Erdgas und Biogas im Vergleich: Kosten, Unterschiede, gesetzliche Vorgaben
Das Wichtigste in Kürze:
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Erdgas ist ein fossiler Energieträger, Biogas ein erneuerbarer.
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Der Hauptbestandteil von Erdgas und Biogas ist Methan.
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Damit Biogas auf einen so hohen Methananteil kommt wie Erdgas, müssen unerwünschte Bestandteile abgetrennt werden.
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Das aufbereitete Biogas – sogenanntes Biomethan – ist Erdgas so ähnlich, dass Ihre Gasheizung es in der Regel ohne Umbau nutzen kann.
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Herstellung und Aufbereitung von Biogas sind aufwendig. Darum ist es zurzeit teurer als Erdgas.
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Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) schreibt für neu eingebaute Gasheizungen ab 2029 steigende Anteile an Biogas vor – die sogenannte Biotreppe.
Erstellt am 25.10.2026
Lesedauer: 6 Minuten
Biogas wird dagegen aus Bioabfall, Gülle und vor allem Energiepflanzen wie Mais hergestellt, und zwar in Biogasanlagen. Bevor es ins Gasnetz darf, muss es aufwendig gereinigt werden: Kohlendioxid (CO2) und andere unerwünschte Bestandteile werden abgetrennt. Danach kommt das Biogas auf einen ähnlichen Methangehalt wie Erdgas und wird auch als Biomethan bezeichnet.
Sowohl beim Verbrennen von Erdgas als auch von Biogas entsteht CO2. Der Unterschied: Bei Erdgas gelangt CO2 in die Luft, das zuvor über Jahrmillionen im Gestein gebunden war – bei Biogas nur das CO2, das die verarbeiteten Pflanzen beim Wachsen aus der Luft aufgenommen haben. Anbau, Transport und Aufbereitung verursachen allerdings zusätzliche Emissionen.
Was ist billiger: Biogas oder Erdgas?
Derzeit ist Erdgas günstiger. In unserem Gastarif-Rechner sehen Sie, wie groß der Unterschied für Ihre Region und Ihren Verbrauch ist. Ein Beispiel: Beim Vattenfall-Tarif Easy12 Gas und einem Verbrauch von 10.000 Kilowattstunden im Jahr zahlen Sie mit 15 % Biogas 7,50 Euro und mit 65 % Biogas rund 20 Euro mehr im Monat als ohne Biogas. Boni wie Sofort- oder Treuebonus sind in diesem Beispiel nicht berücksichtigt. Gleichzeitig ermöglicht es ein Tarif mit Biogasanteil, bereits heute einen Teil der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen und die Energiewende im Gasmarkt mit zu unterstützen.
Allerdings dürfte sich das Heizen mit Gas insgesamt verteuern. Ein wichtiger Grund dafür ist der CO2-Preis. Derzeit liegt er – staatlich festgelegt – zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne; nach den Plänen der Bundesregierung soll das auch 2027 so bleiben. 2028 soll der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS 2) starten – dann bildet sich der Preis am Markt. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zur Entwicklung der Gaspreise 2026.
Vor- und Nachteile von Erd- und Biogas
Derzeit sprechen vor allem der Preis und der geringe Flächenbedarf für Erdgas. Die Versorgungssicherheit und die Klimabilanz sprechen für Biogas. Spätestens seit 2022 wissen viele Haushalte, wie stark die Weltlage den Gaspreis verändern kann.
Erdgas und Biogas im Vergleich
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Erdgas |
Biogas |
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Kosten |
Derzeit günstiger; Preis wird durch CO2-Kosten und Netzentgelte voraussichtlich steigen |
Teurer in der Herstellung; Biogas-Tarife kosten meist mehr |
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Herkunft |
Fast vollständig importiert; Preis abhängig vom Weltmarkt |
Wird überwiegend in Deutschland und Europa erzeugt, daher weniger abhängig von Importen; nur begrenzte Mengen verfügbar |
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Flächenbedarf |
Gering |
Energiepflanzen brauchen Ackerfläche, die auch für Lebensmittel genutzt werden könnte; bei Reststoffen wie Gülle oder Bioabfall entfällt das |
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Technik |
Bewährt, in jeder Gasheizung nutzbar |
Aufbereitetes Biogas ist fast identisch mit Erdgas und somit in bestehenden Gasheizungen und im vorhandenen Netz nutzbar |
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Gesetzliche Vorgaben |
Fossiler Anteil muss bei neuen Gasheizungen schrittweise sinken |
Wird durch Biotreppe und Grüngasquote stärker nachgefragt |
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Klimabilanz |
Setzt CO2 frei, das seit Jahrmillionen gebunden war |
Setzt nur das CO2 frei, das Pflanzen zuvor beim Wachsen aus der Luft aufgenommen haben; Anbau, Transport und Aufbereitung verursachen zusätzliche Emissionen |
Neue Vorgaben durch das Gebäudemodernisierungsgesetz
Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Es ersetzt das bisherige Gebäudeenergiegesetz, das vielen als „Heizungsgesetz“ bekannt ist.

Was das GModG für Sie bedeutet
- Ihre Gasheizung wurde vor dem 29. Juli 2026 eingebaut und funktioniert: Sie müssen nichts tun.
- Sie planen eine neue Gasheizung: Ab 2029 gelten für Sie steigende Pflichtanteile an Biogas, die so genannte Biotreppe.
- Sie sind noch unsicher: Informieren Sie sich über die kommunale Wärmeplanung und darüber, welche Möglichkeiten Sie haben. Ein guter Ausgangspunkt dafür ist unser Artikel, wie Sie den Austausch der alten Heizung richtig angehen.
Die Biotreppe: So steigt der Mindestanteil an Biogas
Die Biotreppe schreibt ab 2029 schrittweise mehr erneuerbare oder dekarbonisierte Gase vor. Zu den erneuerbaren Gasen gehören neben Biomethan auch Wasserstoff, der mit Strom aus erneuerbaren Energien oder aus Biomasse erzeugt wird.
Für die Biotreppe gilt eine Schonfrist: Muss eine alte Heizung wegen eines nicht reparierbaren Defekts im Jahr 2028 ersetzt werden, greift die Biotreppe erst zwölf Monate nach dem Einbau. Wird eine defekte Heizung 2029 oder später ersetzt, gilt für die neue Gasheizung zwölf Monate lang weiter die Stufe, die beim Einbau galt. Beispiel: Wird die neue Gasheizung am 1. Oktober 2034 eingebaut, bleibt es bis Ende September 2035 bei 15 %. Erst danach gilt der Mindestanteil von 30 %.
Einige Bundesländer – zum Beispiel Baden-Württemberg und Hamburg – haben eigene Klimaschutzgesetze mit strengeren Vorgaben. Prüfen Sie also am besten einmal die Regeln Ihres eigenen Bundeslandes.
Alle Details zum Gesetz und zur Biotreppe finden Sie in unserem Artikel zum Gebäudemodernisierungsgesetz.
Die Biotreppe: So steigt der Mindestanteil an Biogas
Anteil erneuerbares Gas
Gut zu wissen:
Umbauen müssen Sie für einen Wechsel zu einem Biogas-Tarif nichts: Ihre Gasheizung läuft wie gewohnt weiter.
Sie denken langfristig über eine neue Heizung nach? Dann lohnt sich auch ein Blick auf die Wärmepumpe – alles über die aktuelle Förderung für Wärmepumpen lesen Sie in unserem Ratgeber.
Fazit: Erdgas vs Biogas: Das sind die wesentlichen Unterschiede
Erdgas und Biogas bestehen größtenteils aus Methan und lassen sich in derselben Gasheizung nutzen – der Unterschied liegt in der Herkunft. Erdgas ist fossil und muss größtenteils importiert werden. Biogas wird aus Reststoffen und Energiepflanzen hergestellt und setzt beim Verbrennen nur das CO2 frei, das die Pflanzen zuvor aufgenommen haben. Derzeit ist Erdgas günstiger. Steigende CO2-Preise und Netzentgelte sowie die geplante Grüngasquote dürften das Heizen mit Gas aber insgesamt verteuern.

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