Blockheizkraftwerk: Energiewende für zu Hause
Das Wichtigste in Kürze:
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Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) erzeugt mithilfe der Kraft-Wärme-Kopplung gleichzeitig Strom und Nutzwärme.
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Je nach Anlage und Betriebsweise kann der Gesamtwirkungsgrad bis zu 90 Prozent betragen, wenn sowohl Strom als auch Wärme genutzt werden.
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Ob sich ein BHKW wirtschaftlich lohnt, hängt vor allem vom Strom- und Wärmebedarf, den Investitions- und Brennstoffkosten sowie der Laufzeit ab.
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Für bestimmte Anlagen können Förderungen verfügbar sein; Höhe und Anspruch richten sich nach den geltenden Programmen und Voraussetzungen.
Zuletzt aktualisiert am 16.10.2026
Lesedauer: 8 Minuten
Das erfahren sie hier alles:
- Was sind Blockheizkraftwerke?
- Funktionsweise der Kraft-Wärme-Kopplung
- BHKW: Baustein für die Energiewende
- BHKW mit Brennstoffzellen: die Wasserstoffherkunft ist entscheidend
- Dezentrale Technologie
- Verschiedene Größen bei BHKW
- Welche Vor- und Nachteile hat ein BHKW?
- Ausbaufähig: Kraft-Wärme-Kopplung im deutschen Energiemix
- Fazit: Wann lohnt siche ein Blockheizkraftwerk?
- Fragen und Antworten
Was sind Blockheizkraftwerke?
Das Blockheizkraftwerk besteht (einfach ausgedrückt) aus einem Motor, einem Synchrongenerator und einem Wärmetauscher. Anders als andere Heizungsanlagen dienen BHKW der Gewinnung von Wärme und elektrischer Energie, also Strom. Diese gleichzeitige Gewinnung wird „Kraft-Wärme-Kopplung“ genannt.
Bislang waren nur große Blockheizkraftwerke üblich, doch immer häufiger werden auch sogenannte Mini- oder Mikro-Blockheizkraftwerke in Ein- oder Mehrfamilienhäuser eingebaut.
Funktionsweise der Kraft-Wärme-Kopplung
Ein Blockheizkraftwerk funktioniert nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Das meint die gleichzeitige Umwandlung von eingesetzter Energie in elektrische Energie und in Nutzwärme. Je nach Anlage und Betriebsweise kann der Gesamtwirkungsgrad – bezogen auf die gemeinsam erzeugte und genutzte Strom- und Wärmeenergie – bis zu 90 % betragen. Zum Vergleich: Technologien, die allein der Stromerzeugung dienen, erreichen etwa 30 bis maximal 60 %. Weitere Beispiele für die KWK sind Brennstoffzellen sowie Gas- und Dampfkraftwerke (GuD).

BHKW sind vor allem im großen Maßstab bekannt. Der Gesamtwirkungsgrad hängt vor allem aber davon ab, ob die gleichzeitig erzeugte Wärme vor Ort genutzt werden kann. Die Anlagengröße allein entscheidet darüber nicht. Denn sobald thermische Energie über Fernwärmeleitungen und elektrischen Energie über Hochspannungsleitungen transportiert wird, geht Energie verloren. Bei dezentralen Blockheizkraftwerken etwa sind die Wege kurz: Wärme und Energie müssen in der Regel nur aus dem Keller in höhere Stockwerke übertragen werden. Der Vorteil der dezentralen Kleinen lässt sich an den Zahlen ablesen:
Von 100 Einheiten Brennstoffenergie werden unter den angegebenen Betriebsbedingungen etwa 38 Einheiten in Strom und 52 in nutzbare Wärme umgewandelt. Die Werte sind anlagenspezifisch. Dies ergibt einen Wirkungsgrad von 90 %. Die restlichen 10 % sind Verluste bei der Umwandlung. Ob ein BHKW gegenüber einer zentralen Versorgung Vorteile bietet, hängt unter anderem davon ab, wie viel der erzeugten Wärme vor Ort genutzt wird und womit die Vergleichsanlage betrieben wird. Von 100 % Brennstoff können i. d. R. nur 30-45 % als Strom genutzt werden, was einen Wirkungsgrad von 30-45 % entspricht. Der übrige Anteil entfällt auf Umwandlungs- und Abgasverluste sowie gegebenenfalls nicht genutzte Wärme. Es gibt jedoch auch zentrale Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen mit einem hohen Wirkungsgrad, wie beispielsweise das Vattenfall Heizkraftwerk in Berlin.

Dazu kommt, die KWK gegenüber einer getrennten Strom- und Wärmeerzeugung CO2-Emissionen verringern kann, wenn die erzeugte Wärme genutzt wird. Höhe und Ergebnis hängen von Brennstoff, Anlage und Vergleichssystem ab. Wie bei der Gewinnung von Solarstrom mit einer Photovoltaikanlage kann auch der vom BHKW erzeugte überschüssige Strom in das öffentliche Netz eingespeist werden. Hierfür gibt es dann eine Einspeisevergütung. Somit sind auch die kleinen Blockheizkraftwerke für Eigenheimbesitzer:innen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten interessant.
BHKW: Baustein für die Energiewende
Während bei herkömmlicher Stromerzeugung rund zwei Drittel der Energie regelrecht verpuffen, führt ein Blockheizkraftwerk entstehende Abwärme ins Gebäude-Heizsystem ab. Diese Technologie ist ein wichtiger Baustein für die Energie- und Wärmewende. BHKW können bis zu 40 % Primärenergie einsparen. Und sie können schwankende Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen wie Wind- und Solarkraft ausgleichen. Die intelligenten BHKW sind in unterschiedlichen Leistungsgrößen für Wohngebäude, Gewerbe und Industrie erhältlich.
BHKW mit Brennstoffzellen: die Wasserstoffherkunft ist entscheidend
Herkömmliche BKHW erzeugen Strom und Wärme mit einem Verbrennermotor. Für die Verbrennung können Gas und Öl aber auch nachwachsende Rohstoffe wie Holz genutzt werden. Diese werden aber zunehmend von Blockheizkraftwerken abgelöst, die mit einer Brennstoffzelle arbeiten. Die Brennstoffzellentechnik wandelt

Wasserstoff und Sauerstoff in einer chemischen Reaktion in Wasser, Strom und Wärme um. Wird dafür Wasserstoff verwendet, der per Elektrolyse mit Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind-, Solar- oder Wasserkraft hergestellt wird, entstehen bei der Brennstoffreaktion am Einsatzort keine direkten CO2-Emissionen. Die Treibhausgasbilanz hängt jedoch auch von der Strombereitstellung sowie von Herstellung, Transport und Speicherung des Wasserstoffs ab.
Da Brennstoffzellen-BHKW keinen Verbrennungsmotor benötigen, können sie leiser sein als motorbetriebene BHKW. Je nach Modell müssen Brennstoffzellen-Stacks regelmäßig ersetzt werden. Diese übereinandergestapelten Zellen sind der Teil der Anlage, in dem die Reaktion zur Erzeugung von Strom und Wärme stattfindet. Brennstoffzellen-BHKW gibt es auch in kleineren Ausführungen für Ein- und Mehrfamilienhäuser.
Ob herkömmliches oder modernes Blockheizkraftwerk, bei beiden handelt es sich um dezentrale Technologien. Wärme und Strom werden am Ort des Verbrauchs produziert, im Gegensatz zur zentralen Strom- und Wärmeerzeugung in Kraftwerken. Mit einem Wasserstoff-Blockheizkraftwerk und dem Strom aus einer eigenen Photovoltaikanlage kann übrigens jeder Haushalt selbst Wasserstoff herstellen und sich – zumindest zeitweise – mithilfe eines BHKW autark mit Wärme und Strom versorgen.


Verschiedene Größen bei BHKW
Blockheizkraftwerke stehen in verschiedenen Leistungsgrößen zur Verfügung. Vom Heizkraftwerk mit mehr als 5 Megawatt Leistung für ganze Stadtviertel bis zum kompakten Nano-BHKW mit einer Leistung von bis zu 2,5 kW für Einfamilienhäuser. Mit einer solchen kleinen Lösung wird aber im Normalfall nicht der gesamte Strombedarf gedeckt. Die Modelle im Überblick:
Grundsätzlich gilt: Ob und wann sich ein BHKW amortisiert, hängt unter anderem von Investitionskosten, Laufzeit, Brennstoff- und Strompreisen sowie der Nutzung der erzeugten Wärme ab. KWK kann bei hoher Auslastung und ausreichender Nutzung der Wärme den Brennstoffeinsatz gegenüber einer getrennten Erzeugung verringern. Damit sich BKHW möglichst schnell lohnen, ist eine möglichst hohe Stromproduktion entscheidend. Doch sobald mit einem BKHW Strom produziert wird, entsteht auch gleichzeitig Wärme.
Für einen wirtschaftlichen Betrieb sollte die Anlage möglichst gut zum zeitlichen Strom- und Wärmebedarf passen und die erzeugte Wärme regelmäßig genutzt werden können. Gerade in wärmeren Gegenden und in den Sommermonaten ist der Bedarf an Heizungswärme geringer. Einzelne Haushalte sind hier eher im Nachteil. Sie können die Wärme zwar für Warmwasser verwenden, aber insbesondere Neubauten benötigen nur noch wenig Heizwärme. In Mehrfamilienhäusern oder in Wohnquartieren ist von einem dauerhaft höheren Bedarf an Warmwasser auszugehen, was größere Energieproduktionen sinnvoll macht.
Ein weiterer Nachteil bezieht sich auf herkömmliche BHKW, die nicht auf erneuerbare, sondern fossile Energien setzen. Sie sind einerseits auf endliche Ressourcen angewiesen, die das Klima belasten. Aufgrund der zunehmenden Knappheit – beispielsweise von Kohle und Gas – sind andererseits mutmaßlich steigende Preise zu erwarten. Ob ein wasserstoffbetriebenes BHKW gegenüber einer fossil betriebenen Anlage Vorteile bietet, hängt von Wasserstoffherkunft, Kosten, Anlagenkonzept und Förderbedingungen ab.
Installation und Betrieb werden staatlich gefördert
Die hohen Kosten bei der Anschaffung von Blockheizkraftwerken können zumindest zum Teil durch staatliche Fördergelder ausgeglichen werden. Auf Bundesebene werden BKHW beispielsweise durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mitfinanziert. Aber auch auf Landesebene und auf regionaler Ebene können Fördermittel beantragt werden.
BHKW werden seit 2009 durch das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz gefördert. Seit Beginn der KWK-Förderung im Jahr 2009 sind über 75.000 KWK-Anlagen gebaut worden. Eine vollständige amtliche Bestandszahl aller Blockheizkraftwerke in Deutschland lässt sich aus der BAFA-Statistik nicht ableiten: Sie erfasst Zulassungen nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz, nicht den Gesamtbestand.
Wer ein Blockheizkraftwerk im Rahmen einer energetischen Sanierung einbaut, kann die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) nutzen. Für den Heizungstausch müssen die Anträge auf Förderung bei der KfW eingereicht werden. Die Brennstoffzelle wird als Einzelmaßnahme zur Heizungsmodernisierung angesehen. Wenn die Brennstoffzelle ausschließlich mit grünem Wasserstoff oder Biomethan betrieben wird, wird der Einbau eines BHKW mit bis zu 70 % der Investitionskosten unterstützt. Zusätzlich zu der Investitionsförderung kann die private Stromerzeugung vergütet werden, sobald Strom ins öffentliche Netz eingespeist wird. Die Grundlage für diese Einspeisevergütung bildet das KWK-Gesetz. Netzbetreiber sind verpflichtet, eine BHKW-Anlage an ihr Stromnetz anzuschließen.
Zu weiteren staatlichen Fördermaßnahmen zählen Steuererleichterungen, Investitionszuschüsse und zinsgünstige Darlehen für die Anschaffung der BKHW-Anlagen, etwa über die KfW.
Vorteile:
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Hoher Gesamtwirkungsgrad (bei ausreichender Wärmenutzung)
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Wirtschaftlich rentabel (abhängig von Investition, Laufzeit, Energiepreisen und Wärmebedarf)
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Mögliche Verringerung des Brennstoffeinsatzes gegenüber einer getrennten Erzeugung, sofern Strom und Wärme genutzt werden
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Staatlich Subventionen (unter den geltenden Voraussetzungen bis zu 70%)
Die Stromerzeugung hängt nicht unmittelbar von Wind- oder Solaraufkommen ab, sondern von Brennstoffversorgung, Wärmebedarf und Anlagenbetrieb.
Nachteile:
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Hoher Anschaffungspreis
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Hohe Laufleistung erforderlich: das Gerät sollte nur selten ein- und ausgeschaltet werden
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Abhängigkeit vom Rohstoffpreis (bei Betrieb mit fossilen Energien)
Ausbaufähig: Kraft-Wärme-Kopplung auf dem Vormarsch
Nach vorläufigen Angaben des Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) wurden 2025 rund 93,9 Mrd. Kilowattstunden Strom in KWK-Anlagen erzeugt. Das entspricht etwa 19,7 Prozent der deutschen Nettostromerzeugung. Das gesetzliche Ziel von 120 Mrd. Kilowattstunden KWK-Strom für 2025 wurde damit nicht erreicht.
Fazit: Wann lohnt sich ein Blockheizkraftwerk
Ein Blockheizkraftwerk erzeugt gleichzeitig Strom und Wärme. Ob es sich für ein Gebäude lohnt, hängt vor allem davon ab, ob beide Energieformen regelmäßig genutzt werden können und wie hoch Anschaffungs-, Wartungs- und Brennstoffkosten ausfallen. Auch die Emissionsbilanz variiert je nach Brennstoff und Betriebsweise. Vor dem Kauf sollten Eigentümer:innen daher den erwarteten Energiebedarf, mögliche Förderbedingungen und alternative Heizsysteme vergleichen lassen.
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