Bewusst bewegen

Im Herbst und Winter werden viele Menschen zu Bewegungsmuffeln. Klar, in den warmen Monaten sind wir sowieso am liebsten draußen, treffen Freunde, tauchen ein in den Trubel der Stadt oder genießen die frische Landluft. Ist es draußen kalt, bewegen wir uns automatisch weniger – zu gemütlich ist es unter der warmen Decke, bei schönen Filmen oder einem fesselnden Buch. Kommt Ihnen das bekannt vor? Wir sprachen mit der Yogalehrerin Anna über Achtsamkeit, Motivationstipps, Kuschelsocken und wie man in Bewegung bleibt.

Anna im Interview:
Sportlich entspannen

Anna, wie bist du zum Yoga gekommen?
Das erste Mal bin ich bei einem Unikurs mit Yoga in Berührung gekommen. Anfangs war das für mich einfach nur Sport. Dann habe ich irgendwann festgestellt: Der Grund dafür, dass es mir sonntags immer so gut geht, ist die Yogastunde.

Also geht es dir beim Yoga auch um ein bewussteres Leben?
Viele machen Yoga eher als Sport, aber mir ist die Achtsamkeit dabei wichtig. Auf der Matte kann man den emotionalen Stress loslassen. Es geht um Bewegungen nach außen, aber auch um das, was dabei im Inneren passiert.

Hast du vielleicht einen Literaturtipp für alle Neulinge auf dem Gebiet? 
Ganz toll fand ich „Die schönen Dinge siehst du nur, wenn du langsam gehst“ von Haemin Sunim.

Viele haben in der Corona-Zeit Online-Kurse für sich entdeckt. Hast du Tipps dafür, wie man sich zu Hause besser motivieren kann?
Sich in die Übungen reinfallen zu lassen, das ist zu Hause schwieriger. Aber es hat auch viele Vorteile. Gerade jetzt im Herbst ist es schön, sich direkt morgens ein bisschen zu bewegen. Außerdem spart man sich die Anfahrtszeit. 

Welche Vorteile hat Yoga gegenüber anderen Sportarten?
Es gibt nicht diesen Leistungsgedanken, wie zum Beispiel beim Joggen, wenn die Laufzeit gemessen wird. Auf der Matte macht man am besten das, was sich gerade gut anfühlt. Ohne dass es darum geht, wie viel du geschafft hast. Das nimmt wahnsinnig viel Druck raus. 

Hast du noch andere Routinen, um Bewegung in deinen Alltag zu bringen? 
Ich fahre sehr gerne Fahrrad, auch im Winter. Da hat man die Fahrradwege für sich alleine und kann unterwegs in Ruhe nachdenken. Mir ist es wichtig, meine Laune nicht vom Wetter bestimmen zu lassen.

Radfahren, Yoga – was bringt dich davon abgesehen noch gut durch die kalten Monate? 
Auf jeden Fall Kuschelsocken! Außerdem trinke ich gerne Tee. Meine Lieblingssorte „Top of the Day“ hat eine leichte Zitronengrasnote und ein bisschen was Blumiges – genau das, was einem im Winter fehlt. Kalte Duschen sind auch toll, das regt die Wärme von innen an.

Hast du einen Tipp für alle, die jetzt direkt mit Yoga loslegen wollen? 
Mady Morrison hat viele tolle Videos auf YouTube. Da findet eigentlich jeder was. 

Viele weitere interessante Blogposts zum Thema finden Sie auf Annas Blog herzensmensch.at.

Glücksschub gefällig?

Wird es draußen kalt und ungemütlich, bleibt das Rad im Keller – wo sich über kurz oder lang auch die Stimmung wiederfindet. Doch wieso eigentlich? Zunächst einmal bildet der menschliche Körper unter Einfluss von Sonnenlicht Vitamin D. Und Sonne ist in Herbst und Winter bekanntlich Mangelware. Dabei ist das Vitamin gerade dann besonders wichtig, stärkt das Immunsystem, die Knochen und unterstützt die Muskeln. Wer den Winterblues vermeiden möchte, kommt um Bewegung an der frischen Luft also nicht herum. Das fördert nicht nur die Vitamin-D-Bildung: Durch körperliche Aktivitäten werden zusätzlich die Glückshormone Serotonin, Endorphin und Dopamin ausgeschüttet. Und diese sorgen wiederum für eine Steigerung von Konzentration, Glücksempfinden und Zufriedenheit.

6 Tipps für Bewegungsmuffel

1. Kurz und gut

Sie machen es sich leichter mit dem Sport, wenn Sie regelmäßig kurze Sessions machen. Kleine Einheiten von zehn bis fünfzehn Minuten lassen sich einfach in den Alltag integrieren und sorgen effektiv für Entspannung. 

2. Die Sonne grüßen

Probieren Sie es einfach aus: Oft genügt ein einziger Sonnengruß, um sich zum Sport zu motivieren. Wenn Sie den ersten Ablauf hinter sich haben, merken Sie schnell: Bewegung tut gut – und der Rest kommt dann von ganz alleine.

3. Nicht nachdenken

Ja, nein, vielleicht – grübeln Sie nicht zu lange nach, sondern legen Sie einfach los! Wer beim Sport erst viel überlegt, verliert wertvolle Zeit und möglicherweise damit die Motivation.

4. Raum schaffen

Für eine Gymnastik- oder Yogamatte brauchen Sie nicht viel Platz. Schaffen Sie sich eine Sportecke, in der die Matte immer bereit liegt oder schnell ausgerollt werden kann. Günstige und hochwertige Sportmatten erhalten Sie zum Beispiel bei Decathlon.

5. Entspannung pur

Erst die Arbeit, dann die Entspannung. Yogalehrerin Anna empfiehlt dafür Kuschelsocken, eine Decke und ihren Geheimtipp: ein Augenkissen – für die Entspannungspose Shavasana.

6. Geteilte Freude …

... ist doppelte Freude. Suchen Sie sich einen Sportpartner! So motivieren Sie sich auch besser zu Online-Kursen, zum Beispiel mit der Familie, Mitbewohnern oder Freunden – auch auf Distanz bei eingeschalteter Webcam.

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Fotos: Ben Fuchs, svetikd/iStock, fizkes/iStock

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