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Mobile Klimageräte: So kühlen Sie Räume flexibel

Einfach aufstellen und Raum kühlen – ohne Einbau. Ein mobiles Klimagerät, auch mobile Monoblock-Klimaanlage genannt, ist ideal für Zuhause, Büro oder Wohnwagen. Was bringen die Geräte? Wie funktionieren sie? Und welche Rolle spielen hier kW, Abluftschlauch und Kältemittel?

Die Klimaanlage im Kompaktformat

Kühles Klima per Knopfdruck, Fernbedienung oder Timer-Funktion. Immer dort, wo Sie es möchten. Ein mobiles Klimagerät zieht die Wärme aus der Raumluft und „pustet“ sie nach draußen. Der Abluftschlauch befindet sich in der Regel im Zwischenraum eines gekippten Fensters oder einer Tür. Es gibt auch Geräte mit zwei Schläuchen: für Zu- und für die Abluft.

Die kompakten Geräte sind besonders praktisch, da sie vom Platz unabhängig eingesetzt werden können. Bei Bedarf nehmen Sie die mobile Klimaanlage auch mal mit ins Wochenendhaus, in den Schrebergarten oder auf den Campingplatz. Benötigen Sie allerdings zeitgleich Kühlung in mehreren Räumen, reicht eine mobile Klimaanlage nicht aus. Hier kommen für Sie dann womöglich fix eingebaute Split-Geräte infrage. Mit einer Multi-Split-Klimaanlage verbinden Sie verschiedene Innengeräte mit einem Außengerät.

Vater Kühlschrank und Mutter Ventilator

Im Grunde genommen ist eine mobile Klimaanlage wie ein Kühlschrank. Ein Kältemittel entzieht der Luft die Wärme, kühlt diese und gibt die Kälte ab. Es handelt sich um einen geschlossenen Kühlkreislauf. 

Zuerst zieht der Ventilator warme Raumluft in das Gerät. Im Verdampfer verdampft das Kältemittel, das dann die Wärme der Luft aufnimmt. Das Kältemittel wird im Kompressor verdichtet, stark erhitzt und strömt durch den Kondensator. Es kühlt sofort ab, kondensiert und wird erneut flüssig. Die Kälte wird per Ventilator in den Raum abgegeben. Die warme Luft wird mittels Abluftschlauch durch ein Fenster oder eine Tür nach draußen geleitet. Der Vorgang wiederholt sich in der Klimaanlage solange, bis die gewünschte Raumtemperatur erreicht ist. Oder bis Sie auf Ihrer Fernbedienung auf Off schalten.

Klimagerät mit Luft-Wasser-Kühlung

Im Gegensatz zu diesem klassischen Luft-Luft-System funktioniert ein Klimagerät mit Luft-Wasser-Kühlung. Diese kühlen das heiße Kondensat neben Luft auch mit Wasser herunter. Hier kommen z. B. kleinste Wassertröpfen zum Einsatz, die verdampfen.

Wodurch sich eine mobile Klimaanlage unterscheidet

Sofortige Betriebsbereitschaft

Kein Montageaufwand, kein Eingriff in die Gebäudesubstanz: Ein mobiles Klimagerät wird steckfertig geliefert und ist sofort betriebsbereit. Deswegen wird diese Art von Klimaanlage oft für Mietwohnungen verwendet.
 

Mobilität

Eine mobile Klimaanlage heißt nicht ohne Grund so: Dank Rollen stellen Sie das koffergroße Klimagerät flexibel überall auf – ob im Wohnzimmer oder Schlafzimmer. Für den Abluftschlauch genügt ein kleines Fenster.
 

Luftfeuchtigkeit

Klimageräte entziehen dem Raum Luftfeuchtigkeit und können bei angenehmen Temperaturen ein optimales Raumklima zum Wohlfühlen schaffen.

Komfort

Je nach Ausstattung verfügt eine mobile Klimaanlage heute über LCD-Display und Fernbedienung. So lässt sich die Temperatur gradgenau einstellen. Manche Geräte bieten als Zusatzfunktion eine Regulierung der Luftfeuchtigkeit.

Heizen

An heißen Tagen kühlen und an kühlen Nächten heizen. Kein Problem für ein mobiles Klimagerät mit Doppelfunktion. Von so einem Modell haben Sie das ganze Jahr etwas.

Mobile Klimaanlage:

Das sollten Sie beachten

1. Leistung

Achtung bei einem besonders günstigen Monoblock-Klimagerät. Manche mobile Klimaanlage bringt nicht genug Leistung für größere Räume. Den Effekt vom Luftkühler merken Sie im Raum kaum – dafür aber wohl auf der Stromrechnung. Einziges Manko bei einem Modell, das sehr gute Kühlleistung bietet: Der Preis ist höher.

2. Stromverbrauch

Eine mobile Klimaanlage verbraucht in der Regel viel Strom – meist sogar mehr als fest installierte Geräte bei weniger Leistung. Bei intensivem Gebrauch kann sich Ihre Stromrechnung also deutlich erhöhen.

Eine Beispielrechnung

Sie nutzen die Klimaanlage in einem heißen Monat rund 100 Stunden. Pro Stunde benötigt Ihr Gerät 1,2 kW. Sie verbrauchen dadurch 120 kW Strom.

Zwei Beispiele zum Stromverbrauch im Privathaushalt: Frei stehende Kühl-Gefrierkombinationen mit A+++ und circa 280 Liter Nutzinhalt verbrauchen um die 160 kW pro Jahr. Und laut des Stromspiegels für Deutschland 2019 benötigt in einem Mehrfamilienhaus ein Haushalt mit zwei Personen im Jahresdurchschnitt circa 2.000 kW.

3. Lautstärke

Ein mobiles Klimagerät kann recht laut werden. Insbesondere, wenn es auf Hochtouren läuft. Viele erreichen mehr als 50 Dezibel. Das entspricht in etwa normaler Gesprächslautstärke.

4. Abluftschlauch

Für den Abluftschlauch muss ein Fenster oder eine Tür spaltbreit geöffnet sein. Bei einem Klimagerät mit einem Schlauch entsteht durch das Abführen von warmer Luft ein leichter Unterdruck im Raum. Dadurch strömt oft warme Außenluft ins Zimmer. Die Folgen: Der Raum wird weniger kühl und gleichzeitig erhöht sich der Stromverbrauch des Gerätes. Bei einem Monoblock mit zwei Schläuchen entsteht kein Unterdruck.

5. Fensterabdichtungen

Damit die kalte Luft drinnen und die warme draußen bleibt, ist auch eine Dämmung beziehungsweise Abdichtung der Fenster sinnvoll. Bei manchem Klimagerät liegen die Dichtungen bereits bei. Alternativ sind sie als Zubehör für Ihr Modell erhältlich oder separat im Baumarkt zu kaufen.

So finden Sie die passende Monoblock-Klimaanlage 

Im Elektronikmarkt und online finden Sie viele Hersteller – ob von De'Longhi, Suntec Wellness oder die Modellreihe Trotec PAC. Welche mobile Klimaanlage Sie benötigen, hängt in erster Linie von Ihrer Raumgröße ab. Daraus ergibt sich die Leistung in kW, über die das Klimagerät verfügen soll.

Rechnen Sie einem Bedarf von 60 bis 100 Watt pro Quadratmeter. Für 20 Quadratmeter zum Beispiel benötigen Sie ein Modell mit circa 1.200 Watt Leistung.

Ihr zweiter Blick sollte den Funktionen der Klimaanlage gelten: Fernbedienung, LED-Display, Timer-Funktion und andere. So ist Ihr Klimagerät nicht nur mobil, sondern auch komfortabel zu bedienen. Zusammen mit der Energieeffizienz ergibt sich ein stimmiges Preis-Leistungs-Verhältnis. 

Unser Tipp zur Nachhaltigkeit:

Schauen Sie auch Kleinanzeigen in Ihrer Nähe an. Dort finden Sie oft eine gut erhaltene gebrauchte Klimaanlage zu minimalen Preisen. Das schont die Umwelt und Ihren Geldbeutel. Auch B-Ware mit kleinen optischen Mängeln ist in der Anschaffung oft günstiger.

Lesen Sie das EU-Energielabel richtig

Jedes Gerät trägt ein EU-Energielabel. Es zeigt Ihnen auf den ersten Blick die für den Stromverbrauch wichtigen Werte. Diese Energieeffizienzklasse wird in A+++ bis D eingestuft – und zusätzlich durch eine Farbskala hervorgehoben. Dunkelgrün für A+++ bedeutet: Das Gerät gehört zu den sparsamsten auf dem Markt. Diese Modelle verbrauchen im Vergleich zu Klimaanlagen der Klasse B rund 40 Prozent weniger Strom (Einschlauchgerät im Kühlbetrieb).

Merken Sie sich schon heute: Ab 2021 werden die jetzigen Klassen durch Buchstaben von A bis G abgelöst, ohne Pluszeichen.

Ein Klimagerät, das neu in den Handel kommt, muss im Kühlbetrieb mindestens die Energieeffizienzklasse A erfüllen. Für eine mobile Klimaanlage, die auch heizen kann, gilt im Heizbetrieb die Klasse B. Bei Verwendung klimaschonender Kältemittel gelten geringere Anforderungen. Bevor Sie also zum Schnäppchen aus dem Baumarkt greifen, schauen Sie genau hin: Das Energielabel bietet Ihnen gute Vergleichsmöglichkeiten. Gleiches gilt ebenso für das Energielabel beim Kühlschrank.

Treibhauseffekt? Nein Danke! Kühlen Sie mit R290

Eine Klimaanlage oder ein mobiles Klimagerät steht immer wieder in der Kritik. Deren CO2-Emissionen verteilen sich grob gerechnet zu 75 Prozent auf den Stromverbrauch und zu 25 Prozent auf das Kältemittel.

Umso wichtiger ist es, bereits beim Kauf auf die „inneren Werte“ zu achten. Die Energieeffizienzklasse gibt Ihnen eine gute Orientierung. Doch meist offenbart erst ein Blick auf die technischen Daten des Modells die für das Klima wichtigen Angaben.

Nach und nach setzen die Hersteller auch für die mobile Klimaanlage das natürliche Kältemittel R290 ein. Dabei handelt es sich um ein natürlich vorkommendes Propangas. Es hat einen GWP von nur 3. Die Abkürzung steht für Global Warming Potential – und beziffert die Treibhausstärke eines Treibhausgases.

Die Auswirkungen auf die globale Erwärmung sind bei R290 also besonders gering. Im Gegensatz dazu hat ein „normales“ Kältemittel wie das R410A ein GWP von über 2.000 – die Folgen für die globale Erwärmung können Sie sich ausrechnen.

Antworten rund um mobile Geräte

Wie gut kühlen mobile Klimaanlagen?

Die Kühlleistung beim Klimagerät hängt von der kW Leistung ab. Diese sollte zur Raumgröße passen. Ist sie zu gering und der Raum zu groß, kommt es nicht zum gewünschten Effekt. Tipp: Lassen Sie die Hitze draußen – Rollläden runter und Fensterläden zu, Sonnensegel und Sonnenschirm auf!

Kann ein mobiles Klimagerät Schimmel verhindern? 

Schimmel liebt feuchte Räume. Hier leisten mobile Geräte natürlich Abhilfe. Mittels Abluftschlauch wird Feuchtigkeit nach draußen transportiert. Aus dem Grund lassen sich mobilen Geräte auch alternativ als Bautrockner nutzen. Tipp: Achten Sie beim Kauf auf die zusätzliche Funktion der Luftentfeuchtung.

Ist ein mobiles Klimageräte in der Mietwohnung erlaubt?

Gegen ein mobiles Gerät gibt es im Grunde genommen keine Einwände vom Vermieter. Es sei denn, ihre Wände sind so dünn, dass ein ständiges Betriebsgeräusch Ihren Nachbarn stört. Eine Split-Klimaanlage muss dagegen vom Vermieter bewilligt werden, da diese in die Gebäudehülle eingreift.

Können Sie sich durch eine mobile Klimaanlage erkälten? 

Ein Temperaturunterschied zwischen Drinnen und Draußen sollte in der Regel höchstens sechs Grad betragen. Kommen Sie schwitzend aus der Sommerhitze ins überkühlte Zuhause, kann das Ihren Körper überfordern. Eine Erkältung oder Sommergrippe ist dann möglich. Tipp: Regulieren Sie erst beim Reinkommen die Temperatur langsam runter, um sich anzupassen. 

Ersetzt ein Ventilator oder Luftkühler eine mobile Klimaanlage?

Ein Ventilator erfrischt nur punktuell. Die Raumluft wird lediglich verwirbelt anstatt gesamt gekühlt. Und sitzen Sie beim Ventilator in der Zugrichtung, droht Unterkühlung und eine Sommergrippe. Ebenfalls kein Ersatz zur Klimaanlage sind Luftkühler, auch Aircooler genannt. Sie geben beim Kühlen zusätzlich Luftfeuchtigkeit ab, anstatt zu entfeuchten wie ein Klimagerät.

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Fotos: 1) Wellnhofer Designs/Adobe Stock, 2) fizkes/Adobe Stock, 5) Tanja Esser/Adobe Stock.