Gasherd: Eigenschaften, Stromverbrauch, Kosten
Aktualisiert am 16.3.2026
Lesedauer: 6 Minuten
Ein Gasherd steht für ein unvergleichliches Kochgefühl. Doch wie energieeffizient ist ein Gasherd wirklich? Worin unterscheiden sich Gas- und Elektroherd? Hier erfahren Sie, wie ein Gasherd funktioniert, welche Vor- und Nachteile er hat, wie viel Energie er verbraucht und worauf Sie beim Anschluss achten sollten.
Was ist ein Gasherd?
Es gibt zwei Arten von Gasherden: Modelle, die direkt an die Gasleitung des Hauses angeschlossen werden, und solche, die mit Propangasflaschen betrieben werden. Die Wärme entsteht durch die Verbrennung des Gases. Wer einen Gasherd mit Flüssiggas nutzen möchte, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen: Für Geräte mit einer Leistung von bis zu 11 Kilowatt (kW) – das entspricht in der Regel vier Kochstellen – sollte der Raum mindestens 15 m³ groß sein.
Ein Gasherd liefert eine direkte, sofort anpassbare Hitze. Diese schnelle Reaktionsfähigkeit macht ihn besonders bei ambitionierten Köch:innen beliebt. Die Zündung erfolgt bei neueren Modellen meist vollautomatisch. Bei älteren geschieht das manuell, zum Beispiel mit einem Feuerzeug. Beim Zünden entsteht eine offene Flamme. Diese führt blitzschnell Wärme zu. Ein weiterer großer Vorteil: Die Flamme lässt sich stufenlos regeln.
Gasherd und Elektroherd im Vergleich
Gasherde weisen meist die Energieeffizienzklasse A. Ein weiterer Pluspunkt: Wird die Flamme ausgeschaltet, endet die Hitzezufuhr sofort – Kochgeschirr kann ohne Gefahr auf der Platte stehen bleiben, da keine Restwärme mehr abgestrahlt wird.
Ein Nachteil für alle, die es bequem mögen: Die Reinigung der Brenner ist aufwendiger als etwa bei herkömmlichen Herdplatten, Ceran- und Induktionsfeldern. Doch auch hier lässt sich Abhilfe schaffen. Einige Hersteller bieten Gas-Ceranfelder an, bei denen die Brenner unter einer Glasplatte liegen. Im Zweifelsfall kommt auch ein Gerät mit Umschaltfunktion infrage. Bei diesem können Sie zwischen Strom und Erdgas wechseln.

Kochen & Backen mit einem Gasherd: Vor- und Nachteile
Ein Gasherd bietet einige Vorteile, aber auch ein paar Nachteile, die Sie kennen sollten. Die Leistung der Kochstelle lässt sich schnell und präzise regeln und das bereits kurz nach der Zündung. Dank der offenen Flamme lässt sich die Hitze direkt und fein dosieren, was das Kochen sehr flexibel macht. Auch die Koch- und Garzeiten fallen deutlich kürzer aus als bei anderen Herdarten. Dies ist ein echter Vorteil, wenn es in der Küche mal schnell gehen soll.

Ein weiterer Pluspunkt: Die Bedienung geht leicht von der Hand. Ein Herd mit automatischer Zündeinrichtung lässt sich bequem starten, und bei der Wahl des Kochgeschirrs sind Sie nahezu frei. Ob Edelstahl, Gusseisen, emaillierter Stahl, Aluminium oder Kupfer – das alles ist geeignet. Viele schwören zudem darauf, dass Fleisch, das über einer Gasflamme angebraten wird, intensiver und besser schmeckt als vom Elektroherd.
Allerdings hat der Gasherd auch ein paar Nachteile. Gas ist ein fossiler Brennstoff, dessen Verbrennung nicht zukunftsfähig ist – ein Nachteil im Hinblick auf Klimaschutz. Zudem birgt die offene Flamme trotz moderner Sicherheitsstandards ein höheres Risiko, sich zu verbrennen. Auch was die Reinigung angeht, zeigt sich der Gasherd weniger komfortabel: Die Roste erfordern mehr Aufwand, um sie sauber zu halten.
5 Tipps fürs Backen mit dem Gasherd
Auch wenn es heute bereits Gasherde mit Elektro-Umluftbackofen gibt, findet bei den meisten die konventionelle Gasbeheizung statt, auf die wir hier eingehen. Damit Ihre Sonntagsbrötchen wie geplant schön goldbraun werden, sollten Sie Folgendes beachten:
1
Wer mit einem Gasherd backt, arbeitet in der Regel mit Unterhitze. Hierbei ist die Temperaturanzeige meist nur stufenweise angegeben. Achten Sie darauf den Ofen nicht zu hoch einzustellen, so können Sie Energie und Kosten sparen.
2
Der Begriff „Unterhitze“ sagt es schon: Beim Backen im Gasherd kommt die Hitze von unten. Schieben Sie deshalb das Backblech nicht auf der niedrigsten Ebene ein. Zudem mindert ein zweites, leeres Blech darunter die direkte Hitzebestrahlung.
3
Backzeit ist nicht gleich Backzeit. In vielen Rezepten sind die Angaben für Elektroherde ausgelegt. Sehen Sie besser fünf bis zehn Minuten früher nach, ob der Kuchen schon fertig ist.

4
Sie möchten eine Spring- oder Kastenform benutzen? In diesem Fall ist der Gitterrost die perfekte Ergänzung. So kann die Luft im Backofen besser zirkulieren. Der Kuchen brennt nicht so schnell an.
5
In manch einem Erdgasherd werden der Kuchen oder die Brötchen hinten dunkler. Wie Sie diesen ungleichmäßigen Backfortschritt verhindern? Drehen Sie nach der Hälfte der Zeit das Blech oder die Form um 180 Grad.
Energieverbrauch und Kosten im Herd-Vergleich
Wenn Sie sich einen neuen Herd anschaffen möchten, sollten Sie nicht nur auf Design und Funktionalität achten, sondern auch auf den Energieverbrauch und laufende Kosten. Je nachdem, wie häufig der Herd genutzt wird, ergeben sich über das Jahr hinweg deutliche Unterschiede.
Gasherd:
Ein Gasherd verbraucht im Durchschnitt rund 600 bis 800 Kilowattstunden (kWh) Gas pro Jahr. Bei einem Gaspreis von 10,97 Cent pro kWh (Stand Nov. 2025) entstehen jährliche Kosten von etwa 65 bis 87 Euro.

Glaskeramik-Kochfeld:
Ein Herd mit Glaskeramikplatten benötigt je nach Energieeffizienzklasse etwa 360 bis 430 kWh Strom. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 39,6 Cent pro kWh im Jahr 2025 (BDEW) summiert sich das auf rund 142 bis 170 Euro im Jahr.
Alter Elektroherd:
Klassische Elektroherde mit gusseisernen Platten gelten als wahre Stromfresser. Sie verbrauchen im Schnitt rund 445 kWh Strom jährlich, was bei den aktuellen Strompreisen etwa 176 Euro kostet.
Induktionsherd:
Am effizientesten arbeitet der Induktionsherd: Er kommt mit 290 bis 340 kWh Strom im Jahr aus. Das entspricht jährlichen Kosten von rund 114 bis 134 Euro.
Wer darf einen Gasherd anschließen?
Grundsätzlich gilt: Der Anschluss eines Gasherds ist Sache von Fachleuten. Der Umgang mit Gas erfordert besondere Sorgfalt. Aus Sicherheitsgründen ist deshalb in den meisten Fällen vorgeschrieben, dass nur geschulte Gas-Installateure diese Arbeit übernehmen dürfen. So wird sichergestellt, dass keine Gefahr für Menschen oder Gebäude entsteht.
Eine Ausnahme besteht, wenn in Ihrer Küche bereits eine genormte Gassteckdose vorhanden ist. In diesem Fall dürfen Sie den Herd selbst anschließen. Dabei wird zunächst der passende Gasschlauch am Gerät befestigt und anschließend mit der Steckdose verbunden. Sollte kein Schlauch beiliegen oder der alte nicht mehr funktionsfähig sein, müssen Sie ein zugelassenes Modell erwerben. Die Kosten für einen solchen Schlauch liegen meist bei 30 bis 40 Euro.
Fazit: Gasherd – Kochgerät mit vielen Vor- und einigen Nachteilen
Ein Gasherd ist einfach zu benutzen und ein großer Vorteil ist die Schnelligkeit beim Kochen. Allerdings gibt es auch einige Nachteile. Der schwerwiegendste ist, dass Gas ein fossiler Brennstoff ist und so der CO2-Ausstoß nicht eingeschränkt wird. Für den Weg hin zu fossilfreiem Leben, sollte Gas auf lange Sicht durch erneuerbare Energien ersetzt werden.
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