20 Tipps zum Sparen von Gas
Aktualisiert am 30.3.2026
Lesedauer: 6 Minuten
Heizen, Kochen, Warmwasser – Gas ist einer der verbreitetsten Energieträger in deutschen Haushalten. Aber Gas ist auch ein fossiler Brennstoff und schadet der Umwelt. Nicht zuletzt deswegen wird Gas immer teurer, denn der Staat belegt es mit einem steigenden CO₂-Preis. 20 Tipps, mit denen Sie effektiv Gas sparen und Ihre Kosten senken.
Tipps für richtiges Heizen und Lüften
Tipp 1: Klassische Fehler vermeiden
Nachts die Heizung abdrehen, Möbel vor dem Heizkörper positionieren – das sind beliebte Fehler beim Heizen, die Sie vermeiden sollten.
Tipp 2: Die richtige Temperatur wählen
Jedes Grad Raumtemperatur weniger spart Gas und senkt die Heizkosten. Das Umweltbundesamt empfiehlt: Die Temperatur sollte im Wohnbereich möglichst bei nicht mehr als 20 °C liegen, solange dies noch als angenehm empfunden wird. Die Empfehlung für andere Räume: in der Küche: 18 °C, im Schlafzimmer: 17 °C. Je schlechter ein Haus gedämmt ist, desto mehr zahlt sich auch das kurzzeitige Herunterdrehen eines Heizkörpers in nicht genutzten Wohnräumen aus. Sind Sie wenige Tage außer Haus, lohnt es sich, außerdem die Heizung auf etwa 16 Grad abzusenken, was in etwa der Heizstufe 2 entspricht.
Gut zu wissen: Temperatur und Thermostat
Das Schneeflockensymbol auf dem Thermostat steht für Frostschutz. Es entspricht um die 6 °C. Die 1 steht für rund 12 °C, die 2 entspricht 16 °C, die 3 erwärmt die Wohnung auf 20 °C, die 4 auf rund 24 °C. Und wer seine Heizung auf 5 stellt, sorgt für etwa 28 °C Raumtemperatur.
Tipp 3: Upgrade der Thermostate
Smart statt manuell: Mit smarten Heizthermostaten lässt sich die optimale Temperatur in jedem Raum individuell und automatisch anpassen und so die Heizung steuern. Das senkt den Gasverbrauch.
Im Zusammenspiel mit einer App kann man in Echtzeit sehen, wann und mit welcher Temperatur geheizt wird und wo es Einsparpotenzial gibt.
Tipp 4: Türen schließen
Unterschiedliche Räume sollten je nach Funktion eine unterschiedliche Temperatur haben. Halten Sie deswegen Türen geschlossen, damit die Wärme nicht aus den stärker geheizten Räumen verfliegt.

Tipp 5: Rollläden runterlassen oder Vorhänge zuziehen
Gasverbrauch reduzieren und Heizkosten sparen mit Rollläden, schweren Vorhängen oder Rollos? Das funktioniert tatsächlich. Wenn Sie die Fenster etwas abdecken, sorgen Sie dadurch für eine bessere Isolierung, die Wärme bleibt länger im Raum und Sie senken den Verbrauch Ihrer Heizung. So können Rollläden die Wärmeverluste durch das Fenster nachts um etwa 20 Prozent verringern.
Tipp 6: Heizkörper regelmäßig entlüften und abstauben
Wenn die Heizung gluckert oder die Wärme am Heizkörper ungleichmäßig verteilt ist, ist es Zeit für eine Entlüftung. Danach arbeitet sie wieder energieeffizienter. Auch Staub macht ihr zu schaffen und sollte regelmäßig entfernt werden.
Tipp 7: Stoßlüften statt auf Kipp
Bei gekipptem Fenster gelangt nur wenig Frischluft in den Raum, trotzdem geht auf Dauer viel Wärme verloren. Ein derart ausgekühltes Zimmer lässt sich nur mit hohem Energieaufwand wieder aufwärmen. Für Frischluft sorgen Sie am besten durch Stoßlüften: Im Winter mehrmals täglich jeweils fünf bis maximal zehn Minuten mehrere Fenster weit öffnen und für Durchzug sorgen. Dabei kurz die Heizung ausstellen – am besten schon fünf Minuten vorher.
Tipp 8: Für kleine Mengen: Wasserkocher benutzen
Wasser lässt sich schneller und energiesparender mit einem Wasserkocher erhitzen als mit dem Gasherd, da weniger Abwärme entsteht. Das gilt vor allem für kleine Mengen, wie Teewasser oder kurzes Kochen, z.B. von Eiern. So können Sie fast 30 Prozent Energie sparen.
Tipp 9: Vorgewärmter Backofen? Nein, danke
Bis auf wenige Ausnahmen ist das Vorwärmen des Backofens nicht notwendig. Auflauf, Kuchen und Pizza gelingen auch so. Energiespareffekt: rund 20 Prozent. Nur die Garzeit verlängert sich etwas. Wollen Sie nur kleine bis mittlere Portionen backen, kann für Sie auch eine Heißluftfritteuse (Airfryer) eine effiziente Alternative zum Backofen sein. Sie braucht keine Vorheizzeit und verbraucht weniger Strom.
Tipp 10: Sparduschkopf nutzen
Gaskosten entstehen nicht nur beim Heizen. In einem durchschnittlichen Haushalt werden etwa 15 Prozent des gesamten Energieverbrauchs für warmes Wasser benötigt. Bis zu 14 Liter Wasser pro Minute prasseln durch einen konventionellen Duschkopf. Bei einem Sparduschkopf sind es nur sieben Liter. Hier wird dem durchströmenden Wasser Luft beigemischt. Durchflussbegrenzer am Wasserhahn arbeiten nach dem gleichen Prinzip.
Tipp 11: Richtig dämmen
Dämmen ist eine wirkungsvolle Methode, um den Energieverbrauch eines Hauses zu reduzieren, indem der Wärmeverlust nach außen minimiert wird. Am meisten Energie lässt sich einsparen, wenn die gesamte Gebäudehülle, also Dach, obere Geschossdecke, Kellerdecke und Fassade gut eingepackt werden. Eine relativ unaufwändige Methode, um Häuser noch im Nachhinein zu dämmen, ist die Einblasdämmung.
Dämmen im Kleinen
Bringen Sie eine Isolationsschicht aus Dämmfolie hinter dem Heizkörper an, um zu verhindern, dass die Wärme über die Außenwand entweicht.

Tipp 12: Modernisieren mit Wärmeschutzverglasung
Nicht nur über die Fassade, sondern auch über die Fenster geht viel Wärme verloren. Neue Fenster mit Wärmeschutzverglasung bieten hier eine effiziente Möglichkeit, Gas zu sparen.
Tipp 13: Fenster und Türen abdichten
Der Energieverlust über undichte Fensterrahmen und Zimmertüren ist gerade im Winter hoch. Um möglichst viel Wärme in den Räumen zu halten, sollten Sie deshalb die Fenster und Türen abdichten. Im Baumarkt gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie z. B. Dichtungsbänder aus Schaumstoff oder Gummidichtungen, die leicht anzubringen sind.
Tipp 14: Regelmäßige Wartung nicht vergessen
Lassen Sie Ihre Heizung regelmäßig von Fachleuten warten, um sicherzugehen, dass es keine Fehler gibt, die Ihren Gasverbrauch in die Höhe treiben. Auch ein hydraulischer Abgleich kann helfen, dass die Heizung effizienter arbeitet und Gas gespart wird.
Gas sparen mit den passenden Heizgeräten
Tipp 15: Passende Gastherme wählen
Eine passende Gastherme kann eine sinnvolle Ergänzung beim energieeffizienten Heizen mit erneuerbaren Energien sein. Gasthermen funktionieren ähnlich wie Durchlauferhitzer. Sie erzeugen nur Wärme, wenn diese zum Heizen oder für die Bereitung von Warmwasser benötigt wird. Dadurch erreichen sie Wirkungsgrade von mehr als 100 Prozent und holen viel Energie aus einem Minimum an Gas heraus. Die Folge: Weniger Gasverbrauch und sinkende Heizkosten.

Tipp 16: Gas sparen mit Brennwerttechnik
Brennwertkessel sollten bei Energiespartippsnicht ungenannt bleiben. Diese Technik ist den Vorgängertechnologien im Hinblick auf Energieeffizienz, Heizkosten und Schadstoffausstoß überlegen. Sie nutzt den Umstand, dass bei der Gasverbrennung Wasserdampf entsteht. Die Therme kühlt diesen Dampf herunter und setzt so Kondensationswärme frei, die zusätzlich zum Heizen genutzt wird. Das bringt der Heizung einen zusätzlichen Wärmegewinn von rund zehn Prozent. Da Gas ein fossiler Brennstoff ist, dürfen Gas-Brennwertkessel laut Gebäudeenergiegesetz seit 2024 nur noch in Kombination mit einer nachhaltigen Heizmethode – wie Solarthermie oder Wärmepumpe – eingebaut werden.
Tipp 17: Mehr Energieeffizienz durch Blockheizkraftwerke
Blockheizkraftwerke (BHKW) produzieren zeitgleich Strom und Nutzwärme. Deshalb sind sie ein wichtiger Baustein der Energie- und Wärmewende. Die kleinen Bauformen der Kraftwerke lassen sich mittlerweile auch in Ein- und Mehrfamilienhäusern einbauen. Sie senken den Energieverbrauch um bis zu 40 Prozent.

Tipp 18: Gasheizung zur Hybridheizung machen
Eine Hybridheizung kombiniert eine Gasheizung mit erneuerbaren Energien wie Solarthermie oder Wärmepumpe. Dazu kann die vorhandene Heizung meist mit der neuen Technik verknüpft werden. Vorteil von Hybridheizungen ist, dass sie auch in noch nicht ausreichend sanierten Gebäuden funktionieren. Sie können also eine Übergangslösung sein.
Tipp 19: Heizung rechtzeitig austauschen
Wussten Sie, dass das Heizen mehr als zwei Drittel des gesamten Energiebedarfs eines Hauses ausmacht? Häufig lohnt es sich also, darüber nachzudenken, die Heizung zu modernisieren und so Gas und Geld zu sparen. Denn wenn sie in die Jahre kommt, wird sie immer ineffizienter und braucht mehr Gas für die gleiche Leistung. Üblicherweise beträgt die durchschnittliche Lebensdauer einer Gasheizung 15 bis 20 Jahre. Ein zukunftsfähiger Ersatz, der aktiv zur Wärmewende beiträgt, ist beispielsweise eine Wärmepumpe. Sie kann sich auch schon vor dem offiziellen Lebensende der Gasheizung lohnen.
Gaskosten sparen durch größere Unabhängigkeit
Tipp 20: Gas zu Hause produzieren
Geld für Gas spart, wer Gas selbst erzeugen kann. Dabei kann eine Biogasanlage für den Hausgebrauch helfen. In den Biogasanlagen im Kleinformat können Haushalte Küchen- und Gartenabfälle in Energie und Düngemittel verwandeln. Die kleinste Anlage des deutschen Anbieters (B)energy benötigt sechs Quadratmeter Grundfläche und mindestens drei Kilogramm Biomasse pro Tag. Mit fünf bis zehn Kilogramm Biomüll lässt sich etwa ein Kubikmeter Gas pro Tag erzeugen. Das reicht, um einen Biogaskocher rund zwei bis vier Stunden lang zu betreiben.
Fazit: Gas sparen – gewusst wie
Gas sparen bedeutet nicht automatisch, dass hohe Investitionskosten auf Sie zukommen. In manchen Fällen lohnt es sich zwar, den Einbau einer neuen Heizungsanlage oder Optimierungen in Betracht zu ziehen. In anderen Fällen können Sie schon mit ein paar kleinen Eingriffen oder Gewohnheitsänderungen Ihre Gaskosten senken. Dazu kommt: Wer weniger Gas verbrennt, reduziert seinen CO₂-Ausstoß. Gas sparen lohnt sich also doppelt.
Ganz klar: Die Gasheizung. 65 Prozent des Energieverbrauchs in deutschen Haushalten entfallen auf die Heizung. Warmwasser kommt nochmal mit einem Anteil von 20 Prozent obendrauf.
Die Höhe des Verbrauchs hängt stark von der Wohnfläche, der Gebäudedämmung, dem individuellen Heizverhalten und der Haushaltsgröße ab. Aber als Richtwert gilt: Bei einer 70 m² großen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus gilt ein jährlicher Gasverbrauch bis 61 kWh pro m² als niedrig. Bei einem Einfamilienhaus mit einer Größe von 130 m² liegt der Richtwert bei bis zu 63 kWh pro m².
Die einfache Formel Kubikmeter (m³) x Brennwert x Zustandszahl = Kilowattstunden (kWh) dient als guter Richtwert für Ihren Gasverbrauch. Den Brennwert und die Zustandszahl finden Sie auf Ihrer Abrechnung.
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