöglichen Anteil an der Wärmeerzeugung, der fossile Anteil, der weiterhin Emissionen erzeugt, ergänzt nur bei Bedarf.

Der Verbrauch in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus lag laut Heizspiegel 2025 bei rund 16.000 kWh pro Jahr. Die Brennstoffpreise betrugen im Durchschnitt: Erdgas 11 ct/kWh, Heizöl 9,9 ct/kWh, Strom (Wärmepumpentarif) 25,6 ct/kWh, Holzpellets 5,7 ct/kWh.

Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit einem jährlichen Verbrauch von 16.000 kWh pro Jahr ergeben sich folgende Kosten (reine Energiekosten):  

Wärmebedarf gesamt: circa 16.000 kWh/Jahr 

Gasheizung allein: circa 1.760 Euro/Jahr 

Wärmepumpe (80%) + Gas (20%): circa 1.444 Euro/Jahr 

Pelletheizung + Solarthermie (60 % Pellets): circa 547 Euro/Jahr 

Ölheizung allein: circa 1.584 Euro/Jahr 

Konventionelle Gas- und Ölheizungen sind anfällig für Preisschwankungen und werden aufgrund steigender CO2-Preise, steigender Netzentgelte und der Einführung der Biotreppe langfristig voraussichtlich teurer. Hybridheizungen bieten mehr Unabhängigkeit und können Preisspitzen durch Nutzung erneuerbarer Energien wie Solarthermie oder Umgebungswärme besser abfedern. 

 

Wann lohnt sich die Investition in eine Hybridheizung?

 

Folgende Faktoren müssen berücksichtigt werden, um auszurechnen, ob sich eine Hybridheizung wirtschaftlich lohnt:

  • Betriebskosten: Einfluss des CO2-Preises, der Biotreppe und der Netzentgelte

  • Investitionskosten

  • Fördermöglichkeiten


Mehr über die möglichen Kombinationen erfahren Sie in unserem Artikel „Vor- und Nachteile von Hybridheizungen“.

 

 

 

 

Heizenergie auch in anderen Bereichen sparen

Ein neuer Brennwertkessel oder der Einbau einer Hybridheizung sind nicht das Einzige, womit sich Heizkosten sparen lassen.

Energetische Sanierung

Eine energetische Sanierung umfasst alle baulichen Maßnahmen, die den Energieverbrauch eines Gebäudes reduzieren können. Dazu zählt etwa eine effektive Dämmung, die auch die auch im Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) eine Rolle spielt.  Demnach gelten Nachrüstpflichten für die oberste Geschossdecke, wenn diese keinen ausreichenden Wärmeschutz aufweist, sowie für die Dämmung von Heizungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Räumen. Zudem kann eine Dämmpflicht greifen, wenn bei einer Sanierung mehr als zehn Prozent einer Außenbauteilfläche – etwa Fassade oder Dach – erneuert werden. Auch nach einem Eigentümer:innenwechsel kann innerhalb bestimmter Fristen eine Dämmung erforderlich sein.  Eine gute Lösung, um Häuser oder Wohnungen im Nachhinein zu dämmen und so Heizenergie zu sparen, kann eine Einblasdämmung sein. Ob Bestand oder Neubau – informieren Sie sich rechtzeitig über Ihre Pflichten und Anforderungen. Eine erste Anlaufstelle kann beispielsweise die Verbraucherzentrale sein. 

Heizkörper

Smart-Home-Heizsteuerung

Mit einem smarten Heizsystem lässt sich der Energieverbrauch optimieren und Energie sparen. Eine digitale Heizsteuerung heizt auf Wunschtemperatur, wann Sie es wollen, oder wenn sie erkennt, dass die Raumtemperatur gesunken ist. Hier erfahren Sie mehr zu smarten Heizsystemen.

Energiemanagementsystem – Solarstrom clever nutzen

Ein sogenanntes Energiemanagementsystem für den Haushalt (Home Energy Management System, kurz HEMS) kann den Stromverbrauch und die Stromproduktion zu Hause optimieren, wenn es eine Solaranlage und einen Stromspeicher gibt. Solarstrom wird dabei durch eine smarte Steuerung bestmöglich genutzt und verteilt. 

Fazit: Gasbrennwertheizung nur als Übergangslösung

Eine Brennwertheizung arbeitet deutlich effektiver als herkömmliche Gas- oder Ölheizungen, da sie zusätzlich die Wärme aus den Abgasen nutzt. Dennoch basiert sie weiterhin auf fossilen Brennstoffen. Der Einbau ist zwar nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) erlaubt, für reine Gas- oder Öl-Brennwertheizungen gibt es jedoch keine staatliche Förderung. Neben den nicht förderfähigen Anschaffungskosten sollten Eigentümer:innen auch langfristige Entwicklungen wie steigende Betriebskosten und die zunehmende Bedeutung erneuerbarer Energien berücksichtigen. Um in puncto neuer Heizungstechnik die richtige Entscheidung zu treffen, ist vor dem Tausch einer alten Heizungsanlage eine Energieberatung sinnvoll – auch wenn sie seit Juli 2026 gesetzlich nicht länger für neue Gasheizungen vorgeschrieben ist.  

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