Infowelt Energie

8 Tipps, um beim Kochen Energie zu sparen

Deutschland kocht. Seit Jamie Oliver ist das Werken in der Küche hip. Laut einer Online-Erhebung der Energieagentur NRW macht das Kochen im Haushalt rund zehn Prozent des Gesamtstromverbrauchs aus. Hier sind acht Tipps, die den Energieverbrauch, aber nicht den Genuss beim Kochen senken.

Genuss mit Effizienz

Kochen ist ein Hochgenuss für alle Sinne. Doch sollten Sie auf Ihr Verhalten bei der Zubereitung achten! Denn wie beim Heizen gibt es viele, aber auch ganz einfach umzusetzende Regeln, damit Sie weniger Energie verbrauchen. Wohl bekomms!

Frau am Kochen

Energieeffizienz und Kochfeld-Auswahl

Der Stromverbrauch von Herd und Backofen beträgt in einem 2-Personenhaushalt etwa 10 Prozent pro Jahr – je nach Nutzungsdauer variiert dieser Wert. Einen Backofen der effizientesten Klasse zu finden ist schwieriger als gedacht, denn die meisten Geräte im Handel sind A+-Modelle. Diese Backöfen sind in der Regel dreifach verglast, denn je besser die Isolierung ist, desto geringer ist der Stromverbrauch.

Welche Kochfelder gibt es?

Anders als bei Backöfen, gibt es für Kochfelder keine EU-Energielabel. Die meisten Kochfelder sind aus Glaskeramik gefertigt. Die Kochzonen werden durch Induktion, Infrarot oder Halogen beheizt. Induktions-Kochzonen sind nach Gas derzeit am effizientesten, Infrarot- und Halogen-Kochzonen sind energetisch gesehen etwa gleichwertig.

Effiziente Kochfelder

Wenn Sie beim Kochen auf Gas setzen, bereiten Sie das Essen deutlich energieeffizienter zu als mit Strom. Ein Gasherd ist nach dem Einschalten sofort einsatzbereit – ohne Vorwärmen. Auch Retrostil-Liebhaber kommen beim Gasherd voll auf ihre Kosten.

Da können auch Induktionskochfelder nicht mithalten, obwohl sie am effizientesten mit Strom arbeiten. Sie erzeugen die Hitze direkt am magnetischen Topfboden. Angesichts der steigenden Gaspreise dürften sich die Einsparungen, die Verbraucher:innen beim Kochen mit Gas bislang hatten, jedoch zukünftig minimieren. 

Für die Mehrzahl der Haushalte in Deutschland ist nach wie vor das Elektro-Kochfeld das Mittel der Wahl. Es erzeugt jedoch nur halb so effektiv Wärme aus der Primärenergie wie Gas. Die Verluste bei der Umwandlung von Strom in Wärme schlagen dadurch auch bei den Stromkosten Kosten hoch zu Buche.

Am höchsten ist der Verbrauch beim Kochen mit gusseisernen Kochplatten, da hier eine große Masse an Metall erwärmt werden muss. Vorteilig wirkt sich bei diesen nur aus, dass sie die Restwärme lange halten. Aus diesem Grund sind sie nur noch selten in deutschen Haushalten zu finden.

Die Energielabel-Effizienzklassen bei Backöfen

Das EU-Energielabel dient dazu, den Stromverbrauch von Elektrogeräten anzuzeigen. Anders als bei anderen Elektrogeräten, die seit 1. März 2021 eine neue Skaleneinordnung von A bis G erhalten haben, gilt bei Backöfen bis voraussichtlich 2024 die alte Einteilung. Demnach ist die höchste Effizienzklasse weiterhin A+++, den höchsten Verbrauch hat die Effizienzklasse B.

Wichtig ist außerdem, dass sich das Energielabel bei Kombinationen von Kochfeldern und Backöfen (Herd) nur auf den Backofen bezieht. Das EU-Energielabel gibt nämlich bei genauerer Betrachtung die Energieeffizienz der Backröhre an.

Mann und Kind am Backofen

So sparen Sie Energie beim Kochen

Ein Mann mittleren Alters am Kochen

1. Auf flache Böden und richtige Deckel kommt es an

Passen Sie Pfanne und Topf Ihrem Rezept an. Ist der Topf zu groß, verbrauchen Sie unnötig viel Energie, um das Essen zuzubereiten. Außerdem den Deckel nicht vergessen! Denn zugedeckt kocht es sich deutlich schneller und sparsamer. Wer zudem einen Glasdeckel nutzt, behält immer den Durchblick. Somit muss der Deckel seltener abgehoben werden, und die Wärme bleibt im Topf. Wird bei einem Elektroherd ein Deckel zum Kochen genutzt, spart das laut der Stromsparinitiative des Bundesumweltministeriums rund 30 Prozent Strom.

Doch nicht nur auf, sondern auch unter dem Topf verbirgt sich Einsparpotenzial: Neues Kochgeschirr hat, im Gegensatz zu alten Töpfen und Pfannen, einen gleichmäßig flachen Boden. Dadurch läuft die Wärmeübertragung reibungsloser ab und es kommt zu geringeren Energieverlusten. Dadurch minimieren Sie den Verbrauch und sparen nicht nur Zeit, sondern auch Geld.

2. Gasherd für Trendsetter

Wenn Sie beim Kochen auf Gas setzen, bereiten Sie das Essen deutlich energieeffizienter zu als mit Strom. Denn ein Elektroherd nutzt lediglich 30 Prozent der eingesetzten Primärenergie, beim Gasherd ist die Energieausbeute mit 58 Prozent nahezu doppelt so hoch. Zudem passt ein Gasherd perfekt zum aktuellen Retro-Trend.

Eine Frau kocht Spaghetti Bolognese

3. Was lange gart, wird endlich gut

Bis auf wenige Ausnahmen ist das Vorwärmen des Backofens für die meisten Speisen nicht notwendig. Energiespareffekt: rund 20 Prozent. Auflauf, Kuchen und Pizza gelingen auch so. Lediglich die Garzeit verlängert sich etwas. Sowohl Backofen als auch Elektroherdplatte können außerdem einige Minuten früher ausgeschaltet werden, da die Restwärme genügt, um das Essen fertig zu garen beziehungsweise zu backen.

Schnellkochtopf

4. Ungeduldige, aufgepasst!

Wer richtig Zeit und Energie sparen will, benutzt einen Schnellkochtopf. Dank der verkürzten Garzeit halbiert sich bei einem Elektroherd auch der Stromverbrauch.

Vattenfall Tipp

Nicht nur Schnellkochtöpfe eignen sich zum Senken des Stromverbrauchs. Auch Thermotöpfe, Isolierpfannen und Dampfgarer sind energiesparender als andere Töpfe und Pfannen. Mit ihrer Hilfe lassen sich Gerichte nicht nur schneller, sondern auch effizienter zubereiten.

5. Kochen mit wenig Wasser

Das perfekte Frühstücksei benötigt weniger Wasser, als Sie glauben: Ein Fingerbreit im Topf genügt völlig. Denn durch das heiße, verdampfende Wasser wird das Ei ganz von alleine gar gekocht. Das gilt auch für Gemüse: Verzichten Sie daher auf ein Vollbad und lassen Sie das Grünzeug im Dampf garen. So sparen Sie Energie, und gleichzeitig bleiben auch die Vitamine beim Kochen erhalten.

6. Kleine Küchenhelfer

Küchenhelfer, wie zum Beispiel ein Wasserkocher, können spürbar dabei helfen, den Energieverbrauch beim Kochen zu senken. Bei Wassermengen von bis zu einem Liter verwenden Sie am besten einen Wasserkocher, statt das Wasser beispielsweise auf dem E-Herd aufzusetzen. Das geht schneller und spart etwa ein Drittel Energie und Kosten.

7. Nichts als heiße Umluft

Umluft ist generell effizienter als Unter- und Oberhitze. Denn bei Umluft verteilt sich die Wärme gleichmäßiger im Backofen. Zum Backen und Schmoren reicht darum eine geringere Temperatur, und Sie können gleichzeitig mehrere Bleche benutzen. Alle nicht benötigten Backbleche am besten aus dem Herd entfernen. Sie werden sonst unnötigerweise mit erhitzt, und der Energieverbrauch steigt.

Ein Mann öffnet Backofen.

Eine Frau steht an der Ofentür.

8. Die Ofentür bleibt zu!

Putzen Sie regelmäßig die Scheibe ihres Ofens, dann fällt auch der Blick in das Innere leichter. Auch das hilft beim Energiesparen. So kann die Tür bei einer kurzen Garkontrolle geschlossen bleiben, und es entweicht weniger Wärme.

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Fotos: Pradeep/AdobeStock