So entwickelt sich die Ladeinfrastruktur in Deutschland
Immer mehr angemeldete Neuwagen in Deutschland sind Elektroautos. Für ihre Betankung entstehen bundesweit neue Stromtankstellen. Hier erhalten Sie einen Überblick zur Ladeinfrastruktur in Deutschland.

Zuletzt aktualisiert am 12.2.2026
Lesedauer: 5 Minuten
Mehr Elektroautos brauchen mehr Ladesäulen
545.140 Elektroautos wurden 2025 in Deutschland neu zugelassen. Das macht 19,1 % der gesamten Neuzulassungen aus. Mit 64 % sind fast zwei Drittel der E-Autos gewerblich angemeldet. Das macht deutlich, dass E-Mobile immer beliebter werden. Die neue Förderung für E-Wagen wird diesen Trend noch verstärken, auch wenn diese nicht für Unternehmen gilt. Diese profitieren dafür von steuerlichen Vorteilen.
Das Ziel der Regierung ist weiterhin, möglichst viele E-Autos in kurzer Zeit auf die Straße zu bringen. Ab 2035 soll EU-weit im Vergleich zu 2021 90 % weniger CO2 im Verkehr ausgestoßen werden, so dass der Marktanteil elektrischer Antriebe mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter steigen wird. Mit dem Fortschreiten der Verkehrswende braucht es natürlich auch mehr Ladeinfrastruktur. Die Bundesnetzagentur zählte zum
1. Dezember 2025 141.557 Normalladepunkte und 46.681 Schnellladepunkte in Deutschland. Eine Steigerung von 17 % im Vergleich zum Vorjahr.
Entwicklung der Schnellladeinfrastruktur
Die Zahl der Schnellladepunkte ist rasant gestiegen: Waren es Anfang 2022 noch weniger als 10.000, so lag die Zahl Ende 2025 schon bei mehr als 46.000. Seit 2025 ist auch das offizielle Deutschlandnetz der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur im Aufbau. Es besteht aus 9.000 gleichmäßig verteilten Schnellladepunkten – sowohl entlang von Autobahnen, in Städten und auch im ländlichen Raum. Mehr über die Vor- und Nachteile der Technik erfahren Sie in unserem Artikel zum Schnellladen. Mit Stand Dezmeber 2025 waren rund 184.000 öffentliche Ladepunkte erfasst. Mehr als jeder vierte davon ist ein DC-Schnelllader.
So wird der Aufbau von Ladeinfrastruktur vorangetrieben
Um den Aufbau von Ladeinfrastruktur in Städten zu fördern, schreibt das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) die Vorbereitung von Lademöglichkeiten bei allen Neubauten und größeren Renovierungen vor. Je nach Größe des Wohngebäudes müssen eine bestimmte Anzahl von Leerrohren verlegt werden, die den Einbau von Wallboxen erleichtern.
Ladeinfrastruktur betrifft auch Unternehmen
Aktuell zeigen Unternehmen noch ein verhaltenes Engagement bei der Umstellung der Fuhrparks auf Elektromobilität. Geotab, ein Anbieter für vernetzte Transportlösungen, fand in einer Studie 2024 heraus, dass aktuell nur ein Viertel aller Fuhrparkmanager davon ausgeht, dass Elektrofahrzeuge in ihren Flotten bis 2028 eine dominante Rolle spielen werden. Aktuell liegt der Anteil von elektrisch betriebenen Fahrzeugen in Unternehmen schätzungsweise zwischen 10 bis 20 %. Immerhin ein Fünftel der Befragten wollten aber ihren gesamten Fuhrpark elektrifizieren.
Gleichzeitig steigen die gesetzlichen Anforderungen: Seit Anfang 2024 müssen viele Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeiter:innen nachweisen, dass sie nachhaltig handeln. So schreibt es die EU-Richtlinie Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) vor. Seit Januar 2025 gilt diese auch für Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeiter:innen. Direkte Emissionen können dabei durch die Umstellung der Firmenflotte auf Elektromobilität vermieden werden, indirekte Emissionen wiederum durch den Aufbau von Ladeinfrastruktur.
Gut zu wissen: Alles Wissenswerte über Fördermöglichkeiten finden Sie im Artikel zur Energieförderung zusammengefasst.

Das Ziel des 2019 eingeführten Masterplans Ladeinfrastruktur lautete: eine Million öffentliche Ladepunkte bis 2030. Gesteuert wird der Ausbau des öffentlichen Ladenetzes von der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur. Bis 2022 wurden rund 255.000 Ladepunkte für Kommunen und Unternehmen vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert. Mit dem Programm „Öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ stellte das Ministerium bis 2025 noch einmal 500 Millionen Euro zur Verfügung.
Im November 2025 wurde der Masterplan Ladeinfrastruktur mit neuen Maßnahmen veröffentlicht. Die Verteilnetzbetreiber sind nun gesetzlich verpflichtet, die Netze so auszubauen, dass 2030 problemlos 15 Millionen E-Fahrzeuge aufgeladen werden können. Außerdem soll ein neues Gesetz eine Schnelllademöglichkeit mit mindestens 150 kW für fast alle Tankstellen vorschreiben.
Seit Juli 2024 müssen alle neuen und öffentlich zugänglichen Ladepunkte mit einer Möglichkeit zum kontaktlosen Zahlen per Karte ausgestattet sein. So will es die dritte Ladesäulenverordnung (LSV). Diese neue Vorgabe hat das Bezahlen an öffentlich zugänglichen Ladepunkten erheblich erleichtert. Für Unternehmen ist es sogar noch einfacher. Sie können Zahlung und Abrechnung für die Mitarbeitenden über einen zentralen Ladekarten-Anbieter laufen lassen, egal bei welcher Ladesäule diese Strom tanken.
Darüber hinaus gibt es weiterführende Initiativen zum Aufbau einheitlicher Kommunikationsstandards zwischen Ladesäule und Elektroauto. Die vielversprechendste ist Plug-&-Charge, hier beteiligen sich immer mehr Autohersteller sowie Wallboxanbieter und es gibt einen ISO-Standard (15118). Allerdings ist das System technisch sehr komplex, um eine sichere Kommunikation zwischen allen Akteuren zu gewährleisten. Daher wird Plug & Charge wahrscheinlich erst flächendeckend ausgerollt, wenn der Gesetzgeber den ISO-Standard 15118 verpflichtend in die Ladesäulenverordnung aufnimmt.

Gut zu wissen: Der ISO-Standard 15118 regelt weit mehr als nur den Stromfluss an der Ladesäule, er ist auch die Basis für bidirektionales Laden. Diese innovative Technik, bei der das Elektroauto selbst als Stromspeicher dient, könnte eine wichtige Rolle bei der Umstellung unserer Energieversorgung auf erneuerbare Energien spielen.
Fazit: Bessere Ladeinfrastruktur für mehr Elektromobilität
Die deutsche Ladestruktur befindet sich auf einem guten Weg. Mit rund 200.000 Ladestationen, sowohl entlang der Autobahnen als auch im ländlichen Raum, ist die nächste Strom-Tankstelle meist nicht weit entfernt. Unternehmen, die auf Elektromobile setzen, profitieren von einer guten Verfügbarkeit. Denn bei 15 % Auslastung der Ladestationen, kann man von einem Überangebot sprechen, das auch bei weiter steigenden E-Auto-Zahlen ausreichend Kapazitäten bietet. Verbunden mit einfachen Abrechnungssystemen über Ladekarten und den verschiedenen steuerlichen Vorteilen für Arbeitnehmer:innen und Dienstwagennutzer:innen wird Elektromobilität für Unternehmen in Deutschland immer attraktiver.
Ihr Unternehmen, unsere Energie
Zuverlässig, fair, zukunftsorientiert: Vattenfall versorgt Unternehmen jeder Größe und Branche mit Energie. Entdecken Sie jetzt unsere vielfältigen Lösungen.
Das könnte Sie ebenfalls interessieren
Gaspreisentwicklung 2026
Wie entwickeln sich die Gaspreise 2026? In diesem Artikel haben wir die wichtigsten für Ihre Budgetplanung zusammengefasst.
Strompreis-entwicklung 2026
Im Artikel erklären wir alle relevanten Entwicklungen rund um den Strommarkt 2026 für Unternehmen.
PV-Anlage richtig planen
Erafhren Sie hier, wie Sie Photovoltaik Stromkosten senken, Planungssicherheit schaffen und Ihre CO2-Bilanz verbessern.
Was ist die MaLo-ID?
So schafft die MaLo-ID seit 2018 klare Strukturen im Energiemarkt, vereinfacht Wechsel und Abrechnung und bildet die Basis für digitale, intelligente Energienetze.
Geopolitik und ihre Folgen für Energiepreise
Unsere Analyse zeigt, wie internationale Konflikte und politische Entscheidungen deutsche Unternehmen beeinflussen.
Steuern und Umlagen 2026
Was ändert sich bei Energieabgaben? Die wichtigsten Entwicklungen: leicht steigende Stromumlagen und sinkende staatliche Belastungen auf Gas durch den neuen C02-Preiskorridor.
Jetzt Newsletter abonnieren
5 Minuten für Unternehmen – Kostenloses Expertenwissen
✓ Monatliche Updates – kompakt aufbereitet
✓ Ausgewählte Fachartikel zu Energie & Business
✓ Branchenspezifische Interviews





