Infowelt Energie

Heizen mit Gas: Alles über die kostengünstige Energiequelle

In Deutschland wird heute fast jede zweite Wohnung durch eine Gas-Zentralheizung versorgt. Die Wärmeversorgung durch Gas ist günstig, bequem und auch mit erneuerbaren Energien kombinierbar.

Was ist Erdgas?

Erdgas ist ein natürlich entstandenes Gasgemisch, das sich tief unter der Erde befindet. Es ist der mit Abstand wichtigste Energieträger zum Heizen in Deutschland, besagen aktuelle Studien. Bereits heute wird fast jede zweite Wohnung durch eine Erdgas-Zentralheizung versorgt – das sind insgesamt circa 20 Millionen Wohnungen. Zusätzlich werden etwa knapp sieben Prozent aller Wohnungen in Deutschland mit Fernwärme versorgt, die aus der Verbrennung von Erdgas gewonnen wird. Zweitgrößter Energieträger ist Heizöl, gefolgt von Fernwärme, Strom und Wärmepumpen sowie Holz.

So funktioniert die Wärmeerzeugung mit der Gasheizung

Das Gas wird durch eine Leitung zum sogenannten Brenner geführt und dort entzündet. Es verbrennt, und die daraus entstehende Wärme wird über Wärmetauscher an das Heizungswasser abgegeben. Das Heizungswasser wiederum wird über eine Pumpe zu den Heizkörpern gebracht, wo es die Wärme an die Umgebung abgibt. Danach fließt das abgekühlte Wasser zurück, um erneut  erwärmt zu werden.

Üblich sind vor allem Gasheizungen mit einem leistungsfähigen, auf dem Boden stehenden Kessel oder als an der Wand installierte Therme für den kleineren Hausgebrauch. In den Gasthermen für Wohnungen oder Häuser wird meist auch das Trinkwasser mittels eines Durchlauferhitzers miterwärmt.

 

Spitzenreiter bei der Energieversorgung ist Erdgas, zweitgrößter Energieträger ist Heizöl, gefolgt von Fernwärme.

Wärmeerzeugung durch Gas bietet viele Vorteile 

Erdgas ist eine kostengünstige Energiequelle. Es entstehen keine Kosten für die Brennstoffeinlagerung (wie etwa bei Öl), und der Energieträger ist trotz der seit Mitte 2015 gestiegenen Einkaufspreise im Vergleich zu anderen fossilen Brennstoffen günstig. 

2018 lag der durchschnittliche Verbraucherpreis für Erdgas bei etwa 5,6 Cent pro Kilowattstunde (kWh), einen Jahresverbrauch von 20.000 kWh zugrunde gelegt. Aktuelle Studien belegen, dass Verbraucher dann am meisten sparen, wenn sie einen Vertrag mit einem Lieferanten abschließen, der nicht der örtliche Grundversorger ist. Gut zu wissen: Mittlerweile gibt es bundesweit knapp 1.000 Gasanbieter.

Der Vattenfall-Extra-Tipp:

Verbraucher können von der hohen Zahl der Gasanbieter profitieren. Einfach die Gas-Tarife vergleichen und zum Lieferanten mit dem besten Angebot wechseln. So können Sie bis zu mehrere Hundert Euro Energiekosten im Jahr einsparen.

Was Erdgas so umweltfreundlich macht

Erdgas ist nicht nur recht günstig, sondern im Vergleich zu anderen fossilen Brennstoffen auch umweltfreundlich. Bei der Verbrennung von Erdgas ist der CO2-Ausstoß am geringsten. Es werden auch erheblich weniger Schadstoffe freigesetzt, und es gibt keinen Rußausstoß. Durch den Transport von Erdgas durch ein unterirdisches Pipelinenetz wird zudem der Straßentransport vermieden. Sie wollen mehr dazu erfahren? Dann stöbern Sie doch in unserem Artikel zum Thema "umweltfreundliches Erdgas."

Auch das Heizen mit Gas ist sehr energieeffizient, es lassen sich sehr gute Wirkungsgrade erzielen. Das hat mit dem Herzstück der Gasheizung, der Heizregelung zu tun. Die Wärmeerzeugung mit Gas kann durch eine intelligente Steuerung geregelt werden und hat schon dadurch einen sehr hohen Wirkungsgrad von bis zu 100 Prozent. Die Heizungsregelung, die in Gasheizungen eingebaut ist, schaltet den Brenner je nach bedarfsgerecht eingestellter Temperatur an oder aus. Dadurch wird immer die gewünschte Raumtemperatur erreicht.

Weiteres großes Plus einer Gasheizung: Sie ist kompatibel mit Solarthermie-Anlagen und Wärmepumpen. Das sorgt für Einsparungen beim Gasverbrauch und erschließt Nutzern von Gasheizungen gleichzeitig Fördermöglichkeiten für den Ausbau regenerativer Energien.

Alte Gasheizungen sind teuer

Ältere Gasheizungen sind nicht nur störungsanfälliger, sondern arbeiten auch weit weniger energieeffizient als moderne Geräte. Denn ein Teil der Wärmeenergie geht ungenutzt über die Heizungsabgase verloren. Solche ineffizienten Geräte mit schlechten Wirkungsgraden von etwa 65 Prozent verschwenden viel Energie und sind entsprechend teuer im Betrieb. Leider ist ein Großteil der Geräte in Deutschland nicht auf dem neuesten Stand.

Der Vattenfall-Extra-Tipp:

Wer modernisiert, spart bares Geld! Neue Gas-Brennwertheizungen zählen zu den preisgünstigsten, sparsamsten und technisch ausgereiftesten Heizsystemen und bringen bis zu 30 Prozent Energieeinsparung im Vergleich zu veralteten Modellen. Die neuen Anlagen werden zudem staatlich gefördert.

Die Gasheizung, das Raumwunder

Gas muss nicht gelagert werden, da es direkt über das Erdgasnetz ins Haus oder in die Wohnung kommt. Gasheizungen sind sehr kompakt, Gasthermen sogar leicht. Sie können gut in Nischen im Bad oder in der Küche und zum Beispiel auch versteckt in Wandschränken untergebracht werden. Nur wer Flüssiggas nutzt, muss einen Tank aufstellen. Gasheizungen mit Brennwerttechnik kommen mit einer Abgasleitung aus Kunststoff, Edelstahl oder Keramik aus, die nur einen kleinen Durchmesser aufweisen muss. Deshalb ist ein Schornstein nicht notwendig.

Wie das Gas zu Ihnen kommt

Allerdings muss Ihr Haus oder die Wohnung natürlich ans Gasnetz angeschlossen sein, damit Sie eine Gasheizung betreiben können. Heute ist dies bereits bei sehr vielen Haushalten der Fall. Ansonsten muss der Anschluss neu verlegt werden. Ob Alt- oder Neubau, spielt dabei keine Rolle. Den Antrag auf Anschluss stellen Sie am besten bei Ihrem Netzbetreiber, denn der ist auch fürs Verlegen des Anschlusses zuständig. Informationen zu den Kosten gibt es beim Bauamt, auch ein Architekt kann einen Kostenvoranschlag erstellen.

Wie hoch die Anschlusskosten exakt sind, hängt vor allem davon ab, wie weit der Weg von der Leitung bis zu Ihrem Haus beziehungsweise der Wohnung ist. Eine Gasleitung über eine lange Strecke hinweg zu verlegen kann recht teuer werden. Da das Gasnetz in Deutschland aber bereits sehr gut ausgebaut ist, findet sich eine Gasleitung in den meisten Fällen bereits in der angrenzenden Straße, in Neubaugebieten oft sogar schon auf dem Grundstück. In einem solchen Fall liegen die Preise für den Gasanschluss etwa zwischen 1.500 und 2.500 Euro.

Einen Teil der Anschlusskosten können Sie zudem noch sparen, indem Sie nötige Erdarbeiten selbst übernehmen. Die Verlegung der Leitung und der Anschluss müssen aber in jedem Fall vom Fachmann durchgeführt werden, wobei Heizungsinstallateur und Gasanbieter oft zusammenarbeiten.

Das könnte Sie auch interessieren:

Ihr eigener Gasanschluss

Ob Heizen, Kochen oder Wäschetrocknen: Sie können Erdgas im Haushalt vielfältig einsetzen. Erfahren Sie hier, wie Sie Ihren eigenen Anschluss legen lassen.

Gasherd: Garen punktgenau

Starköche schwärmen vom Gasherd. Sie philosophieren dabei von „sichtbarer Wärme“ und „punktgenauem Garen“. Auch zu Hause können Sie diese Vorteile nutzen.

Besuchen Sie uns auf Facebook!

   

Oder auf Youtube!

   

Fotos: 1) Vaillant Ecotec-Olus/Vaillant Deutschland GmbH, 3) Buderus Küchentechnik GmbH, 5) alvarez/iStock.