PV-Anlage bei Stromausfall: So bleibt Ihr Zuhause versorgt

Erstellt am 27.10.2026

Lesedauer: 8 Minuten

Wer bei einem Netzausfall Solarstrom nutzen möchte, braucht zusätzliche Technik – vor allem einen passenden Wechselrichter und je nach gewünschtem Umfang einen Batteriespeicher. Mit einer darauf ausgelegten Anlage lassen sich wichtige Geräte weiterbetreiben, vom Kühlschrank über den Router bis hin zur Beleuchtung.  

Das passiert bei einem Stromausfall

Bei einem Stromausfall schaltet sich eine herkömmliche PV-Anlage automatisch ab. Das gilt auch dann, wenn die Solarmodule weiterhin Sonnenlicht aufnehmen und eigentlich Strom produzieren könnten. Grund dafür ist der Wechselrichter. Er wandelt den von den Solarmodulen erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um und sorgt dafür, dass die PV-Anlage mit dem öffentlichen Stromnetz sicher zusammenarbeitet.

Erkennt er einen Netzausfall, trennt er die Anlage vom Netz. Das ist aus Sicherheitsgründen notwendig: Würde die PV-Anlage bei einem Stromausfall weiterhin Strom in das öffentliche Netz einspeisen, könnten bei Wartungsarbeiten am Netz gefährliche Spannungen entstehen.  

Für den eigenen Haushalt bedeutet das: Ohne zusätzliche Technik liefert eine normale netzgekoppelte PV-Anlage bei einem Stromausfall keinen Solarstrom. Auch ein vorhandener Batteriespeicher ändert daran nicht automatisch etwas. Wie sich eine PV-Anlage so auslegen lässt, dass sie auch bei einem Stromausfall Strom bereitstellt, hängt von der technischen Ausstattung ab.

Wie funktioniert die PV-Anlage bei Stromausfall?

Damit eine PV-Anlage auch bei einem Stromausfall Strom liefern kann, muss sie sich vom öffentlichen Stromnetz trennen und ein eigenes Stromnetz für den Haushalt aufbauen. Dafür braucht es einen geeigneten Wechselrichter und eine automatische Umschalteinrichtung. Ein Batteriespeicher kann zusätzlich Energie bereitstellen, wenn die PV-Anlage gerade nicht genug Strom produziert. Je nach technischer Ausstattung gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie die Stromversorgung im Haushalt bei einem Netzausfall aufrechterhalten werden kann. 

Notstromversorgung

Bei einer Notstromversorgung stehen während des Stromausfalls ausgewählte Geräte weiter mit Strom zur Verfügung. Das kann beispielsweise über eine spezielle Notstromsteckdose erfolgen. Der Vorteil: Die Lösung kann vergleichsweise einfach sein und wichtige Geräte wie Kühlschrank, Router oder Beleuchtung versorgen. Der Nachteil: Nicht das gesamte Haus wird mit Strom versorgt.

Ersatzstromversorgung

Bei einer Ersatzstromversorgung wird dagegen das Hausnetz vom öffentlichen Stromnetz getrennt und anschließend vollständig oder teilweise über die PV-Anlage und den Batteriespeicher versorgt. Die Umschaltung erfolgt bei geeigneten Systemen automatisch. Damit können deutlich mehr Geräte weiterbetrieben werden. Ob tatsächlich das gesamte Haus versorgt werden kann, hängt allerdings von der Leistung des Wechselrichters, der Speicherkapazität und den angeschlossenen Geräten ab. Leistungsstarke Geräte wie Wärmepumpe, Durchlauferhitzer oder Wallbox stellen dabei besondere Anforderungen.

 


Ihr Vattenfall Solarteam

„Denken Sie Not- oder Ersatzstrom am besten schon bei der Planung Ihrer PV-Anlage mit.“

Wer sich bereits bei der Planung seiner PV-Anlage für eine passende Ausstattung entscheidet, kann die notwendige Technik von Anfang an aufeinander abstimmen – statt später teurer nachzurüsten.

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Wie lange hält der Strom vor?

Wie lange die Stromversorgung bei einem Stromausfall aufrechterhalten werden kann, hängt von mehreren Faktoren ab: von der allem von der Größe und Leistung der PV-Anlage, der Kapazität des Batteriespeichers und dem Stromverbrauch im Haushalt ab. Denn die Solaranlage kann während des Stromausfalls weiterhin Strom produzieren, der direkt im Haushalt genutzt werden kann. Überschüssiger Solarstrom kann – sofern die Anlage entsprechend ausgestattet ist – den Batteriespeicher laden. Auch die Dauer des Stromausfalls und die verfügbare Sonneneinstrahlung spielen eine Rolle.

Die Kapazität eines Batteriespeichers wird in Kilowattstunden (kWh) angegeben. Je größer sie ist, desto mehr Energie steht für den Stromausfall zur Verfügung.

Was verbrauchen typische Haushaltsgeräte?

Wie schnell sich der Speicher leert, hängt davon ab, welche Geräte während des Stromausfalls laufen. Router, Kühlschrank und LED-Beleuchtung benötigen vergleichsweise wenig Strom. Ein Fernseher verbraucht ebenfalls relativ wenig Energie. Waschmaschine, Herd, Backofen oder Wärmepumpe können den Speicher dagegen deutlich stärker belasten.

Ein Beispiel macht den Unterschied deutlich: Angenommen, Router, Kühlschrank und einige LED-Lampen benötigen zusammen durchschnittlich 100 Watt. Dazu kommt ein Fernseher mit 100 Watt. Damit liegt der angenommene Verbrauch bei insgesamt 200 Watt und es werden in einer Stunde etwa 0,2 kWh benötigt. Ein 10-kWh-Speicher könnte diese Geräte damit rechnerisch rund 50 Stunden versorgen. In der Praxis fällt die Laufzeit etwas kürzer aus, da bei der Speicherung und Umwandlung von Strom Energie verloren geht.

Läuft zusätzlich eine Waschmaschine, steigt der Verbrauch deutlich. Je nach Gerät, Programm und Temperatur kann ein Waschgang beispielsweise rund 0,5 kWh Strom verbrauchen. Ein Waschgang mit 0,5 kWh würde damit etwa fünf Prozent eines 10-kWh-Speichers benötigen. Wer während des Stromausfalls nur wichtige Geräte betreibt, kann die verfügbare Energie also deutlich länger nutzen als ein Haushalt, in dem viele leistungsstarke Geräte weiterlaufen. Hier können Sie Ihren Stromverbrauch berechnen und Stromfresser im Haushalt identifizieren.

Leistung des Wechselrichters

Auch die Leistung des Wechselrichters spielt eine Rolle: Ein Speicher mit hoher Kapazität kann nicht automatisch beliebig viele Geräte gleichzeitig versorgen. Besonders leistungsstarke oder dreiphasige Geräte wie Wärmepumpen, Durchlauferhitzer oder Wallboxen stellen höhere Anforderungen an das System.

Bei einer einphasigen Notstromversorgung wird nicht das gesamte Hausnetz versorgt, sondern nur ein Teil davon. Daher stehen im Stromausfall nur die Stromkreise und Geräte zur Verfügung, die an diese Phase angeschlossen und für den Notstrombetrieb ausgelegt sind.

Das bedeutet: Je nach Installation können beispielsweise Kühlschrank, Beleuchtung und einzelne Steckdosen weiter funktionieren, während andere Geräte ohne Strom bleiben. 

Kann die PV-Anlage den Speicher parallel wieder aufladen?

Scheint während des Stromausfalls die Sonne, kann die PV-Anlage den Speicher bei einem entsprechend ausgelegten System wieder aufladen. Dadurch kann die Stromversorgung – insbesondere bei einem längeren Stromausfall – deutlich länger aufrechterhalten werden. Wie viel Energie tatsächlich zur Verfügung steht, hängt dann auch von Wetter, Jahreszeit und der Leistung der PV-Anlage ab.

So rüsten Sie Ihre PV-Anlage für Stromausfälle

Eine bestehende PV-Anlage lässt sich häufig so erweitern, dass sie auch bei einem Stromausfall wichtige Geräte mit Strom versorgen kann. Welche Komponenten dafür benötigt werden, hängt von der vorhandenen Anlage und davon ab, welchen Umfang die Not- oder Ersatzstromversorgung haben soll.

 

Welcher Wechselrichter?

Der Wechselrichter muss für den gewünschten Backup-Betrieb geeignet sein. Bei einer Nachrüstung kann je nach bestehender Anlage ein zusätzlicher Batterie-Wechselrichter ergänzt oder der vorhandene Wechselrichter durch einen Hybrid-Wechselrichter ersetzt werden. Bei der Dimensionierung kommt es vor allem darauf an, welche Geräte im Stromausfall gleichzeitig betrieben werden sollen. Für einen typischen Haushalt kommen bei der Wechselrichterleistung häufig Größenordnungen von etwa 5 bis 10 kW infrage. Werden zusätzlich leistungsstarke Geräte wie eine Wärmepumpe oder Wallbox in die Ersatzstromversorgung einbezogen, kann der Bedarf bei 10 bis 15 kW oder darüber liegen. Die konkrete Dimensionierung hängt davon ab, welche Verbraucher gleichzeitig versorgt werden sollen.

Welcher Speicher?

Auch der Batteriespeicher sollte zum individuellen Bedarf passen. Seine Kapazität in Kilowattstunden (kWh) bestimmt, wie viel Energie gespeichert werden kann. Die Leistung in Kilowatt (kW) gibt dagegen an, wie viel Strom gleichzeitig zur Verfügung steht. Für einen Haushalt mit zwei bis vier Personen sind 5 bis 15 kWh Speicherkapazität eine mögliche Größenordnung. Bei einem höheren Stromverbrauch oder dem Wunsch, die Ersatzstromversorgung über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten, kann auch ein größerer Speicher sinnvoll sein.

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Kosten für die Nachrüstung

Die Kosten für die Nachrüstung des PV-Speichers und anderer Komponenten hängen unter anderem davon ab, ob der vorhandene Wechselrichter weiter genutzt werden kann, welcher Batteriespeicher benötigt wird und ob zusätzliche Komponenten für die Umschaltung und Installation erforderlich sind.

Auch der gewünschte Umfang der Ersatzstromversorgung spielt eine Rolle. Eine Lösung für einzelne wichtige Geräte ist in der Regel weniger aufwendig als eine Versorgung des gesamten Hauses. Deshalb lohnt es sich, die Stromversorgung bei der Planung einer neuen PV-Anlage von Anfang an mitzudenken. Wenn Wechselrichter, Speicher und Backup-Funktion direkt aufeinander abgestimmt werden, lassen sich unnötige spätere Umbauten vermeiden. Eine spätere Nachrüstung ist zwar häufig möglich, kann aber zusätzlichen Installationsaufwand und weitere Kosten verursachen. 


Ihr Vattenfall Solarteam

Unser Fazit

Welche Lösung bei einem Stromausfall sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind vor allem die gewünschten Verbraucher, die Größe des Batteriespeichers und die technischen Voraussetzungen der PV-Anlage. Eine Notstromlösung kann ausreichen, wenn einzelne wichtige Geräte weiter betrieben werden sollen. Wer auch größere Teile des Hauses automatisch mit Strom versorgen möchte, benötigt eine Ersatzstromlösung. Da sich die passende Technik am besten bereits bei der Planung berücksichtigen lässt, lohnt es sich, den Bedarf frühzeitig zu prüfen. Angebot: Wir beraten Sie, welche Kombination aus Photovoltaikanlage, Batteriespeicher und Not- bzw. Ersatzstromfunktion zu Ihrem Zuhause passt:

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