Erstellt am 9.4.2026
Lesedauer: 7 Minuten
LPG
In ländlichen Regionen sieht man sie oft in den Vorgärten: große, zylinderförmige Tanks, mal in Grün, mal in Weiß. In diesen Haushalten wird mit LPG (Liquefied Petroleum Gas), auf Deutsch Flüssiggas, geheizt. Aber LPG ist nicht nur zum Heizen gut. Man kann damit auch Auto fahren.
Was ist LPG?
LPG ist fossilen Ursprungs: Hauptsächlich wird Flüssiggas bei der Erdöl- und Erdgasförderung mit gefördert. Das trifft für 60 Prozent des LPG zu. Die restlichen 40 Prozent entstehen als Nebenprodukt bei der Weiterverarbeitung von Rohöl in den Raffinerien. Ursprünglich gasförmig, wird es schon bei leichtem Überdruck flüssig und kann so gespeichert werden. Bei Zimmertemperatur liegt dieser Druck zwischen 1 und 8 bar, abhängig von der genauen Gasmischung.
Generell setzt sich LPG zu etwa 95 Prozent aus Propan und Propen sowie zu rund 5 Prozent aus Ethan und Butan zusammen.
Dieses Flüssiggas ist schwerer als Luft. Bei einem Leck würde sich das Gas am Boden sammeln und es bestünde Explosions- oder Erstickungsgefahr. Damit eine undichte Stelle frühzeitig erkannt wird, wird dem eigentlich geruchlosen Flüssiggas ein Geruchsstoff hinzugefügt. Der künstliche Geruch ist nicht immer derselbe. Es gibt keinen einheitlichen Gasgeruch in Deutschland. Je nach Gasnetzbetreiber kann es nach faulen Eiern oder chemisch beißend riechen. Aus diesem Grund können beim Gasnetzbetreiber Riechproben in Form von Duftkarten bestellt werden.

Heizen mit LPG
Auch wenn die weißen LPG-Tanks ein vertrautes Bild in einigen ländlichen Regionen sind: als Heizenergie führt Flüssiggas eher ein Nischendasein. In der 2025 aktualisierten Statistik zu Heizungssystemen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zählt es zu den sonstigen Heizungen. Gemeinsam mit Kohle-Zentralheizungen, Gas-Wärmepumpen und anderen kommt LPG auf einen Anteil von 3,6 Prozent bei einer Gesamtheit von rund 42 Millionen Wohnungen. Flüssiggasheizungen finden sich vor allem in ländlichen Regionen, in denen es keine Gasnetze gibt, im Gegensatz zu einer Erdgasheizung, die an ein Gasnetz gebunden ist.
Moderne Brennwerttechnik
Genau wie bei Erdgas- und Ölheizungen entsprechen bei Flüssiggasheizungen Brennwertheizungen dem heutigen Stand der Technik. Sie nutzen die Energie aus den Abgasen der Brennstoffe. Der Wasserdampf, der bei der Verbrennung der Energieträger als Teil der Abgase entsteht, wird mithilfe von Wärmetauschern zurückgewonnen. Dadurch benötigen sie weniger Brennstoff, um den gleichen Wärmebedarf zu decken.
Standort
Üblicherweise findet der Tank im Garten Platz, sei es ober- oder unterirdisch. Hier gilt: Es müssen mindestens drei Meter Abstand zu Gebäuden oder Grundstücksgrenzen eingehalten werden. Bei unterirdischem Einbau ist ein Schutz gegen die allmähliche Zersetzung des Tanks erforderlich. Und natürlich sollte der Platz geeignet für das Auffüllen der Tanks mit Tankwagen sein.
Die richtige Größe
Der passende Flüssiggastank richtet sich nach der zu beheizenden Wohnfläche, der Anzahl der Personen im Haushalt und dem generellen Heizverhalten. Als erster Richtwert kann die Haushaltsgröße herangezogen werden: 2.700 Liter für einen 2-Personenhaushalt, 4.800 Liter für einen 4-5-Personenhaushalt, 6.400 Liter für einen Haushalt ab 6 Personen. Expert:innen helfen dabei, die exakt passende Tankgröße zu ermitteln.
Anschaffungskosten
Die einmaligen Kosten für eine Flüssiggasheizung setzen sich aus drei Punkten zusammen: Heizgerät, Tank und Installation. Das Heizgerät einer Flüssiggasheizung ist nicht teurer als für andere Gasheizungen. Eine moderne Flüssiggas-Brennwerttherme kostet in etwa zwischen 2.500 und 6.000 Euro.
Beim Tank gibt es zwei Möglichkeiten: Kaufen mit langfristig günstigeren Kosten oder Mieten, was die einmaligen Kosten senkt.
Wer kauft, kann mit Preisen zwischen etwa 1.500 bis 3.500 Euro rechnen. Wer mietet, liegt bei rund 100 bis 250 Euro im Jahr. Hier sind aber die Wartungskosten oft schon mit im Preis enthalten.
Was den Einbau angeht: Oberirdisch liegen die Preise bei 500 bis 1.500 Euro. Unterirdisch startet die Preisspanne bei 2.000 und reicht bis etwa 4.000 Euro.
Da es sich bei Flüssiggas um einen fossilen Brennstoff handelt, gibt es eine Beratungspflicht vor dem Einbau einer solchen neuen Heizung.
Außerdem müssen Gastanks, die draußen stehen, alle zwei Jahre geprüft werden. Das kostet zwischen 50 und 100 Euro.

Flüssiggas-Preis
Der Flüssiggas-Preis ist unter anderem abhängig von der Lieferregion, der Liefermenge und der Jahreszeit. Mitte Oktober 2025 lagen die durchschnittlichen Brennstoffpreise für Flüssiggas laut Brennstoffbörse bei 10,10 Cent pro kWh. Bei einem Jahresverbrauch von 16.000 kWh für ein durchschnittliches Einfamilienhaus ergeben sich damit Brennstoffkosten von 1.616 Euro pro Jahr mit Flüssiggas.
Vorteile
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Unabhängigkeit vom Gasnetz
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erzeugt weniger CO₂-Emissionen als Heizöl
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sehr geringe Feinstaubemissionen – ähnlich wie Erdgas
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guter Brennwert
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wird später ein Anschluss an das Gasnetz gelegt, kann die Heizung einfach umgerüstet werden
Nachteile
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hoher Platzbedarf für den Gastank mit den vorgeschriebenen Sicherheitsabständen
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Flüssiggas muss angeliefert werden
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Die laufenden Kosten sind höher als bei den meisten anderen Heizungsarten
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erzeugt mehr CO₂-Emissionen als Erdgas und erneuerbare Energien
Fahren mit LPG
Rund 300.000 Autos fahren mit Autogas auf Deutschlands Straßen. Unsicherheit besteht bei der Frage, ob Autogas und LPG das Gleiche sind. Das sind sie. Die Zusammensetzung von LPG ist der von Benzin ähnlich. Daher kann es nach einer entsprechenden Umrüstung in Benzin-Autos eingesetzt werden.
Rechnet sich die Umrüstung auf Autogas?
Kaum Autohersteller bieten noch LPG-Fahrzeuge an, da sie zunehmend auf Hybrid- oder Elektroautos setzen. Grundsätzlich aber lässt sich fast jeder Benziner zu einem LPG-Auto umrüsten, das mit Autogas fährt. Eine Ausnahme sind Modelle mit zu weichen Motorventilen. Für die Umrüstung auf den alternativen Kraftstoff muss laut ADAC mit etwa 1.800 bis 3.500 Euro gerechnet werden.
Auf der Habenseite steht: Mit der unmittelbaren Kopplung an den Ölpreis unterliegen zwar auch die LPG-Preise ständigen Schwankungen. Aber Autogas ist wesentlich billiger als Benzin. Der Durchschnittspreis liegt aktuell deutschlandweit bei 1,002 Euro je Liter (Stand Oktober 2025).
Auf der anderen Seite steigt der Verbrauch beim Fahren mit Autogas. Das kann je nach Motor, Autogasanlage, dem Verhältnis von Butan zu Propan im Gas und Fahrstil 10 bis 30 Prozent ausmachen.
Für eine Umrüstung sollte das Auto nicht zu alt sein. Nur wenn noch viele Kilometer damit zurückgelegt werden, rechnet sich der Umbau nach einigen Jahren. Vor allem für Vielfahrer:innen mit Fahrzeugen, die große Mengen an Sprit brauchen, kann es sich lohnen.
LPG-Tankstellen
Autos, die mit LPG fahren, besitzen einen speziellen Tank. In der Regel befindet er sich in der Mulde für das Ersatzrad. Ist er dafür zu groß, findet er im Kofferraum Platz. Wenn der Gastank leer ist, schaltet die Anlage automatisch auf Benzin um, bis wieder Flüssiggas nachgetankt wird. Probleme bei der Suche nach entsprechenden LPG-Tankstellen sollte es normalerweise nicht geben. Laut ADAC ist das Netz ausreichend ausgebaut, es gibt zahlreiche Tankstellen.
Autogas und die Umwelt
Autofahrer:innen schätzen Autogas nicht nur wegen der geringeren Kraftstoffkosten. Es verursacht auch bis zu 10 Prozent weniger CO₂ als Benziner. Und Autogas erzeugt nahezu keinen Feinstaub. Dennoch ist LPG umstritten, denn ebenso wie Benzin und Diesel ist es ein fossiler Treibstoff. Mit Elektroautos, die mit erneuerbaren Energien fahren, kann die Flüssiggasalternative bei der Umweltbilanz nicht mithalten.

Was ist der Unterschied zwischen LPG und LNG?
Die Begriffe lassen sich leicht verwechseln, bezeichnen aber verschiedene Energieträger. Um die Unterschiede klarer zu machen, hilft ein Blick darauf, was LNG ist.
LNG (Liquefied Natural Gas) ist Flüssigerdgas und besteht fast ausschließlich aus Methan. Gefördert wird es als Erdgas. Flüssig wird das Gas durch extremes Herunterkühlen auf rund -162 °C. In flüssiger Form ist das Volumen stark verdichtet. Es ist 600-mal kleiner als im gasförmigen Zustand. So braucht es wenig Platz und kann auf Schiffen oder per Güterverkehr relativ flexibel in großen Kühltanks rund um die Erde transportiert werden – ganz ohne Pipelines. Was die Nutzung angeht: Zurück in seinem gasförmigen Zustand, kann LNG ins Gasnetz eingespeist werden. Es kann aber auch als Treibstoff für Nutzfahrzeuge, wie Lkw oder Tanker genutzt werden oder als Energiequelle etwa für KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung) dienen.
Der Unterschied zu LPG:
LPG besteht hauptsächlich aus Propan und Butan. Es wird bereits bei leichtem Überdruck flüssig. Transportiert wird das Flüssiggas in Druckgasflaschen oder -tanks. Es dient zum Heizen oder als Treibstoff für Pkw.
Wie lange ist Flüssiggas noch erlaubt?
Es ist zurzeit nicht geplant, dass Flüssiggas generell verboten werden soll. Aber die Zukunftsaussichten der verschiedenen Anwendungsbereiche von LPG sind gemischt. Den Vorteilen von LPG als Autogas gegenüber den herkömmlichen Verbrennern zum Trotz: LPG-Flüssiggasfahrzeuge scheinen zu einem Auslaufmodell zu werden. Schon heute bieten nur noch wenige Hersteller LPG-Neuwagen an. Ab 2035 droht neuen Autogasfahrzeugen, die mit konventionellem Flüssiggas fahren, das Aus per Gesetz. Dann sollen EU-weit nur noch Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge zugelassen werden, die keine Abgase oder andere Schadstoffe ausstoßen. Autos, die schon auf den Straßen unterwegs sind, sind nicht von den Vorschriften betroffen.
Und wie lange darf man noch mit Flüssiggas heizen? Im Heizungssektor wird LPG dank beigemischtem Bio-Flüssiggas eine zukunftsfähige Rolle spielen. Bio-Flüssiggas besteht – ebenso wie konventionelles Flüssiggas – aus den Gasen Propan und Butan. Die beiden Flüssiggase sind chemisch identisch, Heizungen müssen deshalb nicht umgerüstet werden. Der Unterschied liegt in den Ausgangsstoffen. Bio-LPG wird aus Rohstoffen wie organischen Rest- und Abfallstoffen oder anderen nachwachsenden Rohstoffen, etwa Pflanzenölen aus Soja oder Raps, hergestellt. Klassisches Flüssiggas dagegen wird als Nebenprodukt bei der Erdgasförderung und -verarbeitung gewonnen.
Der Fahrplan laut Gebäudeenergiegesetz im Einzelnen:
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Ab 2029 müssen Flüssiggas-Heizungen mit mindestens 15 Prozent Flüssiggas aus erneuerbaren Quellen betrieben werden,
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ab 2035 mit mindestens 30 Prozent,
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ab 2040 mit mindestens 60 Prozent,
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ab dem 1.1.2045 dürfen Flüssiggas-Heizungen nur noch mit erneuerbarem Flüssiggas betrieben werden.
LPG wird es wahrscheinlich noch lange geben. Aber seine Zusammensetzung wird sich ändern, damit es zukunftsfähig ist. Nach und nach wird der Anteil an Flüssiggas aus nachwachsenden Rohstoffen oder organischen Reststoffen immer weiter zunehmen, bis er im Heizsektor im Jahr 2045 bei 100 Prozent liegt.
Der Flüssiggas-Preis ist unter anderem abhängig von der Lieferregion, der Liefermenge und der Jahreszeit. Mitte Oktober 2025 lagen die durchschnittlichen Brennstoffpreise für Flüssiggas bei rund 10,10 Cent pro kWh. Bei Autogas kommt noch ein Steueranteil von 22,09 Cent pro Liter dazu.
LPG, also Liquefied Petroleum Gas, bedeutet ins Deutsche übersetzt Flüssiggas. Und Propangas ist ein Flüssiggas. Als Brennstoff wird Propangas in der Regel gemeinsam mit Butangas – ebenfalls ein Flüssiggas – in Heizung oder Tank verwendet. Meist meint der Begriff LPG diese Mischung.
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