Glossar

Energie Wissen

Primärenergie

Primärenergie wird direkt aus Energiequellen gewonnen und in Kilowattstunden (kWh) gemessen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um fossile oder erneuerbare Energiequellen handelt. Die Bundesregierung hat festgelegt, dass Primärenergie weniger zur Wärmeerzeugung genutzt wird, weil sie meist als Nebenprodukt bei der Stromerzeugung (Sekundärenergie) entsteht.

Unter Primärenergie versteht man in der Energiewirtschaft die Art und Menge der Energie, die in den natürlich vorkommenden Energiequellen steckt. Dementsprechend kann Primärenergie z. B. als fossiler Brennstoff (Erdöl, Erdgas, Kohle etc.), und auch als Energieträger, d. h. z. B. als Wind, Sonne oder Kernbrennstoff wie Uran zur Verfügung stehen. Bei fossilen Energieträgern sowie bei Biomasse lässt sich die Primärenergie am besten als Brennwert in Kilowattstunden (kWh) beziffern. Ein Kilogramm Erdöl enthält etwa 11,8 kWh Energie, Brennholz hingegen nur 4,1 kWh.

Primärenergie kann durch Umwandlungsprozesse in Sekundärenergie z. B. in Form von Pellets, Koks oder Benzin umgewandelt werden, um sie leichter nutzen und transportieren zu können. Primär- wie auch Sekundärenergie können zur Erzeugung vom Verbraucher nutzbarer Endenergie verwendet werden, also dem Teil der Primärenergie, der letztlich beim Verbraucher ankommt – sei es als elektrische Energie, als Kraftstoff oder in einer anderen Form. Bei der Nutzbarmachung von Primärenergie kommt es stets zu Umwandlungs- und Transportverlusten.

Gewinnung von Primärenergie

Primärenergie kann auf ganz verschiedene Arten gewonnen werden. So wird fossile Primärenergie z. B. durch die Förderung fossiler Energieträger gewonnen. Primärelektrizität hingegen kann in Solar- oder Windkraftanlagen oder auch in Kernkraftwerken gewonnen werden.
Wenn die Primärgewinnung eines Staates geringer ist als sein Primärenergieverbrauch, muss die Differenz mit Hilfe von Importen gedeckt werden. Fast alle Länder der Europäischen Union (EU) – auch die Bundesrepublik Deutschland – sind Nettoimporteure von Primärenergie, speziell von Kohle, Gas und Öl.

Bedeutung der Primärenergie

Von besonderer Relevanz ist der Faktor Primärenergie beim Novellieren der Energieeinsparverordnung (EnEV): Die EnEv schreibt eine Begrenzung des spezifischen Jahres-Primärenergiebedarfs für die Beheizung und Warmwasserbereitung von Neubauten vor.

Darüber hinaus spielt der Jahres-Primärenergiebedarf auch beim seit einigen Jahren obligatorischen Energiepass eine Rolle. Der Primärenergiefaktor weist im Energiepass aus, wie das Verhältnis von genutzter Primärenergie zu nutzbarer Endenergie ist und fungiert so als entscheidende Größe bei der Ermittlung des Primärenergiebedarfs sowie als wichtiges Maß für die Energieeffizienz von Gebäuden.

 

Siehe auch:

Energieeinsparverordnung