



Stromkosten
Die Stromkosten bezeichnen die finanziellen Ausgaben, die Verbraucher:innen und Unternehmen für den Bezug elektrischer Energie tätigen. Dabei wird unterschieden zwischen dem Preis je Kilowattstunde und dem monatlichen Grundpreis. Je nach Verbrauch, Tarifen, Standort und Anbieter variieren diese Kosten. Generell setzen sich Stromkosten aus drei Bestandteilen zusammen: 1) staatlich veranlassten Steuern, Abgaben, Umlagen und Mehrbelastungen, 2) Netzentgelten und Entgelten für den Messstellenbetrieb und 3) Strombeschaffung und Vertrieb.
Wo findet die Stromerzeugung statt?
Strom wird in verschiedenen Arten von Kraftwerken erzeugt und in das Stromnetz eingespeist. Zu den konventionellen Kraftwerken zählen beispielsweise Kohle-, Gas- und Kernkraftwerke, diese sind teilweise grund-, mittel- und spitzenlastfähig. Eine weitere Art sind regenerative Kraftwerke wie zum Beispiel Wind-, Wasser- und Solaranlagen. Diese Anlagen werden als fluktuierende, also dargebotsabhängige Anlagen bezeichnet. Darüber hinaus gehören auch Biomasse- und Geothermieanlagen zu den regenerativen Kraftwerken, sind aber gut regelbar. Seit einiger Zeit werden auch dezentrale Anlagen, besonders Solaranlagen als Dach- oder Balkonkraftwerke privat betrieben.
Die Bereitstellung von Elektroenergie muss zu jedem Zeitpunkt zeitgleich mit dem Verbrauch erfolgen, dazu werden Speicher in Form von Pumpspeicherkraftwerken oder Batteriespeichern eingesetzt. Um die zunehmende fluktuierende Energieerzeugung aus regenerativen Kraftwerken zu verbrauchen, werden Anreize geschaffen, damit die Verbraucher:innen die bereitstehende Energie kostengünstig in den Zeiten verbrauchen, in denen sie erzeugt wird. Im physikalischen Sinne wird in allen beschriebenen Kraftwerken eine Energieform in eine andere umgewandelt.
Über das Stromnetz gelangt der Strom von den Kraftwerken zu den Verbrauchsstandorten. Die Orte, die mit viel Strom versorgt werden müssen, sind Ballungszentren und Industriestandorte. In den letzten Jahrzehnten wurden Kraftwerke in der Nähe der Verbrauchsstandorte errichtet und je nach Bedarf betrieben. Wind- und Wasserkraftanlagen sind allerdings stark standortabhängig.
Die Herausforderung ist es derzeit, das Stromnetz an die Anforderungen der erneuerbaren Energiequellen anzupassen. Neben klassischen Ausbauarbeiten bieten neue Technologien vielversprechende Aussichten. Eine dieser Technologien sind Smart Grids: Intelligente Stromnetze, die nicht nur Energie, sondern auch Informationen transportieren.
Zentrales Element eines intelligenten Stromnetzes sind die Smart Meter (intelligente Stromzähler). Sie messen den Stromverbrauch in Echtzeit und übermitteln die Daten digital. Sie sind damit die „Schnittstelle“ zwischen Haushalten, Unternehmen und dem intelligenten Netz.
Mithilfe von Smart Metern sind Verbraucher:innen in der Lage von flexiblen Stromverträgen zu profitieren, die zum Beispiel direkt die Börsenpreise an Endkund:innen weitergeben. Zudem helfen Smart Meter auch im privaten Haushalt den Stromverbrauch transparent und nachvollziehbar darzustellen, um mögliche Einsparpotenziale zu identifizieren.
Aufbau des Strompreises
Der Strompreis setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen, die alle einen Einfluss auf die Stromkosten haben. Zu den wichtigsten Faktoren zählen:
1. Energiebeschaffung: Die Beschaffung von Strom aus verschiedenen Quellen hat einen direkten Einfluss auf den Strompreis.
2. Netzentgelt: Die Kosten für den Betrieb und die Instandhaltung des Stromnetzes, das den Strom zum Verbrauchsort bringt, werden in den Strompreis eingerechnet. Die Netzentgelte sind regional unterschiedlich hoch und werden von den jeweiligen Netzbetreibern festgelegt.
3. Steuern, Umlagen und Abgaben: Die deutsche Energiewende wird durch verschiedene Steuern, Abgaben und Umlagen finanziert, die ebenfalls den Strompreis beeinflussen. Diese werden von der Bundesregierung festgelegt.
4. Preise an der Strombörse: Sie bestimmen die Großhandelspreise und beeinflussen somit auch die Kosten für Haushaltsstrom.
Erneuerbare Energieträger
1. Wind: Windkraftanlagen wandeln Windenergie in Strom um. Die erzeugte Menge von Strom sank 2024 im Vergleich zum Vorjahr leicht um 1,4 % auf 136,0 Milliarden Kilowattstunden. Trotzdem stieg der Anteil der Windkraft an der Stromerzeugung von 30,8 % im Jahr 2023 auf 31,5 % im Jahr 2024 – die Windkraft ist damit die wichtigste Energiequelle in der inländischen Stromerzeugung.
2. Solar: Photovoltaikanlagen machen die Sonnenenergie nutzbar. 2024 stammten 13,8 % des inländischen Stroms aus PV-Anlagen. Die Stromeinspeisung aus Photovoltaik stieg damit gegenüber dem Vorjahr deutlich um 10,4 % auf 59,5 Milliarden Kilowattstunden – der höchste Anteil an Strom aus Photovoltaik seit Beginn der Erhebung im Jahr 2018.
3. Biomasse: Biogaskraftwerke nutzen organische Materialien wie Holz, Abfälle oder Pflanzen zur Stromerzeugung. Der Anteil am Energiemix beträgt etwa 6,5 %.
4. Wasser: In einem Wasserkraftwerk treibt fließendes oder fallendes Wasser Turbinen an. Die Stromeinspeisung aus Wasserkraft stieg 2024 deutlich um 10,3 % auf 20,4 Milliarden Kilowattstunden und kommt damit auf einen Anteil von 4,7 % der gesamten Stromerzeugung.
5. Sonstige erneuerbare Energieträger: Sonstige erneuerbare Energieträger machten 2024 2,9 % der gesamten Stromerzeugung aus. Dazu gehören auch die Pumpspeicherkraftwerke. Diese Kraftwerke nutzen überschüssigen Strom, um Wasser in höhergelegene Becken zu pumpen. Bei steigender Nachfrage wird das Wasser wieder abgelassen, um Turbinen anzutreiben. Sie dienen so hauptsächlich der Netzstabilisierung durch kurzfristige Speicherung und Abgabe von Strom und leisten keinen signifikanten Beitrag zur jährlichen Stromproduktion: 2024 trugen Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland nur mit einem Anteil von unter 0,1 % zur gesamten Stromerzeugung bei.
Konventionelle Energieträger
1. Kohle: Bei der Verbrennung von Kohle entsteht Dampf, der eine Turbine antreibt und somit Strom erzeugt. In Deutschland war Kohle sehr lange der wichtigste Energieträger, 2024 nahm die Bedeutung der Kohle für die inländische Stromerzeugung jedoch weiter ab: Mit 97,2 Milliarden Kilowattstunden wurden 16 % weniger Strom aus Kohle ins Netz eingespeist als im Vorjahr. Der Anteil des Kohlestroms an der gesamten inländischen Stromproduktion lag 2024 bei 22,5 % und damit auf einem neuen Tiefstand.
2. Gas: Gaskraftwerke nutzen Erdgas als Brennstoff für die Stromerzeugung. Sie sind flexibler und effizienter als Kohlekraftwerke und können schnell auf Schwankungen in der Stromnachfrage reagieren. Die Stromeinspeisung aus Erdgas stieg 2024 gegenüber dem Vorjahr um 4,6 % auf 64,1 Milliarden Kilowattstunden auf einen Anteil von 14,9 % am gesamten Strommix.
3. Kernkraft: Nach der Abschaltung der letzten deutschen Kernkraftwerke am 15. April 2023 gab es 2024 keine Stromeinspeisung aus inländisch erzeugter Kernenergie mehr. Bereits 2023 hatte Strom aus Kernkraft nur noch 1,5 % des eingespeisten Stroms ausgemacht.
Mehr Ökostrom für Deutschland
Im langfristigen Trend ist ein deutlicher Wandel der inländischen Stromerzeugung erkennbar: Während 2022 noch konventionelle Energieträger den Strommix dominierten, wurde seit 2023 immer mehr Strom durch erneuerbare Energien erzeugt. Mit einem Anteil von 59,4 % stammte der im Jahr 2024 inländisch erzeugte Strom erstmals mehrheitlich aus erneuerbaren Energien. Dieser Wandel kam u. a. durch das Abschalten der letzten drei deutschen Atomkraftwerke im April 2023.
Um diese Entwicklungen weiterhin voranzutreiben, ist einerseits der Bau neuer Anlagen nötig, andererseits muss das Stromnetz kontinuierlich ausgebaut und angepasst werden. Dafür sind neue Stromtrassen erforderlich, weil beispielsweise mit dem Ausbau von erneuerbaren Energien Strom durch Windkraftanlagen in großem Stil im Norden Deutschlands (On- und Offshore) erzeugt wird, Großabnehmer (Industriebetriebe) sich allerdings eher im Westen und Süden des Landes befinden. Das ist auch im Hinblick auf die Energiewende notwendig. Denn durch das Abschalten alter Kernkraftwerke sowie das Hinzukommen neuer, regenerativer Anlagen verteilt auf die gesamte Fläche des Landes muss folglich auch die Infrastruktur mitwachsen.
Haushalte benötigen Energie für Licht, Kühlen und die Zubereitung von Nahrungsmitteln, den Betrieb von elektronischen Geräten und häufig auch zur Warmwasseraufbereitung. Es ist daher wichtig, den eigenen Verbrauch im Blick zu haben, gegebenenfalls zu senken und so Geld zu sparen. Alte und ineffiziente Geräte können wahre Stromfresser sein – diese sollten ausgetauscht werden. Beim Neukauf von Elektrogroßgeräten sollte unbedingt auf die Energieeffizienzklasse geachtet werden. Energieeffiziente Modelle mit Energieeffizienzklasse „A“ senken den Verbrauch und auch die Stromkosten spürbar. Auch Glühbirnen haben einen hohen Verbrauch, weshalb es ratsam ist, LED-Lampen zu verwenden. Der Kühlschrank sollte nicht kälter als nötig eingestellt werden – optimal sind sieben Grad – und Energiesparprogramme und niedrige Temperaturen von Wasch- und Spülmaschine können ebenfalls helfen, die Stromkosten niedrig zu halten.
In unserem Ratgeber haben wir Fakten, Infos und Tipps zum Energiesparen für Verbraucher:innen zusammengestellt, darunter auch eine Anleitung zum Berechnen des Stromverbrauchs sowie Tipps zum Stromsparen.
Ökostrom mit Vattenfall
Vattenfall hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 die CO₂-Emissionen um circa 55 % zu senken und bis 2040 die Fossilfreiheit durch die Netto-Null – basierend auf dem Science Based Targets initiative (SBTi) Net-Zero Standard – zu erreichen. Konkret bedeutet das: Wir möchten den Übergang zu einem fossilfreien Energiesystem vorantreiben, erneuerbare Energien fördern und Ressourcen effizient nutzen.
Der Ökostrom von Vattenfall wird vollständig aus erneuerbaren Energien gewonnen und verzichtet auf Kohlekraft oder Kernenergie. Die erneuerbaren Energien werden zu 59,4 % aus der EEG-Umlage finanziert, bei den anderen 40,6 % handelt es sich um erneuerbare Energien mit Herkunftsnachweis (60,7 % Norwegen, 29,4 % Schweden, 3,8 % Spanien, 2,5 % Slowenien, 1,9 % Frankreich, 1,2 % Finnland, 0,4 % Lettland, 0,1 % Italien). Die Herkunftsnachweise, etwa für unsere Tarife ÖkoStrom12 oder ÖkoStrom24, sind vom Umweltbundesamt ausgestellt und im Herkunftsnachweisregister des jeweiligen Erzeugerlandes hinterlegt. Die Herkunftsnachweise bestätigen, dass der Vattenfall Ökostrom zu 100 % aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind- und Solarenergie, Wasserkraft, Energie aus Biomasse und Erdwärme erzeugt und in das Stromnetz eingespeist wird.
Wie hoch Ihre Stromkosten im Monat sind, hängt von einigen Faktoren ab: Wie viele Personen leben im Haushalt? In welcher Art von Gebäude wohnen Sie? Wird das Warmwasser mit einem Durchlauferhitzer oder Boiler erhitzt? Handelt es sich um einen Grundversorgungs- oder Sondertarif? Dem Stromspiegel 2025 zufolge verbraucht ein Zwei-Personen-Haushalt in einem Mehrfamilienhaus jährlich rund 1.900 kWh. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 34 Cent pro kWh (Stand Mai 2025) entspricht dieser Verbrauch Stromkosten von ungefähr 646 Euro im Jahr, also etwa 54 Euro im Monat. Mehr Infos finden Sie hier.
Die Strompreise schwanken aufgrund von diversen Faktoren:
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Marktpreisschwankungen: Der Preis für Strom an der Börse verändert sich je nach Angebot und Nachfrage (z. B. bei Wetterbedingungen für Wind- und Solarenergie). Aber auch politische Entscheidungen und die Weltlage beeinflussen den Strompreis.
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Energiequellen: Wenn fossile Brennstoffe (z. B. Gaspreise) teurer werden
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Netzentgelte, Abgaben, Umlagen und Steuern: Änderungen bei staatlichen Abgaben und Umlagen oder Investitionen in die Infrastruktur der Stromnetze beeinflussen den Strompreis
Das liegt zum einen daran, dass die Netzentgelte je nach Region erheblich variieren. In ländlichen Gebieten mit geringer Bevölkerungsdichte und höherem Anteil an erneuerbaren Energien können die Kosten höher sein, da der Stromtransport einen Ausbau der Infrastruktur voraussetzt. Ab 2025 zahlen Regionen mit viel Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien niedrigere Netzentgelte. Beispielsweise wurden in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein die Netzentgelte 2025 um bis zu 27 % gesenkt, während sie in anderen Regionen wie Hamburg, Berlin und Teilen Süddeutschlands gestiegen sind.
Darüber hinaus haben die Stromanbieter unterschiedliche Kosten für die Beschaffung und den Vertrieb des Stroms. Auch gibt es verschiedene Beschaffungsstrategien, was ebenso zu Preisunterschieden führt. In größeren Städten gibt es außerdem oft mehr Anbieter, was den Wettbewerb und somit die Preise beeinflussen kann.
Der Grundversorger ist immer das Unternehmen, das in einem bestimmten Netzgebiet die meisten Kund:innen mit Strom beliefert. Oft sind das die lokalen Stadtwerke. Für das Vertragsverhältnis gelten in diesem Fall die Bedingungen der Grundversorgungsverordnung für Strom (StromGVV). Das bedeutet u.a., dass man den Vertrag jederzeit mit nur zwei Wochen Kündigungsfrist beenden und den Anbieter beziehungsweise Tarif wechseln kann.
Wer mit einem anderen Anbieter einen besonderen Tarif vereinbart hat, ist rechtlich gesehen „Sondervertragskunde/Sondervertragskundin“. Es gelten dann die vom Anbieter im Vertrag festgelegten Bedingungen (AGB). Die Preise dieser Tarife sind in der Regel niedriger als die Grundversorgung.