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Kondenswasser am Fenster? Ursachen und Abhilfe

Wassertropfen, die sich an den Innenseiten von Fensterscheiben bilden, sind nicht nur lästig, sondern weisen auch auf zu hohe Luftfeuchtigkeit in der Wohnung hin. Und die kann unangenehme Folgen haben. Hier finden Sie sieben hilfreiche Maßnahmen, um zu hoher Luftfeuchtigkeit in der Wohnung entgegenzuwirken.

Schäden frühzeitig vorbeugen

Kondenswasser bildet sich meist im Winter in der Früh an den kalten Fenstern. In geringen Mengen ist dies kein Problem. Tritt das Wasser jedoch regelmäßig auf, also nicht nur zum Beispiel nach dem Duschen, Kochen oder wenn der Wäscheständer in der Nähe aufgestellt war, sollten Sie das ernst nehmen.

Mehr Heizenergie benötigt

Langfristig kann Kondensat zu Schimmelbildung in der Wohnung und Schäden an den Fenstern und der Fassade führen. Zudem benötigen Räume mit erhöhter Luftfeuchtigkeit auch mehr Energie zum Heizen, da die gesamte Feuchtigkeit in der Luft mit erwärmt werden muss.

Wie entsteht Schwitzwasser an Scheiben?

Ein kleiner Junge schreibt an einer beschlagenen Fensterscheibe

Kondenswasser ist Feuchtigkeit, die immer in der Raumluft vorhanden ist. Kühlt die warme Raumluft an den Fenstern ab, beschlagen sie. Vor allem in der kalten Jahreszeit, wenn der Temperaturunterschied zwischen Innen und Außen groß ist, zeigt sich das Phänomen häufig. Sammelt sich das Wasser öfter an, ist es ratsam, frühzeitig etwas gegen die Ursachen der Feuchtigkeit zu tun.

Denn wenn Sie später gegebenenfalls mit chemischen Mitteln gegen Schimmel vorgehen, ist das nicht nur ungesund, sondern Sie bekämpfen damit auch nur das Symptom, nicht aber die Ursache. Langfristig lässt sich nur Abhilfe schaffen, wenn Sie dem Feuchtigkeitsproblem auf den Grund gehen.

Woher kommt die feuchte Luft über Nacht?

Dass die Fenster über Nacht beschlagen und sich in diesem Zeitraum besonders viel Kondensat bildet, hat verschiedene Gründe. Der wohl entscheidendste ist, dass Sie über Nacht nicht regelmäßig lüften können, weil Sie schlafen. Menschen atmen (und schwitzen teilweise auch) bis zu 1,5 Liter Wasser innerhalb von acht Stunden in die Raumluft. Dieses Wasser kondensiert an den Scheiben. Ein weiterer Grund ist der Temperaturunterschied: Nachts wird es kühler, was auch die Fensterscheiben abkühlen lässt und den Kondensierungseffekt verstärkt. Außerdem schalten auch viele in der Nacht zusätzlich die Heizung ab.

1. Erste Hilfe: Staunässe abwischen!

Um die Fenster vor Schimmelbildung zu schützen, sollte das Wasser mit einem saugfähigen Tuch abgewischt werden. Steht das Wasser zu lange, bilden sich dunkle Flecken an den Silikonfugen oder der Holzrahmen nimmt Schaden.

2. Frischekick: Stoßlüften!

Statt die Fenster für längere Zeit auf Kipp zu stellen, sollten die Räume mehrmals am Tag richtig gelüftet werden: mindestens für 10 bis 15 Minuten ein Fenster ganz öffnen. Falls möglich auch querlüften, also Fenster auf den gegenüberliegenden Seiten der Wohnung öffnen. Gerade in der Nacht steigt im Schlafzimmer der Feuchtigkeitsgehalt in der Luft an, deshalb ist es wichtig, den Raum gleich morgens nach dem Aufstehen gut zu lüften.

Junge Frau steht am Fenster

Zehn Minuten Stoßlüften gegen Tauwasser: gerade morgens wichtig!

Frau unter der Dusche

3. Machen Sie Dampf, öffnen Sie die Fenster

Um beim Kochen den entstehenden Dampf abzuleiten, leistet eine Dunstabzugshaube gute Dienste. Sie zieht die warme, feuchte Luft, die beim Kochen entsteht, direkt ins Freie. Für das Bad gibt es entsprechende Badventilatoren. So kommt es nicht zur Kondensation am Fenster. Haben Sie keine Dunstabzugshaube oder lässt sich diese nicht verbauen, gilt beim Kochen das Gleiche wie im Bad: Richtig Lüften ist das A und O. 

4. Das bisschen Haushalt: Wäsche trocknen

Auch durch feuchte, frisch gewaschene Textilien kann sich vermehrt Kondenswasser in der Wohnung bilden. Hängen Sie deshalb Wäsche besser im Garten, auf dem Balkon oder im Keller und nicht in der Wohnung auf. Falls das nicht möglich ist, sollte der Raum unbedingt ausreichend gelüftet werden!

5. Klimagipfel: die richtige Raumtemperatur

Durch die richtige Zimmertemperatur lässt sich die Bildung von Kondenswasser an den Fenstern minimieren. Wohnräume sollten etwa 20 Grad warm sein, Schlafräume mit 15 bis 18 Grad etwas kühler. 

6. Luft im Check: Feuchtigkeitsmesser

Durch einen Luftfeuchtigkeitsmesser, ein sogenanntes Hygrometer, haben Sie das Raumklima immer genau im Blick.

Mittlerweile gibt es auch Hygrometer-Apps für iPhone und Android. Kein iPhone kann jedoch ohne Zusatzhardware die Luftfeuchtigkeit messen. Bezüglich der iPhone-Apps müssen Sie wissen, dass kein iPhone einen Sensor für die Luftfeuchtigkeit hat. Diese Apps nutzen alle einen Standortdienst, um Ihnen dann die Außenwerte für die Luftfeuchtigkeit und Temperatur anzuzeigen. Vorteil beim Messen der Luftfeuchtigkeit per Mobiltelefon: Innerhalb weniger Minuten lässt sich die Luftfeuchtigkeit bequem Raum für Raum in der gesamten Wohnung überprüfen. 

Die optimale Feuchtigkeit liegt zwischen 40 und 60 Prozent. Naturgemäß ist die Luft in Küche und Bad etwas feuchter als in anderen Räumen, da gerade beim Kochen oder Duschen die Luftfeuchtigkeit ansteigt. Das ist kein Problem, solange der Zustand nicht dauerhaft anhält. Darum ist gerade in diesen Räumen Stoßlüften so wichtig, um ein optimales Raumklima zu schaffen.

Raumtemperatur- und Luftfeuchtigkeitsmesser

Vattenfall Tipp

Smarte Thermostate können bei Kondenswasser am Fenster Abhilfe leisten und Heizkosten sparen! Die Geräte bieten einen großen Funktionsumfang und ermöglichen es sogar, die Heizung fernzusteuern. Mithilfe eines Luftfeuchtigkeitssensors kann die Heizung automatisch heruntergeregelt werden, um so zu verhindern, dass sich Kondenswasser am Fenster absetzt.

7. Aus Alt mach’ Neu: Fenstertausch

Bildet sich trotz wiederholten Lüftens und richtiger Raumtemperatur regelmäßig Kondenswasser, ist es ratsam, die Fenster komplett auszutauschen. Neue Fenster mit Wärmeschutzverglasung senken zudem den Energieverbrauch. Moderne Fenstersysteme, die der Energieeinsparverordnung (EnEV) gerecht werden, gibt es auch mit integrierter Lüftungsanlage, die wiederum zur Klimaregulierung in der Wohnung beiträgt.

Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung Installation 800x533 Kwangmoozaa / Getty Images

8. Mit Technik gegen Kondenswasser am Fenster

Sollte auch der Fenstertausch nicht geholfen haben oder ist dies in Ihrer Wohnung nicht möglich, können Sie die Bildung von Kondenswasser auch mit technischer Hilfe verhindern. Eine Fensterheizung ist nachträglich bei jedem Fenster montierbar. Darüber hinaus gibt es Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Diese sparen nicht nur Heizkosten, sondern entfeuchten auch die Luft. Wenn Sie auf die Wärmerückgewinnung verzichten können, gibt es zudem elektrische Luftentfeuchter. Diese können eingesetzt werden, um Kondenswasser an den Fenstern zu vermeiden.

Luftentfeuchter ohne Strom

Luftentfeuchter, die ohne Strom auskommen, sind sehr praktische Helfer im Kampf gegen hohe Luftfeuchtigkeit. Granulat-Entfeuchter binden die in der Raumluft enthaltene Feuchtigkeit mithilfe eines Salzgemisches in ihrem Inneren. Das Granulat muss allerdings gewechselt werden, sobald es sich vollgesogen hat, was für Sie einen regelmäßigen Aufwand bedeutet. Daher eignen sich stromlose Luftentfeuchter besonders für weniger stark frequentierte Räume wie begehbare Kleiderschränke, Keller oder für Wohnwägen.

Vattenfall Tipp

Auch neue Fenster sind anfällig für Kondenswasserbildung. Denn Neubauten mit gut gedämmten Fassaden und neuen Fenstern sind besonders luftdicht, so dass die Luft nicht zirkulieren kann. Allerdings ist die Wasserbildung bei neuen Fenstern kein Grund zur Sorge, wenn Sie regelmäßig lüften und die Scheiben abwischen.

Bei Altbauten und älteren Fenstern sorgen Ritzen und Fugen oft für eine ausreichende Luftzirkulation. Allerdings sind die alten Fensterrahmen auch anfälliger für Schimmelbildung und es geht viel Wärme verloren. Das lässt wiederum die Heizkosten steigen.

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