Gastherme: Funktionen, Einbau und Kosten

Erstellt am 25.8.2026

Lesedauer: 11 Minuten

Eine moderne Gastherme darf auch heute noch eingebaut werden – so regelt es das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Doch wie funktioniert eine Gastherme, welche Vorgaben gelten für ihren Einbau und Betrieb und lohnt sich die Anschaffung überhaupt noch? 

Was ist eine Gastherme?

Eine Gastherme ist ein kompaktes Heizgerät, das durch die Verbrennung eines gasförmigen Brennstoffs Wärme für die Heizung und je nach Ausführung auch für die Warmwasserbereitung erzeugt. Der Begriff wird allerdings nicht einheitlich verwendet, denn es gibt unterschiedliche Ausführungen und Einsatzbereiche von Gasthermen. Um die verschiedenen Modelle besser einordnen zu können, lohnt sich zunächst ein Blick auf den Unterschied zwischen Gastherme und Gasheizkessel. 

Gastherme und Gasheizkessel sind beide eine Form der Gasheizung. Sie arbeiten nach dem gleichen Prinzip: Bei der Verbrennung von Erdgas entsteht Wärme in dem Gerät. Ein Wärmetauscher überträgt sie auf das Wasser im Heiz- oder Warmwasserkreislauf. Die beiden Bauarten unterscheiden sich vor allem in ihrer Größe, ihrem Aufbau und ihrem Einsatzbereich. 

Der größer dimensionierte, bodenständige Gasheizkessel ist meist in einem speziellen Heizungsraum untergebracht und hält im Wärmeübertrager stets eine gewisse Menge Kesselwasser auf einer vorgegebenen Temperatur. Bei Bedarf wird das erwärmte Wasser über Pumpen an die Heizkreisläufe im Gebäude sowie an den zentralen Warmwasserspeicher weitergeleitet. 

Im Gegensatz dazu verfügt eine Therme in der Regel über keinen eigenen Warmwasserspeicher. Die Leistung und Funktion einer Therme sind größtenteils für die Versorgung einzelner Wohnungen oder kleinerer Gebäude ausgelegt. 

Wie funktioniert eine Gastherme?

Eine Gastherme funktioniert nach dem Prinzip eines Durchlauferhitzers oder Umlauferhitzers. Sie erzeugt nur dann Wärme, wenn diese für Heizung oder Warmwasser benötigt wird, enthält nur geringe Mengen Heizungswasser und hat keinen Warmwasserspeicher. 

Bei modernen Geräten mit Brennwerttechnik lässt sich eine Gastherme jedoch auch mit einem Warmwasserspeicher verbinden. Eine solche Kombination wird als Kombitherme bezeichnet. Ob eine Gastherme für Sie infrage kommt und welche Ausführung sich eignet, hängt im Wesentlichen von drei Punkten ab: 

1. Ist ein Gasanschluss vorhanden?
2. Ist Ihr Schornstein für die Brennwerttechnologie geeignet oder lässt er sich umrüsten? 
3. Wie möchten Sie Ihr Warmwasser erzeugen, beziehungsweise speichern?

Was ist ein Gas-Durchlauferhitzer?

Funktionsweise eines DurchlauferhitzersFunktionsweise Gas-Durchlauferhitzer

Sie suchen einen Ersatz für Ihre bestehende dezentrale Warmwasserversorgung und haben bereits einen Gasanschluss? Der Warmwasserverbrauch ist überschaubar und sie haben nur wenige Zapfstellen? 

Dann kommt ein Gas-Durchlauferhitzer infrage, der bei Bedarf sofort Warmwasser erzeugt. Nach dem Öffnen eines Warmwasserhahns wird automatisch die Gasflamme entzündet. Der Wärmetauscher im Inneren des Durchlauferhitzers wird in Sekundenschnelle mit hoher Energie erhitzt und erwärmt das durchfließende Wasser. Nach dem Schließen des Wasserhahns erlischt die Flamme und das Gerät geht in den Stand-by-Modus. 

Vorteile des Gas-Durchlauferhitzers:

  • einfacher Ersatz eines Altgeräts

  • schnelle Warmwasserversorgung

  • geringer Platzbedarf, da kein Warmwasserspeicher nötig

  • kein Energieverlust durch dauerhaftes Vorhalten von Warmwasser in einem Speicher 

  • keine Gefahr der Legionellenbildung

Nachteile des Gas-Durchlauferhitzers:

  • begrenzte Wassermenge und schwankende Wassertemperaturen, wenn mehr als ein Warmwasserhahn geöffnet ist 

  • ineffizient bei hohem Warmwasserbedarf 

  • sich erhöhende Betriebskosten durch schwankende Beschaffungspreise, steigende  CO2‑Preise und Netzentgelte. Auch die vom GModG geforderte Biotreppe, nach der neu eingebaute Gasheizungen ab 2029 mit 10 % Bioanteil startend und dann schrittweise einen höheren Anteil an Biogasen nutzen müssen, wird vermutlich zu Preissteigerungen führen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Gastherme und Kombitherme?

Eine Heiztherme ist eine Gasheizung, die ebenso wie ein Durchlauferhitzer bedarfsabhängig arbeitet. Nur wird hier ausschließlich der Heizkreislauf versorgt. 

Sie vereinen alle notwendigen Komponenten eines Brennwertkessels wie den Brenner, den speziellen Brennwert-Wärmetauscher, die Umwälzpumpe und die Heizungssteuerung. Durch ihren kompakten Aufbau sind sie dabei besonders platzsparend. 

Funktionsweise einer Heiztherme 

Vorteile der Heiztherme:

  • vereint alle Komponenten von Heizkesseln (Brenner, Brennwert-Wärmetauscher, Umwälzpumpe und Heizungssteuerung)

  • geringer Platzbedarf

  • effizientes System mit relativ wenig Gasverbrauch

Nachteile der Heiztherme:

  • schwieriger Austausch oder Restaurierung

  • nutzt fossile Brennstoffe

  • steigende Betriebskosten durch schwankende Gaspreise, den sich erhöhenden CO2-Preis, steigende Netzentgelte. Auch die Anforderungen der Biotreppe für neue Heizthermen wird sich vermutlich preissteigernd auswirken

  • benötigt Platz im Innenraum

Die Kombitherme ist hingegen eine Kombination aus Heiztherme und Durchlauferhitzer und ist vor allem für den Einsatz in Wohnungen und kleinen Einfamilienhäusern geeignet. Sie erwärmt Wasser und Wohnraum, allerdings in baulich getrennten Systemen. Wird ein Warmwasserhahn geöffnet, schaltet die Therme vom Heizbetrieb in den Durchlauferhitzer-Betrieb um. Idealerweise ist die Therme in Küche oder Bad montiert, um den Übertragungsweg kurz zu halten und dadurch Transportverluste im Rohrsystem möglichst gering zu halten. Sie kann aber auch als Zentralheizung für die Versorgung mit Wärme und Wasser fungieren. 

Vorteile der Kombitherme:

  • geringer Platzbedarf

  • überschaubare Investitionskosten

  • einfache Möglichkeit der dezentralen Versorgung

  • exakt zurechenbarer Verbrauch

Nachteile der Kombitherme:

  • unter Umständen höherer Wasserverbrauch, da mehr Zeit bis zur Bereitstellung von warmem Wasser vergeht

  • bei Bedienung einer Mischbatterie kann die Therme unnötig anspringen

  • bei hohem Warmwasserbedarf ist ein Wasserspeicher oft energiesparend

  • eventuell erhöhter Aufwand bei der Wartung aufgrund der kompakten Bauweise mit schwer zugänglichen Teilen

Welche Gastherme brauche ich?

Gas-Kompaktgeräte mit integriertem Warmwasserspeicher gleichen einen großen Nachteil einer Kombitherme aus: Sie halten in einem integrierten Warmwasserspeicher stets warmes Wasser bereit. Die Speicher sind entweder als Schichtenspeicher oder als Rohrwendelspeicher konstruiert. Ein Schichtenspeicher trennt das Wasser nach Temperatur in Schichten, wobei kaltes Wasser unten und warmes Wasser oben gelagert wird. Über einen externen Wärmetauscher wird das Wasser schnell erwärmt, sodass es sofort verfügbar ist. 

Im Gegensatz dazu handelt es sich beim Rohrwendelspeicher um einen klassischen Warmwasserspeicher: Die Wärmeübertragung erfolgt über eine im Inneren des Tanks verlaufende Rohrwendel, wodurch das gesamte Wasser gleichmäßig erhitzt wird. Schichtenspeicher bieten oft eine höhere Effizienz, weil das warme Wasser aufgrund seiner geringeren Dichte stets nach oben steigt und dort direkt entnommen werden kann, während Rohrwendelspeicher in der Anschaffung günstiger sind und unabhängig von der Wasserhärte betrieben werden können. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, eine Gastherme mit einem externen Wasserspeicher zu verbinden. 

Wieviel kostet der Einbau einer neuen Gastherme?

Der Einbau einer neuen Gastherme ist nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das seit Juli 2026 das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ablöst, grundsätzlich wieder möglich. Allerdings wird eine neue Gasheizung nicht staatlich gefördert. Die Kosten für Anschaffung und Einbau müssen daher vollständig von den Eigentümer:innen getragen werden. Wie hoch die tatsächlichen Kosten ausfallen, hängt unter anderem von der Ausführung, der Leistung und den baulichen Gegebenheiten ab. Modelle mit zusätzlichem Warmwasserspeicher sind in der Anschaffung etwas teurer als Gas-Kombithermen ohne Speicher. 

In vielen Wohnungen und kleineren Einfamilienhäusern kommen platzsparende Gasthermen zum Einsatz. Diese kompakten Wandgeräte arbeiten meist als Kombithermen. Das Warmwasser wird dabei im Durchlaufprinzip erhitzt, unterstützt von einem kleinen integrierten Speicher. Modelle dieser Art sind inklusive Installation bereits ab etwa 5.000 Euro erhältlich. 

Viele Hersteller geben die Kosten wie folgt an: Für eine Gastherme, die an der Wand hängt, muss mit Kosten zwischen 1.800 Euro und 4.500 Euro gerechnet werden, abhängig vom Modell und der Leistung. Für einen Standheizkessel für Ein-, Zwei- oder Mehrfamilienhäuser sollte mit 6.000 Euro bis 10.000 Euro kalkuliert werden. Zusätzlich fallen Installationskosten in Höhe von 1.000 Euro bis 2.000 Euro an, etwa wenn eine neue Heizung erstmalig in einem Neubau installiert werden soll. 

Soll man jetzt noch eine Gastherme einbauen?

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) überlässt Eigentümer:innen die Wahl, welche Heizungstechnologie sie einsetzen möchten. Die frühere Vorgabe, dass neu eingebaute Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, gilt seit Juli 2026 nicht mehr. Für neue Gasheizungen gelten jedoch künftig schrittweise steigende Anforderungen an den Einsatz erneuerbarer Gase. Die sogenannte Biotreppe sieht einen steigenden Anteil vor: 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040. 

Gasbrennwertthermen und Gasbrennwertkessel haben einen Vorteil gegenüber herkömmlichen Gasheizungen ohne Brennwerttechnik: Sie nutzen die bei der Verbrennung entstehende Wärme und zusätzlich einen Teil der Wärme aus dem Abgas. Dadurch können sie einen hohen Wirkungsgrad erreichen. Die Technik basiert jedoch auf der Verbrennung fossiler Energieträger, sofern Erdgas eingesetzt wird. Damit sind langfristig steigende Betriebskosten verbunden – unter anderem durch höhere Gaspreise, den CO2-Preis und die Anforderungen der Biotreppe. 

Wer sich langfristig vom fossilen Brennstoff Gas unabhängiger machen möchte, sollte über eine Heizung auf Basis erneuerbarer Energien wie eine Wärmepumpe nachdenken. Für solche Heizungen gibt es aktuell staatliche Förderungen von bis zu 80 Prozent. Wie hoch die Förderung im Einzelfall ausfällt und welche Voraussetzungen gelten, lesen Sie hier.  

Wie sieht die Zukunft der Gastherme aus und welche Alternativen gibt es?

Wer weiterhin mit Gas heizen, den Einsatz von Gas aber reduzieren möchte, kann eine Gastherme durch eine weitere Heiztechnik ergänzen. Eine solche Gas-Hybridheizung verbindet zwei oder mehr Heiztechniken, von denen mindestens eine auf erneuerbaren Energien basiert. 

Folgende Arten von Gas-Hybridheizungen stehen zur Auswahl:

Gasheizung & Solarthermie

Solarthermie-Kollektoren nutzen Sonnenenergie für die Warmwasseraufbereitung. In den Sommermonaten kann auf die Gasheizung verzichtet werden. In den kälteren Jahreszeiten, wenn die Solarthermieanlage weniger Energie liefert, wird die Gasheizung zugeschaltet. So kann sich der Gasverbrauch für die Warmwasserbereitung reduzieren. 

Gasheizung & Wärmepumpe

Eine Gasheizung lässt sich mit einer Wärmepumpe ergänzen. Die Wärmepumpe kann dabei einen großen Teil der Heizleistung übernehmen. Ihre Effizienz hängt auch vom Dämmzustand der Immobilie und den Heizkörpern ab. Je größer der Heizkörper, umso besser. Flächenheizungen sind ideal für den Betrieb mit einer Wärmepumpe geeignet. 

Gasheizung & Biomasse

Theoretisch lässt sich eine Gasheizung auch mit Biomasse ergänzen, also mit Heizsystemen, die Energieträger auf pflanzlicher Basis nutzen. Das können zum Beispiel Pelletöfen oder Scheitholzkamine sein. Ob eine solche Kombination sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Wärmebedarf, dem Platzangebot und den Anschaffungskosten ab. 

Insgesamt gilt: Eine Heizanlage sollte immer auf die individuelle Wohnsituation abgestimmt sein. Im Idealfall optimieren Sie vor der Heizungsmodernisierung die Energieeffizienz des Gebäudes, etwa durch eine umfassende Dämmung. Dadurch kann sich der Wärmebedarf verringern und die benötigte Heizleistung entsprechend niedriger ausfallen. Wie Sie die Energieeffizienz Ihrer Immobilie steigern, erläutern Ihnen Energieberatende in einem individuellen Sanierungsfahrplan

Wer ein Haus besitzt und eine neue Heizung plant, sollte neben den Anschaffungskosten auch die langfristige Entwicklung der Energiekosten berücksichtigen. Zwar erlaubt das Gebäudemodernisierungsgesetz Eigentümer:innen den Einbau neuer Gas- oder Ölheizungen. Diese  bringen aber angesichts steigender CO2-Preise und Netzentgelte sowie den Anforderungen der Biotreppe langfristig voraussichtlich höhere Kosten mit sich. Hybridlösungen oder Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien können deshalb eine sinnvollere Lösung sein, da sie den Einsatz fossiler Energieträger wie Erdgas reduzieren. Für den Teil einer Hybridheizung, der auf erneuerbaren Energien basiert, erhalten Eigentümer:innen zudem die staatliche Förderung. 

Informieren Sie sich über die Alternativen: Es kann sein, dass sich der Einbau nicht mehr lohnt und Sie mit der modernen Technik einer Wärmepumpe viel besser dastehen. Prüfen Sie, ob sich eine Wärmepumpe für Sie rechnet.  

Fazit: Gas und Wärmepumpe – Funktionsweise, Kosten und Kombinationsmöglichkeiten

Eine moderne Gastherme darf weiterhin eingebaut werden und lässt sich mit einer weiteren Heiztechnik zu einer Hybridheizung verbinden. Das GModG überlässt Eigentümer:innen grundsätzlich die Wahl der Heizungstechnologie. Wer jedoch neu baut oder saniert, sollte bedenken: Reine Gasheizungen sind angesichts steigender CO2-Preise und der Biotreppe langfristig sehr wahrscheinlich mit höheren Betriebskosten verbunden. Als Teil eines hybriden Systems kann sich der Einbau aber weiterhin lohnen. Allerdings ist eine Wärmepumpe langfristig oft die sinnvollere und kostengünstigere Alternative. 

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