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Biogas aus Abfall: Mini-Anlage für den Hausgebrauch

Ein Unternehmen aus Israel baut umweltfreundliche Mini-Biogasanlagen für zu Hause, mit denen ganz einfach Gas im eigenen Garten produziert werden kann. Lesen Sie hier, wie das funktioniert und ob das Projekt tatsächlich zukunftstauglich ist.

Gas - einfach produziert

Das israelische Start-up HomeBiogas hat eine Biogasanlage entwickelt, die einfach am Haus aufgestellt werden kann. Die Idee dahinter: Jeder kann somit selbst Biogas produzieren, damit einen Gasherd heizen und andere mit Gas betriebene Geräte nutzen.

So funktioniert die Anlage

Der Biogastank der Anlage wird anfänglich mit 1200 Litern Wasser befüllt. Danach kommen die organischen Abfälle hinzu. Die Mini-Biogasanlage arbeitet als Durchlaufsystem: Das Biogas entsteht, indem die Bakterien im Wasser die Abfälle zersetzen. Damit unangenehme Gerüche und toxische Gase nicht nach außen dringen, wird das erzeugte Gas gefiltert. Als Nebenprodukt entsteht bei der Biogasproduktion flüssiger Dünger. Damit können die Besitzer zusätzlich ihren Garten düngen.

Grafik: Funktionsweise einer Mini-Biogasanlage von Homebiogas Ltd.

Mit der HomeBiogas 2.0-Anlage können Sie Ihren CO2-Fußabdruck deutlich reduzieren. Die Anlage kann täglich Gas produzieren, das ausreicht, um bis zu zwei Stunden lang damit zu kochen. Die jährliche CO2-Einsparung liegt damit bei beeindruckenden sechs Tonnen. Außerdem produziert sie als Nebenprodukt gleich noch Dünger für Ihren Garten.

Was gehört in die Anlage?

Die HomeBiogas 2 kann auf drei verschiedene Arten genutzt werden:

Küchanabfälle

1. Mit Küchenabfällen

Dazu gehört fast alles, was in Deutschland zu Biomüll zählt. Allerdings sollten Sie es vermeiden, besonders viele Schalen von Zitrusfrüchten zu kompostieren, da diese den pH-Wert der Anlage stören können. Nicht-organische Materialien sollten hingegen auf keinen Fall in der Anlage landen. Auch kleine Äste, Gras und Holzreste sind zwar organisch, benötigen aber eine lange Zeit, um von den Bakterien zersetzt zu werden und stören damit den vorhandenen Kreislauf des Systems. Also gilt: Vor allem Küchenreste und andere organische Abfälle sind die Kraftstoffe, die Ihre heimische Biogasanlage antreiben. Von diesen Abfällen kann die Anlage täglich maximal sechs Liter Biomasse aufnehmen.

2. Mit tierischem Dünger

Darüber hinaus lässt sich die Anlage auch mit von Stroh und Dreck befreitem tierischen Dünger befüllen. Auch der Kot von Katzen oder Hunden eignet sich dafür. Bei dieser Methode wird der Dünger mit der doppelten Menge Wasser vermischt und anschließend in die Anlage gefüllt. Die maximale Füllmenge pro Tag liegt dann bei 45 Litern.

3. In Kombination mit einer HomeBiogas Bio-Toilette

Bei dieser Methode wird das Abwasser aus der Toilette direkt in die Anlage geleitet. Dabei liegt die maximale Kapazität bei 25 Spülungen pro Tag. Beachten Sie aber, dass die Anlage bei dieser Nutzart keinen Dünger produziert, sondern Sie diesen wie Abwasser behandeln sollten.

Das ist bei einer Mini-Biogasanlage zu beachten:

1. Aufstellung

Die HomeBiogas 2.0 darf nur im Freien aufgestellt werden und sollte nach der Installation nicht mehr bewegt werden. Die Anlage muss auf einer stabilen und geraden Oberfläche aufgestellt werden. Um die Anlage optimal zu nutzen, sollten Sie darauf achten, dass sie möglichst viel Sonnenlicht bekommt. Damit die Bakterien, die das Gas produzieren, optimal arbeiten, ist eine durchschnittliche Temperatur von 20 Grad nötig. Da das produzierte Gas leicht entflammbar ist, muss die Anlage abseits von jeglichen Zündquellen installiert werden. 

2. Bio-Dünger

Dünger ist ein Nebenprodukt von Bakterien, die beim Zersetzen von Biomasse Gas erzeugen. Im Gegensatz zu Kompost kann er sowohl für die Vorbereitung der Erde als auch für die Pflanzen selbst benutzt werden. Im Dünger befinden sich etliche wichtige Mineralien für Ihren Garten! Die Anlage produziert täglich etwa so viel Dünger, wie Sie Bio-Abfall hinzufügen. Bei einer maximalen Auslastung sind das etwa sechs Liter. Der entstehende Dünger ist eine umweltfreundliche Alternative zu jeglichen im Handel verfügbaren Düngemitteln und für Sie komplett kostenfrei.

Mini Biogasanlage

Hinweis: Wenn Sie die Anlage mit einer HomeBiogas Bio-Toilette verwenden, produziert die Anlage leider keinen verwendbaren Dünger.

3. Wartung & Pflege

Generell ist die HomeBiogas-Anlage sehr pflegeleicht und benötigt einmal aufgestellt so gut wie keine Aufmerksamkeit mehr von Ihnen. Abgesehen davon, dass Sie diese am besten täglich mit neuem Bio-Material auffüllen sollten, müssen Sie nur den Filter alle sechs Monate wechseln, damit die heimische Biogasanlage geruchsneutral bleibt.

Kochen auf dem Biogas vom Homebiogas

6 Fakten zur Mini-Biogasanlage:

  • Die Biogasanlage ist in höchstens zwei Stunden aufgebaut.

  • Der Platzbedarf liegt bei insgesamt 6,6 m².

  • Nach ein bis drei Wochen strömt erstmals Biogas.

  • Bis zu sechs Liter Essensreste – auch Fleisch und Milchprodukte – werden in der Mini-Anlage zu Biogas.

  • Die Anlage kostet 975 US-Dollar. 

  • Mit dem Abfall produziert die Biogasanlage Energie, um täglich 2 Stunden lang damit zu kochen.

     

Vattenfall Tipp

Nicht immer gibt es genügend Platz für eine Biogasanlage im Garten. Doch auch in einer Wohnung können Sie ganz einfach mit einem Minikomposter Ihren eigenen Dünger erzeugen. Die Kompostierung in der Küche lässt sich zudem geruchsneutral, schnell und hygienisch umsetzen, ohne viel Aufwand.

Das Vattenfall Fazit

Die Biogasanlage für den privaten Gebrauch ist tatsächlich eine kleine Revolution. Denn die Anschaffungskosten sind gering und die Handhabung leicht. Der einzige Nachteil bisher: Die Anlage funktioniert momentan nur in warmen Gebieten. Damit Biogas produziert werden kann, benötigt das System eine durchschnittliche Tag-Nacht-Temperatur von mindestens 17 Grad Celsius.

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Foto: Sunny studio / shutterstock, cjp / Getty Image Signature, HOMEBIOGAS Ltd.