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Ihr Recht als Mieter auf die eigene Wallbox

Der Einbau einer privaten Ladestation für Mieter oder Eigentümer einer Hausgemeinschaft scheiterte bislang häufig an der Rechtsprechung. Der Gesetzgeber hat reagiert und das „Recht auf Wallbox“ verabschiedet.

26.11.2021
Lesedauer: 6 Minuten

Recht auf Ladestation

Wer ein Elektroauto besitzt, benötigt eine Ladestation. Die eigene Wallbox für den Privatparkplatz war bislang jedoch vor allem das Privileg von Hauseigentümern. Beantragte ein Mieter die Installation einer eigenen Ladestation für sein E-Auto, konnte der Vermieter dies bisher ohne Angabe von Gründen ablehnen. Selbst im Falle von Wohneigentum war der Ärger häufig vorprogrammiert. Mitglieder einer Eigentümergemeinschaft benötigten die Zustimmung der Miteigentümer, da z. B. die Wände einer Tiefgarage zum sogenannten Gemeinschaftseigentum zählen. Häufig scheuten sich viele Entscheider vor dem baulichen Aufwand und unklaren Verhältnissen bezüglich der anfallenden Kosten. Mit dem „Recht auf Wallbox“ gibt die Regierung vielen Mietern und Miteigentümern die Möglichkeit, auf Elektromobilität umzusteigen. 

Änderung der rechtlichen Grundlage zum 1.12.2020 

Das Wohnungseigentumsgesetz (WEG) regelt seit seiner Einführung im Jahre 1951 die Belange und Interessen von Vermietern sowie Eigentümern. Die Defizite der Rechtsprechung beruhen vor allem darauf, dass das WEG seit seiner Schaffung nur punktuell angepasst, jedoch nie grundlegend modernisiert wurde. Vor allem mit den Bestrebungen der Regierung in Bezug auf die Förderung und Verbreitung von Elektromobilität ist eine Änderung der Gesetzeslage von dringender Notwendigkeit gewesen.

Nach der Verabschiedung im Bundestag trat im Rahmen des WEG u. a. auch das Gesetz zur Förderung der Elektromobilität und zur Modernisierung des Wohneigentumsgesetztes zur Änderung von kosten- und grundbuchrechtlichen Vorschriften (Wohnungseigentümermodernisierungsgesetz, auch: WEMoG) in Kraft.

schwarze Wallbox hängt an einer Betonwand

Das „Recht auf Wallbox“ gibt Mietern und Miteigentümern die Möglichkeit, problemlos auf Elektromobilität umzusteigen.

Weiße Wohnhäuser mit Balkonen stehen nebeneinander

Voraussetzung für die eigene Wallbox: Der Antragsteller muss über einen ihm zugeordeneten Stellplatz am Haus verfügen.

Was bedeutet das „Recht auf Wallbox“ für mich als Mieter?

Mit der gesetzlichen Neusprechung erhalten Sie als Mieter oder Eigentümer einer Wohnung den rechtlichen Anspruch auf die Installation einer eigenen Wallbox. Damit bedarf es künftig nicht mehr dem guten Willen Ihres Vermieters oder der Wohnungseigentümergemeinschaft. Eine Voraussetzung muss jedoch auch künftig gegeben sein: Sie müssen als Antragsteller unbedingt über einen Ihnen zugeordneten Stellplatz im oder am Haus verfügen. 

Rechtlicher Hinweis: Auch mit der Neuregelung im Wohnungseigentümergesetz bzw. im Mietrecht kann ein Mieter oder Eigentümer künftig nicht einfach seine eigene Wallbox am Stellplatz anbringen. Vor der Installation muss nach wie vor ein Antrag beim Vermieter eingereicht bzw. ein Beschluss in der Eigentümergemeinschaft herbeigeführt werden. Der bedeutende Unterschied zur alten Regelung liegt darin, dass eine grundsätzliche Ablehnung des Bauvorhabens nicht mehr zulässig ist. 

In 6 Schritten zur eigenen Ladelösung

  1. Informieren Sie Ihren Vermieter bzw. die Miteigentümer über Ihr geplantes Vorhaben einer eigenen Ladestation und suchen Sie nach Mitstreitern. Letzteres vereinfacht das Vorhaben und senkt die Kosten.
  2. Stellen Sie den Antrag bei Ihrem Vermieter bzw. der Eigentümergemeinschaft. Beachten Sie Fristen bzgl. der Antragstellung zur Eigentümerversammlung.
  3. Warten Sie auf die Zustimmung zu Ihrem Vorhaben durch den Vermieter bzw. durch die Miteigentümer.
  4. Entscheiden Sie sich für eine passende Ladelösung. Ein professioneller Anbieter unterstützt Sie bei der Planung.
  5. Bestellen Sie Ihre Wallbox und geben Sie die Installation in Auftrag. 
  6. Lehnen Sie sich zurück. Die Ladestation wird von einem Elektroinstallateur fachgerecht installiert und in Betrieb genommen.

Diese Kosten trägt der Antragsteller

Mit der Planung und Realisierung der Wallbox am eigenen Stellplatz tragen Sie als Interessent und Antragsteller die Kosten der Installation und Bereitstellung. Im Gegenzug bedeutet das, dass Sie auch Eigentümer der Wallbox sind und diese beim späteren Auszug aus der Wohnung auch mitnehmen dürfen – alternativ ist eine Übernahme-Vereinbarung mit dem Nachmieter oder dem Vermieter mit einer entsprechenden Abstandszahlung eine Überlegung wert. Sollte kein Interesse an der Übernahme der Wallbox bestehen, muss der Wallboxanschluss bei Auszug entsprechend rückgebaut werden.  
 
Sprechen Sie mit Ihrem Vermieter bzw. Miteigentümern offen über Ihr Vorhaben und überzeugen Sie sie. Besteht auch bei anderen Mietern im Haus der Wunsch nach einer Ladeinfrastruktur? Als Interessengemeinschaft können Sie die Installationskosten sowie die laufenden Kosten untereinander teilen. Besonders für Vermieter interessant und ein gutes Argument für eine Anschaffung ist deshalb das Förderprogramm der Bundesregierung KfW 441. Kommunale Unter­nehmen, freiberuflich Tätige und gemein­nützige Organisationen erhalten für den Kauf und die Installation von nicht-öffentlich zugänglichen Lade­stationen bis zu 900 Euro pro Ladepunkt.

zwei Männer stehen vor einem Bau und schauen auf Tablet

Sprechen Sie mit Miteigentümern, ob es noch mehr Bedarf an Ladesäulen gibt.

Tipp: Mehr Informationen zur aktuellen Förderung der Bundesregierung erfahren Sie hier.

Vermieter unterstützen Vorhaben

Viele Vermieter schätzen die Initiative und unterstützen ihre Mieter beim Umstieg auf die Nutzung eines umweltfreundlichen Elektrofahrzeugs. Schließlich wertet das Vorhandensein einer Ladeinfrastruktur für E-Autos auch die Immobilie auf. Eine Kostenbeteiligung an den Installationskosten ist dann eine interessante Option. Insbesondere dank staatlicher Förderung. Beim sogenannten Betreibermodell investiert Ihr Vermieter in die Zukunft der Immobilie und stellt die Ladeinfrastruktur für Sie und andere Mieter zur Verfügung.

Schwarzes Auto lädt in Tiefgarage an Wallbox

Lassen Sie sich bei Ihrer Projektplanung professionell beraten, damit Sie zum bestmöglichen Endergebnis kommen.

Mit 11 kW-Ladeleistung auf der sicheren Seite

Bei der Wahl der passenden Wallbox kommt es vor allem auf die Ladeleistung, die Sicherheit und die möglichen Zusatzfunktionalitäten an. Die meisten privaten Nutzer entscheiden sich für eine Wallbox mit 11 kW Ladeleistung, die für normale Ladevorgänge, insbesondere beim Laden zuhause, völlig ausreicht. Weiterer Vorteil: Bei einer Ladeleistung bis 11 kW muss die Ladestation lediglich dem Netzbetreiber angezeigt werden – eine Zustimmung ist hingegen nicht erforderlich.

Sicherheit geht vor: RFID-Zugang zu Ladestationen

Anbieter wie Vattenfall stehen Ihnen bei der Projektplanung zur Seite und beraten Sie bei Fragen rund um die Hardware und Installation. Wenn die Wallbox von mehreren Personen genutzt werden soll, ist vor allem auch die unkomplizierte und sichere Handhabung notwendig. Ein Zugriffsschutz über eine sogenannte RFID-Karte (Radio Frequency Identification, RFID) verhindert, dass fremde Personen ihr Fahrzeug an der Ladesäule auf Ihre Kosten nutzen. Mit dieser Technologie ist das Laden eines Elektrofahrzeugs nicht ohne vorherige Autorisierung über eine Chipkarte möglich. Darüber hinaus sind auch mehrere RFID-Karten pro Wallbox möglich, mit denen zum Beispiel das Laden des Firmenwagens und des Privatfahrzeugs separat möglich und die jeweiligen Verbrauchs- und Statistikwerte über das Backendsystem abrufbar sind.

Das Vattenfall-Fazit

Mit der Gesetzesänderung im Zusammenhang mit E-Lademöglichkeiten im privaten Umfeld schafft die Regierung  wichtige Neuregelungen. Somit stellt das „Recht auf Wallbox“ die Weichen für die Verbreitung von Elektromobilität. 

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