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Kondenswasser am Fenster? Ursachen und Abhilfe

Wassertropfen, die sich an den Innenseiten der Fensterscheiben bilden, sind nicht nur lästig, sondern können auch auf zu hohe Luftfeuchtigkeit in der Wohnung hinweisen. Und genau diese kann unangenehme Folgen haben. Vattenfall zeigt sieben Maßnahmen zum Schutz.

Schäden frühzeitig vorbeugen

Kondenswasser bildet sich meist im Winter in der Früh an den kalten Fenstern. In geringen Mengen ist dies kein Problem. Tritt das Wasser jedoch regelmäßig auf – also nicht nur zum Beispiel nach dem Duschen, Kochen oder wenn der Wäscheständer in der Nähe aufgestellt war –, sollten Sie das ernst nehmen.

Mehr Heizenergie benötigt

Denn langfristig kann das zur Schimmelbildung in der Wohnung und Schäden an den Fenstern und der Fassade führen. Zudem benötigen Räume mit erhöhter Luftfeuchtigkeit auch mehr Energie zum Heizen, da die gesamte Feuchtigkeit in der Luft mit erwärmt werden muss.

Wie entsteht Kondenswasser an Scheiben?

Das Kondenswasser ist Feuchtigkeit, die immer in der Raumluft vorhanden ist. Kühlt die warme Raumluft an dem Fenstern ab, beschlagen sie. Vor allem in der kalten Jahreszeit, wenn der Temperaturunterschied zwischen Innen und Außen groß ist, zeigt sich das Phänomen häufig. Sammelt sich das Wasser öfter an, ist es ratsam, frühzeitig etwas gegen die Ursachen der Feuchtigkeit zu tun.

Denn wenn Sie später gegebenenfalls mit chemischen Mitteln gegen Schimmel vorgehen, ist das nicht nur ungesund, sondern Sie bekämpfen damit auch nur das Symptom, nicht aber die Ursache. Langfristig lässt sich nur Abhilfe schaffen, wenn Sie dem Feuchtigkeitsproblem auf den Grund gehen.

1. Erste Hilfe: Staunässe abwischen!

Um die Fenster vor Schimmelbildung zu schützen, sollte das Wasser mit einem saugfähigen Tuch abgewischt werden. Steht das Wasser zu lange, bilden sich dunkle Flecken an den Silikonfugen, oder der Holzrahmen nimmt Schaden.

2. Frischekick: Stoßlüften!

Statt die Fenster für längere Zeit auf Kipp zu stellen, sollten die Räume mehrmals am Tag richtig gelüftet werden: mindestens für 10 bis 15 Minuten ein Fenster ganz öffnen. Falls möglich auch querlüften, also Fenster auf den gegenüberliegenden Seiten der Wohnung öffnen. Auch gerade in der Nacht steigt im Schlafzimmer der Feuchtigkeitsgehalt in der Luft an, deshalb ist es wichtig, den Raum gleich morgens nach dem Aufstehen gut zu lüften.

Zehn Minuten Stoßlüften gegen Kondenswasser: gerade morgens wichtig!

3. Machen Sie Dampf? Fenster auf!

Das Gleiche gilt nach dem Duschen oder Kochen. Fenster für mindestens zehn Minuten weit öffnen und dabei die Heizung runterdrehen, da sonst viel Heizenergie verloren geht.

4. Das bisschen Haushalt: Wäsche trocknen

Auch durch feuchte, frisch gewaschene Textilien kann sich vermehrt Kondenswasser in der Wohnung bilden. Hängen Sie deshalb Wäsche besser im Garten, auf dem Balkon oder im Keller und nicht in der Wohnung auf. Falls das nicht möglich ist, sollte der Raum unbedingt ausreichend gelüftet werden!

5. Klimagipfel: die richtige Raumtemperatur

Durch die richtige Zimmertemperatur lässt sich die Bildung von Kondenswasser an den Fenstern minimieren. Wohnräume sollten etwa 20 Grad warm sein, Schlafräume mit 15 bis 18 Grad etwas kühler. 

6. Luft im Check: Feuchtigkeitsmesser

Durch einen Luftfeuchtigkeitsmesser, ein sogenanntes Hygrometer, haben Sie das Raumklima immer genau im Blick. Mittlerweile gibt es auch Hygrometer-Apps für iPhone und Android. Für eine solche App eignen sich allerdings nur Mobiltelefone, die mit den nötigen Sensoren ausgestattet sind. Beim iPhone sind dies beispielsweise alle Modelle ab Baureihe 6, bei Samsung Handys vom S4 aufwärts. Vorteil beim Messen der Luftfeuchtigkeit per Mobiltelefon: Innerhalb weniger Minuten lässt sich die Luftfeuchtigkeit bequem Raum für Raum in der gesamten Wohnung überprüfen. 

Die optimale Feuchtigkeit liegt zwischen 40 und 60 Prozent. Naturgemäß ist die Luft in Küche und Bad etwas feuchter als in anderen Räumen, da gerade beim Kochen oder Duschen die Luftfeuchtigkeit ansteigt. Das ist kein Problem, solange der Zustand nicht dauerhaft anhält. Darum ist gerade in diesen Räumen Stoßlüften so wichtig, um ein optimales Raumklima zu schaffen.

7. Aus Alt mach’ Neu: Fenstertausch

Bildet sich trotz wiederholten Lüftens und richtiger Raumtemperatur regelmäßig Kondenswasser, ist es ratsam, die Fenster komplett auszutauschen. Neue Fenster mit Wärmeschutzverglasung senken zudem den Energieverbrauch. Moderne Fenstersysteme, die der  Energieeinsparverordnung (EnEV) gerecht werden, gibt es auch mit integrierter Lüftungsanlage, die wiederum zur Klimaregulierung in der Wohnung beiträgt.

Der Vattenfall-Extra-Tipp

Auch neue Fenster sind anfällig für Kondenswasserbildung. Denn Neubauten mit gut gedämmten Fassaden und neuen Fenstern sind besonders luftdicht, so dass die Luft nicht zirkulieren kann. Allerdings ist die Wasserbildung bei neuen Fenstern kein Grund zur Sorge, wenn Sie regelmäßig lüften und die Scheiben abwischen.

Bei Altbauten und älteren Fenstern sorgen Ritzen und Fugen oft für eine ausreichende Luftzirkulation. Allerdings sind die alten Fensterrahmen auch anfälliger für Schimmelbildung, und es geht viel Wärme verloren. Das lässt wiederum die Heizkosten steigen.

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