Gastherme: Funktionen, Einbau und Kosten
Erstellt am 26.2.2026
Lesedauer: 11 Minuten
Eine moderne Gastherme ist eine verlässliche Ergänzung beim Heizen mit erneuerbaren Energien. Doch wie funktioniert eine Gastherme und mit welchen Heiztechniken lässt sie sich kombinieren? Außerdem beantworten wir für Sie die Frage, ob sich der Einbau einer Gastherme noch rentiert, wie die Zukunft aussieht und über welche Alternativen es sich lohnt, nachzudenken.
Das erfahren Sie hier alles
- Was ist eine Gastherme?
- Wie funktioniert eine Gastherme?
- Was ist der Unterschied zwischen Gastherme und Kombitherme?
- Welche Gastherme brauche ich?
- Wieviel kostet eine Gastherme mit Einbau?
- Soll man jetzt noch eine Gastherme einbauen?
- Wie sieht die Zukunft der Gastherme aus und welche Alternativen gibt es?
- Fazit: Gas und Wärmepumpe – eine effiziente Lösung fürs Zuhause
Was ist eine Gastherme?
Manche verstehen darunter eine dezentrale Gasetagenheizung, andere ein kompaktes, wandhängendes Gerät zur Wärmeerzeugung, wieder andere einen Gas-Umlauferhitzer für die Bereitung des Warmwassers – und all diese Verwendungsweisen sind zutreffend. Auch Anbieter:innen von Gasthermen und Heizungsinstallateur:innen sind sich nicht immer einig. Hier erfahren Sie, wie sich die Geräte unterscheiden und welches Gerät sich für welchen Einsatzbereich eignet.
Gastherme und Gasheizkessel sind beide eine Form der Gasheizung, in der Erdgas verbrannt wird. Die dabei freiwerdende Wärme wird über einen Wärmetauscher an das in einem Wärmekreislauf oder Warmwasserkreislauf zirkulierende Wasser übertragen. Aber wie unterscheiden sich die beiden Bauarten voneinander?
Der größer dimensionierte, bodenständige Heizkessel ist meist in einem speziellen Heizungsraum untergebracht und hält im Wärmeübertrager stets eine gewisse Menge Kesselwasser auf einer vorgegebenen Temperatur. Bei Bedarf wird das erwärmte Wasser über Pumpen an die Heizkreisläufe im Gebäude sowie an den zentralen Warmwasserspeicher weitergeleitet.
Im Gegensatz dazu verfügt eine Therme über keinen eigenen Warmwasserspeicher. Die Leistung und Funktion einer Therme sind nach allgemeinem Verständnis für die Versorgung kleinerer Einheiten wie die einer Etage oder einer Wohnung ausgelegt.

Wie funktioniert eine Gastherme?
Eine Gastherme funktioniert nach dem Prinzip eines Durchlauferhitzers oder Umlauferhitzers. Sie erzeugt nur dann Wärme, wenn diese für Heizung oder Warmwasser benötigt wird, enthält nur geringe Mengen Heizungswasser und hat keinen Warmwasserspeicher.
Bei modernen Geräten mit Brennwerttechnik verschwimmen die Grenzen allerdings zunehmend: So können Sie heute auch eine Gastherme mit einem Warmwasserspeicher zu einer Kombitherme kombinieren. Die Entscheidung, ob eine Gastherme für Sie infrage kommt und welche Art von Therme Sie kaufen sollen, hängt im Wesentlichen von drei Punkten ab:
1. Ist ein Gasanschluss vorhanden?
2. Ist Ihr Schornstein für die Brennwerttechnologie geeignet oder umrüstbar?
3. Wie möchten Sie Ihr Warmwasser erzeugen, beziehungsweise speichern?
Was ist ein Gas-Durchlauferhitzer?
Funktionsweise eines Durchlauferhitzers
Sie suchen einen Ersatz für Ihre bestehende dezentrale Warmwasserversorgung und haben bereits einen Gasanschluss? Der Warmwasserverbrauch ist überschaubar und sie haben nur wenige Zapfstellen?
Dann kommt ein Gas-Durchlauferhitzer infrage, der bei Bedarf sofort Warmwasser erzeugt. Nach dem Öffnen eines Warmwasserhahns wird automatisch die Gasflamme entzündet. Der Wärmetauscher im Inneren des Durchlauferhitzers wird in Sekundenschnelle mit hoher Energie erhitzt und erwärmt das durchfließende Wasser. Nach dem Schließen des Wasserhahns erlischt die Flamme und das Gerät geht in den Standby-Modus.
Vorteile des Gas-Durchlauferhitzers:
-
einfacher Ersatz eines Altgeräts
-
schnelle Warmwasserversorgung
-
geringer Platzbedarf, da kein Warmwasserspeicher nötig
-
kein Wärmeverlust durch Speicherung und Transport
-
keine Gefahr der Legionellenbildung
Nachteile des Gas-Durchlauferhitzers:
-
steigende Gaspreise steigern langfristig die Betriebskosten
-
begrenzte Wassermenge und schwankende Wassertemperaturen, wenn mehr als ein Warmwasserhahn geöffnet ist
-
ineffizient bei hohem Warmwasserbedarf
-
nutzt den fossilen Brennstoff Gas
Eine Heiztherme ist eine Gasheizung, die ebenso wie ein Durchlauferhitzer bedarfsabhängig arbeitet. Nur wird hier ausschließlich der Heizkreislauf versorgt.
Sie vereinen alle notwendigen Komponenten eines Brennwertkessels wie den Brenner, den speziellen Brennwert-Wärmetauscher, die Umwälzpumpe und die Heizungssteuerung. Durch ihren kompakten Aufbau sind sie dabei besonders platzsparend.
Funktionsweise einer Heiztherme 
Vorteile der Heiztherme:
-
vereint alle Komponenten von Heizkesseln (Brenner, Brennwert-Wärmetauscher, Umwälzpumpe und Heizungssteuerung)
-
geringer Platzbedarf
-
effizientes System mit relativ wenig Gasverbrauch
Nachteile der Heiztherme:
-
schwieriger Austausch oder Restaurierung
-
nutzt fossile Brennstoffe
-
steigende Gaspreise seit 2021
-
benötigt Platz im Innenraum

Die Kombitherme ist hingegen eine Kombination aus Heiztherme und Durchlauferhitzer und ist vor allem für den Einsatz in Wohnungen und kleinen Einfamilienhäusern geeignet. Sie erwärmt Wasser und Wohnraum, allerdings in baulich getrennten Systemen. Wird ein Warmwasserhahn geöffnet, schaltet die Therme vom Heizbetrieb in den Durchlauferhitzer-Betrieb um. Idealerweise ist die Therme in Küche oder Bad montiert, um den Übertragungsweg kurzzuhalten und damit Wärmeverluste zu minimieren. Sie kann aber auch als Zentralheizung für die Versorgung mit Wärme und Wasser fungieren.
Vorteile der Kombitherme:
-
geringer Platzbedarf
-
überschaubare Investitionskosten
-
einfache Möglichkeit der dezentralen Versorgung
-
exakt zurechenbarer Verbrauch
Nachteile der Kombitherme:
-
unter Umständen höherer Wasserverbrauch, da mehr Zeit bis zur Bereitstellung von warmem Wasser vergeht
-
bei Bedienung einer Mischbatterie kann die Therme unnötig anspringen
-
bei hohem Warmwasserbedarf ist ein Wasserspeicher oft effizienter
-
eventuell erhöhter Aufwand bei der Wartung aufgrund der kompakten Bauweise mit schwer zugänglichen Teilen
Gas-Kompaktgeräte mit integriertem Warmwasserspeicher gleichen einen großen Nachteil einer Kombitherme aus: Sie halten in einem integrierten Warmwasserspeicher stets warmes Wasser bereit. Die Speicher sind entweder als Schichtenspeicher oder als Rohrwendelspeicher konstruiert. Ein Schichtenspeicher trennt das Wasser nach Temperatur in Schichten, wobei kaltes Wasser unten und warmes Wasser oben gelagert wird. Über einen externen Wärmetauscher wird das Wasser schnell und effizient erwärmt, sodass es sofort verfügbar ist.
Im Gegensatz dazu handelt es sich beim Rohrwendelspeicher um einen klassischen Warmwasserspeicher: Die Wärmeübertragung erfolgt über eine im Inneren des Tanks verlaufende Rohrwendel, wodurch das gesamte Wasser gleichmäßig erhitzt wird. Schichtenspeicher bieten oft eine höhere Effizienz, während Rohrwendelspeicher in der Anschaffung günstiger sind und unabhängig von der Wasserhärte betrieben werden können. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, eine Gastherme mit einem externen Wasserspeicher zu verbinden.


Gasthermen gibt es nicht nur in verschiedenen Ausführungen, sondern auch in Preisklassen. Modelle mit zusätzlichem Warmwasserspeicher sind in der Anschaffung etwas teurer als Gas-Kombithermen ohne Speicher.
In vielen Wohnungen und kleineren Einfamilienhäusern kommen platzsparende Gasthermen zum Einsatz. Diese kompakten Wandgeräte arbeiten meist als Kombithermen. Das Warmwasser wird dabei im Durchlaufprinzip erhitzt, unterstützt von einem kleinen integrierten Speicher. Modelle dieser Art sind inklusive Installation bereits ab etwa 5.000 Euro erhältlich.
Viele Hersteller geben die Kosten wie folgt an: Für eine Gastherme, die an der Wand hängt, muss mit Kosten zwischen 1.800 Euro und 4.500 Euro gerechnet werden, abhängig vom Modell und der Leistung. Für einen Standheizkessel für Ein-, Zwei- oder Mehrfamilienhäuser sollte mit 6.000 Euro bis 10.000 Euro kalkuliert werden. Zusätzlich fallen Installationskosten in Höhe von 1.000 Euro bis 2.000 Euro an, etwa wenn eine neue Heizung erstmalig in einem Neubau installiert werden soll.
Soll man jetzt noch eine Gastherme einbauen?
Wer ab dem 1. Januar 2026 eine neue Gasbrennwertheizung installieren möchte, darf dies grundsätzlich weiterhin tun – allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. In Neubauten in Neubaugebieten gilt sofort die Pflicht, dass Heizungen mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen (dies gilt bereits seit 2024). In Bestandsgebäuden ist der Einbau einer Gasheizung bis zum Abschluss der kommunalen Wärmeplanung erlaubt, sie muss jedoch technisch auf eine Hybridlösung erweiterbar sein (z. B. Solarthermie oder Wärmepumpe).
Wichtig dabei: Eine „Hybridlösung“ reicht nicht automatisch aus, um die gesetzlich geforderten 65 Prozent erneuerbaren Energien zu erfüllen. Der Anteil erneuerbarer Energien muss tatsächlich mindestens 65 Prozent betragen. Eine Gasheizung mit Solaranlage oder Wärmepumpe kann diese Vorgabe erfüllen – aber nur, wenn die erneuerbaren Komponenten groß genug dimensioniert sind. Nicht jede Hybridkombination erfüllt die gesetzlichen Anforderungen automatisch.
Gasbrennwertthermen und Gasbrennwertkessel sind mit einem hohen Wirkungsgrad zwischen 85 und nahezu 100 Prozent äußerst effizient und Stand der Technik für eine moderne Heizung, die mit Erdgas als Brennstoff betrieben wird. Sie dürfen auch nach Ende 2023 weiterhin eingebaut werden, solange die kommunale Wärmeplanung noch nicht abgeschlossen ist – also solange die Stadt oder Gemeinde noch nicht festgelegt hat, wie das jeweilige Gebiet künftig mit Wärme versorgt werden soll (z. B. durch ein Wärmenetz oder andere erneuerbare Lösungen). Warum sparen diese Geräte so viel Geld und Energie? Das liegt an der Funktionsweise der Technik. Sie nutzen neben dem Heizwert auch die im heißen Abgas verborgene Wärme und holen das meiste aus dem Erdgas heraus. Trotzdem sind die Betriebskosten perspektivisch höher, da Gaspreise und CO₂-Abgaben steigen.
Wie sieht die Zukunft der Gastherme aus und welche Alternativen gibt es?
Seit 2024 soll jede neu eingebaute Heizung laut Gesetzgebung mit 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden. Diese Regel kann sowohl über die Nutzung von einem Erdgastarif mit mindestens 65 Prozent beigemischtem Biogas, wie unser Bio12 Gas65, erfüllt werden als auch durch eine Kombination mit erneuerbaren Energien. Eine Alternative ist somit die Gas-Hybridheizung. Sie kombiniert zwei oder mehr Heiztechniken.
Folgende Arten von Gas-Hybridheizungen stehen zur Auswahl:
Gasheizung & Solarthermie
Solarthermie-Kollektoren nutzen Sonnenenergie für die Warmwasseraufbereitung. In den Sommermonaten kann auf die Gasheizung verzichtet werden. In den kälteren Jahreszeiten, wenn die Solarthermieanlage weniger Energie liefert, wird die Gasheizung zugeschaltet. So können Immobilienbesitzer:innen zukunftssicher heizen.
Gasheizung & Wärmepumpe
Eine Gasheizung lässt sich mit einer Wärmepumpe deutlich zukunftssicherer ausrichten. Die Wärmepumpe kann mehr als 80 Prozent der Heizleistung im Haus übernehmen. Ihre Effizienz hängt auch vom Dämmzustand der Immobilie und den Heizkörpern ab. Je größer der Heizkörper, umso besser. Flächenheizungen sind ideal für den Betrieb mit einer Wärmepumpe geeignet.
Gasheizung & Biomasse
Theoretisch lässt sich eine Gasheizung auch mit Biomasse ergänzen, also mit Heizsystemen, die Energieträger auf pflanzlicher Basis nutzen. Das können zum Beispiel Pelletöfen oder Scheitholzkamine sein. Finanziell sinnvoll ist eine solche Kombination allerdings eher nicht.
Insgesamt gilt: Eine Heizanlage sollte immer auf die individuelle Wohnsituation abgestimmt sein. Im Idealfall optimieren Sie vor der Heizungsmodernisierung die Energieeffizienz des Gebäudes. Dann benötigen Sie weniger Heizleistung. Wie Sie die Energieeffizienz Ihrer Immobilie steigern, erläutern Ihnen Energieberatende in einem individuellen Sanierungsfahrplan.
Hinweis: Wer ein Haus besitzt und eine neue Heizung plant, sollte laut der Energieberatung der Verbraucherzentrale Hamburg angesichts steigender Emissionskosten nicht mehr unbedingt auf Gas oder Öl setzen. Zwar erlaubt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) Eigentümer:innen für eine Übergangszeit noch den Einbau neuer Gas- oder Ölheizungen. Doch die Entwicklung der Emissionskosten zeigt, dass damit erhebliche Preisrisiken verbunden sein können.
Die Kombination aus steigenden CO₂-Kosten, höheren Netzentgelten und gesetzlichen Vorgaben führt dazu, dass sich die Preise für Erdgas überdurchschnittlich erhöhen werden. Gas- und Ölheizungen als Neuanlagen sind daher aus heutiger Sicht wirtschaftlich und ökologisch wenig sinnvoll.
Informieren Sie sich über die Alternativen: Es kann sein, dass sich der Einbau nicht mehr lohnt und Sie mit der modernen Technik einer Wärmepumpe viel besser dastehen. Prüfen Sie, ob sich eine Wärmepumpe für Sie rechnet.
Fazit: Gas und Wärmepumpe – eine effiziente Lösung fürs Zuhause
Eine moderne Gastherme ist oft relativ effizient, platzsparend und zuverlässig, besonders als hybride Lösung in Kombination mit Solarthermie oder Wärmepumpe. Wer jedoch neu baut oder saniert, sollte bedenken: Reine Gasheizungen sind keine Zukunftslösung. Als Teil eines hybriden Systems kann sich der Einbau aber weiterhin lohnen. Allerdings ist eine Wärmepumpe langfristig die sinnvollere und kostengünstigere Alternative.
Unsere innovativen Energielösungen

Biogas-Tarife
Mit 15 % oder 65 % Biogasanteil aus europäischen Erzeugungsanlagen
Andere spannende Artikel
Gasverbrauch umrechnen
Gas wird auf dem Zähler in Kubikmeter (m3) angezeigt. Erst auf der Rechnung stellt sich heraus, wie viel Energie in Kilowattstunden (kWh) verbraucht wurde. Wie also lassen sich m3 vor Erhalt der Abrechnung in kWh umrechnen?
Gasherd: Garen punktgenau
Starköche schwärmen vom Gasherd. Sie philosophieren dabei von „sichtbarer Wärme“ und „punktgenauem Garen“. Aber der Gasherd hat auch einige Nachteile.

