Solarzaun: Sauberer Strom und Sichtschutz
Erstellt am 22.1.2026
Lesedauer: 9 Minuten
Ein Solarzaun kombiniert Sichtschutz mit moderner Solartechnik und verwandelt ungenutzte Flächen in Stromlieferanten. Aber wie genau funktioniert das und lohnt sich die Investition für einen Solarzaun?
Was ist ein Solarzaun?
Ein Solarzaun ist mehr als nur ein Sichtschutz: Er verbindet die Funktion eines klassischen Gartenzauns mit moderner Solartechnologie. Dabei ersetzen senkrecht installierte Solarmodule die üblichen Zaunelemente und erzeugen günstigen Strom.Der grundsätzliche Aufbau eines Solarzauns ähnelt dem einer klassischen Photovoltaikanlage (PV-Anlage) auf dem Dach. Auch hier werden Solarmodule verbaut, die über Kabel miteinander verbunden sind.
Die Leitungen verlaufen geschützt und unsichtbar innerhalb der Zaunpfosten. Der erzeugte Gleichstrom wird anschließend über einen Wechselrichter in nutzbaren Wechselstrom umgewandelt, der beispielsweise direkt im Haushalt eingesetzt werden kann. Der Anschluss erfolgt in der Regel fest über den Zählerkasten und nicht über eine Steckdose wie bei Balkonkraftwerken.
Die Pfosten eines Solarzauns bestehen in der Regel aus feuerverzinktem, pulverbeschichtetem Stahl und sind dadurch besonders wetterbeständig. Sie werden entweder direkt in den Boden gerammt oder mit Hilfe von Bohr- beziehungsweise Betonfundamenten festmontiert.
Ein Solarzaun ist meist zwischen 1,1 und 2,0 Metern hoch. Die Solarmodule können entweder senkrecht oder waagerecht montiert werden. In der Quer-Variante lassen sich mehrere Module übereinander anbringen. Die Module werden jeweils zwischen den Zaunpfosten befestigt, und mehrere Felder können zu einer beliebigen Länge kombiniert werden.
Häufig kommen dabei robuste Glas-Glas-Module zum Einsatz, da sie besonders langlebig sind. Glas-Folie-Module eignen sich weniger. Bei diesen Modellen ist die Rückseite, direkt der Witterung ausgesetzt. Dies sorgt für einen schnelleren Verschleiß, da die Folie sehr witterungsanfällig ist. Zusätzlich sind bifaziale Module empfehlenswert, da sie das einfallende Licht von beiden Seiten aufnehmen und so einen höheren Energieertrag erzielen. Bifaziale Solarzellen sind in der Lage, sowohl über ihre Vorder- als auch über ihre Rückseite Strom zu erzeugen.
Ein Solarzaun wird üblicherweise fest an die Hauselektrik angeschlossen. Der Strom fließt über einen Wechselrichter in den Zählerkasten und steht dort direkt für den Eigenverbrauch zur Verfügung. Anders als bei Balkonkraftwerken erfolgt der Anschluss nicht über eine Steckdose, sondern über eine fachgerechte Installation durch eine Elektrofachkraft.

Was kann ein Solarzaun leisten?
Die Stromproduktion eines Solarzauns hängt von der Größe des Zauns, der Effizienz der Photovoltaik-Module und der Sonneneinstrahlung am Standort ab. In Deutschland erzeugt eine Photovoltaikanlage pro installiertem Kilowatt-Peak (kWp) Leistung in der Regel zwischen 800 und 1.200 kWh Strom pro Jahr. Bei Solarzäunen fällt die Ausbeute jedoch oft etwas geringer aus, da die Ausrichtung und der Neigungswinkel der Module im Vergleich zu optimal geplanten Aufdachanlagen weniger effizient geplant werden können. Die Ausrichtung eines Solarzauns ist vorgegeben und auf die Neigung des Zauns kann kaum bis gar kein Einfluss genommen werden, da Zäune grundsätzlich senkrecht installiert werden.
Hinzu kommt, dass Solarzäune häufig stärker verschattet werden, da sie am Boden stehen. Da zudem deutlich weniger Module installiert sind, liegt der Stromertrag unter dem einer Aufdachanlage, kann aber höher ausfallen als bei einer Balkonkraftwerk. Aufgrund dieser Faktoren fällt die Stromproduktion eines Solarzauns meist eher gering aus, kann aber einen sinnvollen Beitrag leisten, Ihren Haushalt energieeffizienter zu gestalten. Ein Solarzaun erzeugt gemittelt etwa 600 bis 750 Kilowattstunden Strom (kWh) im Jahr, wie die Expert:innen bei solar1, einem Informationsportal für Solar für Jedermann, errechnet haben.

Bei Solarzäunen ist es so, dass sie einerseits als bauliche Maßnahme, andererseits als Energieerzeugungsanlage betrachtet werden können. Alle baulichen Maßnahmen, die das Erscheinungsbild eines Gebäudes oder Grundstücks verändern, benötigen in der Regel eine Genehmigung.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Anforderungen für Baugenehmigungen von Region zu Region unterschiedlich sein können. In einigen Gebieten können Solarzäune als ähnlich zu herkömmlichen Zäunen angesehen werden und benötigen möglicherweise keine spezielle Genehmigung, während in anderen Gebieten strengere Vorschriften gelten können. Die Abklärung dieser Anforderungen vor Beginn des Projekts kann helfen, Verzögerungen und mögliche Strafen zu vermeiden.
Wer einen Solarzaun plant, sollte sich vorab beim örtlichen Bauamt informieren, ob ein Genehmigungsverfahren notwendig ist. Denn: Ob für einen Solarzaun eine Baugenehmigung erforderlich ist, kann von den jeweiligen örtlichen Bauvorschriften und Richtlinien abhängen. Einen Solarzaun aufzustellen, ist in den meisten Bundesländern jedoch genehmigungsfrei, solange er eine Höhe von zweieinhalb bis drei Metern und eine Gesamtlänge von neun Metern nicht überschreitet.
Auch örtliche Bebauungspläne können zusätzliche Vorgaben hinsichtlich Gestaltung, Abstand zur Straße oder Materialien machen.
Ist es erlaubt, einen Solarzaun selbst aufzubauen?
Einen Solarzaun selbst aufzubauen, ist grundsätzlich erlaubt, wenn die Spannung der Module nicht mehr als 120 Volt beträgt. Einige Hersteller bieten komplette Sets an, die so konzipiert sind, dass sie mit Grundkenntnissen und handwerklichem Geschick montiert werden können. Lediglich der Wechselrichter muss von einer ausgewiesenen Fachperson installiert und in Betrieb genommen werden. Mit einer Höhe von meist ein bis zwei Metern sind für die Montage des Solarzauns keine riskanten Kletterarbeiten nötig – ein Vorteil von PV-Zäunen. Dennoch sollten Sie sich vor dem Bau über die örtlichen Vorschriften informieren, denn diese können nicht nur Höhen, sondern auch Materialien oder Farben regeln. Außerdem empfiehlt es sich, die Nachbar:innen über das Vorhaben zu informieren.
Vorteile
Doppelte Funktionalität
Ein Solarzaun begrenzt nicht nur das Grundstück und bietet Sichtschutz, sondern erzeugt gleichzeitig zukunftsfähigen Strom. Die Kombination aus Funktionalität und der Nutzung erneuerbarer Energien macht ihn besonders attraktiv. So werden ungenutzte Flächen sinnvoll zur Energieerzeugung genutzt.
Platzsparend
Besonders in städtischen Gebieten oder kleinen Gärten, wo der Raum begrenzt ist, ermöglicht ein Solarzaun die effiziente Energiegewinnung, ohne zusätzlichen Platz zu beanspruchen.
Bifaziale Technologie
Viele Solarzäune nutzen bifaziale Module, die Sonnenlicht von beiden Seiten aufnehmen können. Dadurch steigt die Energieausbeute.
Ästhetik und Design
Moderne Solarzäune fügen sich harmonisch in die Umgebung ein und bieten eine optisch ansprechende Alternative zu klassischen Zäunen. Sie lassen sich so gestalten, dass sie sowohl funktional als auch optisch den Bedürfnissen der Eigentümer:innen entsprechen.
Nachteile
Geringere Effizienz
Durch die vertikale Ausrichtung erreichen Solarzäune nicht die optimale Sonneneinstrahlung wie schräg aufgestellte Solarmodule, was die Energieausbeute vergleichsweise reduziert.
Anfälligkeit für Verschattung
Da Solarzäune nahe am Boden installiert sind, können Gebäude, Pflanzen oder parkende Fahrzeuge leicht Schatten werfen, was die Leistung der Module beeinträchtigen kann.
Höherer Wartungsaufwand
Bodennahe Installation führt dazu, dass sich schneller Schmutz, Blätter oder andere Ablagerungen ansammeln. Regelmäßige Reinigung und Kontrolle sind notwendig, um die Effizienz zu erhalten.
Begrenzte Auswahl
Der Markt für Solarzäune ist noch klein. Es gibt weniger Anbieter und Produktvarianten als bei herkömmlichen Photovoltaik-Anlagen, was die Auswahl einschränken kann.
EEG-Vergütung für Solarzäune
Nach Ansicht der Netzbetreiber zählen Solarzäune zu Freiflächenanlagen, die nur mit einem entsprechenden Bebauungsplan förderfähig sind. So passiert es auch, dass Netzbetreiber den von Solarzäunen erzeugten Strom zwar einspeisen, jedoch keine Vergütung zahlen. Anfang 2024 stellte die Clearingstelle EEG fest, dass ein Solarzaun als Photovoltaik auf einer sonstigen baulichen Anlage gilt und nach §48 EEG förderfähig ist.

Kosten eines Solarzauns
Die Kosten für einen Solarzaun hängen von Faktoren wie Größe, Qualität der PV-Module und dem Installationsaufwand vor Ort ab. Zur Orientierung sollten Sie mit folgenden Kosten planen.
Anschaffungskosten: Wenn Sie den Solarzaun als Grundstücksgrenze einsetzen möchten, sollten Sie bedenken, dass die Kosten deutlich über denen herkömmlicher Zäune liegen, da die integrierten Photovoltaik-Module mitgerechnet werden müssen. Dazu zählen die Solarmodule, die Zaunkonstruktion sowie sämtliches benötigtes Zubehör. Die Kosten für bifaziale Solarmodule starten bei rund 500 bis 600 Euro pro laufendem Meter. So kann ein Solarzaun mit einer Länge von 10 Metern und einer Höhe von 2 Metern beispielsweise rund 6.000 Euro kosten.

Installationskosten: Diese hängen von der Komplexität des Designs und auch den örtlichen Gegebenheiten bei Ihnen zu Hause ab. Es empfiehlt sich, mehrere Angebote einzuholen. Nur so können Sie einen realistischen Überblick über die zu erwartenden Ausgaben bekommen.
Wartungskosten: Auch die Wartungs- und Reparaturkosten sollten bei Solarzäunen berücksichtigt werden. Zwar gelten Solarzäune aufgrund ihrer festen, vertikalen Montage in der Regel als wartungsärmer als großflächige Agri-Photovoltaik-Anlagen, dennoch können insbesondere Zäune auf landwirtschaftlich genutzten Flächen stärker beansprucht werden. Dort erhöhen Maschinenbetrieb, Tierhaltung oder Witterungseinflüsse das Risiko für Beschädigungen, sodass regelmäßige Sichtkontrollen und Wartung nötig sind, um eine dauerhaft hohe Leistung sicherzustellen.
Fazit: Solarzaun als sinnvolle Ergänzung zur Energiegewinnung
Ein Solarzaun ist eine sinnvolle Ergänzung zur Solarstromerzeugung, besonders auf Grundstücken mit begrenztem Platzangebot. Er nutzt ungenutzte Flächen, dient gleichzeitig als Sichtschutz. Allerdings ist die Stromausbeute aufgrund der vertikalen Ausrichtung und Neigung geringer als bei klassischen PV-Anlagen. Daher eignet sich ein Solarzaun vor allem als ergänzende Lösung. Wer den Solarzaun optimal nutzen möchte, kann ihn mit einem Photovoltaik-Stromspeicher kombinieren, um den selbst erzeugten Strom auch abends oder nachts zu verwenden.
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