Infowelt Energie

Erdgas-Fähre: Umweltfreundliche Überfahrt

Flüssigerdgas (LNG) gilt als Treibstoff der Zukunft in der Schifffahrt. Der Energieträger bietet viele Vorteile als Antrieb im Verkehrswesen.

Mehr Geschwindigkeit mit umweltschonendem Antrieb

MS Ostfriesland Schiff

Die MS Ostfriesland ist ein Pionier der deutschen Schifffahrt: Im Bauch der Auto- und Passagierfähre steckt ein Dual-Fuel-Motor, der sich wahlweise mit Erdgas oder Öl betanken lässt und das Schiff mit schadstoffarmem Flüssigerdgas antreibt. Kommen Sie mit uns an Bord!

Die ostfriesische Insel Borkum ist seit Jahrzehnten ein beliebtes Reiseziel. Jährlich zieht es mehr als 300.000 Gäste in die typischen Strandkörbe auf kilometerlangen weißen Stränden. Die meisten von ihnen setzen mit der Fähre vom Festland aus über. Das ist eine immense Belastung für das Wattenmeer, das zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt.

Erdgas-Fähre: Neue Motoren senken Emissionen

Damit die Umweltbelastung zukünftig geringer ausfällt, setzt die Reederei AG „EMS“ nun mit der MS Ostfriesland auf den umweltschonenden Rohstoff Erdgas in Form von Flüssigerdgas (LNG). Denn nicht nur im Haushalt beim Grillen, Kochen und Wäschewaschen bietet der Energieträger Erdgas viele Vorteile. Auch im Verkehrswesen wird Erdgas immer mehr als Antrieb geschätzt.

Die MS Ostfriesland verkehrt bereits seit 1985 zwischen Emden und Borkum. 2015 wurde die Fähre, auf die bis zu 1.200 Passagiere und 70 Fahrzeuge passen, umfassend modernisiert. Seitdem wird sie nicht länger mit konventionellem Schiffsdiesel angetrieben, sondern mit LNG, dem Flüssigerdgas. Zwei Motoren mit jeweils 1.150 Kilowatt leisten im Inneren der Fähre die Arbeit. Nur im Bedarfsfall wird das Dual-Fuel-System auf Diesel umgeschaltet.

Doch es ist nicht nur der Umweltaspekt, der die Reederei zum Umstieg auf LNG bewogen hat. Mit den neuen Motoren hat die MS Ostfriesland als Erdgas-Fähre auch an Geschwindigkeit gewonnen. Sie ist jetzt bis zu zehn Prozent schneller als zuvor mit konventionellem Diesel-Antrieb. Je nach Strömung dauert die Überfahrt etwa zwei Stunden. Eine Herausforderung ist bislang noch die Betankung des Schiffes mit LNG. Da es noch keine Tankmöglichkeiten an der Küste gibt, liefern Tankwagen aus den Niederlanden den benötigten Treibstoff an.

Treibstoff der Zukunft: Flüssigerdgas in der Schifffahrt

Flüssigerdgas gilt in der Schifffahrt als Treibstoff der Zukunft. Das hat drei Gründe:

1. Wird Flüssig-Erdgas auf minus 162 Grad Celsius heruntergekühlt, schrumpft es auf ein Sechshundertstel seines ursprünglichen Volumens. Damit benötigt es deutlich weniger Platz als herkömmliches Erdgas.

Grafik: Vorteile von LNG auf einen Blick

2. Im Vergleich zu herkömmlichem Schiffsdiesel hat es eine wesentlich bessere Umweltbilanz. Denn bei der Verbrennung entstehen im Vergleich 20 Prozent weniger Kohlendioxid und 90 bis 95 Prozent weniger Stickoxide und Schwefeloxide. Der Ausstoß gesundheitsschädigenden Feinstaubs reduziert sich dadurch sogar auf null.

3. Eine strenge Umweltrichtlinie der International Maritime Organisation (IMO), der Seeschifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen, schreibt Schifffahrtsunternehmen vor, die Schwefelemissionen von 2020 an drastisch zu senken. Darum rüsten viele Reedereien ihre Schiffe auf LNG-Technik um oder setzen bei Schiffsneubauten gleich auf den umweltfreundlichen Antrieb.

Bis zum Jahr 2020 soll die Zahl der LNG-betriebenen Schiffe von aktuell 60 auf 1.000 Stück weltweit anwachsen.

Vorreiter für LNG in Europa ist Norwegen. In dem skandinavischen Land wird das Flüssigerdgas bei einer ganzen Reihe von Versorgungsschiffen in der Industrie und bei Fjord-Fähren als Treibstoff eingesetzt. LNG ist ein Abfallprodukt bei der Offshore-Ölförderung.

LNG kostet kaum mehr als Schweröl und verursacht keine Schwefelemissionen. Zudem entstehen bis zu 95 Prozent weniger Stickoxide.

Containerschiff

LNG kostet kaum mehr als Schweröl und verursacht keine Schwefelemissionen. Zudem entstehen bis zu 95 Prozent weniger Stickoxide.

Vattenfall Fazit

Das umweltfreundliche Erdgas in Form von Flüssigerdgas wird in der Schifffahrt zukünftig eine große Rolle spielen. Damit LNG flächendeckend bezogen werden kann, fehlt es jedoch noch an Infrastruktur. So wird auch die MS Ostfriesland noch mit Tanklastwagen auf dem Landweg versorgt. Und im Notfall ist immer auch eine Betankung mit Öl möglich, da der Motor auch diesen Treibstoff verarbeiten kann.

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Fotos: 1) iStock 2) www.ag-ems.de 3) www.welt.de/regionales/hamburg/article157065672/Warum-so-wenig-Schiffe-mit-Fluessig-Erdgas-fahren.html 4) Vattenfall