Infowelt Energie

Stromverbrauch beim Elektroauto

Wie viel Euro kosten 100 km mit dem Elektroauto? Finden Sie heraus, wie Sie mit Ihrem Elektroauto die Umwelt und Ihren Geldbeutel schonen.

30.03.2022
Lesedauer: 8 Minuten

Ladekosten ≠ Tankkosten

Jeder Fahrer eines Verbrenners kennt den aktuellen Preis für Diesel oder Benzin genauso, wie den Verbrauch seines Fahrzeugs. Aber können Sie Kosten und Verbrauch eines Elektroautos ebenso leicht berechnen? Wie hoch ist der Energieverbrauch Ihres Stromers und wie viel Euro kosten 100 Kilometer mit Ihrem neuen E-Auto?

Bei der Anschaffung eines neuen E-Autos sind, neben dem Kaufpreis, auch die monatlichen Unterhaltskosten entscheidende Kriterien. Damit steht und fällt die Mobilitätswende. Zum Glück ist der Verbrauch bei einem Elektroauto genauso einfach zu berechnen, wie der Verbrauch bei einem Auto mit Verbrennungsmotor. Sie müssen sich nur an etwas andere Zahlen gewöhnen, doch unterm Strich gibt es zwischen „alten“ Verbrennern und „innovativen“ E-Autos eine Menge Parallelen. Dieser Artikel verschafft Ihnen einen Überblick über Kosten und Einsparpotenziale bei Elektroautos.

Übersicht: Der Verbrauch in Kilowattstunden auf 100 km

Modell Verbrauch im ADAC Ecotest in kWh/100 km Verbrauch Herstellerangabe WLTP in kWh/100 km

Renault Zoe R135 Z.E. 50 Intens (52 kWh)

19,0

17,7

Hyundai Ioniq Elektro Style

16,3

13,8

VW e-up! Style

16,7

14,5

Seat Mii Electric Plus*

17,3

14,9

Mini Cooper SE

17,6

14,8 - 16,8

BMW i3 (120 Ah)

17,9

15,3

Kia e-Niro Spirit (64 kWh)

18,1

15,9

Smart Forfour EQ passion

18,4

15,9

Peugeot e-208 GT

18,7

17,6

Kia e-Soul (64 kWh) Spirit

18,8

15,7

VW ID.3 Pro Performance 1st Max

19,3

16,1

Hyundai Kona Elektro (64 kWh) Trend

19,5

15,0

Tesla Model 3 Standard Range Plus

19,5

14,3

*WLTP steht für Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicle Test Procedure und ist ein seit 2017 gültiges Testverfahren zur standardisierten Erfassung von Abgas- und Verbrauchswerten von Pkw.

Vattenfall Keba Ladesäule im GartenUngefähr 85 % aller Ladevorgänge finden Zuhause statt. 

So hoch ist der Energieverbrauch

Größe, Gewicht, Batteriekapazität – Stromverbrauch und CO₂-Bilanz von Elektroautos hängen stark vom Modell ab. Natürlich verbraucht ein großes und schweres Fahrzeug wie das Tesla Model X mit 24,0 Kilowattstunden auf 100 km mehr Strom als ein agiler Renault Zoe, der für die gleiche Strecke 19,0 kWh verbraucht.

Jedoch spielt nicht nur der Verbrauch eine wichtige Rolle – je nachdem welche Anforderungen Sie an ein E-Auto stellen, sollten Sie unbedingt auch auf die Batteriekapazität achten, die bei den Modellen variiert: Je geringer die Kapazität des Lithium-Ionen-Akkus, desto öfter sind Sie gezwungen Ihr E-Auto aufzuladen – gerade in der aktuellen Situation mit noch ausbaufähiger öffentlicher Ladeinfrastruktur ein wichtiger Punkt. Laden Sie überwiegend an der heimischen Wallbox und fahren eher Kurzstrecke, spielt die Batteriekapazität eine untergeordnete Rolle. Nehmen Sie dagegen längere Fahrten in Kauf, werden schnell größere Akku-Kapazitäten für höhere Reichweiten ein relevantes Kaufargument. Egal welcher Mobilitätstyp Sie sind – für eine fundierte Einschätzung ist es wichtig, den Verbrauch Ihres Fahrzeugs zu kennen.

Tipp: Stromverbrauch berechnen: So geht's 

Formel:  
Batteriegröße (kWh) : Reichweite (km) x 100 = Verbrauch (kWh/100km)
 

Beispielrechnung* für den Renault Zoe R135: 
(52 kWh/390 km) x 100 = 13,33 kWh (pro 100 km)  

* Theoretische Reichweite. Tatsächliche Werte variieren je nach Fahrstil, Witterung oder Geschwindigkeit. 

Was beeinflusst die Stromkosten
für ein E-Auto?

Zu den größten Einflussfaktoren von Stromkosten gehört der Ort, von dem Sie Strom beziehen. Logisch, für zuhause geladene kWh gelten andere Kosten als für öffentliche Ladesäulen.

Allerdings sollte das Laden Ihres E-Autos über eine herkömmliche 2,3 kWh-Haushaltssteckdose aufgrund von Ladedauer (10–14 Stunden) und Sicherheit keine Option sein. Effizientes und sicheres Laden funktioniert mit einer privat nutzbaren Ladestation. Damit gewinnen Sie nicht nur Flexibilität und Unabhängigkeit, Sie haben außerdem die Möglichkeit, schnell und komfortabel zu Laden. Einige smarte Ladestationen verteilen Lastspitzen im Stromnetz sinnvoll und optimieren beim Aufladen eines Fahrzeugs den Stromverbrauch und damit auch die Stromkosten.

Bei vielen Stromanbietern haben Sie auch die Möglichkeit, einem Ladestrom-Tarif zu nutzen. Mit dem Ladestrom-Tarif laden Sie Zuhause zu günstigeren Konditionen als mit einem Haushalts­tarif. Voraussetzung: Sie nutzen einen Stromzähler im Haushalt und zum Laden Ihres E-Autos. Auch ein Nachtstrom-Tarif lohnt sich. Wer also einen HT/NT-Zähler hat, kann sein Elektroauto zu Nebenzeiten mit Strom im günstigeren Nachttarif versorgen. Dabei gilt die Regel: Ein HT/NT-Tarif ist günstiger, wenn mindestens 60% des gesamten Strombedarfs zu Nebenzeiten gezogen werden.

Vattenfall eMobility Stromverbrauch Elektroauto Mädchen mit Spielzeuauto in Wohnzimmer
Eine heimische Wallbox sorgt für einen entspannten Umstieg auf Elektromobilität.

Tipp: Stromverbrauch und Kosten beim Elektroauto berechnen

Formel: 
Strompreis (€) x Verbrauch (kWh/100 km) = Kosten pro 100 km (€/100km)

Beispielrechnung für den Renault Zoe R135:  
0,36 € x 19,0 = 6,84 € pro 100 km  

Zum Vergleich: Wer noch auf Verbrenner setzt, zahlt mehr.

Formel: 
ø-Benzinpreis (€) x ø-Verbrauch (l/100 km) = Kosten pro 100 km (€/100km)

Beispielrechnung für den Renault Clio TCe 100:
2,30 € x 4,4 l (Eco-Modus) = 10,12 € pro 100 km 

E-Auto oder Verbrenner - Was ist langfristig günstiger?

Strom schlägt andere Antriebsarten

Aufgrund gestiegener Strompreise sah es Anfang des Jahres noch aus, als würde der Wandel zu Elektromobilität ausgebremst werden. Grund waren die stark gestiegenen Strompreise, die zu höheren Ladekosten führten. Betroffen davon waren alle E-Autofahrer, egal ob Sie Zuhause mit Haushaltsstrom oder unterwegs an öffentlichen Ladepunkten Strom tanken. 

Allerdings hat sich das Blatt gewendet. Die Preise für Diesel und Benzin sind im vergangenen Jahr ebenfalls gestiegen. Seit der Ukrainekrise befinden sie sich sogar auf einem Allzeithoch. Wenn auch noch – wie die Bundesregierung ankündigte – klimaschädliche Subventionen abgebaut werden, dürfte sich der Unterschied noch deutlicher herauskristallisieren. Derzeit liegt die durchschnittliche Energiesteuer für Benzin laut ADAC bei 65,45 Cent pro Liter, bei Diesel nur bei 47,04 Cent. 

In diesem Kontext relativiert sich der gestiegene Strompreis, wie die nebenstehende Infografik zeigt. Dabei ist eine weitere Entlastung für Stromer noch nicht berücksichtigt: Ab dem 1. Juli soll die sogenannte EEG-Umlage ersatzlos entfallen. Dann wird Strom für Endkunden 3,723 Cent pro Kilowattstunde günstiger.

Stromverbrauch Elektroauto und andere Energiekosten für Mobilität Infografik

Strom für das Elektroauto

Der Strom für Ihr E-Auto fließt als Haushaltsstrom aus einer Ladestation, die in der Regel mit einer Ladeleistung von 11 kW ausgestattet ist. Diese wird in Ihrer Garage oder in Ihrem Carport installiert und lädt Ihr Fahrzeug bis zu zehnmal schneller als eine herkömmliche Steckdose. Einige Anbieter bieten Ladelösungen für Zuhause an, inklusive eines günstigen Ökostrom-Tarifs für Heim und E-Auto.

Tipp: Verringern Sie Ihren CO₂-Abdruck noch weiter, indem Sie Ihr Elektroauto mit selbstproduziertem Solarstrom aus der eigenen Photovoltaikanlage laden.

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Schnellladesäulen laden mit bis zu 250 kW.

Schnelleres Laden an öffentlichen Ladestationen

Deutlich schneller geht das Laden an einer öffentlichen Ladestation, also an Parkplätzen oder Raststätten. Die dort installierten Ladesäulen besitzen in der Regel eine Ladeleistung von 22 kW. Das bedeutet, eine komplette Ladung dauert – je nach Größe des Akkus – zwischen 1,5 und vier Stunden. Noch weniger Ladezeit vergeht bei Schnellladesäulen (ca. 50–250 kW). Dort ist der Akku sogar in einer Stunde oder weniger komplett geladen. Hier sollten Sie aber zweimal hinsehen: Die entsprechenden Anschlüsse sind nicht mit jedem Elektrofahrzeug kompatibel. Außerdem variiert neben den Bezahlarten auch der Tarif pro kWh. Wer gut plant und mit der Reichweite seines Autos umgehen kann, ist klar im Vorteil.

 

Unterwegs laden mit der Vattenfall LadeApp

Achtung Ladeverlust

Wie beim herkömmlichen Tanken ein paar Tropfen Treibstoff auf dem Boden landen, müssen Sie auch beim Laden des Akkus mit Ladeverlusten rechnen. Der Grund für diesen unsichtbaren Verbrauch liegt am elektrischen Widerstand in Kabeln und Leitungen, am Akku-Füllstand oder an der Außentemperatur. Bei kühler Witterung laufen die chemischen Reaktionen innerhalb der Batterie langsamer ab, was für eine niedrigere Spannung sorgt.
 

Tipp: Je nach Situation sollten Sie abwägen: Beim Laden mit moderater Geschwindigkeit fällt der Ladeverlust geringer aus als beim Schnellladen.

Vattenfall eMobility Stromverbrauch Elektroauto Mann nimmt Ladekabel aus Auto
Elektrischer Widerstand in Ladekabeln kann den Stromverbrauch beeinflussen. 

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Mit den richtigen Tricks verringern Sie während der Fahrt den Stromverbrauch. 

Einsparpotenziale während der Fahrt

Wie viel Strom Ihr Elektroauto verbraucht hängt auch von Ihrer Fahrweise ab. Klar, die Herstellerangaben gelten als Richtwert, doch Faktoren wie gefahrene Geschwindigkeit, Gesamtgewicht und Nutzung der Klimaanlage bzw. Heizung beeinflussen den Verbrauch ebenfalls. Besonders im Winter steigt der Verbrauch von Elektroautos. Sparsame Fahrer nutzen die Innenraumheizung lieber mit Augenmaß, indem sie die Temperatur etwas niedriger einstellen.

Tipp: Am besten heizen Sie den Innenraum vor, solange Ihr Fahrzeug mit der Ladestation verbunden ist. Die Heizenergie kommt dann aus dem Stromnetz und nicht aus dem Akku. Somit büßt Ihr Auto keine Reichweite ein. Programmieren Sie diesen Vorgang einfach über die Fahrzeug-App oder wählen Sie diese Option in den Fahrzeugeinstellungen aus.

Im Gegensatz zu den meisten Verbrennern sind Elektroautos in der Lage, während der Fahrt Energie zu gewinnen. Vielen E-Autos ist es technisch möglich, Strom während des Bremsvorgangs zurückzugewinnen. Dabei wird die Bewegungsenergie in elektrische Energie umgewandelt und gespeichert. Besonders praktisch ist diese Art der Energierückgewinnung im Stadtverkehr.

Das Vattenfall-Fazit

Trotz vieler Kaufanreize für Elektroautos (E-Auto-Prämie, Umweltbonus, Befreiung der KFZ-Steuer), sollten Sie nicht überstürzt irgendeinen Stromer kaufen. Es lohnt sich, vor dieser größeren Investition, ein paar Gedanken zu machen. Ganz oben auf Ihrer Vorüberlegungs-Liste sollte die Frage stehen, welchen Bedarf Sie mit einem Elektro-Fahrzeug überhaupt abdecken möchten. Langstrecke? Stadtverkehr? Macht es die Mischung? Und wie stehen Lang- und Kurzstrecke im Verhältnis? Wie ist Ihre Lebenssituation und wie viele Personen werden mit dem E-Auto unterwegs sein?

Für Kurzstrecken und Alltagsverkehr, also für das tägliche Pendeln zur Arbeit und für die Fahrt zum Supermarkt, sind Elektroautos prädestiniert. Beim Thema Langstrecke müssen batteriebetriebene Autos noch Abstriche machen, obwohl auch hier die Fortschritte in Richtung Ausbau der Ladeinfrastruktur einerseits und Reichweitenzunahme andererseits groß sind. Die Hersteller bieten mittlerweile eine große Vielfalt an Elektroautos, um auf jedes Bedürfnis eingehen zu können. Die Antworten auf Ihre Fragen existieren womöglich schon.

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