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Virtuelles Wasser: So viel Wasser steckt in Produkten

Wer nachhaltig Wasser sparen will, sollte nicht nur duschen statt baden, sondern vor allem auch bewusst einkaufen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie beim Einkaufen Tausende Liter Wasser sparen können.

Versteckter Wasserverbrauch

Wenn wir morgens unter der Dusche stehen, sehen wir, wie viel Wasser durch den Abfluss rinnt. Auch beim Kochen, Putzen und Trinken haben wir ein Gefühl dafür, wie viel Wasser wir gerade verbrauchen. Im Schnitt sind das hierzulande 130 Liter Wasser pro Kopf und Tag. Eigentlich. Denn neben diesem offensichtlichen, direkten Wasserverbrauch fällt noch ein verdeckter, für uns nicht messbarer Wasserverbrauch an. Das heißt, wenn wir etwas anziehen oder essen, verbrauchen wir ebenso Wasser – indirekt. Virtueller Wasserverbrauch eben.

 

Zählt man alles zusammen, verbraucht jeder von uns an einem einzigen Tag rund 4.000 Liter.

Wie viel virtuelles Wasser steckt in Produkten?

Virtuelles Wasser ist jene Menge an Wasser, die für die Herstellung eines Produktes benötigt oder verschmutzt wird, vom T-Shirt über Lebensmittel bis hin zum Auto. Deswegen spricht man auch von unserem ökologischen Wasser-Fußabdruck. Zählt man alles zusammen, verbraucht jeder von uns an einem einzigen Tag rund 4.000 Liter. Das sind 26 volle Badewannen virtuellen Wasserverbrauchs. Klingt unglaublich? Gewiss, aber hier ein paar Beispiele, wie viel virtuelles Wasser für die Produktion verschiedener Lebensmittel und Konsumgüter verbraucht wird.

Gründe für hohen Wasserverbrauch

Auffallend ist der hohe Wasserverbrauch in der Autoproduktion. Grund dafür sind die vielen unterschiedlichen Materialien, die für einen PKW benötigt werden. Dazu gehören beispielsweise Kunststoffe, Metallteile und Lacke. Im Hinblick auf die Wasserbilanz fällt beim Auto aber besonders der Karosseriestahl ins Gewicht. Bei der Stahlproduktion werden enorme Mengen Wasser zum Kühlen verbraucht. Die Herstellung einer Tonne Stahl kostet rund 200.000 Liter Wasser.

Bei Kleidung wie Jeans oder T-Shirts spielen vor allem der wasserintensive Anbau von Baumwolle und das Bleichen des Stoffs eine wichtige Rolle. Das wirkt sich negativ auf die virtuelle Wasserbilanz aus. Computer schneiden in Bezug auf virtuelles Wasser vor allem schlecht ab, weil für ihre Produktion wichtige Metalle, so genannte seltene Erden, unter hohem Aufwand und Wassereinsatz aus dem Boden gewaschen werden müssen. 

Auch viele Lebensmittel schneiden beim virtuellen Water Footprint sehr schlecht ab. Tee-, Kaffee- oder Kakaopflanzen sind häufig ebenso auf künstliche Bewässerung angewiesen wie Orangenbäume auf den großen Plantagen in Südeuropa, in den USA oder Südamerika. Das Regenwasser allein reicht nicht aus, um gute Erträge zu erzielen. Und sogar der Anbau von Gerste und Hopfen fürs Bierbrauen ist sehr wasserintensiv. Das gilt wegen des hohen Futtermittelverbrauchs noch mehr für Fleisch.

Wasser sparen neu definiert

Wie die Auflistung oben zeigt, fällt für jedes Produkt des täglichen Lebens virtuelles Wasser an. Tipps und Zahlen zum Wasserverbrauch für verschiedene Produkte finden Sie zum Beispiel auf der englischsprachigen Website „Water Footprint“. Sie wollen wissen, wie Sie Ihren Wasserverbrauch ganz einfach senken können? Indem Sie beim Einkaufen bewusst auf Herkunftsländer achten oder sich auch über Produktionsabläufe informieren. Das hilft ganz erheblich dabei, Wasser zu sparen.

3 einfache Tipps, die Ihren virtuellen Wasserverbrauch senken

1. Gemüsetage einlegen

Verzichten Sie gelegentlich auf Fleisch und sorgen Sie so gleichzeitig für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung.

2. Saisonale und regionale Lebensmittel

Kaufen Sie saisonale und regionale Produkte. Überdenken Sie beispielsweise noch einmal, ob Erdbeeren im Winter wirklich sein müssen.

3. Nachhaltige Kleidung 

Greifen Sie lieber zu Kleidung aus Biobaumwolle als zu herkömmlicher Billigware.

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Fotos: 1) Ivan Bajic/iStock, 2), 3), 4) und 6) by Pixabay.