Was passiert mit dem Biomüll nach der Abholung?
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Fragen Sie sich, wo der Biomüll hingeht, den Sie so liebevoll trennen und wie er weiter genutzt wird? In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen wie nützlich Biomüll und dessen Verwertung ist und warum Mülltrennung Sinn ergibt.
Doch längst nicht jede Art von organischem Abfall gehört automatisch in die Biotonne. Holz, Papier und Pappe zum Beispiel sind zwar auch biologisch abbaubar, eignen sich aber nicht als Gärgut oder Kompost – deshalb muss hier weiterhin getrennt werden. Das ist einer von vielen Irrtümern, die sich gemeinhin wacker halten.

Schon gewusst?
Anders als beim Recycling von Kunststoff lässt sich Bioabfall aus der Biotonne effizienter weiterverarbeiten. Das macht ihn vielseitiger einsetzbar und schont die Umwelt.
Vattenfall Tipp
Viele Nahrungsmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum in Kürze abläuft oder sogar schon abgelaufen ist, sind nicht zwingend verdorben und gehören direkt in die Biotonne. Die meisten Produkte, ausgenommen Fisch und Fleisch, können Sie getrost ein paar Tage über das Ablaufdatum hinaus konsumieren.
Wie Sie den Biomüll richtig entsorgen, erfahren Sie in unserem Artikel Was darf in die Biotonne?

Die Frage, welcher Müll eigentlich in welche Tonne gehört, ist bei allen Regeln und Normen rund ums Recycling manchmal ein verzwicktes Ratespiel. Und die wenigsten Verbraucher haben eine Antwort auf die Frage, was mit Ihrem Bioabfall nach der Müllentsorgung passiert.
Generell gilt: Nach der Biotonne ist vor der Biogasanlage, beziehungsweise vor der Kompostierung. Denn das sind die zwei wesentlichen Nutzungsformen Ihres Biomülls, nachdem Sie ihn fachgerecht via Biotonne entsorgt haben.
Je nach Verfahren der Bioabfallverwertung lassen sich aus Ihrem Abfall so Energie, Wärme oder Kompost für die landwirtschaftliche Nutzung herstellen. Eine Menge Potenzial, das es zu nutzen gilt.

Laut Berechnungen des NABU entsteht pro Tonne Bioabfall in Abhängigkeit von Inputqualität und Verfahren zwischen 80 und 140 Kubikmeter Biogas (Methangehalt 50 bis 65 Prozent). Dessen Energie entspricht 50 bis 80 Kubikmetern Erdgas.
Biogasanlagen
Die Verwertung des Biomülls zu Biogas findet in sogenannten Biogasanlagen statt, in denen aus organischen Abfällen mittels Gärverfahren Biomethan und andere Nebenprodukte substituiert werden. Dazu werden nach Anlieferung unerwünschte Stoffe wie etwa Kunststoff oder Glas aus dem Müll gefiltert. Anschließend werden die organischen Reste vergoren und das Biomethan entweder zwischengespeichert oder auf Erdgasqualität veredelt, sodass es zur Erzeugung von Ökostrom genutzt werden kann.
Abhängig vom Verschmutzungsgrad des Abfalls kommen hier weitere Reinigungsschritte hinzu, etwa mittels magnetischer Mülltrennung. Je mehr strombasierte Schritte notwendig sind, desto schlechter ist allerdings die Energiebilanz am Ende des Prozesses. Deshalb ist es so wichtig, schon beim Trennen des Abfalls auf Sortenreinheit zu achten.

Die übrigen organischen Substanzen verrotten anschließend bei hohen Temperaturen im Kompostierungsprozess (Rottephase). In der darauffolgenden mehrwöchigen Nachrottephase wird Humus gebildet und das Kompostgut biologisch stabilisiert. Im letzten Schritt folgt meist eine Sortierung nach Körnungen und die seuchenhygienische Abnahme des Kompostgutes.
Aber beachten Sie: Aufgrund ihrer Eigenschaften sind nicht alle Bioabfälle kompostierbar. Fleisch- und Fischreste sowie Knochen erreichen meist nicht die gewünschten Temperaturen, um sich zu zersetzen und ziehen zudem Ratten an. Auch die Schalen von Südfrüchten sind häufig behandelt und können den Zersetzungsprozess beeinträchtigen.

Vattenfall Tipp
Falls Sie nicht im Besitz eines eigenen Gartens sind, sind Mini Komposter eine tolle Alternative. Sie sind durch ihre kleinen Maße auch etwas für den städtischen Balkon oder sogar die Küche.

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