Infowelt Energie

8 Tipps für den Waschmaschinenkauf

Wir machen es Ihnen einfach, eine gute und sparsame Waschmaschine zu finden.

Waschleistung und Energieeffizienz

Bei einer Waschmaschine sind vor allem zwei Dinge wichtig: Sie muss die Wäsche optimal reinigen und soll dabei so wenig Energie wie möglich verbrauchen. Es geht um Waschleistung und Energieeffizienz. Schließlich entfallen fünf Prozent des Stromverbrauchs im Haushalt aufs Wäschewaschen. Doch wie finden Sie das perfekte Gerät? 

Bei der Kaufentscheidung hilft das EU-Energielabel. Wir erklären, wie Sie das Label richtig lesen und geben 8 Tipps, damit Sie das passende Gerät finden.

Tipp 1: Größe festlegen

Darf’s auch ein bisschen mehr sein? Bei der Waschmaschine besser nicht. Die Größe Ihrer Waschmaschine sollte der Menge der wirklich anfallenden Wäsche entsprechen. Mit einem überdimensionierten Gerät verbrauchen Sie unnötig viel Strom und Wasser. Zur Orientierung: Fünf bis sechs Kilogramm Fassungsvermögen reichen für einen Ein- bis Zwei-Personen-Haushalt völlig aus. Familien mit vier oder mehr Mitgliedern sollten sechs bis zwölf Kilogramm in Betracht ziehen. 

Zwar gibt es mittlerweile intelligente Maschinen, die die Beladungsmenge automatisch erkennen und den Wasser- und Stromverbrauch danach ausrichten. Doch selbst eine gute Mengenautomatik spart nur wenig Strom und Wasser. Bei halb leerer Maschine sparen Sie im Schnitt nur 20 Prozent ein. Darum bleibt die Kapazität trotz solcher technischer Sparlösungen ein wichtiges Kriterium beim Kauf. 

Tipp 2: Energieeffizienzklasse beachten

Das Energielabel unterteilt Waschmaschinen in Energieeffizienzklassen von A+++ bis D. Seit 2013 darf der Handel allerdings nur noch Geräte in den besten drei Klassen A+++, A++ sowie A+ verkaufen.

Tut es also irgendein Gerät der Klasse A? Ein klares nein. Denn tatsächlich nur mit Energieeffizienzklasse A+++ ausgezeichnete Modelle sind besonders günstig im Stromverbrauch. Geräte mit dem Label A++ verbrauchen bereits erheblich mehr Strom, bei A+ lässt die Energieeffizienz sogar schon zu wünschen übrig.

Beispiel: Ein mit A+++ ausgezeichnetes Gerät und sechs Kilo Fassungsvermögen verbraucht pro Jahr im Schnitt etwa 130 Kilowattstunden (kWh) Strom, einige A+++ Modelle sind mittlerweile sogar noch sparsamer. Eine Maschine mit der Energieeffizienzklasse A+ verbraucht dagegen mit 190 kWh gut 46 Prozent mehr. Der jährliche Verbrauchswert in unserem Vergleich bezieht sich jeweils auf 220 Waschgänge im Eco-Normalprogramm. Kurz gesagt: Klasse A allein sagt noch gar nichts darüber aus, wie viel Strom Sie mit dem Gerät wirklich sparen können. Bei der Energieeffizienzklasse kommt es darum auf die Zahl der Plus-Zeichen hinter dem „A“ an.

Vattenfall-Tipp:

Wie wirtschaftlich ein Gerät arbeitet, lässt sich übrigens nicht nur an den Plus-Zeichen, sondern schon bei einem Blick auf die Farbskala erkennen, die Teil des Energielabels ist. Sie reicht von sattgrün bis tiefrot und funktioniert wie eine Verkehrsampel: Rot steht für hohen Energieverbrauch, Grün für ein sparsames Modell. Das gilt auch für andere Haushaltsgeräte. Tipp: Lesen Sie dazu auch gerne unseren Artikel zum Energielabel für den Kühlschrank.

Tipp 3: Altes Gerät ausmustern

Wenn Sie ein altes Gerät der Energieeffizienzklasse B oder C zu Hause stehen haben, sparen Sie mit einer neuen Maschine viel Strom und Geld. Ein Modell mit der Effizienzklasse C frisst mit durchschnittlich 275 kWh etwa 110 Prozent mehr Strom als die derzeit energieeffizientesten Geräte – und ist im Betrieb somit doppelt so teuer. Darum ist Ausmustern bei alten Maschinen oft die beste Lösung.

Tipp 4: Wasserverbrauch beachten

Sehr wichtig beim Kauf eines neuen Geräts: Die Energieeffizienzklasse drückt nur aus, wie hoch oder gering der Stromverbrauch der Maschine ist. Ob sie wirtschaftlich mit Wasser haushaltet oder effektiv schleudern kann, lässt sich anhand der grünen Balken beziehungsweise der Zahl der Plus-Zeichen auf dem Energielabel nicht erkennen. Darum lohnt ein Blick auf den unten links auf dem Energielabel angegebenen Verbrauch in Liter.

Tipp 5: Trommelkapazität und Wasserverbrauch hängen zusammen 

Wie viel Wasser eine Maschine verbraucht, hängt natürlich ganz entscheidend von ihrer Kapazität ab. Je größer das Fassungsvermögen, desto höher ist auch der Verbrauch. Das gilt auch für Geräte, die ihren Energie- und Wasserverbrauch der jeweiligen Wäschefüllmenge anpassen und meist bereits einen vergleichsweise geringen Energieverbrauch haben.

Bei einem kleinen Gerät mit fünf Kilo Fassungsvermögen sind beispielsweise 40 Liter Wasserverbrauch pro Waschgang ein guter Wert. Für Modelle für bis zu acht Kilo Wäsche liegen Sie mit etwa 60 Litern Wasserverbrauch richtig. Vergleichen Sie darum den angegebenen Wasserverbrauch immer mit der Wäschemenge in Kilogramm. Sie finden sie unten auf dem Energielabel.

Tipp 6: Leise waschen

Ein paar Dezibel mehr oder weniger, das macht doch nichts? Falsch. Eine Steigerung um zehn Dezibel, zum Beispiel von 50 auf 60, entspricht gefühlt einer Verdopplung der Lautstärke. Bei Geschirrspüler, Kühlschrank und auch bei der Waschmaschine machen wenige Dezibel mehr also doch einen großen Unterschied. Insbesondere dann, wenn die Geräte in der Wohnküche stehen. Besonders leise Waschmaschinen verursachen beim Waschen um die 40 Dezibel und beim Schleudern um die 70 Dezibel. Solche Geräte gelten als geräuscharm. 

Vattenfall-Tipp:

Einen Hinweis darauf, ob Ihre künftige Maschine beim Waschen leise surrt oder laut poltert, findet sich ebenfalls auf dem EU-Energielabel. Die Hersteller sind verpflichtet, gleich zwei Dezibel-Angaben zu machen: Der kleinere Wert bezieht sich auf die Lautstärke beim Waschen, der größere zeigt an, wie laut die Waschmaschine beim Schleudern ist.

Tipp 7: Richtig Schleudern!

Zu guter letzt ist ein Blick auf die so genannte Schleuderklasse ratsam. Sie gibt einen Hinweis darauf, wie viel Restfeuchte nach dem Schleudern in der Wäsche verbleibt. Ein „A“ steht für 45 Prozent Restfeuchte, ein „G“ für 90 Prozent.

 

Ihre Kleidung soll nach dem Waschen in den Trockner? Hier gilt die logische Faustregel: Je feuchter die Wäsche, desto mehr Energie benötigt der Trockner. Und das ist in der Regel teurer als das Schleudern mit der Waschmaschine. Im Hinblick auf Komfort und Energieeffizienz ist folglich eine sehr gute Schleuderklasse die beste Wahl.

Tipp 8: Sparsam warm waschen

Besonders kräftig schlagen die Stromkosten für das Heizen des Wassers auf 40, 60 und 90 Grad zu Buche. Eine zehn Jahre alte Waschmaschine der Energieeffizienzklasse A mit fünf Kilo Fassungsvermögen verbraucht laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz zum Erwärmen des Waschwassers auf 90 Grad etwa 1,8 Kilowattstunden Strom. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 29 Cent je kWh macht das 52 Cent Kosten pro Waschgang! Eine 40-Grad-Wäsche kostet immerhin noch knapp 20 Cent. Das hört sich günstig an, doch im Jahresverlauf summieren sich die wenigen Cents pro Waschgang insbesondere bei Familien mit Kindern auf einen hohen zweistelligen Eurobetrag – nur für das Aufheizen des Waschwassers!

Die Lösung des Kostenproblems: Schließen Sie die Waschmaschine an die Warmwasserleitung an. So vermeiden Sie hohe Stromkosten bei Kochwäsche und auch schon bei niedrigeren Waschtemperaturen. Für einen 4-Personen-Haushalt liegt das jährliche Einsparpotenzial im Vergleich zum Aufheizen des Wassers durch die Maschine bei bis zu 30 Euro. Nicht alle Geräte sind jedoch für den Anschluss an die Warmwasserleitung ausgelegt. Informieren Sie sich deshalb vor dem Kauf, welche Modelle warmwassertauglich sind und wie sie an die Warmwasserleitung angeschlossen werden können.

Der Vattenfall-Extratipp: Das EU-Energielabel ist nicht nur bei Waschmaschinen, sondern auch zum Stromverbrauch anderer Haushaltsgeräte ein guter Ratgeber, wenn es um den Energieverbrauch geht. Zum Beispiel bei Kühlschränken, Dunstabzugshauben oder Gefrierschränken.

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Fotos: 1) Juanmonino/iStock.