Welche Arten von Gaszählern gibt es und wie funktionieren sie?

Erstellt am 19.2.2026

Lesedauer: 8 Minuten

Gaszähler messen, wie viele Kubikmeter Gas durch die Leitung strömen. So weit, so gut. Doch es gibt einige Unterschiede in der Messmethode und im Einsatzbereich. Wie funktionieren die Geräte und welche Arten von Gaszählern gibt es?

Unterschied zwischen Gas- und Stromzähler

Gaszähler und Stromzähler lassen sich mit Blick auf die Einheiten leicht unterscheiden: Beim Strom wird der Verbrauch in Kilowattstunden (kWh) angegeben, bei Zählern für Erdgas oder Biogas in Kubikmetern (m³). Auch optisch gibt es einen Unterschied. Der Gaszählerkasten ist im Gegensatz zum Stromzähler oft über zwei Rohre mit dem Netz verbunden. 

Wie funktioniert ein Balgengaszähler?

In privaten Haushalten gibt es zur Messung des Gasverbrauchs am häufigsten Balgengaszähler, auch Membranzähler genannt. Sie werden schon seit Ende des 19. Jahrhunderts verwendet.  Als Balgen werden die zwei Messkammern im Zähler bezeichnet. Das Gas strömt abwechselnd in eine Kammer hinein und füllt sie. Dabei bewegt sich die flexible Wand des Balgs, sie klappt auf. Man kann sich das ein bisschen wie bei einem Blasebalg vorstellen.

Sobald sich die erste Kammer mit Gas füllt, bewegt sich die Membran und setzt damit eine Kurbelwelle in Bewegung. Die erste Kammer entleert sich und das Gas strömt in die zweite Kammer. Von dort gelangt es in die Gasleitungen. Die Kurbelbewegung setzt das Zählwerk der Gasuhr in Gang.

Jedes Mal, wenn eine Kammer gefüllt wird, registriert das Zählwerk diesen Vorgang. Die Anzahl der Kammerfüllungen wird gezählt und ergibt zusammen mit dem Kammerinhalt den Verbrauch in Kubikmetern (m³). Dieser wird dann auf den Zähler übertragen. Einfach gesagt: Der Zähler portioniert das Gas in definierte Mengen und zählt diese Portionen.

Balgengaszähler können digital umgerüstet werden, wenn sie eine Impulsschnittstelle haben. Mit einem Adapter sind sie dann einfach in ein intelligentes Messsystem einzubinden, das die Umdrehungen des Zählwerks digital anzeigt und überträgt.

Wie kann ich meinen Gaszähler selbst ablesen?

Das Ablesen funktioniert ähnlich wie bei einem Stromzähler. Der Balgengaszähler hat ein kleines Sichtfenster mit einem Zählwerk, das den Zählerstand in Kubikmetern (m³) anzeigt. Wichtig sind die Stellen vor dem Komma. Außerdem findet sich auf dem Gaszähler eine Zählernummer, durch die er sich dem entsprechenden Haushalt zuordnen lässt. Sie ist sechs bis acht Ziffern lang und normalerweise in der Nähe des Strichcodes abgedruckt.

Manchmal kommt im Zusammenhang mit Gaszählern die Frage auf, ob der Gaszähler ein Einstutzen- oder ein Zweistutzenzähler ist. Die Antwort lautet: Beide Varianten sind möglich. Üblicherweise aber besitzen Gaszähler zwei Anschlüsse. Links einen Eingangsstutzen, durch den das Gas hineinströmt, und rechts einen Ausgangsstutzen, aus dem das Gas weiter in die Hausleitungen strömt. Manche Netzbetreiber:innen wechseln allerdings mittlerweile zu Einstutzengaszählern. Dies kann den Zählerwechsel beschleunigen und das Zählergehäuse verkleinern.

Aber wie funktioniert ein Einstutzengaszähler? Er wird über ein Sonderformstück angeschlossen. Über dessen äußeren Ringkanal wird das Gas dem Zähler zugeführt und aus dessen Mitte heraus in die Gasrohre ausgeleitet.

Den richtigen Gaszähler finden

Welcher Gaszähler ist der richtige? Üblicherweise kommen in Privathaushalten bislang Balgenzähler zum Einsatz. Dessen Größe richtet sich nach dem voraussichtlichen Gasvolumenstrom. Dieser kann grob mit einer einfachen Rechnung ermittelt werden, und zwar, indem die angeschlossene Heizleistung durch den Heizwert des Gases geteilt wird.

Ein Beispiel: Bei einer Leistung von 50 Kilowatt und einem Heizwert von 10 Kilowattstunden pro Kubikmeter strömen 5 Kubikmeter Gas pro Stunde durch den Zähler. Ein Gaszähler mit einer Leistung von bis zu 50 Kilowatt und einem Gasvolumenstrom von bis zu sechs Kubikmetern pro Stunde wäre also geeignet.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass sich die Netzentgelte unter anderem nach der Größe des Gaszählers richten. Wer trotzdem lieber auf Nummer sicher einen größeren Zähler wählt, erhöht seine Ausgaben. Bei der Entscheidung ist die Hilfe von Installateur:innen empfehlenswert.

Wie funktioniert ein digitaler Gaszähler?

Smart Meter für Gas sind intelligente Gaszähler, die die traditionellen Geräte in Zukunft ersetzen sollen. Sie ermöglichen eine automatische und ferngesteuerte Erfassung des Gasverbrauchs. Das heißt: Ist ein Smart Meter installiert, müssen Sie den Zähler nicht mehr selbst ablesen. Die Daten werden standardmäßig einmal täglich an den Messstellenbetreiber übertragen und monatlich an den Netzbetreiber. Statt eines Rollenzählwerks gibt es ein Display, das den aktuellen Zählerstand anzeigt.

Achten Sie auf den Unterschied: Digitale Verbrauchsmesser sind schon dann „moderne Messeinrichtungen“, wenn sie Werte auf einem Display anzeigen können. Zu einem „intelligenten Messsystem“ wird die Anlage aber erst, wenn sie über eine Kommunikationseinheit verfügt – das sogenannte Smart-Meter-Gateway (SMGW). Erst damit können Messwerte automatisch übermittelt werden.

Aktuelle Bestimmungen zur digitalen Anbindung

Die verpflichtende Einführung von intelligenten Messsystemen (iMSys) – das sind digitale Zähler, ergänzt durch ein Smart-Meter-Gateway als Kommunikationseinheit – betrifft zunächst nur die Stromzähler.

Allerdings gibt es bereits gesetzliche Bestimmungen für Gaszähler und ihre digitale Anbindung. Das sagt die Bundesnetzagentur:

  • Wenn Ihr derzeitiger, analoger Gaszähler nur zur Nacheichung oder Wartung ausgebaut wird, kann dieser Zähler trotzdem wieder eingebaut werden.

  • Neue Gas-Messeinrichtungen mit  registrierender Leistungsmessung konnten noch bis zum 31. Dezember 2024 eingebaut und jeweils bis zu acht Jahre ab Einbau genutzt werden, wenn ihre Nutzung nicht mit unverhältnismäßigen Gefahren verbunden ist.

  • Neue Gaszähler dürfen nur noch verbaut werden, wenn sie die technischen Voraussetzungen erfüllen, um zukünftig mit einem Smart-Meter-Gateway verbunden zu werden. Messeinrichtungen für Gas benötigen keine gesonderte Schnittstelle für diese Anbindung. Auch ältere Gaszähler mit sogenannten Impulsschnittstellen lassen sich durch einen Adapter einfach in das intelligente Messsystem einbinden. Eine Anbindung von Messeinrichtungen für Gas an das Smart-Meter-Gateway erfolgt erst zu einem späteren Zeitpunkt und kostet Verbraucher:innen nichts zusätzlich.

Was ist ein Drehkolbengaszähler?

Der Name dieser Art von Gasuhr kommt daher, dass zwei achtförmige Drehkolben im Inneren präzise ineinandergreifen und messen, wie viel Gas durchfließt. Eine halbe Umdrehung eines Kolbens füllt und entlässt jeweils ein Viertel des Gasvolumens.

Die Drehungen der Kolben werden mithilfe von Magnetkupplungen an ein Zählwerk übertragen. Das heißt: Der Gasverbrauch wird übertragen, ohne dass sich Zählwerk und Kolben berühren. Dadurch ist eine Gaszählung bei hohem Druck möglich, was vor allem in großen Produktionsanlagen interessant ist.

Oft werden die Drehkolbengaszähler mit elektronischen Messsystemen kombiniert, um Daten automatisch weiterzugeben.

Weitere Gaszähler

Es gibt noch mehr Modelle mit unterschiedlichen Messkörpern. Hier eine Auswahl:

  • Ultraschall-Durchflussmesser: Hier messen Ultraschallsensoren die Laufzeit von Schallwellen, die gegen die Strömung und mit der Strömung reisen.

  • Turbinenrad: Bei diesen Modellen drehen sich Flügelräder oder Turbinenräder aufgrund der Strömung des Gases. Der Zähler erfasst diese Umdrehungen und nutzt sie zur Berechnung des Verbrauchs.

  • Differenzdruck-Messung: Hierbei wird der Differenzdruck über eine Blende oder eine andere verengte Stelle im Verlauf erfasst und zur Berechnung verwendet.

  • Rotationskolben-Durchflussmesser: Ein Rotationskolben wird von der Strömung des Gases angetrieben. Die Rotation des Kolbens wird gemessen und erfasst den Verbrauch. 

  • Thermische Massendurchflussmesser: In diesem Fall wird die Wärmeabfuhr oder Temperaturänderung im strömenden Gas gemessen, um den Massendurchfluss zu bestimmen.

Fazit: Arten von Gaszählern 

Für große Produktionsanlagen werden unter anderem Drehkolbengaszähler eingesetzt. In Privathaushalten sind Gaszähler dagegen vor allem mechanische Balgengaszähler. Sie lassen sich aber teilweise über eine Schnittstelle digital umrüsten. In Zukunft könnten Smart Meter für Gas die traditionellen Geräte ersetzen. Einen politischen Fahrplan wie bei Strom gibt es aber noch nicht.

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