Infowelt

Grüner wird’s nicht: Energie aus Algen

Algen sind gesunde Energiespender, die in japanischen Restaurants als Delikatesse serviert und als Nahrungsergänzung im Reformhaus angeboten werden. Die grünen Pflanzen aus dem Meer können aber auch Energie produzieren. Erfahren Sie, wie und warum sie vielleicht bald an unserer Hausfassade wachsen.

Einzeller mit Zukunftspotential

Mikroalgen wird ein großes Potenzial für die Zukunft der Energiegewinnung zugeschrieben. Die einzelligen, drei bis fünf Mikrometer kleinen Algen vermehren sich sehr schnell, da sie das vorhandene Sonnenlicht effizienter nutzen als andere Pflanzen. Sie benötigen kein Ackerland, um zu gedeihen und kommen mit wenig Wasser aus. Sie geben sich sogar mit Salz- oder Abwasser zufrieden.

Algen

Energiespender, die sich schnell vermehren

Bei der Fotosynthese der Algen entsteht sogenanntes Synthesegas. Daraus bildet sich wiederum Methan, aus dem Energie gewonnen wird. Da sich die Algen sehr schnell vermehren, ist auch viel von dem Gas vorhanden. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich die grünen Energiespender auch fast überall ansiedeln lassen. Zum Beispiel an einer Hauswand.

Knallgrüne Energiefabrik im Eigenheim

Weltweit einzigartig ist ein Projekt, das während der Internationalen Bauausstellung 2013 in Hamburg vorgestellt wurde: die sogenannte „Bioreaktorfassade“ im Algenhaus. In mit Wasser gefüllten Glaselementen, die an den sonnenzugewandten Hauswänden angebracht sind, wachsen Mikroalgen. Die Algenelemente wirken als Lichtschutz, denn sie passen ihre Farbe der Sonnenintensität an. Die Glasplatten der Biopaneele sorgen für Wärmedämmung und Lärmschutz. Algenhäuser zählen zu den Smart Material Houses.

Modernes Gebäude

Nachhaltiges Wachstum

Weil Algen sehr viel Kohlenstoffdioxid aufnehmen, ist ihr Wachstum und die daraus entstehende Energiegewinnung sehr nachhaltig.

Und so geht die Energieproduktion

Die schnell wachsenden Mikroalgen zirkulieren in einem Wasserkreislauf in den 129 Kollektoren der Außenfassade. Dort werden sie mit CO2 aus der Heizungsanlage des Hauses und Sonnenlicht versorgt. Ein Wärmetauscher entzieht der grünen Fassade Energie für die Warmwasserbereitung. Die zähe, knallgrüne Algenmasse wird regelmäßig „geerntet“ und in einer externen Biogasanlage in Gas umgewandelt. So wird die blubbernde Fassade optimal zur Energiegewinnung genutzt.

Eine Berliner Straße

Vattenfall Ausblick

Künftig soll es in Algenhäusern eine weitere Art der Energiegewinnung geben. Ziel ist es, Erdgas und Wasserstoff aus Algenbiomasse zu erzeugen. Mithilfe einer Brennstoffzelle werden Strom, Wärme und das für die Algenkultur benötigte CO2 gewonnen. Entsprechende Häuser wären weitgehend energieautark.
Möglicherweise werden in Zukunft viele Gebäude grün leuchten. Durch intelligent konstruierte Häuser ließen sich nach Schätzungen der Europäischen Union mehr als 40 Prozent Energie und 30 Prozent Wasser einsparen und der CO2-Ausstoß um 35 Prozent reduzieren.

Darüber hinaus arbeitet Vattenfall an dem Großprojekt Sustainable Cities, das Lösungen für eine zukunftsfähige Energieversorgung unserer Städte liefern wird. Ziel ist es beispielsweise, die Energieversorgung Berlins bis 2050 komplett klimaneutral zu gestalten. Um dies zu erreichen, modernisiert das Unternehmen nicht nur Kraftwerke, sondern investiert in Kooperation mit lokalen Partnern auch in erneuerbare Energien, in Speichertechnik und die Entwicklung innovativer Energieeffizienz-Technologien. In Hamburg arbeitet das Energieunternehmen unter anderem am Aufbau eines intelligenten Stromnetztes und investiert in hochmoderne Wärme- und Stromspeicher, um die Energiewende schnellstmöglich umzusetzen.

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Fotos: 1) Fudio/iStock, 2) yarlander/AdobeStock, 3) ricochet64/iStock