Infowelt Energie

Abgefahren: Elektroautos, die sich selbst aufladen

Wie weit der Ausflug im Elektroauto geht, hängt meist von der Akkuleistung ab. Doch damit könnte bald Schluss sein: Eine sogenannte induktive Ladung macht Kabel überflüssig und ermöglicht sogar das Laden während der Fahrt. Das könnte die Zukunft der E-Mobility sein.

Kabellos aufladen dank Induktion

Die Sonne scheint, der Wind weht durch das Haar und das Radio trällert Ihr Lieblingslied: So macht Autofahren Spaß. Eine Zwangspause, um den Akku des Elektroautos wieder aufzuladen, kommt da eher ungelegen. Abhilfe könnte die elektromagnetische Induktion schaffen: Wenn sich Mobiltelefone, Elektrorasierer oder Werkzeuge bereits kabellos aufladen lassen, weshalb nicht auch das E-Auto?

Induktives Laden: Energie wird durch die Luft übertragen

Elektromagnetische Induktionstechnik ist keine neue Erfindung. Der Brite Michael Faraday entdeckte bereits 1831, dass jede Stromleitung ein Magnetfeld erzeugt. Dieses wiederum produziert selbst Strom. Richtet man zwei Leitungen richtig aus, kann die Energie durch die Luft übertragen werden, also völlig kabellos. Die Weiterentwicklung dieser Technik ist Ihnen sicher schon einmal begegnet, sei es bei der Elektrozahnbürste oder dem Induktionsherd. Jetzt hält die Induktionstechnik Einzug in die E-Mobilität.

Einsatz in der E-Mobilität

Induktives Laden kommt in der E-Mobilität bereits zum Einsatz. So werden beispielsweise schon Nahverkehrsbusse kabellos geladen. Bis jetzt ist dies allerdings nur im Stand möglich.

So funktioniert die Energieübertragung im Fahren

Das könnte sich bald ändern: Auf einer 25 Meter langen Fahrbahn haben Forscher des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung das Aufladen eines E-Autos während der Fahrt schon erfolgreich demonstriert.

Im Straßenasphalt sind dazu spezielle Spulen eingelassen. Fährt der Stromsportwagen darüber, bildet sich für wenige Millisekunden ein Magnetfeld. Dieses sorgt dafür, dass über eine weitere Spule an der Unterseite des E-Cars berührungslos Strom angenommen wird. Positiver Effekt: Sie müssen Ihre Spritztour künftig nicht mehr für einen Ladestopp unterbrechen.

Das Vattenfall-Fazit:

Zu welchem Preis und Aufwand lassen sich allein 13.000 Kilometer Autobahn in Deutschland ausstatten? Das israelische Unternehmen ElectRoad hat eine induktive Technologie für den Massenmarkt entwickelt. Die Umrüstungszeit von einem Kilometer Straße soll lediglich einen Tag dauern. Kupferleitungen werden dabei wenige Zentimeter unter den Asphalt gelegt. Der induktive Empfänger am Fahrzeug lässt sich ebenfalls nachrüsten. Tests in Tel Aviv sollen jetzt zeigen, wie sich das Prinzip im Alltag schlägt. Wir sind gespannt. Bis zur Straße der nächsten Generation wird es aber noch etwas Zeit brauchen.

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Fotos: BMW 530e iPerformance/Tom Kirkpatrick; 2017, Frecco/Fraunhofer Institut, Vattenfall Media