Infowelt Energie

Förderung für die Wärmepumpe

Wärmepumpen heizen umweltfreundlich und werden vom Staat gefördert. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude – kurz BEG – fasst seit Juli 2022 alle Zuschüsse für das Heizen mit erneuerbaren Energien in neuen Richtlinien zusammen. Wir schauen uns die BEG-Förderung im Detail an.

Staatliche Unterstützung beim Umstieg auf die Wärmepumpe

Wärmepumpen nutzen die natürliche Umgebungswärme zum Heizen. Je nach genutzter Wärmequelle unterscheidet man zwischen Luft-Wasser-Wärmepumpe, Luft-Luft-Wärmepumpe, Sole-Wasser-Wärmepumpe und Wasser-Wasser-Wärmepumpe. 

Im Vergleich der Anschaffungskosten verschiedener Heizsysteme in Deutschland zählen Wärmepumpen eher zu den teureren Heizungsarten. Laut einer Statista-Erhebung lagen die Kosten 2021 bei mindestens 15.000 Euro. Doch kein Grund zur Sorge: Dank der Bundesförderung für effiziente Gebäude bekommen Sie einen erheblichen Teil der Kosten vom Staat zurück.

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude unterstützt Sanierungen

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ist ein staatliches Förderprogramm für die energetische Sanierung von Gebäuden. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt unter anderem den Einbau von Wärmepumpen und die Optimierung bestehender Heiztechnik durch Zuschüsse.

BEG-Fördersätze für Wärmepumpen

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe:
    35 Prozent Förderung

  • Luft-Luft-Wärmepumpe:
    40 Prozent Förderung

  • Sole-Wasser-Wärmepumpe:
    40 Prozent Förderung

  • Wasser-Wasser-Wärmepumpe:
    40 Prozent Förderung

Infografik Anschaffungen im Vergleich

Die Förderung setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen: Die Basis bildet ein Zuschuss von 25 Prozent für den Einbau einer Wärmepumpe. Wenn als Wärmequelle Wasser, Abwasser oder Erdreich erschlossen werden, gibt es einen Bonus fünf Prozent. Und für den Austausch einer funktionierenden fossilen Heizung werden weitere zehn Prozent Bonus gezahlt.

Staatliche Wärmepumpen-Förderungen im Überblick

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gibt die Rahmenbedingungen für die Förderung vor. Besonders relevant für den Austausch der Heizungsanlage ist dabei das BEG EM, also die Vorschrift für Einzelmaßnahmen. Mit der Neuauflage im Juli 2022 wurden die Zuständigkeiten klarer festgelegt.

Im Altbau: Wer lediglich die alte Heizung gegen eine Wärmepumpe tauscht, bekommt vom Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen Teil der Kosten als Zuschuss erstattet. Komplette Sanierungen werden hingegen über zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschuss von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bank) unterstützt (Programm 261).

Im Neubau: Seit 2021 sind keine direkten Förderungen mehr möglich. Dennoch werden Wärmepumpen im Neubau indirekt über die Förderung zum Effizienzhaus-Standard unterstützt. Die KfW gewährt im Programm 261 zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschuss.

Achtung: Ab 2023 gelten voraussichtlich neue Standards.

Übrigens: Auch die Aufwendungen für eine Heizungsoptimierung, wie beispielsweise ein hydraulischer Abgleich oder die Einbindung ins Smart Home, gehören zu den förderfähigen Kosten und werden vom BAFA mit 15 Prozent Zuschuss gefördert. Die Kosten einer umfassenden Beratung im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) fördert das BAFA ebenfalls über einen Zuschuss.

Das BEG EM regelt aber nicht nur Zuschüsse für neue Heiztechnik. Auch für die Dämmung der Gebäudehülle oder den Einbau bzw. die Optimierung von Lüftungstechnik gibt es Zuschüsse in Höhe von 15 Prozent. Wenn diese zuvor in einem iSFP vorgeschlagen wurden, gewährt das BAFA einen zusätzlichen Bonus von 5 Prozent.

Fördermitteldatenbank

Nutzen Sie unsere tagesaktuelle Fördermitteldatenbank und erfahren Sie, welche Zuschüsse für Ihre Heizungsmodernisierung mit einer Wärmepumpe in Frage kommen.

Welche Wärmepumpen werden gefördert?

Mit der BEG-Reform wurde der Zuschuss für verschiedene Wärmepumpenarten angepasst. Beim Einbau einer Luft-Wasser-Wärmepumpe erstattet das BAFA bis zu 35 Prozent der Kosten. Dabei entfallen 25 Prozent des Zuschusses auf den Einbau der Wärmepumpe selbst und 10 Prozent auf den Austausch der fossilen Heizung. Dazu zählen Öl-, Kohle- und Nachtspeicherheizungen sowie Gasheizungen, die älter als 20 Jahre sind.
Effiziente Wärmepumpen nutzen Wasser, Abwasser oder das Erdreich als Wärmequelle. Sie qualifizieren sich für einen zusätzlichen Bonus von 5 Prozent. Insgesamt sind bei Luft-Luft-Wärmepumpen, Sole-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen also bis zu 40 Prozent Förderung möglich. Zu den förderfähigen Kosten zählen neben der Installation der Wärmepumpe auch alle notwendigen Umfeldmaßnahmen, wie beispielsweise Sonden-Bohrungen. Das BAFA stellt eine Liste aller förderfähigen Modelle zum Download bereit. Selbstverständlich sind alle von Vattenfall angebotenen Wärmepumpen berechtigt für Fördermittel.

Sonderfall Hybridheizung

Seit Juli 2022 werden Heizungen mit fossilen Anteilen nicht mehr staatlich gefördert, um die CO₂-Emissionen zu senken. Dazu zählen auch Wärmepumpen, die mit Gas betrieben werden. Ausschließlich fossilfreie Heizungen bekommen laut BEG EM eine BAFA-Förderung. Wenn Sie trotzdem eine Gas-Hybridheizung mit Wärmepumpe einbauen möchten, können Sie Ihre Investition über Steuerentlastungen finanzieren.

Voraussetzungen für die Wärmepumpen-Förderung

Damit eine Wärmepumpe staatlich gefördert wird, muss mehr als die Hälfte der erzeugten Energie entweder für die Beheizung der Räume oder die Kombination von Warmwasserbereitung und Raumheizung genutzt werden.

Weitere Voraussetzungen: Wärmepumpen mit einer geringeren Leistung als 12 Kilowatt müssen eine Raumheizungseffizienz von mindestens 181 Prozent erreichen und der Effizienzklasse A++  oder A+++  angehören.

Spätestens ab dem 1.1.2023 müssen bei förderfähigen Wärmepumpen, die über das Medium Luft heizen, die Wärmemengen gemessen werden. Das ist jedoch kein Grund zur Sorge, denn die notwendige Technik ist ohnehin standardmäßig in aktuellen Wärmepumpenmodellen verbaut.

Gehört die Wärmepumpe zu einer Komplettsanierung oder wird in einen Neubau integriert, kann sie indirekt über die KfW gefördert werden. Das Programm 261 ist eine Bundesförderung für effiziente Gebäude. Bei diesem zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschuss werden bestimmte energetische Ziele definiert – im Effizienzhaus-Standard. Je kleiner die Kennzahl ist, desto geringer der Energiebedarf der Immobilie.

 

  • Beim Neubau muss die Effizienzhaus-Stufe 40 erreicht werden. Die maximale Förderhöhe beträgt bei dieser Finanzierung beispielsweise 150.000 Euro mit 25 Prozent Tilgungszuschuss je Wohneinheit.

  • Eine Komplettsanierung wird gefördert, wenn die Immobilie danach die Effizienzhaus-Stufe 85 oder besser erreicht.

So sichern Sie sich Ihre staatlichen Fördermittel

Für eine Förderung nach BEG muss der Antrag immer vor Beginn der Arbeiten gestellt werden. Gut zu wissen: Für eine Förderung des Einbaus von neuer Heizungstechnik muss kein:e Energieeffizienzexpert:in eingebunden werden.
Es empfiehlt sich folgende Vorgehensweise: 

1. Kostenvoranschlag einholen

Zunächst sollte ein großzügig kalkuliertes Angebot zum Einbau vorliegen. Der Zuschuss zu den förderfähigen Kosten richtet sich nämlich nach dem Kostenvoranschlag und nicht nach der tatsächlichen Endabrechnung.

2. Antrag stellen

Wenn der Heizungstausch eine Einzelmaßnahme zur energetischen Sanierung ist, können Sie den Antrag direkt beim BAFA stellen. Die KfW-Effizienzhausförderung beantragen Sie hingegen über Ihre Hausbank.

3. Arbeiten durchführen lassen

Sobald der Antrag auf BAFA-Förderung eingegangen ist, dürfen Sie mit den Arbeiten beginnen. Sie brauchen noch keine Förderzusage der BAFA, die Eingangsbestätigung mit Vorgangsnummer reicht aus.

4. Förderung erhalten

Nachdem die Wärmepumpe eingebaut ist, reichen Sie die Belege wie Rechnung, Nachweis über hydraulischen Abgleich und Fachunternehmererklärung beim BAFA ein. Nach der Prüfung überweist das BAFA den zugesagten Zuschuss.

Andere Förderungen für Wärmepumpen

Steuerliche Förderung

Sollten Sie keine der beiden Förderungen in Anspruch nehmen können – zum Beispiel weil Sie sich für eine Hybridheizung mit Gas und Wärmepumpe entschieden haben – können Sie für energetische Modernisierungen auch einen Steuerbonus nutzen. Dafür setzen Sie einfach Ihre Kosten von bis zu 40.000 Euro über drei Jahre hinweg in der Einkommenssteuererklärung ab. Als Voraussetzung gilt dabei, dass das Gebäude zum Zeitpunkt der Installation oder Sanierung bereits zehn Jahre oder älter ist. Welche der Förderungen für Sie am sinnvollsten ist, sollten Sie in jedem Fall im Vorfeld mit Ihrem Steuerberatenden klären. So finden Sie den für Sie lukrativsten Weg und vermeiden Fehlkalkulationen.

Weitere Förderprogramme

Ergänzend zu den Hauptförderprogrammen des BAFA und der KfW fördern einige Bundesländer, vereinzelte Stadtwerke und Energieversorger den Einbau erneuerbarer Energien. Diese Programme lassen sich oftmals auch mit den staatlichen Angeboten kombinieren. So können Sie noch mehr sparen.
 

Vattenfall Fazit

Mit einer Wärmepumpen-Förderung entlastet der Staat Immobilienbesitzer:innen, die in erneuerbare Energien investieren. Wer sein Haus ohne fossile Energien beheizt, bekommt bis zu 40 Prozent der Kosten erstattet. Wer aus technischen Gründen nicht auf eine Gasheizung verzichten kann, hat die Möglichkeit einer steuerlichen Förderung. Fest steht: Es lohnt sich in jedem Fall, auf eine Wärmepumpen-Förderung zurückzugreifen.

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