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Infrarotheizung 

Als Infrarotheizung bezeichnet man Heizkörper, die durch das Aussenden von Infrarotstrahlung die Raumtemperatur erhöhen. Diese Elektroheizung enthält Platten, die mit elektrisch leitfähigem Material verbunden sind. So sorgt eine Infrarotheizung für effiziente Strahlungswärme und für ein angenehmes Raumklima.

Heizen mit Infrarot

Infrarotheizungen erwärmen im Gegensatz zur klassischen Heizung Flächen statt der Luft – also alle festen Körper wie Wände, Boden und Gegenstände im Raum. Diese speichern die Wärme dreimal so lang wie die Luft und geben sie bei Bedarf wieder ab. Dies gilt als wichtiger Vorteil einer Infrarotheizung. Die Infrarotheizung gehört fachlich betrachtet zu den Elektroheizungen. Sie wird auch als IR-Heizung, Wärmewellenheizung oder Strahlungsheizung bezeichnet.

Die Flächen werden durch die sogenannte Infrarotstrahlung direkt erwärmt. Infrarot ist eine für das menschliche Auge unsichtbare, jedoch wärmende elektromagnetische Strahlung. Die elektromagnetischen Wellen der IR-Strahlung bewegen sich im Spektralbereich zwischen sichtbarem Licht und längerwelliger Terahertzstrahlung. Die größte natürliche Quelle für Infrarotstrahlung ist die Sonne. Aber auch jeder warme Körper strahlt Wärme in diesem Spektrum ab. Diese Wärme wird als Strahlungswärme als sehr angenehm wahrgenommen.

Die Infrarotstrahlung wurde laut des Bundesamtes für Strahlenschutz im Jahre 1800 von dem Forscher William Herschel entdeckt, als er das Sonnenlicht mit Hilfe eines Prismas zerlegte und jenseits des sichtbaren Lichtes eine nicht sichtbare, warme Strahlung feststellte. Heute unterscheidet man drei verschiedene Arten von Infrarot: Die kurzwellige IR-A Strahlung für den Einsatz im Außenbereich, IR-B-Strahlung mit mittlerer Wellenlänge und die langwellige IR-C-Strahlung. Letztere kommt bei Infrarotheizungen zum Einsatz, weil Leistung und Verbrauch in Innenräumen sehr effizient zusammenwirken.

Grafik: Infrarotstrahlung & ihre Arten und Wellenlänge

Wie funktioniert eine Infrarotheizung

Frau sitzt auf einem Sofa und entspannt

Das technische Prinzip beim Heizen mit Infrarot basiert auf dem physikalischen Grundsatz, dass Körper ab einer bestimmten Temperatur elektromagnetische Strahlung abgeben. Je höher die Temperatur ist, desto intensiver ist auch die Strahlungswärme. Die Sonne ist das beste Beispiel für die Emission von Strahlungswärme: Sie sendet in nur drei Stunden so viel Energie in Richtung Erde, dass die Menschen damit ihren gesamten Jahresenergiebedarf decken könnten.

Die Funktionsweise einer IR-Heizung ist simpel: Mit Strom wird ein Heizleiter erwärmt. Dabei wird der Großteil der elektrischen Leistung in Strahlungswärme umgewandelt. Sie erwärmt direkt die Körper im Raum, auch den menschlichen Körper. Dagegen erwärmen herkömmliche Heizkörper die Raumluft. Die abgegebene Wärme muss dann erst einmal in der Luft zirkulieren. Eine IR-Heizung für die Wand erreicht Temperaturen zwischen 80 und 120 Grad Celsius. Bei Heizungen für die Zimmerdecke nimmt die Wärme zu, hier sind bis zu 200 Grad Celsius möglich. Wer seinen Strom aus erneuerbaren Energien bezieht, heizt emissionsfrei.

Aufbau einer Infrarotheizung

Der Aufbau eines klassischen Infrarot-Plattenheizelements ist denkbar einfach: Im Kern besteht die Infrarotheizung aus einem Heizleiter, der von elektrischer Energie durchflossen wird und diese in Wärme umwandelt. Als Stromanschluss dient ein herkömmlicher Netzstecker. Die Heizleiter bestehen meist aus Karbonfasern oder Karbonfolien. Sie werden durch Glasfasern verstärkt und sind in eine Kunststoffmasse eingebettet.

Stylische Infrarotheizung montiert im Wohnzimmer

Damit der Großteil der Wärme in die gewünschte Richtung abgegeben wird, wird die Rückseite mit einer nicht brennbaren Dämmplatte thermisch isoliert. Hinter der Isolationsschicht ist eine Rückwand aus verzinktem und pulverbeschichtetem Stahlblech angebracht, welche der Konstruktion zusätzliche Steifigkeit verleiht.

Auf der Vorderseite ist eine Abdeckung installiert, die rückseitig von der Heizschicht erwärmt wird und die Infrarot-C-Strahlung und damit Wärme in den Raum abgibt. Diese Abdeckung besteht – je nach Art der Infrarotheizung – häufig aus pulverbeschichtetem Aluminium, Glas, Keramik oder einem Naturstein wie Granit. Dadurch ist die Heizung nicht mehr nur ein zweckdienliches Stück Metall. Sie wird auch zu einem Designelement, das in einer Inneneinrichtung Akzente setzen kann.

Stromverbrauch von Infrarotheizungen

Der Stromverbrauch beim Heizen mit Infrarot hängt von der Raumgröße und der Gebäudedämmung ab. Der Einsatz dieser Heizungen empfiehlt sich vor allem in gut gedämmten Neubauten und in wenig genutzten Räumen.

In einem Passivhaus oder einem Niedrigenergiehaus verbraucht diese Elektroheizung etwa 20 bis 25 Watt pro Kubikmeter umbautem Raum. In einem modernen Gasbeton-, Ziegel- oder Massivholzbau liegt der Stromverbrauch bei etwa 25 bis 30 Watt pro Kubikmeter. 

Wie schnell erwärmt sich eine Infrarotheizung

Wie schnell sich ein Infrarot-Heizkörper erwärmt, hängt von der Oberfläche ab: Naturstein benötigt je nach Dicke 15 bis 30 Minuten, bis er Strahlungswärme abgibt. Ein Glaspaneel benötigt dafür nur acht bis zehn Minuten. Heizen mit Infrarot hat eine besonders hohe Wirksamkeit, wenn auch Möbelstücke im Raum stehen, denn sie werfen die Strahlung ebenfalls zurück. Allerdings sollten sie mit ausreichend Abstand zur Heizung positioniert sein. Generell gilt ein Abstand von zehn Zentimetern nach oben, unten und zur Seite. Direkt vor der Heizung sollten Objekte einen Abstand von mindestens 30 cm einhalten.

Kosten einer Infrarotheizung

Bei diesem Thema gehen die Meinungen auseinander. Wer jedoch auf fossile Brennstoffe verzichten will, hat mit einer Infrarotheizung eine gute Alternative. In der Anschaffung ist eine Infrarotheizung vergleichsweise günstig. Für Stromheizungen fallen in der Regel geringe Installationskosten an, da zum Beispiel keine Rohrarbeiten anfallen. Außerdem ist der Wirkungsgrad bei fast 100 Prozent. 

Infrarotheizungen sind eine spezielle Form der Stromheizung. Deshalb sind für den Betrieb auch die Stromkosten von entscheidender Bedeutung. Im Vergleich zu herkömmlichen Heizungen machen Infrarotheizungen auf lange Sicht nur unter bestimmten Voraussetzungen auch wirtschaftlich Sinn. Denn, obwohl die Energiekosten konstant steigen, bleibt Gas als Energiequelle eine günstigere Alternative als Strom.

Grafik: Kostenvergleich verschiedener Heizungsarten

Für eine zuverlässige Kostenkalkulation einer Infrarotheizung sind folgende Variablen wichtig: 

  • Größe der zu beheizenden Fläche (in Quadratmetern)

  • Heizlast pro Quadratmeter 

  • Jährlicher Heizwärmebedarf (pro Quadratmeter)

  • Individueller Strompreis (€ / kWh)

2021 lag der Durchschnittspreis für Strom in Deutschland bei knapp 32 Cent pro Kilowattstunde. Einen 24 Kubikmeter großen Raum mit einem Infrarot-Heizkörper (600 Watt oder 0,6 kW / h) auf Temperatur zu bringen, würde also pro Vorgang etwa 19 Cent kosten.

Formel

Leistung in kW / h x Strompreis in kW / h
0,6 kW / h x 0,32 € = 0,192 €

Langfristig betrachtet kann Heizen mit Strom aufgrund der Preisentwicklung eine kostenintensive Angelegenheit werden. Aber man muss differenzieren. Natürlich kostet Wärme für ein ganzes Haus mehr als für kleine Räume. Wenn man steigende Gaspreise berücksichtigt, gilt dies auch für Gasheizungen oder Ölheizungen. Für den Weg in eine fossilfreie Zukunft ist das eine nachhaltige Lösung – vor allem, wenn der Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird.

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