Wie wollen wir heute reisen?

Emissionen hängen vor allem vom Transportmittel ab

Gemessen am weltweiten CO₂-Ausstoß – 34.800 Milliarden Tonnen in 2020 – ist der globale Tourismus für etwa 5 Prozent verantwortlich. Von diesen 5 Prozent der Tourismus-Emissionen gehen drei Viertel auf das Konto von Transport und Verkehr. Ein großer Teil der Treibhausgasemissionen fällt damit bei An- und Abreise und beim Fortbewegen im Urlaub selbst an. Das ausgestoßene CO₂ sammelt sich in der Atmosphäre und kurbelt so die Erwärmung unserer Erde an. Deshalb ist eine bewusste Reiseplanung ein wichtiger Aspekt für alle, die die Emissionen ihrer Reisen berücksichtigen möchten.

Umwelt- und Klimathemen sind für viele Reisende wichtig

Viele Reisende beziehen Umwelt- und Klimathemen in ihre Reiseentscheidungen ein. Dabei werden immer öfter Alternativen zum Flugverkehr, etwa Bus- und Bahnreisen, in Betracht gezogen. Das hat die forsa-Studie „Bewusster Lebensstil und Elektromobilität“ gezeigt, bei der 2021 im Auftrag von Vattenfall mehr als 1.000 Menschen in ganz Deutschland interviewt wurden. Insgesamt 48 Prozent aller Befragten sagten, sie verzichten häufig auf Flüge und nutzen Verkehrsmittel mit geringeren CO₂-Emissionen. Bei den Reisenden zwischen 18 und 29 Jahren waren es sogar 67 Prozent, bei den über 60-Jährigen 53 Prozent. Frauen gaben mit 53 Prozent häufiger als Männer mit 44 Prozent an, bei Urlaubsreisen Verkehrsmittel mit geringeren Treibhausgasemissionen zu wählen.
Auch eine Statista-Umfrage aus dem Jahr 2022 in mehr als 55 Ländern deutet auf dieses Interesse hin: 36 Prozent der Befragten waren bereit, für Angebote mit Umwelt- oder Klimabezug mehr zu bezahlen, 19 Prozent gaben an, dies bereits getan zu haben.

So verringere ich meine Emissionen bei der Anreise

Wenn Sie mit dem Auto anreisen, können Sie die Emissionen pro Person reduzieren, indem Sie weitere Mitfahrende mitnehmen. Auch eine angepasste Fahrweise kann den Kraftstoffverbrauch positiv beeinflussen. Darüber hinaus wirken sich Faktoren wie Gepäckmenge und Reifendruck auf den Energieverbrauch eines Fahrzeugs aus. Auch bei Fahrten mit dem Elektroauto können verschiedene Faktoren, etwa Fahrweise, Beladung und Ladeverhalten, den Energiebedarf beeinflussen.

Reisebus auf einer Autobahn

Bus und Bahn sind ebenfalls eine mögliche Alternative für die Anreise. Gerade bei internationalen Reisen kann die Planung jedoch etwas aufwendiger sein. Unser Tipp: Reise-Apps unterstützen hier bei passenden Verbindungen über Landesgrenzen hinweg.

 

Lässt sich eine Anreise mit dem Flugzeug nicht vermeiden, können die von vielen Buchungsplattformen ausgewiesenen CO₂-Emissionswerte bei der Auswahl eines Fluges helfen. Oft lassen sich Verbindungen nach den geschätzten Emissionen filtern und vergleichen. Darüber hinaus bieten einige Fluggesellschaften Programme zur Kompensation von Emissionen an, die bei der Buchung berücksichtigt werden können.

Buchen Sie eine nachhaltige Unterkunft

Schon bei der Buchung entlasten Sie das Klima, indem Sie eine Unterkunft wählen, die möglichst ökologisch und klimabewusst aufgestellt ist. Wenn Sie sich unsicher sind, ob die Unterkunft nach umweltfreundlichen Prinzipien betrieben wird, fragen Sie einfach nach. Bei der Buchung können Sie besonders auf diese Punkte achten:

  • regionale & saisonale Hotelküche
  • Verwendung von zertifizierter Naturkosmetik
  • mehrfache Nutzung von Handtüchern
  • Eigene Stromerzeugung mit einer Solaranlage oder Bezug von Strom aus erneuerbaren Energiequellen
  • Mülltrennung im Hotel
  • Ladestation für E-Auto vorhanden
  • Nutzung zertifizierter Materialien bei der Einrichtung
    (z. B. Handtücher und Bettwäsche aus Bio-Baumwolle, Matratze aus Latex in Bio-Qualität, Verwendung von zertifiziertem Holz für Möbel)

Lokale Ressourcen verantwortungsvoll nutzen

Auch am Urlaubsort können Sie auf Ihren Energie- und Wasserverbrauch achten. Schalten Sie in Ihrer Unterkunft Licht und Klimaanlage aus, wenn Sie das Zimmer verlassen, und nutzen Sie Wasser sowie Hygiene- und Kosmetikprodukte möglichst bedarfsgerecht. Unser Tipp: Im Hotel die kleinen Probierpackungen im Bad liegen lassen. Dadurch können Verpackungsabfälle vermieden werden.

Tipps für den Urlaub vor Ort

Auch während des Urlaubs können verschiedene Entscheidungen die mit der Reise verbundenen Emissionen beeinflussen. Vegane oder vegetarische Speisen beispielsweise sind häufig mit geringeren Treibhausgasemissionen verbunden als Gerichte mit Fleisch. Außerdem kann man darauf achten, möglichst lokale gastronomische Angebote zu nutzen. So lässt sich nicht nur die Kultur des Landes besser kennenlernen, sondern es werden auch lange Lieferwege von Produkten vermieden. Ebenfalls sinnvoll ist, vor Ort auf den Mietwagen zu verzichten und Bus und Bahn zu nutzen. Alternativ können Sie einen E-Mietwagen nutzen und diesen mit Strom aus erneuerbaren Energien laden.

Plogging am Feld

Auch im Urlaub können Sie darauf achten, Verpackungsabfälle zu vermeiden. Dafür eignet sich beispielsweise eine wiederverwendbare Trinkflasche für unterwegs. In vielen europäischen Städten und Regionen stehen öffentliche Trinkwasserbrunnen zur Verfügung. Auch wiederverwendbare Behälter für Speisen zum Mitnehmen können helfen, Verpackungen einzusparen. Abfälle, die sich unterwegs nicht vermeiden lassen, sollten ordnungsgemäß entsorgt und nicht in der Natur zurückgelassen werden.

Wer gerne joggt, kann beim sogenannten „Plogging“ nebenbei liegen gebliebenen Abfall einsammeln und entsorgen. Darüber hinaus gibt es vielerorts lokale Projekte und Initiativen, bei denen man mitwirken kann.

Alternative Reisearten entdecken

Ein Urlaub auf dem Bio-Bauernhof verbindet Erholung mit Einblicken in die Landwirtschaft. Dabei lässt sich oft direkt vor Ort mehr über die Herstellung von Lebensmitteln erfahren. Zertifizierungen wie Demeter, Bioland oder Naturland können bei der Auswahl eines Hofes als Orientierung dienen. Auch bei der Anreise können Sie verschiedene Verkehrsmittel hinsichtlich ihrer Emissionen vergleichenen.

Beim veganen Urlaub auf dem Bio-Bauernhof kann man entspannen, etwas dazulernen und unserer Umwelt Gutes tun. Empfehlenswert ist es, wenn der Hof durch ein Bio-Siegel wie demeter, Bioland oder Naturland zertifiziert ist. Achten Sie auch hier auf eine CO₂-neutrale Anreise. 

Über weltweit vernetzte Organisationen können Sie einen Work-and-Travel-Urlaub buchen, bei dem Sie auf einer ökologischen Farm mitarbeiten und freie Kost und Logis bekommen.

Junge sitzt auf einem Trettrecker im Stroh

Klimaschutzprojekte unterstützen? Das können Sie tun!

Auch bei einer möglichst emissionsarmen Reise entstehen Treibhausgasemissionen. Wer Projekte zum Klima- und Umweltschutz finanziell unterstützen möchte, kann dies über entsprechende Organisationen oder Programme tun. Die bereitgestellten Mittel können beispielsweise in Maßnahmen wie die Wiederherstellung von Mooren, den Schutz von Ökosystemen oder andere Umwelt- und Klimaschutzprojekte fließen.

Informationen zu freiwilligen Beiträgen für Klima- und Umweltschutzprojekte bieten unter anderem Umweltorganisationen, das Umweltbundesamt sowie die Vattenfall Naturate App.

Vattenfall Fazit

Wer die mit einer Reise verbundenen Treibhausgasemissionen berücksichtigen möchte, muss nicht gleich aufs Reisen verzichten. Eine Möglichkeit besteht darin, Reisen bewusster zu planen. Dabei können unter anderem Reiseziel, Aufenthaltsdauer und Verkehrsmittel eine Rolle spielen. Besonders die An- und Abreise beeinflusst die Höhe der verursachten Emissionen. Daher macht es beispielsweise Sinn, seltener zu fliegen oder alternative Verkehrsmittel wie Bus und Bahn in Betracht zu ziehen.

So steht es um Ihren CO2 Abdruck

Ein paar einfache Fragen verraten Ihnen, wie viel CO2-Emissionen Sie im Alltag verursachen & wie Sie damit im Vergleich zum deutschen Durchschnitt liegen.

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