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Heizungsmarkt analysiert: Wer heizt wie in Deutschland?

Erdgas, Fernwärme oder Öl – wer in Deutschland womit heizt, ist zum Teil sehr unterschiedlich. Vattenfall erklärt, warum das so ist, welcher Energieträger am meisten genutzt wird und worin die Zukunft liegt.

Deutscher Heizungsmarkt: Viele Energieträger, ein Favorit

Laut dem Umweltbundesamt wird in privaten Haushalten in Deutschland rund 70 Prozent des Endenergieverbrauchs für die Raumwärme verwendet. Als Energieträger führen zwar noch Erdgas und Heizöl, doch der Einsatz erneuerbarer Energien nimmt zu. (Quelle: Umweltbundesamt 2019)

Somit beeinflusst die Wärmeerzeugung auf dem Heizungsmarkt direkt den Erfolg der Energiewende. Das heißt, je effizienter und umweltschonender die Wärmeerzeugung vonstattengeht, desto stärker ist der Beitrag zum Wandel in der Energieversorgung Deutschlands.

Für eine solide Datenbasis sorgt der Bund Deutscher Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Dessen Studie „Wie heizt Deutschland?“ 2019 zeigt, wo in Deutschland wie geheizt wird. Darin werden zum Teil deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern deutlich. Außerdem gibt es einen Favoriten bei den Energieträgern: Erdgas.

Anteil der Heizungsarten in Deutschlands Wohnungen im Vergleich:

Erdgas-Heizung: 45,5 %
Öl-Zentralheizung: 25 %
Fernwärmeheizung: 13,9 %
Einzelheizung: 6,1 %

Deutscher Heizungsmarkt zeigt regionale Unterschiede

Im Vergleich der Bundesländer wird auf dem Heizungsmarkt ein Nord-Süd-Unterschied deutlich. In den ländlichen und zum Teil sehr bergigen Regionen des Südens dominiert nach wie vor die Öl-Zentralheizung.

Der Norden ist mit leitungsgebundenen Heizungssystemen deutlich besser ausgestattet. Erdgas ist hier der dominierende Energieträger – besonders in Städten.

In Stadtstaaten im Norden und Osten Deutschlands wird zudem viel mit Fernwärme geheizt. In Berlin beispielsweise sind es 37,1 Prozent der Wohnungen. Auch in den ostdeutschen Bundesländern ist Fernwärme stark vertreten.

Niedersachsen fördert aktiv Erdgas. Deshalb verfügt es über ein dichtes Erdgasnetz. 63,1 Prozent der Wohnungen werden hier über eine Erdgas-Zentralheizung und Erdgas-Etagenheizung beheizt. Aber auch in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz liegt der Anteil bei über 50 Prozent.

Die Öl-Zentralheizung dominiert das Saarland mit 37,2 Prozent. Und auch in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg erreicht Öl noch rund 34 Prozent. Ein in den ländlicheren Gebieten wenig ausgebautes Gasnetz gilt als Ursache.

Wechsel der Energieträger: Öl war gestern, Erdgas ist die Zukunft

In Deutschland sorgen Zentralheizungen in 81,8 Prozent der Wohngebäude und in 70,2 Prozent der Wohnungen für Wärme. Doch die Anlagen sind in die Jahre gekommen: Mehr als die Hälfte der Heizungen sind 15 Jahre alt oder älter. Fast jede vierte Anlage hat sogar ein Alter von 25 Jahren oder älter. Die Studie des BDEW von 2019 macht es deutlich: In vielen Heizungskellern ist die Technik nicht mehr zeitgemäß.

Damit die Wärmeerzeugung im privaten Haushalt, insbesondere die Raumwärme, ihren Beitrag zur Energiewende leisten kann, muss vor allem modernisiert werden. Viele Anlagen haben ihren Zenit bereits überschritten. Diese müssten infolgedessen durch energieeffizientere und ressourcenschonendere Modelle ersetzt werden.

 

Ein Heizungswechsel kann langfristig ein Drittel ihrer Energie einsparen. Aber nicht nur die Anlagentechnik benötigt einen Wechsel, auch der Energieträger. Zum Beispiel ist Erdgas im Vergleich zu Öl deutlich umweltschonender.

Aus alt mach neu: Erdgas löst Öl als Energieträger ab

Noch immer werden rund 5,8 Millionen Wohngebäude mit Erdöl geheizt. Doch fast die Hälfe davon könnte mit nur wenig Aufwand ans Gasnetz angeschlossen werden. So würden etwa 2,7 Millionen Wohngebäude, die noch mit Öl heizen, auf klimaschonendere Wärme umstellen.

Die Leitungen sind in der Regel bereits vorhanden. Lediglich das Haus oder die Wohnung müssen angeschlossen werden. Die Fernwärme bietet zudem ein noch nicht ausgeschöpftes Potenzial. Wo keine der beiden Wärmequellen möglich sind, lässt sich für Einzelhäuser alternativ auch eine mit Strom betriebene Wärmepumpe nutzen.

Erdgas spielt wichtige Rolle bei der Energiewende

Im Vergleich bietet Erdgas als emissionsärmste der fossile Heizungsarten eine Reihe von Vorteilen. Diese kommen insbesondere bei der Wärmeerzeugung zum Tragen. Ob bei einer Etagenheizung oder einer Zentralheizung.

Neben der Versorgung von Privathaushalten auf dem Heizungsmarkt hat der Energieträger aber das Potenzial, den erneuerbaren Energien zum Erfolg zu verhelfen.

Das Erdgasnetz kann dabei wichtige Aufgaben übernehmen. Eine Schlüsseltechnologie dazu ist Power-To-Gas (P2G). Hierbei wird überschüssiger Strom aus Solar- und Windenergie in synthetisches Gas umgewandelt. Über das vorhandene Gasnetz wird der Transport und die langfristige Speicherung für vielseitige Verwendungsarten ermöglicht.  

Das Vattenfall Fazit

Auf dem Weg zur Energiewende ist ein Umdenken genauso wichtig, wie individuelles Handeln. Jeder kann einen Teil dazu beitragen. Das fängt bei der Überprüfung und Infragestellung der Art des Heizens an. Ist der Energieträger zukunftsorientiert? Ist die vorhandene Heizung alt und kann sie gegen klimaschonendere Varianten ausgetauscht werden? Welche finanziellen Förderungen lassen sich nutzen?

Am Anfang stehen Fragen, die nur Sie für sich allein beantworten können. Doch es ergeben sich daraus genau die Antworten, die für die Energiewende gefragt sind.

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Fotos: 1) Alena Ozerova/shutterstock, 2) acceptfoto/iStock, 3) Andy Tan/Vattenfall, 5) Paul Langrock/Vattenfall