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Luft-Wasser-Wärmepumpe: Split oder Monoblock?

Wärmepumpen gibt es mittlerweile in verschiedenen Ausführungen. Bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe haben sich zwei Bauweisen etabliert – die Split-Wärmepumpe und der Monoblock. Bei der Frage, welche der beiden Anlagen effizienter ist, scheiden sich die Geister.

Split-Wärmepumpe und Monoblock-Variante

In Deutschland ist es bereits seit den Nullerjahren üblich, Monoblock-Geräte zu verbauen. Die Gründe dafür liegen in der Historie: Hierzulande wurden Wärmepumpen so konzipiert, dass sie möglichst einfach in die Heizungshydraulik zu integrieren sind. Der Fokus lag auf dem Heizen, weniger auf dem Kühlen. Der deutsche Markt war deshalb fast ausschließlich auf die kompakte Variante der Wärmepumpe – den Monoblock – ausgerichtet.

Andere Hersteller aus dem asiatischen Raum nutzten derweil die Split-Bauweise zum Kühlen von Luft bereits seit Jahrzehnten in Klimaanlagen. Da Wärmepumpen vereinfacht gesagt den gleichen Prozess in umgekehrter Weise anwenden, wurde die Technik auf die Wärmepumpe übertragen, um den europäischen Markt zu erschließen. So entwickelte sich neben der Kompakt- die Split-Wärmepumpe.

Draußen stehende Wärmepumpe

Was sind die technischen Unterschiede?

Luft-Wasser-Wärmepumpen gibt es in verschiedenen Bauweisen, als Split- oder Monoblock-Variante. Sie weisen im Vergleich zu anderen Wärmepumpen Unterschiede im Kältekreisprozess auf. Welche Bauform für Endverbraucher:innen am geeignetsten ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Hier kommt es auf die individuellen Gegebenheiten vor Ort und eigene Präferenzen an.

Wichtig zu wissen: Beide Wärmepumpentypen bestehen immer aus einer Innen- und einer Außeneinheit. Die Wärmepumpenspeichereinheit ist immer in der Inneneinheit verbaut, um Wärmeverluste zu vermeiden.

Wie funktioniert die Wärmeerzeugung in Luft-Wasser-Wärmepumpen?

Um die Unterschiede der Split-Wärmepumpe und des Monoblocks zu verstehen, ist es notwendig, den Kältemittelkreislauf zu verstehen.

Der Kältekreisprozess in Kürze:

Luft-Wasser-Wärmepumpen nutzen die thermische Energie der Umgebungsluft zum Heizen. Diese wird über einen Ventilator angesaugt und an einen Wärmetauscher weitergegeben. Im Wärmetauscher zirkuliert ein Kältemittel, das durch die angesaugte Luft erwärmt wird. Die relativ niedrigen Temperaturen der Luft reichen aus, um das Mittel im Verdampfer zu verdampfen. Um diesen Prozess zu beschleunigen und die Temperaturen auf das gewünschte Niveau zu heben, kommt ein Verdichter zum Einsatz. Unter steigendem Druck wird der Dampf komprimiert, die Temperatur des Kältemitteldampfes steigt dabei weiter an.

Der Verflüssiger, ein Bauteil, das auch die Funktion eines Wärmetauschers hat, verteilt die Energie anschließend auf das Heizsystem und versorgt somit die Heizung und Warmwasserspeicher. Während dieses Vorgangs kühlt das unter Druck stehende Kältemittel weiter herunter, da es Wärme abgibt. Mit Hilfe eines Expansionsventils wird das Mittel weiter entspannt. Es verflüssigt sich zusehends wieder und wird schließlich in den Heizkreislauf zurückgeführt. Der Kältekreislauf wiederholt sich.

Wärmepumpe als Monoblock

Monoblock-Wärmepumpen werden entweder in Innen- oder Außenaufstellung installiert. Die Geräte verfügen dennoch über zwei Baueinheiten. In der einen findet der Kältekreisprozess statt, in der anderen ist die Speichereinheit untergebracht. 

Bei der Innenaufstellung ist die gesamte Technik in einem Raum verbaut und untergebracht. Das ist kompakt und schützt das System, braucht jedoch viel Platz.

Bei der Außenaufstellung sind die Baueinheiten räumlich voneinander getrennt. Trotzdem läuft der gesamte Kältekreisprozess in der äußeren Baueinheit ab. Das heißt Verdichter, Verdampfer und Verflüssiger sind alle in der Außeneinheit untergebracht.

Grafik: Monoblock Wärmepumpe - Aufbau

Vorteile von Monoblock-Wärmepumpen

  • kompakt und daher weniger fehleranfällig
  • kein Kälteschein erforderlich
  • häufig geringere Montagekosten
  • keine regelmäßige Kontrolle des Kältemittelkreislaufs erforderlich
  • einfache Integration in die Heizungshydraulik

Nachteile von Monoblock-Wärmepumpen

  • etwas teurer als die Split-Wärmepumpe
  • zu lange Leitungen können unter Umständen einfrieren
  • Gebäudehülle muss bei Innenaufstellung angepasst werden (Zu- und Abluftkanäle)

Grafik: Split Wärmepumpe - Aufbau

Split-Wärmepumpe

Luft-Wasser-Wärmepumpen in der Split-Bauweise teilen den Kältekreisprozess in zwei Geräteeinheiten auf. Die Wärmeerzeugung findet dabei im Gerät außen statt, hier befinden sich Verdampfer und Verdichter. Über ein Heißgasleitungssystem ist der Verdichter mit dem Verflüssiger verbunden. Dieser befindet sich im Innengerät des Hauses. Das Kältemittel zirkuliert in einer zweiten Leitung.

Sobald das erhitzte, gasförmige Kältemittel die Wärme abgegeben hat, wird es in flüssiger Form wieder zum Außengerät geleitet. Der Vorgang wiederholt sich.

Vorteile von Split-Wärmepumpen

  • flexibler installierbar und platzsparend, da weniger Komponenten im Außenbereich
  • geringere Materialkosten
  • verhältnismäßig günstig in der Anschaffung
  • geringere Geräuschentwicklung, wenn Verdichter im Innenraum installiert ist
  • förderbar mit BAFA und KFW
  • keine Gefriergefahr
  • nur geringe Eingriffe in die Gebäudehülle erforderlich

Nachteile von Split-Wärmepumpen

  • Effizienz des Systems nimmt mit zunehmender Länge der Kältemittelleitungen ab
  • Installationsaufwand vergleichsweise hoch
Mann mit einer Wärmepumpe im Hintergrund

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Der Kälteschein

Eine Besonderheit bei der Installation von Split-Wärmepumpen ist die Notwendigkeit eines Kältescheins. Da die Bauteile im Innen- und Außengerät zu einem Kältekreis verbunden werden müssen, bedarf es für Arbeiten an diesem System besonderer Qualifikationen. Um diese nachzuweisen, müssen Handwerker im Besitz dieses Scheins sein.

Viele Gerätehersteller übernehmen mittlerweile Anschluss, Inbetriebnahme, Wartung und Kontrolle der Anlagen, um den Aufwand für die Nutzer so gering wie möglich zu halten.

Monteur an der Wartung einer Wärmepumpe

Vergleich verschiedener Faktoren

Um herauszufinden, welche der beiden Bauarten (Split oder Monoblock) effizienter, günstiger und leiser ist, lohnt sich ein Vergleich verschiedener Parameter:

Lautstärke

Besonders in dicht bebauten Ballungsräumen gibt es strenge Vorschriften, damit Anwohner nicht durch den Betrieb von Wärmepumpen belästigt werden. Auch hier liefern vergleichbare Modelle nahezu identische Werte.

Größe

Hier punktet in der Regel die Split-Variante. Die Kompakt-/Monoblock-Wärmepumpe benötigt etwas mehr Stellfläche und ist zudem um einiges schwerer als die Komponenten der Wärmepumpe als Split.

Effizienz

Verschiedene Modellstudien von Herstellern vergleichbarer Modelle ergeben, dass sich die Effizienz von Monoblock-Wärmepumpen und Split-Wärmepumpen kaum unterscheidet. In verschiedenen Tests liegen Split-Wärmepumpen marginal vorn, die Unterschiede sind jedoch nicht groß.

Preis

Ein direkter Vergleich der beiden Systeme ist hinsichtlich des Preises nicht aussagekräftig. Hier machen die Installationskosten und die Gegebenheiten am Einsatzort den Unterschied. Verschiedene Preisempfehlungen schätzen die Kosten für die Geräte etwa gleich hoch ein.

Vattenfall Fazit

Die Split-Wärmepumpe und Monoblock-Variante der Luft-Wasser Wärmepumpe unterscheiden sich besonders in der Bauweise und der Installation. Das bedeutet, dass die Entscheidung für oder gegen die eine oder andere Variante vor Allem von den Vorlieben des Installateurs sowie den Installationsbedingungen vor Ort abhängt. Platzangebot, Geräuschentwicklung und anfallende Kosten für die individuelle Installation sind entscheidend.

Wenn es aufgrund von Platzmangel im Innenraum notwendig ist, das Außengerät weit entfernt vom Innengerät zu installieren, wäre die Split-Variante der Wärmepumpe die richtige Wahl, da sie trotz der großen Entfernungen noch einen relativ effektiven Betrieb gewährleistet. Wenn genügend Platz vorhanden ist und sich Montage- und Wartungsarbeiten auf ein Minimum beschränken sollen, lohnt sich meist der Monoblock.

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