Niedrigenergiehaus
Ein Niedrigenergiehaus ist ein Standard für ein Gebäude, das auf eine effiziente Energienutzung ausgelegt ist. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Haus zeichnet sich ein Niedrigenergiehaus durch seinen niedrigeren Energiebedarf aus, was nicht nur Vorteile in der Emissionsreduzierung bieten kann, da weniger Wärme entweicht, sondern auch zu Kosteneinsparungen für die Bewohner:innen führen kann. Die gesetzlichen Anforderungen für Neubauten basieren auf dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das im Juli 2026 das Gebäudeenergiegesetz (GEG) abgelöst hat. Niedrigenergiehäuser unterschreiten diese nochmals. Auskunft über den aktuellen Energiestandard eines Neubaus gibt der Energieausweis.
Definition
Der Begriff Niedrigenergiehaus bezeichnet ein Gebäude, das im Vergleich zu herkömmlichen Bauweisen einen geringeren Energiebedarf aufweist. Ein solches Haus ist darauf ausgelegt, den Bedarf an Energie für Heizung, Kühlung und Beleuchtung zu reduzieren, indem moderne Bautechnologien und innovative Planungsmethoden eingesetzt werden. Das Ziel besteht darin, den Energieverbrauch zu senken, wodurch nicht nur Treibhausgasemissionen verringert werden, sondern auch die Energiekosten für die Bewohner sinken können.
Niedrigenergiehaus vs. Passivhaus
Häufig werden die Begriffe „Niedrigenergiehaus“ und „Passivhaus“ synonym verwendet, es gibt jedoch einige Unterschiede zwischen den beiden Konzepten. Während ein Niedrigenergiehaus in erster Linie darauf abzielt, den Energiebedarf zu reduzieren, ist ein Passivhaus eine spezifische Form des Niedrigenergiehauses mit noch strengeren Anforderungen an die Energieeffizienz. Ein Passivhaus muss strenge Kriterien erfüllen, wie zum Beispiel einen Heizwärmebedarf, der maximal bei 15 kWh/(m²a) liegt. Der Heizwärmebedarf eines Passivhauses kann in der Regel allein durch die Abwärme von Personen und Elektrogeräten gedeckt werden, ohne zusätzliche Heizung.
Passivhaus, KfW-Effizienzhaus-Standard und Plusenergiehaus
Alle drei Standards stehen für Bauweisen mit einem reduzierten Energiebedarf. Das KfW-Effizienzhaus ist ein von der KfW gefördertes Bauvorhaben. Dabei kann es sich um einen Neubau oder eine Altbausanierung handeln. Die Werte sind festgelegt: So verbraucht das KfW-Effizienzhaus 55 nur 45% Primärenergie im Vergleich zum Neubaustandard. Das Passivhaus entspricht in etwa dem KfW-Effizienzhaus 40. Hier wird kaum Heizenergie verbraucht, da oft auf die Heizung im Haus ganz verzichtet werden kann. Das Plusenergiehaus erzeugt rechnerisch mehr Energie als es verbraucht – die thermische und photovoltaische Nutzung der Sonnenenergie macht es möglich. Das KfW-Effizienzhaus 100 ist ein Standard, der bei einer Altbausanierung zum Tragen kommt.

Kraft-Wärme-Kopplung im Einfamilienhaus
Aktuell gibt es immer mehr Anbieter mit Kleinanlagen für Einfamilienhäuser auf dem Markt. Diese eignen sich vor allem in Kombination mit einer zusätzlichen Heizung. Wirtschaftlich rentabel ist die Kraft-Wärme-Kopplung jedoch eher in der Industrie oder bei Krankenhäusern und Schwimmbädern.
Merkmale eines Niedrigenergiehauses
Ein Niedrigenergiehaus zeichnet sich durch mehrere charakteristische Merkmale aus:
1. Hohe Wärmedämmung
Eine Wärmedämmung ist ein zentrales Element eines Niedrigenergiehauses. Die Gebäudehülle ist mit speziellen Dämmmaterialien ausgestattet, um Wärmeverluste durch die Außenwände, das Dach und den Boden nach Möglichkeit zu minimieren. Dadurch soll die Wärme im Winter im Gebäude und im Sommer die Hitze draußen gehalten werden. Neben dem Vermeiden von Wärmebrücken kann mit Hilfe des Wärmedurchgangskoeffizienten eines Bauteils eine hohe Dämmung ermittelt werden. Der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) gibt den Wärmestrom durch ein Bauteil abhängig vom Temperaturgefälle zwischen warmer und kalter Seite an. Mithilfe von Thermografie lässt sich die Qualität
2. Luftdichte Bauweise
Ein Niedrigenergiehaus wird fast luftdicht gebaut, um unkontrollierte Luftströmungen zu verhindern. Dies kann durch spezielle Fenster und Türen sowie Abdichtungsmaterialien und die Lüftungsanlage erreicht werden. Eine kontrollierte Lüftung erfolgt in der Regel über eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, die den Energieverlust durch Luftaustausch minimieren kann.
3. Effiziente Heiztechnik
Moderne Heizsysteme wie Wärmepumpen, Solarthermie oder Pelletöfen werden in den Gebäuden eingesetzt, um den Energiebedarf für die Raumheizung zu reduzieren. Diese Systeme nutzen erneuerbare Energiequellen oder Abwärme, um das Gebäude zu beheizen, und können unter spezifischen Vorrausetzungen für einen geringeren Primärenergiebedarf beziehungsweise Jahres-Primärenergiebedarf sorgen.

4. Erneuerbare Energiequellen
Niedrigenergiehäuser integrieren erneuerbare Energiequellen wie Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung und Solarthermieanlagen zur Warmwasserbereitung. Diese erneuerbaren Energien können zur Reduzierung des Energieverbrauchs beitragen und Überschussenergie ins Netz einspeisen.
5. Energiesparende Haustechnik
Moderne Haustechnikkomponenten wie LED-Beleuchtung, Elektrogeräte und intelligente Gebäudeautomationssysteme werden in Niedrigenergiehäusern installiert, um den Stromverbrauch so gering wie möglich zu halten.
Vorteile eines Niedrigenergiehauses
Die Entscheidung für ein Niedrigenergiehaus bietet einige Vorteile:
1. Geringere Energiekosten
Durch die reduzierte Notwendigkeit für Heizung und Kühlung kann ein Niedrigenergiehaus niedrigere Energiekosten für die Bewohnenden verursachen im Vergleich zu konventionellen Wohnhäusern.
2. Minderung von Emissionen
Schon eine geringe Reduzierung des Energieverbrauchs in Niedrigenergiehäusern kann zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen beitragen und somit den Kampf gegen den Klimawandel unterstützen.
3. Komfortables Wohnen
Durch eine hohe Wärmedämmung und effiziente Haustechnik können Wohngebäude mit Niedrigenergiehaus-Standard ein angenehmes und gleichmäßiges Raumklima bieten. Im Winter kann es warm bleiben, im Sommer kühl und durch kontrollierte Lüftung kann Luftqualität höher als bei konventionellen Bauweisen sein.
4. Werterhalt
Niedrigenergiehäuser können aufgrund ihrer modernen Bauweise und Energieeffizienz in der Regel wertbeständig sein und erfreuen sich einer hohen Nachfrage auf dem Immobilienmarkt.

5. Förderungen und Zuschüsse
Bund und Länder fördern das energieeffiziente Bauen und eine energetische Sanierung mit Zuschüssen und Krediten. Für die komplette Sanierung bestehender Gebäude gibt es den KfW 261 Wohngebäude-Kredit – Haus und Wohnung energieeffizient sanieren. Die Förderbedingungen wurden im Juli 2026 im Zuge neuer Richtlinien angepasst, wodurch nun ein einheitlicher Kreditbetrag von bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit gilt. Auch die Förderungen für Heizungssanierungen wurden im Juli 2026 geändert. Jetzt sind sogar maximal 80% Förderung möglich. Mehr Informationen zu den aktuellen Summen finden Sie im Artikel „Förderung Heizung – so viel Geld gibt es“. Bei der BAFA gibt es die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Über sie kann man sich die Dämmung der bestehenden Gebäudehülle oder die Erneuerung von Fenstern mit 15 % der förderfähigen Ausgaben fördern lassen.
Und was Neubauten angeht: Mit ihrem Programm KfW 297, 298 „klimafreundlicher Neubau“ fördert die KfW den Bau von Effizienzhäusern 55 und 40.
Die im Vergleich höheren Investitionskosten federn Förderprogramme für Bestands- und Neubauten ab. Im Juli 2026 hat die Bundesregierung die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) angepasst. Für Hauseigentümer:innen setzt sich eine potenzielle Förderung aus 3 Bausteinen zusammen, die bis zu einer Gesamtförderung von maximal 80 % kombiniert werden können.
Grundförderung: 30 % der förderfähigen Investitionskosten (derzeit 28.000 Euro)
Klimageschwindigkeitsbonus: 16 %. Wird ab Februar 2027 schrittweise reduziert.
Einkommensbonus: bis 30.000 €: 40 %, über 30.000 bis 40.000 €: 30 % und über 40.000 bis 50.000 €: 10 % Bonus.
Auch die neuen Förderbedingungen setzen weiterhin starke Anreize für den Umstieg auf eine Wärmepumpe. Gleichzeitig nimmt die zeitliche Komponente an Bedeutung zu: Wer die Investition frühzeitig umsetzt, kann von höheren Fördersätzen profitieren. In dem Artikel: „Förderung Heizung: So viel Geld gibt es“ erfahren Sie alle Details.
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