Smart, aber transparent – So geht Datenschutz im Smart Home

Von Sprachassistent bis Saugroboter: Smart-Home-Geräte erleichtern den Alltag, bergen aber auch Datenschutzrisiken. Wir zeigen, wie Sie Ihre Daten clever sichern und welche Systeme wirklich transparent arbeiten.

Insgesamt besitzen 75 Prozent der Deutschen mindestens ein Smart-Home-Gerät. Kein Wunder: Ein vernetztes Zuhause bietet viel Komfort und kann sogar vor Einbruch schützen. Doch jedes installierte smarte Gerät gibt digitalen Eindringlingen die Möglichkeit, in Ihre Privatsphäre einzugreifen. Damit Ihre Daten sicher sind, sollten Sie die richtigen Maßnahmen ergreifen. 

Hand hält Smartphone mit geöffneter Smart-Home-App, im Hintergrund steht eine leuchtende Lampe auf einem Holztisch – Symbol für vernetzte Haustechnik.

Wenn das Zuhause zuhört: 
Diese Daten werden gesammelt

Zur optimalen Programmierung erfassen Smart-Home-Geräte kontinuierlich Daten zu Routinen, Vorlieben und Angewohnheiten der Nutzerinnen und Nutzer. In dieser Datensammlung und Übertragung unterscheidet man zwischen drei Varianten:

  • Nutzungsdaten: Zum Beispiel Daten darüber, wann geheizt oder gelüftet wird.

  • Sensordaten: Betrifft Temperatur und Bewegung

  • Verbindungsdaten: WLAN/Funk


Die größte Gefahrenquelle für ungewünschten Datenzugriff von außen liegt meist im Benutzerkonto, das zur Verwendung der smarten Geräte angelegt wird. Für die Authentifizierung werden häufig persönliche Daten wie Telefonnummer, E-Mail-Adresse oder Geburtstag benötigt. Gleichzeitig speichern die Geräte sensible Daten wie die Standortdaten des Saugroboters, Videoaufzeichnungen von der Kamera und Sprachbefehle in der Cloud. Daraus lassen sich Nutzerprofile anlegen, die auf Gewohnheiten und Verhaltensweisen basieren – ein sensibler Einblick in die Privatsphäre. 

Die häufigsten Sicherheitsrisiken vermeiden

Mit diesen Maßnahmen sichern Sie Ihr Smart Home vor ungewollten Eingriffen:

Starke Passwörter vergeben

Neue Smart-Home-Geräte haben voreingestellte Passwörter. Diese sollten vor der ersten Verwendung unbedingt ausgetauscht werden. Passwörter wie „1234“ sind keinesfalls sicher. Am sichersten sind Passwörter, die mindestens 12 Zeichen lang sind und Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen und Zahlen enthalten.

Software regelmäßig aktualisieren

Besonders ältere Software-Versionen können für Eindringlinge bereits bekannte Sicherheitslücken enthalten. Wer regelmäßige Updates durchführt, schließt alte Sicherheitsfehler. Tipp: Achten Sie schon beim Kauf darauf, dass der Hersteller einen langen Update-Support anbietet.

Verschlüsselte Verbindungen nutzen

In der Kommunikation zwischen den Geräten und der Cloud des Herstellers können Daten abgefangen werden, wenn diese nicht verschlüsselt sind. Auch das eigene WLAN-Netzwerk sollte nur stark verschlüsselt Daten weitergeben.  

Datensammlung reduzieren

Viele Smart-Home-Produkte sammeln mehr Daten als nötig und oft ohne klare Informationen dazu. Im schlimmsten Fall können diese Daten zu Werbezwecken verwendet werden.

Hände halten ein Tablet mit geöffneter Smart-Home-Steuerung; auf dem Display sind Grundriss und vernetzte Geräte zu sehen – Hausautomation im Einsatz.

Spielregeln im Datenchaos

Wie mit personenbezogenen Daten umzugehen ist, regelt seit 2018 die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) – das gilt auch für Smart-Home-Systeme. Konkret bedeutet das: Alle Daten dürfen nur für einen klaren Zweck erhoben werden und Nutzerinnen und Nutzer haben jederzeit das Recht vom Hersteller zu erfahren, welche Daten gespeichert werden. Außerdem kann die Löschung oder Korrektur der Daten verlangt werden. Generell gilt: Daten dürfen nur so lange wie nötig gespeichert werden.
Ein Problem ist aber, dass sich nicht alle Smart-Home-Systeme gleichermaßen an die Verordnung halten. Für den Schutz Ihrer Daten im smarten Zuhause sollten diese Faktoren gegeben sein:
 

  • Serverstandort innerhalb der EU

  • Transparente Datenschutzerklärung des Herstellers

  • Datenminimierung

  • Kontrolle der eigenen Daten und Löschoptionen

Frau sitzt auf einem Sofa und trinkt aus einer Tasse, blickt zur Kamera; im Hintergrund arbeitet eine Person am Laptop am Tisch – helles, gemütliches Wohnzimmer mit Regal, Lampe und Fenster.

Richtig verschlüsselt: So schützen Sie Ihr Netzwerk

Viele moderne Smart-Home-Geräte verwenden für eine sichere Kommunikation zwischen den Geräten und der Steuerungszentrale Verschlüsselungstechniken. Dadurch ist für Außenstehende der Zugriff auf die Daten schwieriger. Ihr WLAN ist die Grundlage der Netzwerksicherheit: Verwenden Sie mindestens eine WPA2-Verschlüsselung, bestenfalls eine WPA3. Für effektiven Schutz vor fremdem Datenzugriff ist die Einrichtung eines VLAN (Virtual Local Area Network) sinnvoll – so werden die Smart-Geräte vom Rest des Netzwerkes isoliert.
Einige der Smart-Home-Lösungen speichern sensible Daten lokal statt in einer Cloud und geben Nutzenden dadurch mehr Kontrolle über ihre persönlichen Informationen. Bei manchen Systemen lassen sich die Datenschutzeinstellungen so individuell anpassen und die Daten bleiben in den eigenen vier Wänden. Das bedeutet allerdings auch, dass Sie selbst für die nötigen Sicherheits-Updates verantwortlich sind.

Älterer Mann bedient ein an der Wand montiertes Smart-Home-Panel mit verschiedenen Steuerungsfunktionen – modernes Zuhause mit digitaler Haustechnik.

Vorbeugen statt Nachsorgen: Das können Sie tun

Die Sicherheit der Daten beginnt schon mit der Kaufentscheidung: Setzen Sie dabei auf Geräte, die das Datenschutz-Siegel tragen und Server in der EU betreiben. Bei der Einrichtung sind starke Passwörter Pflicht – Passwort-Manager wie Bitwarden oder 1Password helfen, komplexe Kennwörter sicher zu speichern und zu verwalten. Aktivieren Sie außerdem die Zwei-Faktor-Authentifizierung, besonders für Cloud-Konten.
Ein weiterer Tipp: Geben Sie nur notwendige Funktionen frei – etwa Kamera- und Mikrofonzugriff bei einer smarten Türkamera, nicht jedoch Standortfreigaben bei einer einfachen smarten Glühbirne.

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